Zweimal hintereinander Flachland, da war´s mal wieder höchste Zeit für ein bisschen Hügelland. Deswegen heute im Programm: Der nordwestlichste Zipfel des Odenwalds, Mühltal und Ober-Ramstadt.
Wetter: Kalt aber trocken, Nordwind, schnelles Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken – nicht perfekt, aber besser als die letzten Tage.
Tagesform: Besser als vorgestern, ausgeruht, fit, Lust aufs Laufen.
Start im Zentrum von Nieder-Ramstadt, auf dem Parkplatz in der Dornwegshöhstr.
Von hier aus ostwärts, über die Ober-Ramstädter Str. neben der Kirche in die Münstergasse.
Hier ging´s gleich mal richtig steil den Hang hoch, 100 Meter durch den Ort, dann durch einen kleinen Hohlweg am Ortsrand entlang auf die Anhöhe östlich des Dorfes (den „Schmallert“) – gleich zu Anfang ziemlich anstrengend und atemraubend, angesichts der Kälte aber ideal, um schnell auf Betriebstemperatur zu kommen.
Nach der ersten harten Steigung aus Nieder-Beerbach raus entspannte sich der Anstieg dann etwas, es ging zwar immer noch bergauf, aber mit einer angenehm moderaten Steigung, und das ganze, während die Sonne durch die Wolken schaute und alles in ein mildes Herbstlicht tauchte.
Überhaupt ist es hier oben recht hübsch, eine sanft gehügelte (ja, ich weiss, das Wort gibt´s wieder mal nicht. Na und?) Landschaft aus Wald, Feld, und Wiese, dazu ein wunderbarer Panoramablick ins Mühltal und auf die Rückseite der Bergstrasse samt Frankenstein (ungefähr so, kommt in Natura aber noch viel besser als auf dem Bild) – wirklich nett.
Nach dem Ortsende also ca. einen halben Kilometer weiter bergauf durch die Wiesen(Markierung: Mt1), auf der Rückseite der ersten Kuppe wieder ein klein wenig bergab (schon zum Durchatmen), dann durch einen baumbestandenen Hohlweg wieder aufwärts, bis zum Wäldchen am Hollert. Linkerhand übrigens eine offene Anhöhe am Waldrand, die laut Wanderkarte „finstere Hölle“ heisst – sah zwar weder besonders finster noch besonders diabolisch aus, ist aber nichtsdestotrotz einer der coolsten Landschaftsnamen, der mir in den letzten Monaten begegnet ist
.
Weiter geradeaus, durch das schmale Wäldchen hindurch, über noch eine eine Wiese, von der aus man einen guten Blick auf Ober-Ramstadt im Norden hatte, in Richtung des bewaldeten Bergrückens zwischen oberem Mühl- und unteren Modautal (Silberberg/Hoher Rodberg) – auf den wollte ich rauf, und das bedeutete nochmal ordentlich klettern.
Entsprechend in den Wald hinein, auf die sogenannte Kreuzsstrasse (Markierung: Gelbe 1 weiter unten, gelbes V weiter oben), die hier schnurgerade, in einer schnörkellosen, brutalen Steigung (ohne die normalerweise üblichen Serpentinen) geradewegs den Hang bis ganz nach oben erklimmt.
Puha. Ordentlich anstrengend.
Schließlich hatte ich´s aber doch geschafft, und schleppte mich schwer atmend auf die Hohe Strasse auf dem Bergkamm, an der Schutzhütte zwischen Hohem Rodberg und Silberberg.
Hier dann links, nordwärts der hohen Strasse (Europäischer Fernwanderweg 1, Markierung: Weisses Andreaskreuz) folgend in Richtung Ober-Ramstadt. Sehr angenehm zu laufen, ein breiter, relativ ebener Waldweg direkt auf dem Bergsattel, gut bevölkert mit Sonntagsnachmittagspaziergängern, dazu auch noch bekanntes Terrain, den Ingo und ich waren hier vor einiger Zeit schon mal in umgekehrter Richtung vorbeigekommen.
