Heute gleich der nächste Lauf im Rahmen meines Plans, in den nächsten Wochen etappenweise bis an den Main bei Frankurt zu laufen und dadurch die Route des Frankfurt-Marathon an den Rest meines Streckennetzes anzubinden (Ab sofort werde ich alle Läufe dieses Plans übrigens
mit “Projekt Nordwärts” überschreiben werde – da ist klar, worum es geht, und es erspart mir die Suche nach immer neuen, griffig-schmissigen Überschriften
).
Vorgestern war ich bis ans Nordende von Griesheim gekommen, heute wollte ich da ansetzen und – grob der A67 folgend – weiter bis Büttelborn laufen.
Start also im Norden Griesheims, Industriegebiet, Nordring Ecke Schöneweibergasse (dass nenn´ ich mal einen chauvinistischen Strassennamen). Wetter: Pfft. Heute morgen war´s noch schön und sonnig, inzwischen hatte es sich aber wieder zugezogen, entsprechend war´s kalt und lustlos-grau. Meh.
Auto abgestellt, auf dem Beifahrersitz umgezogen, und los ging´s, nordwärts auf einem asphaltierten Weg aus Griesheim raus in die Felder (Radweg 23).
Schon auf den ersten Metern wurde klar, dass das heute kein guter Lauf werden würde – ich habe die letzten drei, vier Nächte wenig und schlecht geschlafen, das machte sich nun bemerkbar: Ich war furchtbar müde, abgespannt, unkonzentriert, konnte keinen Rhytmus finden, dazu war mir kalt – nicht gerade Idealbedingungen für einen ruhigen, entspannten Lauf.
Dazu die Umgebung – die nicht so richtig viel hermachte:
Äcker, Äcker, Äcker (zugegeben, entgegen meiner klischeehaft-verzerrten Erwartungen nicht nur Spargel, auch Lauch, Kohl, Kohlrabi, Brokkoli, und eine Vielzahl anderer Gewächse, die ich nicht identifizeren konnte), Hochspannungsleitungen, mehr Äcker, weit vor mir die Autobahn, dahinter die charakteristische Erhebung der Mülldeponie bei Büttelborn (wer öfter mal die A67 fährt, weiss, was ich meine) – im fahlen, diffus-dünnen Licht wirkte das alles arg trist und freudlos.
Und es zog sich auch noch: Mehr als 1,5 km einfach nur stur geradeaus in Richtung Autobahn, bis zur Ecke eines kleinen Wäldchens, hier dem Radweg folgend kurz nach Westen, dann wieder rechts, wieder nordwärts (mehr Äcker). Noch einen Kilometer weiter bis an die Autobahn, vorbei an einer kleinen Autobahnbrücke, zum südlichen Ende der Autobahnrastätte Büttelborn (Süd).
Hier einen kleinen Schlenker von der Autobahn weg, halblinks in das saisonalbedingt kahle Waldstück hinter der Raststätte, um die Raststätte herum, und wieder halbrechts zurück an die A67 (Markierung: Radweg GG). Dann einen Kilometer direkt an der Autobahn entlang. Zuerst noch ein bisschen Wald, durchbrochen von einer wilden, heideartigen Sumpfwiese, dann das offene Gelände südlich von Büttelborn, bestehend aus (oh Wunder!) noch mehr Äckern. Rechterhand derweil ein zehn Meter breiter Streifen aus Buschwerk, gefolgt von der A67, laut und etwas nach Abgasen riechend – auch kein so dolles Stück.
Schließlich Büttelborn, genauer gesagt, das Gewerbegebiet am südöstlichen Ortsrand (Yaaay, schon wieder ein Gewerbegebiet). Wenig ansehnlich, aber immerhin ein breiter Bürgersteig. Westwärts auf der Darmstädter Str. in Richtung Ortskern, über einen Kreisverkehr aus dem Gewerbegebiet raus, durch die obligatorisch engen Strassen mit schmucklosen, dicht aneinandergedrückten Häusern.
Nach 900 Metern schließlich links, die Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. bis zum südlichen Ortsrand.
Laut Karte sollte hier ein kleiner Weg an den Häusern entlang nach Süden führen.
Laut Realität war hier jedoch eine riesige Großbaustelle zur Erschliessung eines neuen Wohngebietes, bestehend aus viel planierter Erde, ein paar kleineren und größeren Trümmerfeldern, und einigen frisch asphaltierten Strassenzügen im Nirgendwo – das machte die Navigation ein klein wenig komplizierter als erwartet.
Glücklicherweise war ich der Herausforderung trotz traniger Müdigkeit gewachsen, und entdeckte meine geplante Route zurück nach Griesheim – nach kurzem Suchen sowie einem Beinahe-Zusammenstoss mit einem unkoordiniert über die Baustelle eiernden Mini-Bagger – schließlich versteckt hinter einer Schutthalde.
