Jägersburger Wald (17,1 km)

6. August 2007

Nachdem wir mit unserer letzten Freitagstour nach Rodau zumindest mal in Sichtweite des Jägersburger Waldes gekommen waren, hatten wir uns gestern entschlossen, auch mal den Wald von innen zu erkunden. Einen genauen Routenlan gab´s wegen Google-Earth Problemen meinerseits nicht, stattdessen Navigation aus dem Kopf anhand der vorher konsultierten Wanderkarte (Naturpark Bergstrasse-Odenwald #15, “Nördliches Ried”) – da unten kann man sich ja eh nicht verlaufen…


Anreise mit dem Auto bis Langwaden (von Jugenheim aus wären hin und zurück noch mal 10-12 km extra gewesen, das wäre zu weit geworden), dort an der Dorfkirche geparkt. Beim Dehnen musste ich feststellen, dass ich zuhause nicht aufgepasst hatte, und anstatt meiner Jogging-Schuhe meine normalen Laufschuhe angezogen hatte, die nicht fürs Joggen ausgelegt und zudem abelatscht und schlechter gefedert sind – Merda! Aber gut, dann halt so…

Vom Startpunkt aus die Dorfstrasse entlang Richtung Autobahnbrücke, die momentan wegen Sanierungsarbeiten gesperrt ist (entsprechend war auch in Langwaden praktisch kein Verkehr, weil es momentan eine Sackgasse ist). Über die Baustelle (etwas abenteuerlich), dann auf der unfertigen Brücke die A67 überquert und die ungeteerte Baustellenpiste in den Jägersburger Wald, auf der Fahrstrasse Richtung Biblis. Eigentlich wollten wir die Strasse bis zum Wasserwerk Jägersburg durchlaufen, doch da sie sich nach ein paar hundert Metern mit der vielbefahrenen Fahrstrasse von Einhausen vereinigt und es da keinen Fuß/Fahrradweg gibt, haben wir spontan beschlossen, einen Schlenker durch den Wald zu laufen, um auf einem ruhigeren Waldweg parallel zur Strasse bis zum Wasserwerk zu laufen. Das hat dann auch geklappt; entlang der Überlandleitung kamen wir problemlos bis zum Wasserwerk und dem dazugehörigen Wildgehege, wo wir ein paar Minuten Pause gemacht haben, um die Wildschweine zu bestaunen (die eine sehr schöne, weitläufige Anlage mit eigenem Teich haben und ziemlich zutraulich sind).

Danach ging´s ein paar Meter zurück, um dann nach Norden abzubiegen. Dabei hat sich dann allerdings ein Fehler eingeschlichen – der ursprünglich Plan war gewesen, die Kreuzschneise nach Norden bis zum Winkelbach zu laufen, und von da aus dann am Bachufer entlang bis Maria Einsiedel. Dummerweise sind wir eins zu früh abgebogen, und auf die Asthofertränk-Schneise geraten, die nicht bis zum Bach führt, sondern nach ein paar Lichtungen und Wasserhäußchen mitten im Nichts an einem namenlosen Kanal endet (immerhin gab´s unterwegs einen netten Blick aufs AKW Biblis…).

Da wir ja keine Karte dabei hatten, mussten wir uns spontan entscheiden, und sind nach ein bisschen vor- und zurück-Irren dann schließlich nach Westen auf die Hundertmorgenschneise eingebogen (nach Links wären wir nach ca. 150 m. wieder auf die geplante Route gestossen, aber das wusste ja keiner), die ebenfalls irgendwann relativ abrupt und überraschend endete, ohne irgendwohin gekommen zu sein. Glücklicherweise gab´s einen überwucherten Trampelpfad, der uns vorbei an einem Obsthain aus dem Wald ins Freie führte.

Da waren wir also, irgendwo im Nirgendwo zwischen Rhein und Wald, auf irgendwelchen Äckern, ohne genau zu wissen, wo wir hin mussten. Da Süden (auf jeden Fall falsch) und Osten (da waren wir ja gerade hergekommen) ausschieden, und es keinen Weg nach Norden gab, sind wir also notgedrungen erstmal weiter den Trampelpfad nach Westen bis zu einem einsamen Aussiedlerhof, dann nach Norden, und schließlich wieder nach Westen, bis wir schließlich an einen halbwegs ordentlichen Feldweg erreichten, der zu einem Dorf führte.

