Sonntagslauf, mit Jost, der noch nicht wieder in topform ist, und Matthias, dem die Knochen und das linke Knie ein bisschen weh tun.
Ergo: Kurz, langsam, entspannt.
Und flach, auf Josts Wunsch hin, der in dieser Beziehung seit seinem Muskelfaserriss am Hang etwas vorsichtig geworden zu sein scheint.
Entsprechend hatte ich nach diesen Vorgaben eine kurze Tour im Ried geplottet, von Hähnlein aus nach Süden durch Felder, Wald und Dörfer. Mal wieder eine von diesen “Zwischen den Linien”-Strecken: Kein wirklich neues Gebiet, aber immerhin zu einem beträchtlichen Teil neue Wege, die sich zwischen den bisherigen Routen durchschlängelten.
Besser als nichts…
Start um Viertel vor Elf in der Hähnleiner Dorfmitte. Eigentlich hatte ich auf dem Marktplatz parken wollen, aber der stand unerwarteterweise voll mit Buden, Autoscootern, Blaskapellen, ungarischen Ehrengästen und Lokalhonoratioren – Marktplatzfest und 675-Jahrfeier, da war nix mit Parken.
Dann eben nebenan, auf dem Parkplatz der Sparkasse an der Gernsheimer Str.
Und los.
Erstmal südwärts auf der Rodauer Str. zwischen den alten, eng stehenden Häusern bis zum südlichen Dorfrand, dort dann geradeaus weiter, auf dem Radweg 15 direkt neben der Landstrasse gen Rodau.
Sonnig und frisch, weite Felder, rechts der ferne Jägersburger Wald, links das wie immer sehr schöne Bergstrassenpanorama (bei Panoramio gibt´s ein tolles großes Panoramabild, das diesen Anblick zeigt, allerdings in der falschen Jahreszeit aufgenommen ist. Ich verlink´s trotzdem mal -einfach alles, was nach Winter aussieht, wegdenken…)
Bisher sehr angenehm, auch deshalb weil das Tempo schön langsam und moderat war – allein hätte ich hier wahrscheinlich wieder zuviel Druck gemacht, mit Jost als “Bremser” war´s herrlich entspannt.
Nach 1,2 km das Dörfchen Rodau. Wie liefen die ausgestorbene Hauptstr. am westlichen Ortsrand runter, bogen dann links in den alten Ortskern ein (hübsch, hatte ich bisher beim Durchlaufen immer verpasst), überquerten schließlich die nicht minder ausgestorbene K67/Zwingenberger Str., und liefen geradeaus in den schönen, schattigen Niederwald mit seinem wunderbar weichen Waldboden (auch wenn mein wehes Knie dank des entspannten Tempos auch auf dem bisherigen Asphalt nicht besonders vehement protestiert hatte, das hier war schon besser).
400 m. kurz vor dem Waldrand ostwärts bis zur gut besuchten Anglerhütte am hübschen Niederwaldsee (vornehmlich ernsthafte ältere Herren mit Angeln, Keschern, Ködereimern), dort dann rechts und auf dem Pfad mit der gelben 2 am Seeufer nach Süden, vorbei an noch mehr Anglern. Schließlich vom Seeufer weg auf der Nachtweid-Schneise (gelbe 2) mitten durch den urig-sumpfingen Niederwald durch, nach 750 m. an einer großen Kreuzung links die Lange Schneise runter und bis zum südlichen Waldrand bei Fehlheim, dort dann rechts auf den Nibelungenweg (gelbes Quadrat), dem wir jetzt ein ganzes Stück folgen würden.
Zuerst mal durch Fehlheim, das ebenfalls sonntagmorgendlich ausgestorben vor sich hinträumte. Die Forsthausstr. runter in Richtung Dorfmitte, vorbei an kleinen, gepflegten Häuschen mit kleinen, gepflegten Gärten, dabei eine kurze, angenehme Gehpause für Jost.