Also zurück nach Süden.
Langer, gerader Feldweg, links Äcker, rechts Äcker, hinten Äcker(und Büttelborn), vorne Äcker (dahinter der in der Ferne aufragende Melibokus – wenigstens etwas, woran sich der ansonsten verloren durch ebene streifende Blick festklammern konnte). Alles natürlich weiterhin im drögen Grau eines bewölkten Herbsttages.
Oh Mann…
Wie üblich auf solchen Strecken eeeeeewig geradeaus. Zwischendurch ansatzweise Abwechslung durch einen Aussiedlerhof (“Silcherhof”) und einen Reitplatz, ansonsten tote Hose, ausser mir und ein paar verlorenen Rabenvögeln nix los hier draussen.
Nach einem Kilometer ein kurzer Knick westwärts, dann aber gleich wieder nach Süden, noch mal ein fast genausolanges Stück. An dessen Ende kurz rechts, knapp 200 m. eine Reihe hoher, schlanker Bäume entlang, und nochmals nach Süden (ab hier: Radweg 25), in den/die/das “Hausstatt” das Wäldchen zwischen Büttelborn und Griesheim.
Weiter auf einem stark belaubten Waldweg, durch kahlen, jungen Buchenwald, mittendrin kurz links, dann rechts auf eine lange, gerade Schneise bis zum Kanal südlichen Waldrand, den ich auf einer kleinen Brücke überquerte und mich auf dem Radweg 18 nach links wandte (hier war ich vorgestern auch schon langekommen).
Ein paar hundert Meter westwärts am Waldrand, kurz nach Süden, dann wieder nach Westen, durch noch mehr (und jetzt Alle, bitte in leicht angeödetem Tonfall:) Äcker, Äcker, Äcker.
Nördlich von Griesheim über die Landstrasse, noch ein bisschen mehr Äckerwatching, dann scharf rechts, bis zum Rand des Griesheimer Industriegebietes, über den Nordring, durch eine Art als schlecht als Feldweg getarnte Schlammgrube hinter einer Gärtnerei, schließlich links ins Gewerbegebiet rein. Noch ein paar hundert Meter auf dem Rübweg zwischen Gartencentern, Autowerkstätten und Kühlanlagenfirmen westwärts, dann in die Schöneweibergasse nach links zum Auto.
Ganz ehrlich: Kein gute Tour. Die Strecke ist zwar angenehm zu laufen (fast durchgängig asphaltierte Wege), ist landschaftlich allerdings nicht besonders reizvoll – bei schönem Wetter mag das noch angehen, an einem so trübkalten Tag wie heute wirken die endlosen kahlen Äcker zwischen Autobahn und Industriegebieten einfach nur trist und traurig. Dazu die Müdigkeit: Von Anfang an lustlos, matt und unkonzentriert, ein Zustand, der sich auch während des Laufens nicht besserte. Entsprechend wenig Spass bei der Sache.
Aber immerhin: Wieder ein paar Kilometer weiter nordwärts, demnächst werde ich dann mal weiter bis Gross-Gerau vordringen…
Strecke: 12,1 km
Zeit: 1:15 h (= 9,68 km/h bzw. 6:12 min/km)
Karte:

M.



19. November 2007 um 16:46
[...] Projekt Nordwärts: Griesheim – Büttelborn (12,1 km) [...]
23. November 2007 um 19:28
[...] Projekt Nordwärts: Griesheim – Büttelborn (12,1 km) Kategorien [...]
14. Dezember 2007 um 23:53
[...] – Lauf #2: Griesheim – Büttelborn – Griesheim, am 16.11.07 (12,1 km) [...]
25. Mai 2008 um 13:20
Wo ist Griesheim, fragt ein Goiserer.
25. Mai 2008 um 14:39
Hi Franz,
Griesheim ist eine Kleinstadt mit ca. 25 000 Einwohnern im Süden des deutschen Bundeslandes Hessen. Es liegt im Ried (einer flachen, sandigen Ebene östlich des Rheins) direkt westlich von Darmstadt und ca. 25 km. südlich von Frankfurt (das übrigens auch einen Stadtteil namens Griesheim besitzt, der mit diesem Griesheim aber sonst nichts zu tun hat).
Die Homepage der Stadt findest Du hier:
http://www.griesheim.de/
Gruß nach Österreich
Matthias
7. Dezember 2008 um 21:31
[...] entlang in Richtung Griesheim. War alles erwartungsgemäß trist – das letzte Mal vor ich vor über einem Jahr hier vorbeigekommen, im Rahmen von “Projekt Nordwärts” und hatte die Gegend ziemlich [...]