Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km)

3. Mai 2008

Projekt Westwärts ist eine Serie von Läufen, mit denen ich in den etappenweise von Worms bis auf den Gipfel des Donnersbergs in der Nordpfalz laufen möchte.

Heute also Etappe #2 von “Projekt Westwärts”. Bei der letzten Tour in Rheinland-Pfalz war ja bereits von der Brunhildenbrücke ins Worms bis ans Obertor in Flörsheim-Dalsheim vorgedrungen, heute wollte ich entsprechend dort ansetzen, und weiter westwärts bis nach Gauersheim im Donnersbergkreis laufen.

Schon vorher beste Bedingungen für einen Superlauf: Frühsommerliches Kaiserwetter mit strahlendem Sonnenschein, frischer Brise, und niedriger Luftfeuchtigkeit. Ausserdem hatte ich den Fischbachtal-Lauf am Donnerstag bestens überstanden (bis auf eine kleine Blase am rechten Innenfuß, aber die war gut verpflastert und deshalb kein Problem) und fühlte mich topfit und voller Tatendrang.
Und ich war direkt nach dem Lauf in Flörsheim-Dalsheim mit Freunden verabredet, von denen sich einer netterweise bereit erklärt hatte, mich am Ziel aufzusammeln und zurückzufahren (Danke, Daniel!!! :) ).
Entsprechend freute ich mich bereits auf der langen Anfahrt riesig auf die Tour und war bester Laune, ein Zustand, der selbst durch die Tatsache, dass ich auf praktisch der gesamten Strecke zwischen A67 und A61 im Schneckentempo hinter dem nervigsten Sonntagsfahrer aller Zeiten herzuckeln musste, nicht merklich getrübt wurde (Fenster auf, Dick Dale and the Del-Tones in den CD-Schacht, Fahrt geniessen - da konnte das schreckliche Rentnerfossil in seinem klapprigen Uralt-Audi vor mir noch so viele Schlangenlinien in Zeitlupe fahren und Beinahe-Unfälle fabrizieren, mir ging´s gut :D ).

Start also im beschaulichen Weinort Flörsheim-Dalsheim, genauer gesagt im Herzen des mittelalterlichen Ortsteils Dalsheim auf dem Römer, einem kleinen Platz, der neben einer wunderschönen alten Kastanie sage und schreibe drei Kirchen in verschiedenen Baustilen zu bieten hat (´ne ganze Menge für ein Dorf mit 3200 Einwohnern…).

Ausgestiegen, Getränkegürtel umgeschnallt, etwas Sonnencreme aufgetragen (denn auf den hochliegenden Weinbergen würde es auf jeden Fall sehr sonnig werden), und los ging´s: Runter durch die Kurze Burggasse, nach 50 m. rechts, leicht aufwärts durch den alten Ortskern am Obertor (heisst so, weil hier mal das obere Tor der - übrigens noch weitgehend erhaltenen - historischen Stadtmauer war), schließlich geradeaus über die Alzeyer Str. und auf dem Zeller Weg aus dem Dorf hinaus in die Weinlagen am Hang westlich des Ortes (Richtige Markierungen gibt es hier nicht, aber der Weg gehört wohl zur lokalen Wanderroute Nr. 2).
Sehr schönes Stück, ca. 1,1 km angenehmer Anstieg (durchschnittl. 7% Steigung) auf einem asphaltierten Weg durch die lichtdurchfluteten Rebenreihen hinauf zum weitläufigen Hochplateau oberhalb des Ortes. Nach ca. 200 m. passierte ich den ersten Trullo, eine der für diese Gegend charakteristischen kleinen Schutzhütten im Weinberg (hier folgte ich dem asphaltierten Weg halbrechts/geradeaus) und arbeitete mich dann entspannt aber zugig den Hügel hinauf, bis ich nach ein paar Minuten den Höhnweg am Rand des Plateaus erreichte.
Kurze Pause (Durchatmen, die letzten Meter waren etwas steiler gewesen).
Rumdrehen.
Sehen ob die Aussicht was taugt.

BOOOOAAAAH!!!

