An der Neunkircher Höhe: Modauquelle, Weinweg und Rodenstein (14,2 km)

27. Mai 2008

Heute mittag Familienessen im Gasthof “Zur Freiheit” in Laudenau – die perfekte Gelegenheit, um vorher noch einen kleinen Lauf an der Neunkircher Höhe einzuschieben (wenn man eh schon mal in der Gegend ist). Nachdem ich es bei meinem letzten Lauf hier oben im Winter ja immer noch nicht zur Ruine Rodenstein geschafft hatte (und damit weiterhin noch nie niemals nicht da gewesen war. Echt nie. Dabei war ich sogar schon mal auf dem Hofgut Rodenstein direkt unterhalb der Ruine gewesen, aber nicht zur Burg hochgelaufen. Kein Ahnung warum, aber das gehörte natürlich geändert), nahm ich mir heute vor, das endlich mal nachzuholen.
Konkret: Nach Neunkirchen hochfahren, von hier über den Weinweg nach Osten bis kurz vor die Nonroder Höhe laufen, dann runter zum Rodenstein, von dort aus dann durch den Rodensteiner Burgwald nach Laudenau zur Freiheit, frisch machen, umziehen, essen. Weil mir die Strecke noch etwas kurz war, fügte ich kurzfristig noch einen Abstecher zur Modauquelle südwestlich von Neunkirchen ein, da war ich nämlich auch noch nie gewesen. Eh voila: Guter Plan, gefiel mir :) .

Laufwetter nicht wirklich ideal: Sonnenschein aber extrem diesig (der Himmel war nicht blau, sondern milchig weiss, natürlich wieder mal keinerlei fernsicht), fast windstill, schon um zehn Uhr Morgens 23 Grad, dazu extrem stickig und schwülwarm – wirklich sehr unangenehm, bei solchem Wetter weiche ich normalerweis lieber auf die Abendstunden aus, aber das ging ja heute wegen der Verabredung nicht. Also gegen halb elf nach Neunkirchen hochgefahren, mit der leisen Hoffnung, dass es dort oben angenehmer sein könnte (das ist oft so).
Leider zu unrecht: Gerade mal ein Grad kühler, genauso drückend wie im Tal. Immerhin etwas windiger.
Na ja, da musste ich mich jetzt eben durchbeissen…

Start also in Neunkirchen: Kleiner (ca. 130 EW) Erholungs- und Ausflugsort unterhalb der Neunkircher Höhe, höchstes Dorf im hessischen Odenwald (vielleicht sogar im ganzen? Müsste man mal recherchieren), gelegen auf einem wiesenbedeckten Hang mit toller Sicht nach Norden (wenn´s denn klar ist), Wahrzeichen ist die charakteristische und weithin sichtbare gelbe Kirche. Oh, und richtig hübsch ist es natürlich auch… :)
Auf dem großen – und dienstagvormittaglich leeren – Parkplatz am oberen Ortsende geparkt, leicht angedehnt, und los ging´s, zuerst mal westwärts in Richtung Modauquelle: Links an der Kirche vorbei und abwärts durch die wunderschön satten Wiesen in Richtung Landstrasse unterhalb des Dorfes (Markierungen: Weisser Balken, N3, M1). Extrem steil und entsprechend gar nicht so angenehm, wenn auch deutlich leichter als beim letzten Mal, als ich hier vorbeigekommen war, denn da durfte ich ihn von Brandau kommend hochlaufen.

Nach knapp 400 m. Abstieg die L3399, direkt dahinter ging es geradeaus und weiter bergab in den Wald, auf den Weg in Richtung Brandau (weiterhin weisser Balken, N3, M1). Selbst hier, im Schatten der Bäume, war es unangenehm stickig und warm, dazu wieder mal ein bisschen krampfende Schienbeinmuskulatur, bisher lief´s noch nicht so richtig rund…
Nach 150 m. eine Kreuzung im Wald, hier nach links und dem Weg N3 gefolgt, zu dem sich – unerwartet wie immer – der Alemannenweg (rotes S) gesellte.
Kurz bergab und nach Süden in ein flaches Seitental am Hang, dann ein Schwenk nach Westen und wieder aufwärts, was angesichts der klimatischen Verhältnisse ziemlich anstrengend war – spontan machte ich ein bisschen langsamer, man muss sich ja nicht gleich auf der ersten Steigung verausgaben. Übrigens ein sehr hübsches Waldstück: Lichter Buchenmischwald am Hang, durchsetzt mit Findlingen, hin und wieder mal ein kleiner Wasserlauf, bewohnt von mindestens einem furchtlosen Feldhasen (irgendwie seh´ ich die Viecher immer nur im Wald, nie im Feld…), der mich aus 10 m. Entfernung mißtrauisch beäugte aber keine anstalten machte, vor dem pathetisch rotgesichtigen Dingsda, das da durch seinen Wald schnaufte, wegzulaufen (vielleicht war´s ihm auch einfach zu warm und drückend), sowie einem nicht minder furchtlosen Bussard, der auf einem Baum am Wegesrand hockte und mich durchdringend anstarrte, anstatt seinen Job zu machen und den Hasen zu fressen.

