Jägersburger Wald Nord (15,3 km)

11. September 2007

Der erste Lauf nach dem Halbmarathon. Zwar waren wir beide eigentlich völlig fit, nichtsdestotrotz war ein entspannter, nicht zu langer lauf auf ebenem Terrain vorgesehen.

Da ich ja am liebsten immer neue Strecken laufe, die aber gerade in Richtung Ried so langsam etwas rar werden, wollten wir wieder mal durch den Jägersburger Wald; diesesmal sollte allerdings der äußerste nördliche Zipfel durchquert werden, also zumindest teilweise ein unbekanntes Stück (das sich zudem durch die Existenz einer mysteriösen Autobahnbrücke auszeichnet, die ich schon mehrmals gesucht, aber bisher nie gefunden hatte).


Zu dritt (David war heute auch mal wieder mit von der Partie) mit dem Auto bis zum Startpunkt, dem Parkplatz am Friedhof östlich vor den Toren Hähnleins (einem dieser Orte, zu denen sich kein postenswerter Link finden wollte). Kurzes Aufwärmen, dann ging´s auch schon los.
Startzeit: 18:45
Wetter: Ok, leicht bis mittel bewölkt, ca 16 bis 17 Grad.

Zuerst mal über eine kleine Fußgängerbrücke westwärts nach Hähnlein rein, ein Stück die Dorfstrasse entlang, dann rechts in die Georg-Fröba-Str. nach Norden bis zum Ortsrand (dabei durch das weitgehend unbekannte Hähnleiner Hinterland jenseits der Hauptstrasse – faszinierend…).

Immer geradaus, westwärts , erst auf einem asphaltierten Feldweg am Ortsrand (Radweg 19), dann auf einer Art begehbaren Acker (unmarkiert), kurz nach rechts, dann wieder westwärts, vorbei durch die Umspannwerk/Baustellen-Combo am Waldrand (auch zu der gibt es keinen Link).
Laut Wanderkarte hätten wir spätestens hier auf eine Wegmarkierung in Form eines gelben Kreuzes treffen müssen (der Saar-Rhein-Main-Weg), die uns eigentlich für die nächsten km hätte führen sollen. Aber: Nüscht war. Kein gelbes Kreuz, keine anderen Markierungen, nur unerforschtes Ödland jenseits des Umspannwerks!

Natürlich ließen wir uns von sowas nicht beeindrucken, und joggten unverdrossen in die Tiefen des Waldes hinein, eine lange, gerade Schneise entlang in Richtung der Autobahn und (so hofften wir) der geheimnisvollen Brücke.
Keine Ahnung, was als nächstes passiert ist – auf jeden Fall waren wir dann auf einmal direkt an der A67, aber von einer Brücke konnte keine Rede sein. Erst ein Erkundungstrip in die Brennesselverseuchten Regionen direkt am Strassenrand brachte Aufklärung (und einen Satz brennende Beine): Irgendwie hatten wir die Brücke verpasst und waren zu weit nach Norden abgedriftet.
Also zurück in den Wald, in eine Richtung, die zumindest ungefähr in Richtung Brücke führte.
Aber auch wirklich nur ganz ungefähr…
Tatsächlich schafften wir es ein zweitesmal, an der Brücke vorbeizulaufen (kein Wunder, dass ich sie bisher nicht gefunden hatte, das Ding ist besser versteckt als Osama Bin Laden!), konnten diesen Fehler aber durch schieres Glück ausgleichen, und gelangten schließlich (endlich!) zur verlorenen Autobahnbrücke im nördlichen Jägersburger Wald!
Ein durchaus absurder Anblick: Steht das Teil doch einfach so da, mitten im Nichts, am Ende eines völlig übewucherten Trampelpfades, den wahrscheinlich seit Monaten kein menschlicher Fuß mehr beschritten hat, und der keinerlei Markierung aufweist (auch wenn er es eigentlich sollte). Eine große, neu aussehende Fußgängerbrücke über die Autobahn, massiv, komfortabel, ansehnlich – und das im wahrsten Sinne des Wortes am Darmausgang der Welt, versteckt, fast unerreichbar, und damit weitgehend sinnlos. Keine Ahnung, wer die hat bauen lassen, sieht aber von meiner Warte nach einer echten Fehlinvestition aus.

