Um den Felsberg – ein Laufbericht mit Bildern (14,5 km)

25. Juli 2008

Heute musste ich einfach mal wieder ein bisschen raus – eine Tour wenigstens ein klein wenig weiter Weg, irgendwo wo die Gegend richtig schön aber etwas weniger abgelaufen ist. Allzuweit aber auch nicht (Zeit und so), deshalb entschied ich mich spontan für eine Tour um den Felsberg (da oben würde es auch nicht so warm sein wie bei uns unten im Tal, wo´s heute bei praller Sonner wieder um die 30 Grad gewesen waren).

Als ich das beschlossen hatte war´s schon relativ spät, da blieb wenig Zeit zur Vorbereitung, also begnügte ich mich mit einem kurzen Blick auf die Karte, und den Plan, einfach mal frei Schnauze ungefähr dieselbe Tour zu laufen, die ich mit Ingo und David vor fast einem Jahr gemacht hatte, eventuell erweitert um einen Abstecher über Wurzelbach/Schmal-Beerbach und die Hutzelstrasse.

…und weil ich ja gerade erst neulich um den Felsberg gelaufen war, noch ein Twist, um das Ganze etwas interessanter zu machen:
Noch mal ein Versuch, ob das mit dem Laufen und Fotografieren nicht doch klappt. Bisher hat´s ja nie so hingehauen, es stört meinen Rhythmus, die Digitalkamera und ich sind weitgehend inkompatibel, und für meinen letzten Anlauf hat mir irgendjemand mit total wenig Sachverstand sogar den Titel „Schlechtester Fotograf den ich kenne“ verliehen ;) .

Also heute noch mal mit Foto.
Um´s gleich vorwegzunehmen: Durchwachsenes Ergebnis.
Die vielen Fotopausen haben total gestört und Kraft gekostet.
Und die Kamera hat gezickt, wo sie nur konnte – aus irgendeinem Grund knipst die nicht sofort, wenn man den Auslöser drückt, sondern erst eine Sekundee später, damit komme ich einfach nicht klar – gerade wenn man zittrig und ausser Atem ist und/oder den Zoom zugeschaltet hat, verwackelt das ständig. Bin einfach nicht geschaffen für dieses High-Tech-Gedöns, mit meiner alten Analog-Kamera hatte ich solche Probleme nie…
Noch schlimmer: Schon zuhause beim Aufbrechen ist mir die mistige Kamera aus dem Gürtel gefallen (wo sie vorher scheinbar bombenfest gesessen hatte), dabei ist irgendwas an der Klappe für den Speicherchip kaputt gegangen und ich musste sie noch schnell mit Klebeband fixieren – und das ist ja nicht mein Foto, der ist nur ausgeliehen.
Sch…

Na ja, am Ende sind dann auf jeden Fall einige durchaus gute Fotos rausgekommen, aber eben auch einige, die nicht so gut sind. Da es ja ein Versuch war, hab´ ich mich bewusst entschieden, einen Querschnitt zu nehmen, also auch einige der nicht so guten Bilder zu verwenden (bloss die ganz grottigen sind raus) – schließlich will ich mich nicht als bester Bildermacher aller Zeiten profilieren, sondern einfach mal zeigen, was bei rauskommt, wenn ich mit der Kamera losziehe, sei das gut oder schlecht.

So, Einleitung vorbei, without further ado:

Um den Felsberg – ein Laufbericht mit vielen Bildern:

Kurz vor 19:40 auf dem Parkplatz an der ziemlich gut besuchten Kuralpe.