Den sind wir dann entlanggelaufen. Unterwegs konnten uns ein paar Fahrradfahrer mitteilen, dass das Dorf vor uns Klein-Rohrheim war, was uns aber nicht so richtig geholfen hat, da niemand wusste, wo genau Klein-Rohrheim den eigenlich so liegt (immerhin hatte David mit seiner Vermutung, dass Groß-Rohrheim dann ja irgendwo in der Nähe sein müsse, recht, wie sich im Nachhinein rausstellte). Da die entfernte Baumgruppe mitten in den Äckern, die wir einfach mal willkürlich als unser Etappenziel Maria Einsiedel definiert hatten, zumindest in der ungefähren Richtung von Klein-Rohrheim lag, sind wir eben weiter gelaufen.

Am Dorf konnten uns dann zwei ältere Herrschaften mit Fahrrädern bestätigen, dass wir alles richtig gemacht hatten, und die Baumgruppe tatäschlich Maria Einsiedel war – perfekt! Also weiter in die richtige Richtung über die Felder, bis wir schließlich an der Brücke über den Winkelbach waren, die wir eigentlich von der anderen Richtung hatten erreichen wollen – wir waren wieder auf Kurs.

Maria Einsiedel stellte sich als schattiger, beschaulicher katholischer Wallfahrstort mit neo-gotischer Kirche, moderner Pilgerhalle und vielen Kreuzen und Marienbildern heraus – sehr hübsch. Eine kurze Pause (war auch nötig, nachdem mein falsches Schuhwerk mir ziemliche Schmerzen beschert hatte, musste ich erstmal meine gereizten Achillessehnen massieren), dann weiter nach Norden, bis zu einem Gestüt etwas südlich der Strasse Hähnlich-Gernsheim. Dort nach Südwesten in Richtung Wald abgebogen, und eine weitere Pause gemacht um Pferde zu streicheln. Schließlich mit den letzten direkten Strahlen der Abendsonne im Rücken (sehr schöne Stimmung – gibt nichts besseres als laue Sommerabende um zu laufen!) wieder in den Jägersburger Wald. Einen kleinen Schlenker nach Süden, dann den Naturlehrpfad und die lange Schneise immer geradeaus, bis wir wieder an der A67 waren. Dort über die Fußgängerbrücke nach Langwaden, und um Punkt 21:00 am Auto angekommen.

Insgesamt trotz (oder gerade wegen) den üblichen Navigationssproblem eine sehr schöne Strecke, die viel Abwechslung zu bieten hat und sich zudem sehr angenehm laufen lässt (zumindest mit dem richtigen Schuhwerk – ich fand´s gegen Ende alles andere als angenehm, aber dafür konnte die Strecke nix…). Entsprechend waren wir trotz der insgesamt 17 km eigentlich noch recht frisch, und das, obwohl wir ein recht ordentliches Tempo gelaufen waren (ca. 9,7 km/h, Kilometerzeit ca. 6:10 Minuten). In Zukunft sicherlich eine interessante Gegend, auch für noch längere Läufe.

Strecke: 17,1 km
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

7 Antworten zu “Jägersburger Wald (17,1 km)”


  1. [...] in Richtung Maria Einsiedel. Schließlich erreichten wir den Bauernhof, an dem wir auf unserer ersten Tour durch den Jägersburger Wald schon mal vorbeigekommen waren (damals jedoch aus anderer Richtung), und waren damit endgültig [...]


  2. [...] auf ebenem Gelände machen, am liebsten eher im Wald, da es relativ warm war. Da wir den Jägersburger Wald inzwischen ja schon gut erkundet hatten, beschlossen wir, stattdessen noch etwas weiter [...]


  3. [...] Bauernhöfen, bis wir die zufahrt zur Autobahnbrücke südwestlich des Dorfes erreichten (beim letzten Mal war hier ja noch alles gesperrt, inzwischen waren Landstrasse und Brücke fertig gebaut und wieder [...]


  4. [...] 900 m. erreichten wir die Wegkreuzung am Gestüt Karlshof, die ich von früheren Läufen in der Gegend bereits bestens kannte, und überquerten sie geradeaus, weiter in [...]


  5. [...] – Ober-Beerbach – Hutzelstrasse – Kuralpe am 2.8.07 – Zwingenberg – Rodau – Hähnlein am 3.8.07 – Jägersburger Wald Mitte (Langaden – Klein-Rohrheim – Maria Einsiedel) am 6.8.07 – Einmal um den Felsberg am 12.8.07 – Unteres Lautertal am 14.8.07 – Seeheim – Malchen – Eberstadt [...]


  6. [...] Abwesenheit mal wieder in den Jägersburger Wald zurückzukehren – Osten, Norden, Süden und Mitte des Forstes sind ja schon lange erlaufen, heute stand folgerichtig der Westteil des Forstes auf dem [...]


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