Advent, Advent, Matthias rennt: Pfungstadt – Hahn – Pfungstädter Moor (12,3 km)

2. Dezember 2007

Eigentlich hatte ich ja gestern laufen wollen, aber das Wetter war nicht so doll, also hab´ ich es auf heute verschoben.

Blöd nur, dass das Wetter heute noch viel schlechter war: Wolken, Regen, Sturm – eklig, einfach nur ganz eklig. Aber drei Läufe pro Woche sind nun mal Pflicht, auch wenn´s keinen Spass macht. Deshalb: Raus in den Sturm.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, im Odenwald zu laufen, aber das hätte bewaldete Strecken bedeutet, und angesichts der fast schon orkanartigen Sturmböen war mir das einfach zu riskant (seitdem ich vor ein paar Jahren bei Sturm im Wald nur um Haaresbreite von einem runterfallenden 3-Meter-Ast verfehlt wurde, bin ich da sehr vorsichtig…).
Also lieber eine Strecke im Flachland und ohne Bäume, am besten in der Nähe, schnell und nicht zu lang, um es möglichst schnell hinter mich zu bringen.

Zum Glück fand sich in meinem Ordner für geplante Läufe was Passendes: Das aus endlosen Äckern bestehende Niemandsland zwischen Pfungstadt, Hahn und Erlensee, flach, schnell, weitgehend baumlos – sicher keine szenische Premiumstrecke, aber für heute genau richtig.

Na dann mal los…

Start in Pfungstadt, am westlichen Ortsausgang, Rheinstr. Ecke Wormser Str.
Von hier aus westwarts, auf dem Fahrradweg entlang der ehemaligen B426 nach Hahn – im Auto nur ein Katzensprung, im richtigen Leben immerhin zwei Kilometer, das zieht sich ordentlich.
Besonders an einem Tag wie heute, mit Regen und bei sehr starkem Gegenwind, der ungehindert durch die weite, offene Agrarlandschaft jagte und jeden Schritt extrem erschwerte – da musste man sich regelrecht vorwärts kämpfen, sehr anstrengend (ausserdem musste ich höllich auf meine Schirmmütze aufpassen, die hatte ich aufgesetzt, um meine Brille ein bisschen vor dem Regen zu schützen, nun drohte sie aber, bei jeder Böe auf Nimmerwiedersehen davongeblasen zu werden).

Nach 1,5 km die alte Ziegelei an der linken Strassenseite, dann die frisch renovierte Brücke und der Hahner Ortseingang – Windschatten durch die Häuser, da konnte man etwas verschnaufen.

Ein kurzes Stück auf der Gernsheimer Str. durch den völlig verwaisten Ort (kein Wunder, bei so einem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür, geschweige denn sich selbst…), dann die erste links, südwärts in den kleinen Rosenweg und weiter in die Felder, auf einem schleimig-glitschigen Proto-Feldweg (ihn als einen richtigen Feldweg zu bezeichnen würde den vielen anderen anständigen Feldwegen im Landkreis Unrecht tun) auf die Autobahn zu.
Nach knapp 200 m. scharf rechts, zurück nach Hahn hinein (Strasse “Am Falltor”), vorbei an der Hahner Gedenkstätte samt großer Eiche (”Am Eichbaum”) links in die Obergasse – als ich die beiden letzten Male hier vorbeigekommen war, war das hier alles noch eine einzige Riesenbaustelle, inzwischen sind die Bauarbeiten wohl beendet, statt sandiger Lochpiste voller Bagger und Bauarbeiter eine schöne, frisch geteerte Dorfstrasse, auf der sich´s bestens bis zum südlichsten Ende von Hahn laufen liess.