Also ideal zum Durchatmen, bestens.
Ca. 1,3 Kilometer entspannt durch den Wald nach Norden, tendenziell leicht bergab, vorbei an einem seltsamen Musikinstrument mitten im Wald (so eine Art Riesenxylophon aus vertikal aufgehängten Baumstämmen) und der Abzweigung zum Naturfreundehaus Heidenacker (von da waren Ingo und ich beim letzten Mal gekommen), bis zum Ende des Waldes, direkt über Ober-Ramstadt.
Hier noch ein kleines Stück bergab durch die Felder, Fußweg neben der Asphaltstrasse, auf einer Brücke über die B426, dann auf dem Breitensteinweg nach Ober-Ramstadt hinein.
Ich muss zugeben: Ober-Ramstadt ist wieder mal einer dieser Orte, durch die ich zwar schon hundertmal durchgefahren bin, aber von denen ich jenseits der Durchgangsstrassen praktisch nichts kenne – entsprechend also ein gute Gelegenheit, auch mal den Ort jenseits der üblichen Fahrtrouten zu entdecken.
Der ist zuerst einmal extrem hügelig; die meisten Orte hier in der Gegend liegen im Tal, ein paar auf der Anhöhe – Ober-Ramstadt hat offensichtlich Beides zu bieten, denn erstreckt sich von der Modau im Talgrund aus in alle Richtungen über Hänge, Hügel und Kuppen. Entsprechend ist der Lauf durch die Außenbezirke so ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt (zugebegeben: Angesichts meines Lauftempos die lahmste Achterbahnfahrt der Welt…): Hoch, runter, hoch, runter, hoch…
Ich wollte von hier aus ja wieder zurück nach Westen ins Mühltal, entsprechend sparte ich mir den Ortskern an der Modau für ein Andermal auf, und bog stattdessen direkt hinter dem Ortseingang in die westlichen Wohngebiete ab – Links hoch in die Freiherr-Vom-Stein-Str., auf und ab durch ein Neubaugebiet, weiter geradeaus in die St.-André-Str. (mehr Wohngebiet, schmucklose Mehrfamilienhäuser), dann zur Modau hin talwärts, durch einen Navigationsfehler rechts in die Strasse „Hinterm Hammer“ (anstatt links), über einen steilen Fußgängerweg weiter runter in die Bau- und die Wilhelm-Leuschner-Str., bis zur Modaubrücke in der Nieder-Ramstädter-Str.
Hier war ich dann auch wieder endgültig orientiert (denn hier kommt man auch vorbei, wenn man mit dem Auto durch den Ort fährt), alles wieder im Lot.
Also über die Modau, direkt dahinter links, entlang der Roßdörfer Str. in einer geschwungenen Kurve wieder bergauf. Nach 400 m. unter der hoch liegenden Bahnlinie durch, weiter in das Gewerbegebiet im Nordwesten des Ortes, vorbei an diversen Supermärkten (sogar die lokale Bushaltestelle heisst „Aldi-Markt“) bis zu den Caparol-Werken (die haben übrigens ein nettes Logo, wie ich finde), hier dann links über die alte Darmstädter Strasse aus Ober-Ramstadt hinaus (wieder der Europäische Fernwanderweg 1, Markierung weisses Andreaskreuz).
Und schon wieder eine Steigung – paradoxerweise hatte ich das Gefühl, bei diesem Lauf vielmehr bergauf als bergab zu laufen, seltsam… – fast einen Kilometer aufwärts, vorbei an Geflüge- und Kleintierzüchtern, Grillhütten, Pfredekoppeln und Bauernhöfen, bis ich schließlich den Parkplatz „Am Kuhfalltor“ am Waldrand erreicht hatte.