Ein bisschen was hatte ich ja schon erwartet, aber dass es so grandios sein würde, hatte ich nicht gedacht - die Erhebung ist zwar eigentlich nicht besonders hoch (ca. 250 m. ü.NN), aber im Gegensatz zur Bergstrasse und dem Odenwald gibt es hier weder Bäume noch andere Berge, die die Sicht behindern könnten. Entsprechend breitete sich vor mir das gewaltige Panorama des Rheingrabens aus: Direkt unter mir das rheinhessische Hügelland das in sanften, sonnigen Rundungen bis nach Worms (da! Der Dom! Und dahinter die Nibelungenbrücke) abfiel. Dahinter klar sichtbar der Rhein, dann das Ried, begrenzt durch die dunklere Wand der Bergstrasse, die in ihrer ganzen Länge vom Frankenstein bei Darmstadt bis zum Königstuhl hinter Heidelberg sichtbar war (Da! Der Melibokus. Und da rechts der große Steinbruch hinter Weinheim). Im Norden die Hügel vor Alzey mit ihren riesigen Windparks, In südlicher Richtung ein toller Blick auf Mannheim und Ludwigshafen, rechts davon dann die steilen Berge der Weinstrasse. Leider war´s etwas diesig, so dass sich der Blick in der Entfernung im bläulichen Dunst verlor - aber an einem der seltenen richtig klaren Tage kann man hier wahrscheinlich die gesamte Ebene vom Taunus bis fast zum Schwarzwald überblicken…
Herrlich.

Nachdem ich mich halbwegs satt gesehen hatte, wandte ich mich schließlich nach links und folgte dem bequem asphaltierten Höhenweg am Rand des Plateaus nach Süden (wobei ich weiterhin den tollen Blick nach Osten genoss). Hier oben wird kein Wein mehr angebaut, stattdessen war die sanft ansteigende Wölbung des Hochplateaus ein endloses Meer aus irgendeinem jungen Getreide, dessen smaragdgrüne Triebe sich wellenartig im angenehm frischen Wind wiegten (ohne die Brise wäre es hier oben in der prallen Sonne zweifellos bullenheiss gewesen).

Ich folgte dem wunderbaren Höhenweg nach Süden, erst ca. 800 m. oberhalb von Dalsheim auf Asphalt, dann nochmal 800 m. schlechterer Feldweg durch die Weinberge oberhalb von Nieder-Flörsheim.

Am Ende des Weges wandte ich mich dann nach rechts (Westen), überquerte eine kleine Kuppe, und begann dann mit Abstieg in das unter mir liegende breite Zellertal, an dessen Grund sich die Pfrimm in Richtung Rhein schlängelt. Noch mehr schöne Weinberge, allerdings mit neuen Sichtachsen, nach Süden in Richtung Grünstadt und Pfälzerwald, nach Westen zum Ziel von “Projekt Westwärts”, dem imposant über den Hügeln aufragenden Donnersberg, schon deutlich näher als gewohnt.

Nach ca. 900 m. bog ich halblinks ab und erreichte über einen kleinen, gepflasterten Hohlweg das obere Ende des malerischen Weinörtchens Mölsheim, das in wunderbarer Hanglage über dem Ostende des Zellertals liegt.

Auch wenn ich mich jetzt wiederhole: Ich liebe diese kleinen, romantischen Weindörfer in Rheinhessen (und der Pfalz), mit ihren schmalen Gäßchen, engen Höfen, alten Häusern aus groben Naturstein, ihren Brunnen, Kirchen, Kapellen, Mäuerchen und Türmchen und den großen, alten Bäumen, die das Dorf zu einer schattigen Oase inmitten der sonnendurchfluteten Weinberge machen. Hier wirkt alles einen Tick ruhiger und friedlicher, hat Patina und Atmosphäre, ein bisschen so, als wäre das konsumgeile 21. Jahrhundert mit seiner Hektik und Oberflächlichkeit hier noch nicht so richtig angekommen.
Und man spürt die Präsenz des Weins, der hier nicht einfach nur ein beliebiges Produkt ist, sondern dominanter ökonomischer Faktor, Lebensart und Kulturgut in einem.
Ist einfach hübsch, pastoral, pittoresk, organisch, das gefällt mir…

Und Mölsheim ist ein schönes Beispiel für diese Art von Dorf. Durch eine Gasse namens “Kalkofen” lief ich runter bis in den Ortskern (dabei kurze Trinkpause, um die erste Flasche von meinem Gürtel zu leeren), dort dann rechts die Hauptstrasse hoch, vorbei an diversen Weingütern, vielen schönen alten Gebäuden, und mindestens zwei verlockend aussehenden Aussichtspunkten zum westlichen Ortsausgang (mehr Impressionen von Mölsheim gibt´s hier).