Immerhin nützte sie uns was (intakte Autobahnbrücken über die A67 sind ja keine Selbstverständlichkeit, wie einige meiner früheren Blogeinträge eindrucksvoll belegen), und brachte uns unbeschadet über die Autobahn, direkt zum nächsten Problem.
Denn auch auf der anderen Seite fand sich keine Spur der Wegmarkierung. Dummerweise hatten wir uns aber alle so sehr auf das gelbe Kreuz verlassen, dass sich niemand die Mühe gemacht hatte, sich zu merken, wie genau der Weg von hier an eigentlich hätte verlaufen sollen.
Also liefen wir einfach mal auf gut Glück immer weiter gerade aus (was falsch war, eigentlich hätten wir gleich nach der Brücke links ab gemusst, aber das wusste halt niemand), eine weitere, ewig lange, merklich unmarkierte Schneise durch den Wald, bis wir schließlich den Waldrand erreichten. Geradaus ging´s nicht weiter, als bogen wir nach links ab (so grob die Richtung, in die wir wollten – stellte sich später als Radweg 25 raus).

Und wir hatten Glück: Nach einem knappen km sahen wir vor uns die Fahrstrasse zwischen Hähnlein und Gernsheim, was eine instante Ortsbestimmung erlaubte: Zwar nicht da, wo wir sein wollten, aber immerhin wussten wir nun wieder, wo wir waren. Das war gut.

Wir überquerten die Strasse und liefen weiter am Waldrand geradeaus, in Richtung Maria Einsiedel. Schließlich erreichten wir den Bauernhof, an dem wir auf unserer ersten Tour durch den Jägersburger Wald schon mal vorbeigekommen waren (damals jedoch aus anderer Richtung), und waren damit endgültig wieder auf Kurs.

Links ab nach Südwesten, vorbei an diversen weitläufigen Pferdekoppeln und Viehweiden, die aufgrund der schräg stehenden Sonne in ein unwirkliches Licht getaucht waren (ebsenso wie die angestrahlte Bergstrasse im Hintergrund), bis wir am Parkplatz “Stockweg” wieder in den Wald hineinliefen. Kurz geradaus, dann rechts und nach ein paar hundert Metern wieder links, auf die Lange Schneise, die schräg durch den Wald bis nach Langwaden führt.

Hier ging´s dann erst mal mehrere Kilometer einfach nur geradeaus, auf ebener Strecke durch den schon recht dunklen Wald, wobei wir zusehends schneller wurden, und das Stück schweigend, konzentriert und mit ziemlich hohem Tempo in recht kurzer Zeit zurücklegten.

Irgendwann kam dann die altbekannte Fußgängerbrücke bei Langwaden in Sicht, auf der wir die A67 wieder überquerten (Nibelungenweg – gelbes Quadrat), und dann mit nur wenig verminderter Geschwindigkeit durch ganz Langwaden rannten.

Am Orstausgang blieben wir an der Landstrasse und folgtem dem Fahrradweg in nach Nordosten. Inzwischen war die Sonne bereits untergegangen und es dämmerte, das Tempo zog sogar wieder etwas an, und so erreichten wir schließlich im Semi-Sprint den Ortseingang von Hähnlein. Noch ein paar hundert Meter Endspurt am Ortsrand entlang, und wir hatten das Ziel erreicht.

Ein sehr schneller Lauf, der aber trotz des hohen Tempos (wenn David dabei ist, wird´s irgendwie immer etwas schneller… ;-) ) überraschend wenig anstrengend war – besonders postiv angesichts des Halbmarathons vorgestern, der offenbar keinerlei größere Spuren hinterlassen hat.
Strecke angenehm aber etwas unspektakulär, lediglich die “verschollene Brücke” und die fehlenden Wegmarkierungen waren etwas ärgerlich.

Strecke: 15,3 km
Laufzeit: 87 min (= 10,55 km/h bzw. 5:40 min/km, also sehr zügig, ein ermutigendes Ergebnis direkt nach dem Halbmarathon!)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

4 Antworten zu “Jägersburger Wald Nord (15,3 km)”


  1. [...] nach monatelanger Abwesenheit mal wieder in den Jägersburger Wald zurückzukehren – Osten, Norden, Süden und Mitte des Forstes sind ja schon lange erlaufen, heute stand folgerichtig der Westteil [...]


  2. [...] 900 m. erreichten wir die Wegkreuzung am Gestüt Karlshof, die ich von früheren Läufen in der Gegend bereits bestens kannte, und überquerten sie geradeaus, weiter in südöstlicher [...]


  3. [...] Geschafft habe ich immerhin die folgenden Einträge: – Darmstadt – Jugenheim am 7.9.07 – Jägersburger Wald Nord am 11.9.07 und – Badische Bergstrasse: Laudenbach – Weinheim und zurück vom [...]


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