Nach etwa 1,2 km Auf und Ab erreichte ich schließlich die Modau-Quelle, gelegen in einem weiteren kleinen Seitental unterhalb des Hauptweges, mit ein paar Bänken und einer Infotafel daneben. Hübsch, ausserdem eine willkommene Gelegenheit, Stirn, Nacken und Extremitäten mit frischem Quellwasser zu kühlen, und dabei nicht ohne Stolz festzustellen, dass ich nun den gesamten Verlauf der Modau von der Quelle hier oben bis zur Mündung bei Stockstadt abgelaufen habe. Gefiel mir.

Danach kurz das Quelltal entlang nach Westen, um den sanften Vorsprung der die Talmulde im Süden begrenzt, dann noch mal kurz ordentlich abwärts (das war mir gar nicht so recht, denn jeden Höhenmeter, den ich gerade verlor, würde ich gleich wieder bergauf laufen müssen, was heute nicht so richtig Spass machte) bis zu einer Abzweigung in einem schattigen Seitental (weiterhin N3).
Dort dann links und von nun an ordentlich aufwärts (puh!), um die Kuppe des Gehrensteins herum und unterhalb des Westengiebels nach Nordosten in Richtung Neunkirchen. Rechts durch die lichten Bäume ein schöner Blick über das obere Lautertal auf die Knodener Höhe und den Krehberg aus ungewohnter Perspektive.

Nach einem km moderatem aber durchaus anstrengenden Aufsteig eine Serpentine entlang der offenen Wiesen unterhalb von Neunkirchen, danach noch 300 m. talwärts bis auf einen Querweg am Waldrand. Hier links, zwischen Wald und Weide (bewohnt von einer klimpernden neugierigen Kuh) den Lehrpfad (Markierung: Gelbes L) hoch bis zum asphaltierten Weinweg zwischen Neunkirchen und Gadernheim, den links hoch und schließlich über die wunderbare Hochwiese südlich des Dorfes zurück gen Neunkirchen (100 m. gelbe 3, dann das rote Quadrat des Main-Stromberg-Wegs).

Direkt nach dem einzeln stehenden Haus und kurz vor der L3399 und Neunkirchen rechts auf den HW 16 (weisser Balken), der hier auf einem hübschen, schattigen Pfad am Waldrand oberhalb der Landstrasse nach Osten führt und mit vielen interessanten Infotafeln zum Thema “Waldökologie” soe eine einem herrlichen Blick runter ins weit unten liegende Fischbachtal ausgestattet ist (heute allerdings nur bedingt herrlich, denn angesichts der extremen Diesigkeit war selbst das gerade mal 6 km Luftlinie entfernte Schloss Lichtenberg nur noch verschwommen zu sehen).
Nach 400 m. runter zum Parkplatz am Skilift und an der Landstrasse 100 m. nach rechts bis zum Waldrand, dort dann halblinks runter in den Wald und dem weissen Balken unterhalb der Strasse nach Südosten gefolgt. Dichter, dunkler Wald mit relativ vielen Nadelbäumen, etwas kühler.