Nach 300 m. kurz rechts die verlassene Hauptdurchgangsstrasse (Rodauer Str.) hoch, dann dem gelben Quadrat folgend links durch die Falltorstr. an den nördlichen Dorfrand, ein paar Meter auf einem weichen, grasigen Stück hinter den letzten Häusern bis zum Friedhof, dort dann rechts hoch und wieder in die weiten, grünen, im Wind wogenden Felder.
Weiterhin Nibelungenweg, weiterhin schön entspanntes Tempo, ein bisschen geplaudert (mit etwas gezielter Stichelei hatte ich Jost zum Sprechen gebracht, nachdem er sich auf den ersten paar Kilometern lieber schweigend aufs Atmen konzentriert hatte…
). Insgesamt 2 Kilometer nach Nordwesten, vorbei an einem ratternden Kleintraktor mit einem Anhänger voller älterer Herrschaften (Rustikale Landpartie am Sonntagmorgen…), dem östlichsten Zipfel des Jägersburger Waldes an der Bornplatte, schließlich nochmal etwas gehend durch einen gewaltigen Pulk entgegenkommender Radfahrer am Lindebruch vor Langwaden (samt Beinahe-Kollision mit einer freundlichen grauhaarigen Radlerin auf einem Hollandrad, die mit beinahe übernatürlicher Sicherheit beim Entgegenkommen immer in dieselbe Richtung lenkte, in die wir gerade zum Ausweichen liefen…).
Und schon waren wir in Langwaden, seines Zeichens freundlich-hübscher Bensheimer Ortsteil zwischen Waldrand, Winkelbach und Autobahn. Hier verliessen wir den Nibelungenweg, liefen stattdessen die zentrale Jägersburger Strasse runter, bogen nach 150 m. links in den “Neugarten” ein, verfransten uns ganz kurz, und erreichten schließlich durch einen kleinen Durchgang einen recht idyllisichen Feldweg am nördlichen Ortsrand, der zwischen den letzten Häusern und den Pferdekoppeln nach Westen führt.
Nach 250 m. rechts, nach Norden, von Langwaden weg und zwischen noch mehr Pferdekoppeln samt zugehörigem Hufgetier entlang. 400 m. ein weiterer Querweg, hier links an einem einzelnen Garten mit Hüttchen, in dem offenbar gerade ein Biker-Frühschoppen stattfand, zumindest stand eine erkleckliche Zahl schwerer Motorräder vor dem Eingang und drinnen saßen einige Gestalten in Easy-Rider-Kluft auf Bierbänken rum und redeten wahrscheinlich gerade über Freiheit, Vergaser, oder den nächsten Panzerfaustanschlag auf die rivalisierende Gang aus dem Nachbardorf (hey, was weiss ich – Motorradfahrer sind mir völlig fremd, keine Ahnung was die in Echt umtreibt…
).
Direkt dahinter war dann auch schon der Waldrand des Jägersburger Waldes, hier ging´s rechts. Wieder mal ein Fall von “Auf der Wanderkarte hat der Weg aber viel besser ausgesehen”: Ein vollkommen überwucherter Pfad am Feldrain, rechts weite Getreideäcker, links der undurchdringliche Urwald östlich der A67 (irgendwo da drin, nicht mal 250 m. Luftlinie von der heutigen Route entfernt, hatten Jost und ich uns ja letzten Sonntag ein bisschen verirrt).
Nicht ideal zum Laufen, ging aber mit ein bisschen Konzentration und Vorsicht (gottseidank nur Gras, keine Dornen oder Brennesseln). Alle paar hundert Meter eine kleine Pause zum Zeckencheck (den ich offensichtlich etwas ernster nahm als der nicht geimpfte Jost: Zumindest einen von den kleinen mistigen Parasiten konnte ich mir dann auch gerade noch vom Bein klauben, bevor er sich endgültig festmandibelt hatte), zwischendurch mal ein aufgeschrecktes Reh, sonst war nix.