Hier noch am kleinen, alten Friedhof vorbei, dann halblinks auf einen eher unmarkierten Feldweg, der weiter abwärts ins Tal führte. Ca. 800 m. westwärts bergab durch Weinberge und verwilderte Wiesen voll blühender Schafgarbe, aufgrund der schlechten Wegbeschaffenheit eher langsam (zwischendurch sogar ein Stück, das voller grober Tonscherben lag, hier musste ich sogar ein paar Meter gehen). Irgendwo hier passierte ich dann auch die Grenze zwischen dem Landkreis Alzey-Worms und dem Donnersbergkreis - ab jetzt war ich nicht mehr in Rheinhessen unterwegs, sondern (zum ersten Mal in meiner Läuferkarriere) in der Pfalz.

Am unteren Ende des Weges erreichte ich gleich den nächsten szenischen alten Friedhof, dieses Mal den von Niefernheim, an dem ich nach rechts in einem bequemen Weg oberhalb des Ortes einbog. Besonders ins Auge stach mir dabei ein schönes, markantes Türmchen mit neogotisch anmutenden Spitzbögen rechts oben am Hang über mir, von dem ich zu gerne gewusst hätte, worum es sich dabei handelte. Glücklicherweise konnte mir eine freundliche Spaziergängerin mit Kinderwagen aushelfen, die mir erklärte, dass es sich dabei um das Ehrenmal am “Schwarzen Hergott”, handelt, einer Gedenkstätte für die Weltkriegstoten der umliegenden Ortschaften. Sah interessant aus, schade, dass ich schon zu weit unten war, um es mir aus der Nähe anzusehen.

Nach 300 m. erreichte ich das obere Ende von Niefernheim, einem weiteren kleinen hübschen Weindorf, das schon fast am Talgrund liegt und zur Ortsgemeinde Zellertal in der Verbandsgemeinde Göllheim gehört (die kommunalen Verhältnisse in der Rheinland-Pfälzischen Provinz verwirren mich als lebenslangen Hessen immer etwas - wenn ich das richtig verstanden habe, haben die Verwaltungsreformwellen der 60iger und 70iger Jahre hier nicht zu “echten” Zusammenschlüssen und Eingemeindungen geführt, sondern vielmehr dazu, dass sich einzelne Ortsgemeinden zu Verwaltungskooperativen, den sogenannten Verbandsgemeinden, zusammengeschlossen haben, ohne dabei ihre Autonomie aufzugeben).
Hier ging´s kurz nach links den Zeller Weg runter, dann jedoch nach gerade mal 100 m. rechts in die Königstr., auf der ich auch schon wieder aus Niefernheim hinaus lief.

Angenehmer, praktisch ebener Weg (natürlich westwärts) leicht oberhalb des Talgrundes und der B47 durch sattgrüne Felder und Wiesen (Wein wuchs hier unter nicht mehr), mit schönem Blick Zell, das schräg rechts über mir in szenischer Lage am Hang thronte. Nach ca. 750 m. erreichte ich die Landstrasse zwischen Zell und Harxheim, bog links in sie ein, überquerte die B47, und lief geradeaus nach Harxheim hinein.
Wunderschöner Einlauf: Zuerst auf einer kleinen Brücke über die von Bäumen überschattete Pfrimm, dann auf der schmalen gepflasterten Hauptstrasse, die links und rechts von altem Mauerweg gesäumt ist, in einen weiteren hübschen alten Ortskern.
Noch besser gefiel mir allerdings die Tatsache, dass ich - zum ersten Mal auf der heutigen Tour - auf eine anständige Wegmarkierung stiess, nämlich das altbekannte gelbe Quadrat des Nibelungenwegs (wirkte fast etwas surreal, so weit weg von zuhause), auf dem ich von hier aus weiter westwärts laufen würde (übrigens nicht der einzige Wanderweg, der hier durchführt: Laut einer Infotafel am Ortseingang liegt Harxheim auch am Jakobsweg, dem man von hier aus bis nach Santiago de Compostela folgen kann - das wär´ doch mal ein tolles Joggingprojekt… ;) ).