Bild 1

Ich steige aus und geniesse die laue, entspannte Sommerabendandmosphäre hier oben – die Sonne ist schon tief und wirft lange Schatten, etwas über 20 Grad, leichter Sommerwind. Ein kurzer Blick hoch zur idyllisch daliegenden Hutzelstrasse, auf der ich – wenn alles klappt – in ca. 1 1/2 Stunden wieder hier einlaufen werde…

Bild 2

… und schon geht´s los: An den Gebäuden und dem Biergarten der Kuralpe vorbei nach Süden und auf einem schmalen, unmarkierten Feldweg durch die herrlichen Wiesen zum Waldrand, über dem der hoch aufragende Funkturm auf dem Gipfel des Felsbergs thront:

Bild 3

Während ich über die Wiese laufe ein kurzer Blick rechts runter, auf das friedlich in der Abensonne schlummernde oberste Ende des Balkhäuser Tals…

Bild 4

… hinter dem – das kann man aber erst am Waldrand sehen – der charakteristische Gipfel des Melibokus aufragt:

Bild 5

Im Wald dann rechts, auf einen unmarkierten, fast vollkommen ebenen Weg, von dem ich weiss, dass er an der Bergflanke bis an den Schollrain über Balkhausen führen wird:

Bild 6

Das hier ist die (Nord)Westflanke des Felsbergs, entsprechend kommt hier noch relativ viel Licht der tief Stehenden Sonne an, das den Wald in ein warmes, grünes Licht taucht und herrliche Muster aus Licht und Schatten auf den Waldboden malt:
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Bild 7

Wunderbares Stück: Weicher Boden, ganz leichtes Gefälle, es riecht erdig nach Wald, singende Vögel, zirpende Grillen, hin und wieder das Muhen einer Kuh oder das Plätschern eines kleinen Bachlaufs. Und dazu der Wald selbst, der ziemlich abwechslungsreich ist, mal dichte alte Buchen, mal hohe finstere Kiefern, mal ein lichter Hochwald mit wiesenartigem Bodenbewuchs, der im frischen Wind wogt:

Bild 8

Nach einem knappen Kilometer erreiche ich die Strasse zum Felsberg hoch und überquere sie. Aber hier geht´s etwas steiler bergab, der Wald wird dichter und schon sehr dunkel, kaum noch Licht von aussen (keine Fotos, meine Versuche scheitern an der Belichtung…).
Schließlich nach weiteren 700 m. am Hang eine strahlende Öffnung im Dickicht geradewegs voraus – der Waldrand am Schollrain hoch über Balkhausen:

Bild 9

…wo sich mir ein unglaublich schönen Blick eröffnet:
- Auf das weite, mittlere Balkhäuser Tal in der Abendsonne:

Bild 10

- Auf die Rückseite des Meliokus, der hoch über den pastoralen Hangwiesen aufragt:

Bild 11

- Und links runter ins tief eingeschnittene Mühltal, wo ein paar einsame Kühe knapp über der Schattengrenze des schwindenen Abendlichts ihr Nachtmal wiederkäuen:

Bild 12

Friedlich hier oben, mehr zirpende Grillen, es riecht nach Heu.
Schön.

Nachdem ich die Idylle ein oder zwei Minuten genossen habe, raffe ich mich wieder auf. Noch ein schnelles Selbstportrait in der Abendsonne:

Bild 13: Unrasierte Ereignisse werfen ihre Schatten zurück

…dann wieder zurück an den Waldrand, dort nach Süden, leicht aufwärts in den Wald hinein…

Bild 14

…dabei ganz kurz voll markiert unterwegs…
Bild 15: Mit dabei: Das nigelnagelneue rote N des noch nicht offiziell eingeweihten Nibelungensteigs

…doch bereits nach wenigen Metern halbrechts, da waren die Markierungen dann wieder zu…
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Bild 16

Durch den Wald am Westhang nach Süden, teilweise schon relativ dunkel, da wo die Sonne durch die Bäume scheint aber noch sehr freundlich:
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Bild 17

Auch hier wieder ein sehr schönes Stück.
Am Wegesrand finden sich die ersten Vorboten des Felsenmeers…

Bild 18

… unerwartete Ausblicke aufs Auerbacher Schloss…

Bild 19

… und wunderbar Dichte Vegetation im Abendlicht:
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Bild 20

Läuferisch muss ich allerdings trotz der herrlichen Umgebung kämpfen: Es geht wieder bergauf, da sind die vielen Fotostops extrem hinderlich – Stop and Go am Hang, das kostet viel mehr Kraft als einfach so durchzulaufen.