Dort auf einer kleiner Brücke über die Modau und auf dem schlammigen Wirtschaftsweg weiter südwärts durch die herbstlich-tristen Felder, gebeutelt vom äußerst fiesen Gegenwind, der wieder eingesetzt hatte, sobald ich aus dem Schutz der der letzten Häuser raus war.
Nach 800 m. links, über die alte Autobahnbrücke mitten im Nichts zurück auf die Ostseite der A67 (mehr herbstlich-triste Äcker, allerdings ergänzt durch einen Panoramablick auf die untere Hälfte der Bergstrasse (die obere war von den niedrigen, im Eiltempo nordwärts rasenden Wolkenmassen verdeckt). Noch ein Stück geradeaus, bei der ersten Gelegenheit eine sehr scharfe Rechtskurve auf einen asphaltierten Weg nach Süden (südwärts = weiterhin sturmartiger Gegenwind – Puh!) bis zu einem weissen, blockigen Häuschen mit einer Wasserpumpe davor, das sehr einsam und etwas unmotiviert in der Ackerlandschaft prangte (auf der Karte hab´s einfach mal als “Wasserhäuschen” bezeichnet, keihne Ahnung ob es eins ist…).

Hier links, einen halben Kilometer auf die Bergstrasse zu (statt heftigem Gegenwind nun ebenso heftiger Seitenwind, etwas weniger anstrengend aber auch nicht wirklich angenehm), dann wieder rechts, der Weg zum Hartenauer Hof, und schließlich noch mal links, auf die lange Gerade die am Nordende des Pfungstädter Moors bis zum Grünen Hügel der ehemaligen Kreismülldeponie führt (und nun deutlich sichtbar vor mir aufragte).

Hier 1,5 km einfach stur geradeaus, erst unter einer Reihe alter Alleebäume entlang (deren dicke Äste z.t. weit über den Weg hingen und ominös im Sturm knarzten – etwas mulmig war mir da schon zumute), dann an den Feuchtwiesen des Pfungstädter Moors vorbei – Windschatten durch das Gehölz am Erlensee, dazu etwas Ablenkung durch einen riesigen Finkenschwarm, der durch mein Herannahen aufgeschreckt zwitschernd losflatterte und ein paar unfreiwillig luftakrobatische Schwarmfiguren im Sturm vollführte – hier lief´s gut.

Schließlich die beiden schilfumrankten Seen links und rechts des Weges, durch liberal verteilte und überaus unfreundlich formulierte Schilder (Sinngemäß: “Egal was Du vorhast: Finger Weg, du Arsch”) als “Eigentum” des Pfungstädter Angelsportvereins markiert, dann das zugehörige Vereinsheim mit dem Charme einer übergroßen Schrebergartenhütte.
Hier ging´s für mich links, nach Norden, zurück in Richtung Pfungstadt, und das auch noch mit Rückenwind – Yayyy!

900 Meter Äcker, dann an einer Kreuzung halblinks, auf den Radweg 19, zu ein paar Aussiedlerhöfen (einer davon als “Fasanenhof” kenntlich gemacht, die anderen bis auf Weiteres namenlos), hier weiter auf dem Radweg 19 halblinks (direkt nach Norden), noch 1,5 km weiter durch die Felder. Schließlich wieder Pfungstadt, über die Modaubrücke an der Kläranlage auf die Rheinstrasse, und zurück zum Auto.

Ganz ehrlich: So richtig Spass gemacht hat´s bei dem Wetter nicht: Nass, kalt, und dieser verdammte Sturm, gutes Laufwetter sieht anders aus. Aber hey: Wochensoll erfüllt, das ist die Hauptsache. Und immerhin hatten die flache Strecke und das Schlechte Wetter den Effekt, dass ich micht richtig rangehalten habe, und trotz des meist stark bremsenden Gegenwindes ein sehr ordentliches Tempo gelaufen bin.

Strecke: 12,3 km
Zeit: 1:10 h (= 10,54 km/h bzw. 5:42 min/km)
Karte:
pfungstadt-hahn-moor.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

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Eine Antwort zu “Advent, Advent, Matthias rennt: Pfungstadt – Hahn – Pfungstädter Moor (12,3 km)”


  1. [...] bin ich im Lauf des letzten Jahres ja schon ein paar Male vorbeigekommen, zum letzten Mal im Dezember 07. Damals war die Strasse noch eine einzige Baustelle gewesen, [...]


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