Dummerweise kam mir der Nibelungenweg direkt nach seiner Entdeckung schon wieder abhanden - anstatt dem gelben Quadrat nach rechts in die Kurpfalzstr. zu folgen, schaffte ich es irgendwie, geradeaus weiterzulaufen, und mich entsprechend erst mal ein bisschen in Harxheim zu verirren (übrigens keine schlechte Leistung in einem Ort mit 860 Einwohnern :D ).
War aber nicht weiter schlimm. Physisch ging´s mir noch bestens, und so kriegte ich eben noch ein bisschen mehr von dem hübschen, grünen Dorf zu sehen, bevor ich durch die Lindenstr. und “Auf der Tonau” wieder zurück auf den Nibelungenweg fand und Harxheim hinter liess.

Jetzt ging´s richtig durch den Talgrund: Ein schmaler, unebener Weg, der umschlossen von Buschwerk zwischen Pfrimm und Bahngleisen westwärts durch Äcker und Wiesen führte. Verlangte eine gewisse Geländefestigkeit, liess sich aber dank des trockenen Wetters gut bewältigen (bei Regen wäre er allerdings ein ziemliches Schlammloch gewesen). Hin und wieder mal ein blasses gelbes Quadrat an einem Baum, das bestätigte, dass ich noch auf Kurs war, auch wenn der Weg sich zunehmends in einen Ziegenpfad verwandelte.

Schließlich nach ca. 1,5 km auf Höhe eines kleinen Naturschutzgebiets vor Albisheim die nächste kurze Pause, noch was getrunken, meinem “Taxi” telefonisch angekündigt, dass ich noch ca. 30 Minuten bis zum Ziel brauchen würde, und schon ging´s weiter. Direkt hinter dem Naturschutzgebiet scharf rechts bis ans Ufer der freundlich dahinplätschernden Pfrimm, dem dann noch 700 m. westwärts bis an die Untere Banhofstr. in Albisheim gefolgt.

Hier war dann Schluss mit Talgrund, stattdessen ging es an den obligatorischen letzten Aufstieg.
Und der war gar nicht mal so ohne.
Erst mal rechts, in nördlicher Richtung nach Albisheim hinein, die Bahnhofstr. entlang, dann geradeaus durch die Ratsgasse, über die Hauptstr., schließlich weiter die Kirchgasse hoch. Zwar keine Mördersteigung, aber die Sonne brannte, ich hatte inzwischen schon über 10 km in den Beinen, und ausserdem musste ich auch noch durch eine Hochzeitsgesellschaft - oder sowas ähnliches - navigieren, die die Kirchgasse in Beschlag genommen hatte (zwischen den ganzen gut angezogenen Herrschaften fühlte ich mich in meinem verschwitzten Laufshirt irgendwie leicht deplaziert - gut, dass ich schnell vorbei war). Am oberen Ende der Kirchgasse lotste das gelbe Quadrat mich dann auf einen kleinen Fußweg, der zwischen den letzten Häusern von Albisheim an die B47 führte, die ich nun nach Harxheim zum zweiten mal überquerte.
Wie gesagt: Nicht supersteil, aber es hatte schon ein bisschen Kraft gekostet.
Und das war der leichte Teil gewesen.

Auf der anderen Seite der B47 ging´s nämlich weiter bergauf, und diesmal richtig, schließlich wollte ich vor dem Ziel ja noch über den Höhenrücken zwischen Albis- und Gauersheim. Und der hatte es durchaus in sich: Zwar nicht besonders hoch (maximal 280 m. ü.NN., da bin ich von der Bergstrasse andere Kaliber gewöhnt), aber dafür gut steil (der Hauptsanstieg von Albisheim auf die Anhöhe ist ca. 600 m. lang und hat ca. 10% Steigung), das war noch mal ein ordentliches Stück Arbeit!
Nach der B47 erstmal 70 m. einen Trampelfpad hoch, dann auf einen asphaltierten Weg, der an der östlichen Hügelflanke weiter aufwärts führte. Schöner Blick auf die andere Talseite, wo Sonne und Wolken ein interessantes Schattenspiel veranstalteten (richtig geniessen konnte ich es allerdings nicht, ich war zu sehr mit Atmen und Schwitzen beschäftigt).
Nach weiteren hundert Metern eine Wegscheide, hier halblinks/geradeaus, weiter auf dem Nibelungenweg nach oben, vorbei an einem kleinen, friedlichen jüdischen Friedhof, hinter dessen rostigem Tor ein furchtloses Reh stand, dass mich aus kürzester Entfernung für ein paar momente verständnislos musterte, bevor wir beide unserer Wege zogen. Kurz danach eine weite Linkskurve um die Bergflanke herum, eine letzte Anstrengung, und ich war oben!
Puuuuh!