Nach 900 m. halbrechts (runter vom weissen Balken, gelbe 2), nach weiteren 150 m. dann links auf den Weinweg, von nun an mit regelmässig wechselnden Markierungen durch die großen Waldgebiete auf dem Höhenrücken nach Nordosten. Zuerst ein kurzes Stück Nibelungenweg (gelbes Quadrat), der sich jedoch bald steil nach rechts runter in Richtung Freiheit verabschiedete (da wollte ich ja auch hin, aber noch nicht sofort), dann die gelbe 2 und die gelbe 5 an der Germannshöhe entlang, einer großen, wunderschönen Wiese voller Wildgräser und -blumen, die völlig unvermittelt rechts des Weges im den dichten Buchenwald unterbrach. Dahinter an der nächsten Kreuzung links, über einen Verbindungsweg (weisses V) auf den Weg FC 3, auf der schließlich direkt unterhalb der Rimdidim nach Osten abknickte und bis zur Kreuzung am Märkerwald weiterführte.
Insgesamt ca. 3 km leicht abschüssig durch den Wald (-80 Höhenmeter), landschaftlich nett aber – bis auf die Wiese an der Germannshöhe – eher unspektakulär (rechts und links dichter Bewuchs ohne viele Highlights, ausserdem ist der Höhenrücken meist so breit, dass man ihn gar nicht bemerkt, und entsprechend fast wie in einem Flachlandwald unterwegs ist), weiter unten deutliche Zeichen intensiverer Forstwirtschaft (links und rechts des Weges große Stapel gefällter Rotbuchen, von denen irgendwie bereits die Rinde “abgeschält” worden war, was ihnen ein unschönes, irgendwie blutiges Aussehen gab). Eigentlich gut zu laufen, aber weiterhin unangenehm schwülwarm und stickig, besonders die lichteren Passagen weiter unten, wo die Sonne voll durch die Bäume schien, waren kaum erträglich.

An der Kreuzung am Märkerwald wäre ich fast dem Weg FC3 links runter an den Schreckskopf über Meßbach gefolgt, was so eigentlich nicht geplant war. Glücklicherweise bemerkte ich den Fehler ausmahmsweise mal rechtzeitig, und lief stattdessen den mittleren Weg (FC2 geradeaus) entlang, der nun schon recht ordentlich abwärts in Richtung Nonroder Höhe führte.
Nach 250 m. eine scharfe Rechtskurve, an deren Ende dann links runter, vorbei an einer frisch gepflügten Freifläche mitten im Wald (mit Hochsitz daneben – offenbar eine Art Einladung an dumme Wildschweine, hier doch mal direkt vor der Flinte des lokalen Jagdpächters ein bisschen nach Engerlingen zu suchen), danach weiter abwärts bis an den Waldrand.
Ursprünglich hatte ich hier auf einem nicht markierten Weg geradeaus bis zum zum einzelnen Hof an der Holzwiese südöstlich vom Schreckskopf laufen wollen, doch vor Ort gab´s diesen Weg dann aber gar nicht mehr – erst fünfzig Meter auf einer von schwerem Gerät völlig zerfurchten Kraterlandschaft bis zum Waldrand, wo die Wegruine dann einfach aufhörte: Vor mir eine sonnige, leicht abfallende Wildwiese zwischen den Bäumen, aber kein Weg – hätte ich natürlich trotzdem laufen können, aber das fast brusthohe Gras sah mir zu zeckig und unberechenbar aus, also kehrte ich um und lief stattdessen neben der Wiese den FC2 weiter, bis ich nach 300 m. den befahrbaren Schleichweg an der Holzwiese zwischen Erlau und Nonrod erreichte.

Hier rechts, weiter abwärts und nach Süden in Richtung Gersprenztal (Markierung: Blaues Dreieck). Nach 100 m. eine Rechtskurve um den Hang herum, in der an jedem zweiten Baum (wirklich an jedem zweiten!) offensichtlich privat ausgedruckte Zettel hingen, die darauf hinwiesen, dass hier widerrechtlich parkende Fahrzeuge kostenpflichtig abgeschleppt werden würden. Kam mir angesichts der Tatsache, dass hier wahrscheinlich weniger als zehn Autos pro Tag durchkommen, von denen bestimmt keins freiwillig mitten im Nichts parkt, etwas befremdlich vor, aber hey, was weiss ich schon…

Kurz danach dann unvermittelt der Waldrand an der Höllerheck, von dem aus man einen großartigen Blick nach Osten hat, über das wunderschöne, über Fränkisch-Crumbach und breite mittlere Gersprenztal mit seinen sanften grünen Hügeln hinweg bis auf den gegenüberliegenden bewaldeten Höhenzug mit dem Örtchen Böllstein auf dem Bergrücken – wunderbar, aber (natürlich) diesig.
Weiter süd- und abwärts auf dem blauen Dreieck, noch 50 m. Waldrand, dann links runter durch die Wiesen zum Holunderhof.
Hübsche Fleckchen am oberen Rand des Gersprenztals, idyllisch und mit schöner Aussicht samt malerisch dahingleitendem Gleitschirmflieger (die starten hier wohl). Geniessen konnte ich es allerdings nicht: Zum ersten Mal heute war ich im richtig offenen Gelände, Südosthang, fast genau 12 Uhr Mittags – die Hitze und die Schwüle hier draussen waren wie ein Hammerschlag, bereits nach wenigen Metern atmete ich wieder schwer fühlte mich leicht benommen, richtig schlimm.