1,3 km durch die Pampa Pflügen, dann ein Kreuzung, hier links weiter am Waldrand hoch, allerdings auf einem wesentlich besseren Feldweg direkt unter den Hochspannungsleitungen (…der auch nicht mehr völlig neu war, denn hier waren wir <a href=”(der war auch schon von früher bekannt), “>vor ein paar Monaten schon mal durchgekommen), und nach einem halben Kilometer schließlich rechts, durch die Felder zurück bis nach Hähnlein. Nur noch kurz durch die weitgehend unerlaufene Dorfmitte (bisher bin ich immer nur durch die Randgebiete von Hähnlein geschrammt), und über Bruchweg und Gernsheimer Str. zurück zum Ausgangspunkt.
Wie gesagt: Mit Jost unterwegs sein ist im Moment ziemlich angenehm. Einerseits natürlich wegen der Gesellschaft, die mal eine schöne Abwechslung zu den vielen Touren als einsamer Wolf ist, andererseits wegen des wunderbar entspannten Lauftempos, dass diese Touren zumindest für mich zu schönen Regenerationsläufen macht (für Jost sind sie natürlich noch etwas härter, aber nach 5 Wochen Pause ist das ganz normal).
Insgesamt eine beschauliche, ruhige Sonntagmorgentour durchs Ried, mit ein paar netten kleinen Örtchen, dem schönen Niederwald, und viel Entspannung.
Hat ganz gut getan, und das Knie ist zumindest mal nicht schlechter geworden…
Strecke: 11,9 km
Zeit: Ca. 1:17 (= 9,27 km/h bzw. 6:28 min/km)
Karte:

M.
Tags: Alsbach-Hähnlein, Bensheim, Fehlheim, Hähnlein, Hessen, Joggen, Jogging, Langwaden, Laufen, Nibelungenweg, Niederwald, Niederwaldsee, Radweg 15, Ried, Rodau, Zwingenberg



18. Juni 2008 um 7:20
Da war eure SonntagsTour doch wesentlich angenehmer als meine
Ich werde die nächste Zeit sie Sache auch ein wenig langsamer und vor allem kürzer angehen…. ich hab´s auf jeden Fall vor
Gruß Gerd
18. Juni 2008 um 7:23
Dafür hab´ ich mir heute meine Packung abgeholt: Endlich der langerwartete Lauf am Donnersberg, und ich hatte ´nen richtig beschissenen Tag erwischt – autsch!
Den Bericht krieg´ ich aber wohl erst morgen fertig, heute bin ich einfach zu müde…
18. Juni 2008 um 7:33
Hört sich ja interessant an
Ich freu mich auf den Bericht. Irgendeinen Bock geschossen?????
18. Juni 2008 um 7:38
Na ja, halt ein bisschen im Wald verirrt, aber das gehört ja dazu…
Nein, das Problem war einfach, dass ich heute einfach in superschlechter Form war – besonders mit den Steigungen bin ich im Gegensatz zu sonst überhaupt nicht klargekommen, bei jedem kleinen Anstieg war ich fix und fertig, hab´ kaum noch Luft gekriegt, leicht schwindelig…
War einfach keine Kraft da, das ist natürlich gerade für eine längere Bergtour nicht ideal.
Vielleicht der Kreislauf oder der Schlafmangel oder oder oder…?
Aber das hab´ ich alles erst beim Laufen gemerkt, und du weisst ja wie das ist: Einfach so abbrechen, das geht ja auch nicht…
3. Juli 2008 um 11:35
[...] Darmstadt-Eberstadt Dossenheim Eich Einhausen Elmshausen Erfelden Ernsthofen Eschollbrücken Fehlheim Frankenhausen Frankfurt a.M. Frankfurt-Flughafen (yup, das ist ein eigenständiger Stadtteil) [...]