Rechts unter mir konnte ich schon die Dächer von Gauersheim sehen, dahinter eine weitere riesige, sanft geschwungene Hügelflanke, die von strahlendgelben Rapsfeldern dominiert wurde. Links unten hingegen das Zellertal mit Albisheim, dahinter mehr sanfte Hügel, hin und wieder mit ein paar kleinen Dörfern, deren Namen zweifellos alle auf “-heim” enden.
Und direkt vor mir das große Ziel: Der Donnersberg.
Inzwischen schon sehr nahe, gerade mal noch 10 km Luftlinie. Und ich muss sagen, so aus der Nähe ist der schon ziemlich imposant: Hoch, steil, mächtig, da hochzulaufen wird kein Kinderspiel (immerhin erlaubte mir die gute Sicht, schon mal einen groben Plan zu formulieren - der einfachste Aufstieg dürfte wahrscheinlich von Norden sein, da fängt man nämlich schon etwas höher an. Gut zu wissen…).

Ich folgte dem Höhenweg, der immer noch leicht bergauf ging. Nach 300 m. ein kleines, adrettes Türmchen, offenbar der “Warteturm”, der von der Albisheimer Feuerwehr unterhalten wird. Leider war er abgeschlossen (dabei mag ich Aussichtstürme doch so sehr!), aber ich sah mich immerhin mal kurz auf dem schön gepflegten Grillgelände vor dem Turm um, von dem man ebenfalls eine sehr schöne Sicht hatte.

Danach weiter auf dem Höhenweg nach Südwesten, sehr zügig, denn inzwischen hatte ich das Ziel ja schon vor Augen (im wahrsten Sinne des Worts: Da rechts unten im Tal, ca. 1 km Luftlinie entfernt). 600 m. nach dem Warteturm ein Feldweg halbrechts ab (unmarkiert. Goodbye, Nibelungenweg), nach weiteren 300 m. rechts auf einen asphaltierten Weg steil talwärts. Noch mal 750 m. schnell bergab, dankbar für die neuen Schuhe, denn in den alten hätte das Weh getan. Zwischendurch noch eine kurze Pause, um einen Traktor passieren zu lassen, und schon war ich unten in Gauersheim, das wieder mal einen pastoral-gefälligen Eindruck machte. Noch kurz die Marnheimer Str. runter, dann links ein paar Meter die Hauptstr. entlang, und ich war am Ziel, auf einem hübschen kleinen Dorfplatz direkt vor der Kirche, komplett mit Brünnchen (aaaahh, kaltes Wasser auf Arme, Beine, Stirn) und Bank (aaaahh, sitzen…).
Richtig geniessen konnte ich das Ambiente allerdings nicht mehr, denn bereits nach einer knappen Minute kam mein Rücktransport vorbei und sammelte mich ein - perfektes Timing, noch mal vielen Dank, Daniel :) !!

Kinder: Das war mal ´ne richtig Runde Sache!
Zuerst mal natürlich vom Läuferischen her: Reibungslos, erfrischend, entspannt, angenehm.
Aber darüber hinaus eben auch eine tolle Entdeckungstour durch die sanften grünen Hügel von Rheinhessen und der Nordpfalz. Herrliche alte Kulturlandschaft (gut, der Mangel an Wald kommt mir immer noch ein bisschen seltsam vor, aber so langsam gewöhne ich mich dran), tolle Aus- und Ansichten, unerwartete Entdeckungen, wunderschöne kleine Dörfer, und alles irgendwie ein klein bisschen anders als daheim.
Wunderbar, genau diese Art von Erlebnis ist der Grund, warum ich laufe!!! :)
Ich kann die nächste Tour in die geheimnisvolle Pfalz kaum noch erwarten…