Zum Glück war´s nur ein kurzes Zwischenspiel in der prallen Sonne: Direkt unterhalb des Holunderhofs rechts und einen staubigen Feldweg 200 m. aufwärts (uaaaah! viel. zu. heiss.) bis in den rettenden Schatten des nächsten Waldstücks. Hier dann weiter dem blauen Dreieck gefolgt, erst noch 250 m. sanft aufwärts, dann halblinks runter bis an den Parkplatz Rodenstein oberhalb von Eberbach, dort dann rechts die gelbe 3 hoch. Kurz Wiesenlandschaft mit phlegmatischen Kühen, dann ein ordentlich steiler Anstieg in einem Wäldchen, schließlich wieder bergab, durch einen mittelgroßen Pulk Wanderrentner bis an die Strasse direkt oberhalb vom Hofgut Rodenstein, dessen hübsche Dächer im Talgrund schon seit längerem sichtbar waren.

Tiefster Punkt der heutigen Tour, und noch nicht am Ziel, das bedeutete: Von jetzt an wieder aufwärts. Und das gleich mal so richtig ordentlich: Direkt oberhalb des Hofguts geradeaus in den Wald (weisser Balken), auf den kurzen aber extrem brutalen Anstieg zur Burgruine: Gut 100 m. bei geschätzten 20% Steigung den Hang hoch, dann hatte ich es (fix und fertig) geschafft, und stand zum ersten Mal in meinem Leben in den Überresten der Burg Rodenstein, Ursprungsort der wahrscheinlich bekanntesten Legende des Odenwalds.
Gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Relativ kompakte Hangburg im Wald, besser erhalten, als ich es erwartet hätte. Ich lief durch das untere Tor in der Ostmauer ein, folgte dem Weg ein paar Meter durch die Vorburg und lief dann rechts hoch durch ein kleines Tor in die <a href=”Kernburg Rodenstein“>Überreste der Kernburg, wo ich schließlich links abbog und die Ruine durch die Pforte neben dem ehemaligen Westturm wieder verliess.

Dahinter im ehemaligen Burggraben nach rechts, auf dem weissen Balken eine Treppe hoch bis auf den nächsten richtigen Waldweg, dort dann links, in südwestlicher Richtung aufwärts durch den Rodensteiner Burgwald. Teilweise recht anstrengende Steigungen, dafür aber relativ kühl und frisch, insgesamt gut zu laufen. Nach einem halben Kilometer rechts der Fallende Bach, ein kleiner Wasserfall, der sich hier über einen Felsen nach unten ergiesst, sehr hübsch. Danach noch etwas über einen halben Kilometer bergauf (schweisstreibend…), schließlich an den Waldrand unterhalb des Laudenauer Höhenrückens – noch 200 m. steil aufwärts durchs offene Gelände (die Sonne war inzwischen von dichteren Schleierwolken verdeckt, trotzdem war es elend warm und drückend, man kriegte kaum Luft), dann am Parkplatz Freiheit keuchend auf den Nibelungenweg und die letzten 50 m. nach Laudenau hinunter zur Freiheit.
12:38 Uhr, zwei Minuten vor der projezierten Ankunftsteit (perfektes Timing):
Ziel.
Das gute Essen hatte ich mir heute mal wieder redlich verdient… ;)

Eigentlich eine gute Strecke – tendenziell bergab, gute Wege, größtenteils sehr reizvoll – Der untere Teil des Weinwegs ist vielleicht ein klein wenig unspektakulär, aber ansonsten viel schöner Wald, hübsche wiesen, gute Aussichtspunkte, und als Highlight natürlich endlich mal der Besuch der interessanten und stimmungsvollen Ruine Rodenstein.
Wie gesagt: Eigentlich gut, wenn das Wetter nicht gewesen wäre. Zu diesig, zu warm und vor allem zu schwül und drückend, das hat´s teilweise arg anstrengend gemacht und den Laufspass doch merklich geschmälert. Und die Tatsache, dass ich über Mittag gelaufen bin, hat´s sicher auch nicht leichter gemacht…
Was lernen wir draus:
1) Darauf zu hoffen, dass der Sommer nicht gar so heiss und schwül wird.
2) Bei bestimmten Wetterlagen hilft auch der Wald nicht mehr viel, da muss man dann wirklich in die Dämmerung ausweichen oder (wenn´s noch wärmer und drückender ist als heute) ggf. sogar mal aufs Laufen verzichten.