Weiter geradeaus, ca. 1 km durch den Wald (Markierung weiterhin das weisse Andreaskreuz), durch Horden von Spaziergängern, Nordic Walkern, Radfahrern und Kutschen (ok, war nur eine Kutsche, mit zwei kleinen Pferdchen davor und einem Pfeife rauchenden Kutscher) bis zum idyllisch gelegenen Forsthaus Eiserne Hand (auch hier war ich mit Ingo schon mal vorbeigekommen), noch ein kleines Stückchen weiter, und schließlich scharf links aus dem Wald hinaus, ins offene Gelände oberhalb von Traisa (Strasse „Am Dippelshof“).
Von hier aus abwärts: Vorbei am wunderschön-jugendstiligen Dippelshof und dem dazugehörigen Golfplatz das Tal runter, hinter der Reithalle links und gleich wieder rechts in den aspahltierte, angenehm zu laufenden Fürthweg, auf dann das hübsche, wiesenbedeckte Mittelbachtal hinunter bis nach Traisa.
Gleich am Ortseingang das Schwimmbad, direkt dahinter ein kleiner Weg links ab hinter den ersten Häusern des Dorfes am Bachgrund entlang („Promenadenweg), dem ich folgte, bis er auf die Nieder-Ramstädter Str. stiess.
Dort weiter südwärts, am südlichen Ende von Traisa unter der Bahn durch, auf Höhe des Steinbruchs an einer Füßgängerampel über die B426, und auf einem hübschen, bewaldeten Weg (der „Traisaer Hohlweg“) bis halbrechts bis nach Nieder-Beerbach.
Noch 500 m. weiter durch den Ortskern (Hautgeschäftszweig: Döner-Läden, davon reiht sich hier wirklich einer an den anderen – entweder gibt es hier einen Riesenbedarf oder einen knallharten Konkurrenzkampf…), dann links in die Dornwegshöhstr. und zum wartenden Auto.
Finis.
Schöner Lauf, zuweilen recht anspruchsvolle Steigungen, aber keinerlei Probleme. Dazu halbwegs ordentliches Wetter und eine hübsche Umgebung, was will man mehr.
Hat Spass gemacht.
Strecke: 12,4 km
Zeit: 1:19 h (= 9,41 km/h bzw. ca. 6:22 min/km)
Karte:
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M.
Tags: Europäischer Fernwanderweg 1, Hessen, Joggen, Jogging, Laufen, Mühltal, Nieder-Ramstadt, Ober-Ramstadt, Odenwald, Traisa, Weitwanderweg Odenwald - Vogesen



8. Dezember 2007 um 00:30
[...] Leicht abwärts, über die Modau durch den Ortskern, rechts der Parkplatz, von dem aus ich meine letzte Tour durchs Mühltal gestartet [...]
1. Juli 2008 um 19:27
[...] (Odw.) Neutsch Nonrod Nordheim (bei Biblis) Nieder-Ramstadt Ober-Beerbach Ober-Hambach Ober-Modau Ober-Ramstadt Pfungstadt Raidelbach Reichenbach Riedrode Rittersheim Rodau Rohrbach Roßdorf Rosengarten [...]
18. August 2008 um 20:54
[...] gelbe 1) runter in Richtung Nieder-Ramstadt. Bisher war ich hier ein einziges Mal durchgekommen, an einem leidlich schönen Tag im letzten Spätherbst. Damals war ich das Stück bergauf gelaufen, und irgendwie war es mir nicht sonderlich interessant [...]
7. September 2008 um 23:58
[...] an der Eisernen Hand. Nett: Das kurze Aha-Erlebnis, als ich wieder mal ein Stück von einem früheren Lauf erkannte und mich folgerichtig gut orientiert fühlen [...]
14. Februar 2009 um 02:18
[...] der enttäuschenderweise weder mit Toren noch mit fallenen Kühen aufwartet, und an dem ich im November 07 schon mal vorbeigekommen war (Anbindung ans Streckennetz: Check!). Wetter: Ja, gab´s. Was für [...]