Strecke: 14,3 km
Zeit: 1:29 h (9,64 km/h bzw. 6:13 min/km)
Karten:
- Teil 1: Dalsheim bis Harxheim

- Teil 2: Harxheim bis Gauersheim

- Gesamtstrecke

Anm: Ach herrje, da sind mir doch sowohl bei Karte #2 als auch bei der Gesamtkarte Tippfehler unterlaufen: Der Ort südlich von Albisheim heisst weder “Immehsheim” noch “Immersheim” sondern “Immesheim”. Sorry!

Interaktive Streckenkarte

M.

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11 Antworten zu “Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km)”

  1. 2008 KW 18 (28.04. - 04.05.) « Laufblog Sagt:

    [...] Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km) [...]

  2. Blütenweg nach Malchen (12,1 km) « Laufblog Sagt:

    [...] Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km) [...]

  3. Doris und Peter Sagt:

    Hi Matthias,

    deine detaillierte, offensichtlich sehr sympathiegetragene Beschreibung des Laufes durchs idyllische Zellertal macht richtig Lust sich dort auch mal umzusehen. Weiterhin viel Spass und Erfolg beim “Projekt Westwärts”, werde es mit Spannung weiter verfolgen.

    XYZ

  4. matbs Sagt:

    Hi Doris,

    schön, dass es Dir gefallen hat. Macht doch selbst auch mal einen Ausflug nach Rheinhessen und in die Nordpfalz, schließlich ist es von Euch aus auch nicht viel weiter als von mir… ;)
    Gruß

    Matthias

  5. Projekt Westwärts « Laufblog Sagt:

    [...] Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km) [...]

  6. Projekt Westwärts: Gauersheim - Kircheimbolanden - Bolanden (17,5 km) « Laufblog Sagt:

    [...] Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km) Kategorien [...]

  7. Projekt Westwärts: Gauersheim - Kircheimbolanden - Bolanden (17,5 km) « Laufblog Sagt:

    [...] Projekt Westwärts: Durchs Zellertal (14,3 km) [...]

  8. Steffen Sagt:

    Hallo Matthias,

    der kleine, adrette Turm an dem du auf deiner Tour durchs Zellertal vorbeigelaufen bist, wird von der Feuerwehr in Albisheim gehegt und gepflegt. Sollte dich nochmal eine deiner Lauftouren in die Gegend bringen sagst du Bescheid, denn zum Schloß am Turm gibt es auch nen Schlüssel ;)

    Weiterhin viel Spass auf deinen sehr gut und interessant dokumentierten Touren wünscht
    Steffen

  9. matbs Sagt:

    Hallo Steffen,

    … und das mit der Pflege macht ihr wirklich gut, das Gelände war wirklich sehr hübsch und tiptop in Ordnung, Respekt.
    Auf das Angebot mit dem Schlüssel werde ich auf jeden Fall zurückkommen, wenn/falls es mich noch mal in eure Gegend verschlägt (auch wenn der “Wilde Westen” jenseits des Rheins für mich als Südhessen natürlich schon ´ne Ecke weg ist).
    Vielen Dank dafür, und für den netten Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe.

    Gruß von der Bergstrasse (auch bekannt als “Die Bergkette, die man an klaren Tagen vom Albisheimer Warteturm aus sieht, wenn man nach Nordosten guckt” :) )

    Matthias

  10. Steffen Sagt:

    Hallo Matthias,

    das Lob geb ich gerne an die Kameradinnen und Kameraden weiter; und das Angebot … das steht.

    Ich schau bei Gelegenheit mal durch das Fernrohr am Turm zur Bergstrasse, wo es mindestens genauso lebenswert ist wie bei uns ;)

    Grüße aus Albisheim,
    Steffen

  11. JUBILÄUM!!!! « Laufblog Sagt:

    [...] “I´ve been everywhere, man” von Johnny Cash vor sich hinsummen… ): Albersbach Albisheim Allertshofen Allmendfeld Alsbach Alsbach-Sandwiese Asbach Auerbach Balkhausen Beedenkirchen [...]

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