Insgesamt: Ein anstrengender aber interessanter Lauf in schöner Umgebung, alles ok!

Strecke: 14,2 km
Zeit: 1:37 h (= 8,78 km/h bzw. 6:50 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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15 Antworten to “An der Neunkircher Höhe: Modauquelle, Weinweg und Rodenstein (14,2 km)”

  1. Gerd Says:

    Herrliche Strecke, aber auf`s laufen wird nicht verzichtet. Egal wie das Wetter wird. Dann eher in kühlen, dichten Waldlagen laufen…. wenn man die findet ;-)
    Vielleicht sollte ich da ober wirklich mal hinlaufen! Kommt mal auf meine ToDo-Liste!

    Gruß Gerd

  2. matbs Says:

    …und die kühlen, dichten Waldlagen auch wirklich kühl sind – ab einem bestimmten Punkt bringt ja auch ein Blätterdach nicht allzuviel…

    Der Weinweg ab der Nonroder Höhe ist übrigens genau die Strecke von meinem Routenvorschlag von dir aus zur Neunkircher Höhe – wirklich sehr bequem zu laufen (zumindest abwärts… ;) ).

    Kannst dir ja die Familie schnappen, ´ne Runde drehen während die sich in der Nähe umtun (Kaiserturm, Rodenstein, Lichtenberg, Lindenfels), und dich dann wieder aufsammeln lassen – so geht´s ggf. auch tendenziell nur bergab….

  3. Axel F. Says:

    Hallo !
    Bei der Strecke hätte ich sicherlich schlapp gemacht.
    Da ich viel am Computer mache und mich bei meiner Tätigkeit nicht wirklich viel bewege, wäre es für mich am besten wenn ich mich mehr zum laufen aufraffen könnte. Soll heissen das ich mich schäme wenn ich mit Sportsachen oder ähnlichem mich draussen bewege. Auf Grund dieser Tatsache das ich gehemmt bin verlege ich das Lauftraining in die Abendstunden (wenn`s schon dunkel ist). Ihr werdet sagen das dies totaler Quatsch ist, aber bei mir ist es nunmal so.
    Leider laufe ich momentan höchstens 1x die Woche und das ist viiiiiiel zu wenig, aber wie gesagt-die Scham !!!
    Fakt ist, wenn ich vom Laufen wieder zu Hause angekommen bin trinke ich unheimlich viel Wasser. Ob das gut ist — na; ja ich bin mir da nicht so sicher. Da ich seit einem Jahr ständig über 100 kg gewogen und durch Kurzdiäten nicht wirklich abgenommen habe entschloss ich mich zur Gewichtsreduktion durch laufen. Momentanes Gewicht – 98 kg. Vieleicht wäre es besser wenn ich mir einen Laufpartner suche der die gleichen Probleme (Scham) hat und wir uns gegenseitig motivieren könnten. Was meint Ihr ???
    Gruß Axel

  4. matbs Says:

    Hi Axel,

    vielen Dank für´s Vorbeischauen :) .

    Zuerst mal finde ich es sehr gut, dass Du Dich überhaupt aufraffst und laufen gehst – gerade wenn man noch nicht ganz die “Idealfigur” hat, kann das ja erstmal schwer fallen, aber Du bist da auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, also mach auf jeden Fall weiter so.
    Entsprechend finde ich auch, dass Du Dich beim Laufen nicht dafür schämen musst, dass Du anstatt einem Waschbrettbauch eben ein Wohlstandsbäuchlein vor Dir herträgst – im Gegenteil, gerade beim Joggen tust Du ja was dagegen (was viele Menschen ihr Lebtag nicht auf die Reihe kriegen), also ist das wenn überhaupt ein Grund, stolz zu sein…

    Versuche deine Scham zu rationalisieren:
    Welchen Nutzen hat es, wenn du Dich unterwegs schämst?
    Keinen!
    Überhaupt gar keinen!
    Im Gegenteil: Deine Scham hindert Dich am Laufen, deswegen schämst Du Dich dann weiter, und läufst schließlich noch unwilliger – das ist ein sich selbst aufrecht erhaltender Kreislauf, der überhaupt nichts bringt, außer, dass Du Dich dabei schlecht fühlst.
    Weg damit!
    Du hast beschlossen, in Deinem Leben was zu ändern, und das ist gut, richtig, und wichtig.
    Mit dieser Entscheidung musst Du Dich von der Scham verabschieden – Im Moment bist Du unzufrieden damit, der alte, etwas zu schwere Axel zu sein, und wirst paradoxerweise gerade von dieser Unzufriedenheit gehindert, zum neuen, leichteren Axel zu werden – das kann´s nicht sein!

    Zumal es auch überhaupt keinen Grund gibt, sich zu schämen
    – die allermeisten Menschen, denen Du unterwegs begegnest, nehmen Dich ja nicht mal richtig zur Kenntnis, und selbst wenn, dann haben sie Dich nach 5 Minuten wieder vergessen, egal ob Du stämmig bist oder nicht.
    Und bloss, weil Du nicht in absoluter Topform bist, denkt auch niemand schlecht über Dich.
    Warum auch? Wenn Du als schwergewichtiger Mensch Sport treibst, dann ist das ja ein Zeichen, dass du trotzdem was tust, selbst wenn´s schwerfällt, dafür gibt´s von mir – und den meisten anderen Menschen – wenn überhaupt Respekt!
    Und auch die Tatsache, dass Du unterwegs schlankere, schnellere, fittere Läufer triffst ist auch kein Grund sich schlecht zu fühlen. Das ist halt mal so und wird auch immer so bleiben. Außerdem haben überraschend viele Läufer so angefangen wie Du, da blickt keiner auf Dich herab, nur weil Du (noch?) nicht in Marathonform bist.

    Also, mach´ Dir keine Gedanken und schäm´ Dich nicht für etwas, wofür Du Dich nicht schämen musst – lauf einfach!

    So. Sorry für das ganze Pseudo-New-Age-Self-Empowerment-Geschwafel, ich weiss, im richtigen Leben ist das natürlich alles nicht so einfach, aber denk´ einfach mal drüber nach, vielleicht hilft es ja… ;)

    Zum Thema Laufpartner: Halte ich in Deinem Fall für eine sehr, sehr gute Idee. Gerade wenn man anfängt hilft es ungemein, wenn man nicht alleine unterwegs ist, außerdem hat man den jemanden, mit dem man los muss, auch wenn man selbst nicht so richtig Lust hat. Wenn ich das richtig sehe, wohnst Du ja in oder bei einer Großstadt, entsprechend sollte da jemand zu finden sein, wobei Du auf folgendes achten solltest:
    1) Ihr solltet ungefähr dasselbe Leistungsniveau haben. Zu große Unterschiede führen zu Frustration auf beiden Seiten, das bringt nichts
    2) Die Chemie sollte stimmen (versteht sich eigentlich von selbst, ist aber trotzdem erwähnenswert)
    3) Ihr solltet es beide gleich Ernst nehmen und kompatible Ziele habem. Wenn Du ernsthaft drei oder vier mal die Woche laufen willst, dein Joggingpartner das ganze aber eher als eine spontane la-di-da-Veranstaltung sieht, die immer mal gerade wenn´s passt kurzfristig eingeschoben wird, ist das nicht gut.
    Und nicht vergessen: Beim Laufen zu zweit oder mehreren gibt´s eine goldene Regel, die unbedingt zu beachten ist:
    “DAS TEMPO MACHT IMMER DER LANGSAMSTE” (egal wer das ist).

    Zum vielen Wasser Trinken: Das ist wahrscheinlich ein Zeichen, dass Du beim Laufen relativ viel dehydrierst – an sich ist das kein Beinbruch, schließlich ist Schwitzen eine gute Sache. Allerdings ist es nicht so ideal, wenn man schon unterwegs einen Riesendurst ansammelt, und dann extrem ausgedörrt zuhause ankommt – ein erfahrener Läufer hat mir mal gesagt “Wenn Du unterwegs Durst kriegst, ist es schon zu spät”. Entsprechend solltest du vielleicht mal drüber nachdenken, Dir ein Trinksystem zu beschaffen, mit dem Du unterwegs versorgt bist und den Mineralstoffverlust ausgleichen kannst. Ich persönlich benutze einen Getränkegürtel von Runners Point mit bis zu sechs 175 ml-Fläschen und bin sehr zufrieden damit (wenn Du allerdings vorhast, viel abzunehmen, dürfte Dein erster Gürtel keine Dauerinvestition sein, da muss man dann irgendwann ggf. auf einen engeren umsteingen), alternativ gibt´s z.B. auch Trinkrucksäcke (mit denen ich gar nicht kann, aber die für zumindest einem Läufer in meinem Bekanntenkreis bestens funktionieren).
    Oder aber, man nimmt ein bisschen Kleingeld mit und holt sich unterwegs ein Mineralwasser oder ´ne Apfelschorle an/in einem Kiosk/Supermarkt/Biergarten (kleine Pausen zwischendurch sind am Anfang eh nicht schlecht).

    Soweit so gut. Zum Abschluss vielleicht nocht ein paar kleine willkürliche Lauftipps:
    1) Setz´ Dir ein Ziel. Einfach nur vor sich hinlaufen ist gerade am Anfang schwierig, deshalb ist es erfahrungsgemäß besser, das Training auf irgendwas auszurichten. Also such´ Dir was!
    Trainiere darauf hin, in einem halben Jahr oder Jahr an einem bestimmten 10 000 m-Lauf teilzunehmen oder vielleicht sogar einen Halbmarathon zu schaffen (fürs erste Mal auf keinen Fall Zielvorgaben bei der Zeit setzen – lieber erstmal durchkommen). Mach´ aus dem Laufen ein Projekt!

    2) Geh´s langsam an. Nicht hetzen, keine unangenehm langen Strecken, gerne auch mal eine kleine Gehpause zwischendrin. Gerade am Anfang übernimmt man sich gerne mal, das bringt aber überhaupt nichts. Lieber drei oder vier mal die Woche eine gute Dreiviertelstunde gelaufen, als sich zwei Stunden am Stück fertig zu machen, und dann den Rest der Woche ausser Gefecht zu sein. Sobald Du Dich mit dem Anfangspensum wohl fühlst, kannst Du langsam anfangen Deine Grenzen auszutesten. Auf das Wetter achten (gerade im Sommer wichtig), vielleicht auch mal mit dem Hausarzt drüber sprechen und fragen, ob er Probleme sieht.

    3) Prioritäten setzen. Geh´ das ganze ernsthaft (aber nicht zwanghaft) an: Das Laufen sollte nichts sein, was Du hier und Da immer mal wieder einschiebst, wenn Du gerade mal nichts Besseres zu tun hast, sonst wird das nichts. Laufe stattdessen regelmässig und lass´ es nicht wegen jeder Kleinigkeit ausfallen. Nimm Dir am besten feste, reguläre Zeiten, die für´s Laufen reserviert sind, und in denen Du nichts anderes vorhast (aber achtung: Zeiten hängen natürlich auch von der Jahreszeit ab – im Winter ist 16:00 gut machbar, im Hochsommer aber nicht unbedingt zu empfehlen – Hier ist Augenmass gefragt).

    4) Keine Wunder erwarten. Von jetzt auf gleich wird man beim Laufen nicht fit, da dauert es in der Regel ein Weilchen, bis die ersten Veränderungen auftreten, und selbst dann gibt es Grenzen. Hinzu kommt natürlich auch das Drumrum: Wer z.B. seine Ernährung umstellt und/oder vom Raucher zum Nichtraucher wird, der kann damit sicher größere Erfolge erzielen, als jemand, der sonst gar nichts ändert.

    5) Spass haben. Laufen ist ein tolles Hobby, bei dem man viel rumkommt und so richtig schön abschalten kann. Nutz´ das aus: Lauf´ Dir den Kopf nach der Arbeit frei, erkunde deine Umgebung, geniess die Natur.

    6) Wenn Du Zeit, Lust und das nötige Know-How hast: Mach einen Blog. Lass´ andere an Deinen Erfahrungen teilhaben und dokumentiere Deine Fortschritte, das kann sehr motivierend und hilfreich sein.

    Zum Abschluss verweise ich als kleine Ermutigung auf die Seite meines Lauf- und Bloggerkollegen Gerd, der hat genau dasselbe gemacht, was Du noch vorhast: Letzten Oktober total unfit und über 100 Kilo gewogen, dann mit dem Laufen angefangen, fast 20 Kilo abgenommen, jetzt bereitet er sich gerade auf seinen ersten Halbmarathon vor und will mit Laufen gar nicht mehr aufhören – es geht also :)

    http://www.diro-online.com/wordpress

    So, sorry für den langweiligen und ellenlangen Monolog, aber vielleicht hilft Dir ja das eine oder andere ein klein bisschen weiter.

    Viel Erfolg!

    Matthias

  5. Gerd Says:

    WOW Matthias,
    dein Kommentar ist ja bald länger als deine ganze Streckenbeschreibung. Und die sind schon laaaaang. Aber gut ;-)

    Aber Spaß beiseite. Ich gebe dir vollkommen Recht. Also Axel… Zähne zusammenbeißen und durch. Du schaffst das schon. Und wenn Du ein paar Tipps und Hilfen benötigst einfach melden!!
    Du kriegst das schon hin.

    Gruß Gerd

  6. matbs Says:

    Bin halt ´n Schwätzer – solltest Du aber eigentlich inzwischen gemerkt haben… :D

  7. Axel F. Says:

    Hallo !
    Ich bin heute um 20 Uhr in den Wald gefahren und 40 min.gelaufen. Geschwitzt habe ich wie ein Schw… aber geschämt habe ich mich nicht, hat mich ja auch keiner gesehen. Es war so muß ich sagen ein viel besseres Gefühl als wenn ich wie sonst von zu Hause aus gestartet bin. Mein alter Kumpel den ich seit 35 Jahren kenne hat durchklingen lassen mal mitzukommen. Na; ja – abwarten und Tee trinken. Nochmal zu meiner Strecke: Sonst laufe ich normalerweise nur ca.20 min, heute waren es 40. Mir brennen die Füße und die Waden schmerzen aber ich bin schon ein wenig stolz. Ich bin ja nicht durch den Wald gelaufen, sondern am Waldrand entlang. Jedesmal wenn eine Brücke kam sagte ich mir – bis zur übernächsten Brücke gehst du normal und dann wieder schnell laufen. Denkste: *G* Ich sagte das aber immer nur zu mir und bin dann doch weitergelaufen bis zur nächsten usw.
    Es war schön, aber Mega anstrengend. Meine Frau sagte nur: Wenn ich so weiter mache soll ich in Zukunft die Wäsche selber waschen. Aber da *renne* ich lieber weg !
    Gruß Axel und danke für die aufmunternden Worte

  8. matbs Says:

    Hi Axel!

    Ja, man muss ja nicht immer von zuhause starten – ich mach´s das ja auch nicht. Immer wieder mal was Neues, das gibt dem Laufen erst die richtige Würze.

    Klingt auf jeden Fall gut – jetzt nur noch drei, vier mal die Woche dasselbe, und ruckzuck bist du topfit!

    Weiter so !

    Matthias


  9. […] An der Neunkircher Höhe: Modauquelle, Weinweg und Rodenstein (14,2 km) Kategorien […]

  10. Axel Says:

    Hallo !
    Bin mal wieder da und muß sagen das ich 12 kg weniger wiege. Das hat aber auch einen besonderen Grund: Beim Laufen (jetzt nicht lachen) bin ich über eine Wurzel am Feldrand gestürzt und habe mir das Knie zerschmettert. Das war so lädiert das ich 2 Monate so gut wie garnicht gehen konnte. Irgendwelche Schleimbeutel mussten entfert werden und das Gelenk was in einer sogenannten Pfanne saß war eingerissen zur Hälfte. Es war alles so geschwollen das ich erst dachte es wäre mein Hintern. *G*
    Abgenommen habe ich weil das Krankenhaus Essen einfach genial war und die Schwestern einfach kein einsehen hatten und mich nach dem Essen immer ins Badebecken brachten. Blos gut das mich da nicht soviele gesehen haben mit dieser bescheuerten Gummihose. Hinken tuhe ich immer noch, aber ein paar Kilometer Fahrrad fahren kann ich schon obwohl ich das gerade nicht so machen soll sondern mein Gelenk im Wasser entlasten sollte. Na ja; wenn alles wieder Top in Ordnung ist kann ich ja mal wieder ein paar Runden drehen.
    Gruß Axel

  11. Axel Says:

    Hallo !
    Sorry, habe schon wieder zugenommen. Trainingsausfall aus bereits erläuterten Gründen. War heute das erste mal wieder im Wald zum Laufen, habe aber nach ca. 7 min. abbrechen müssen-Schmerzen im Knie.
    Wird schon wieder. Da werde ich wohl doch noch eine gewisse Zeit brauchen und solange muß ich eben wieder ins Strömungsbad. Tut ja auch gut.
    Gruß Axel

  12. matbs Says:

    Hi Axel,

    na also, bei mir must du dich da nicht entschuldigen… ;)

    Mit dem Knie must du halt einfach noch ein bisschen langsam machen, das dauert halt seine Zeit – aber lieber langsam und stetig, als es – im wahrsten Sinne des Wortes – übers Knie brechen!

    Gruß

    Matthias


  13. […] knapp 750 m. ostwärts den Weg entlang (den ich letztes Jahr schon mal in anderer Richtung gelaufen war, da war er auch wunderschön gewesen), trotz […]

  14. Micha Says:

    Sehr detailiert. Es fehlen nur noch die Bilder ;-)

  15. matbs Says:

    Hi Micha,

    tja, sorry, aber die Laufberichte mit dem Foto hab´ ich erst ein paar Monate später angefangen… ;)


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