Nachdem ich das weite Bachtal über dem Adamsgrund umlaufen habe geht´s wieder abwärts, auf einem Weg, den ich erst vor einem Monat in entgegengesetzter Richtung gelaufen bin – das wird mir allerdings erst zwischendrin bewusst, bergauf und bei Regen hat der seinerzeit ganz anders ausgesehen. Schließlich stosse ich auf die
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Bild 21

…der ich nach links folge, bis ich eine Wegscheide direkt oberhalb einer fröhlich gluckernden Quelle erreiche.

Da ich um den Teufelsberg herum möchte, biege ich hier scharf rechts ab, und laufe auf der gelben 4 knapp 100 m. abwärts bis zu einer Schranke am Waldrand oberhalb des Mühltals:

Bild 22: Uuuh, ganz schlimm unscharf. Wir lernen:
Nicht beim Joggen
Nicht beim Gehen
Für gute Fotos
Musst Du stehen!

Hier biege ich links ab, weiterhin gelbe 4, die hier auf einem winzigen, herzallerliebst wildromantischen Trampelfpad am Waldrand entlang nach Süden führt:
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Bild 23

Direkt neben einem Bach, deswegen teilweise etwas schlammig, dafür aber mit diesem wunderschön von der Sonne bestrahlten Quellenfelsen:

Bild 24: Beschriftung auf dem Felsen: Emmerling-Born 1909

Nach einem knappen km schließlich der nächste Waldrand, dieses Mal die Anhöhe hoch über Elmshausen im Lautertal am Selterswasserhäuschen:

Bild 25: Schon wieder unscharf. Blöde Kamera!

Hier links, wo ein unglaublich sackfies steiler Weg aus Betonplatten durch einen kleinen Hohlweg nach oben führt:

Bild 26: In Wirklichkeit noch viel, viel steiler als das auf dem Foto rüberkommt.

Puuh! Obwohl das Stück nur ca. 100 m. lang ist, macht es einen total fertig. Glücklicherweise wird´s dann etwas flacher: Schöner, lichter Kiesweg mit moderatem Anstieg an der Südflanke des Teufelsbergs, reichhaltig markiert mit einigen der prominensten OWK-Wegmarker, die es in dieser Gegend gibt:

Bild 27: Roter Balken = Weitwanderweg Odenwald-Vogesen, Gelbes Quadrat = Nibelungenweg, Rotes S = Alemannenweg.

So langsam laufe ich immer mehr in die Ostflanke des Felsbergs, entsprechend reicht das direkte Sonnenlicht hier nur noch selten bis auf den Boden, obwohl der Himmel frei sichtbar und hellblau ist:
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Bild 28

Tempo inzwischen übrigens hoch, vor mir sind zwei ziemlich langsame Radfahrer aufgetaucht, deswegen ist mein Ehrgeiz angesprungen. Schnaufend kämpfe ich mich Stück für Stück an sie ran, bis ich sie schließlich eingeholt habe. Ein kurzer, freundlicher Plausch, dann muss ich sie allerdings auch schon wieder ziehen lassen, denn für mich geht es nach knapp 400 m. vom breiten, bequemen Weg ab, links hoch in den Wald zum OWK-Ehrenmal am am Teufelsstein.

Bild 29: Wobei der Wegweiser nicht der ist, an dem ich abgebogen bin, sondern der aus der entgegengesetzten Richtung – den ersten hab´ ich verpasst, also hab´ ich den hier fotografiert, als ich nach dem Besuch des Teufelssteins wieder auf den Hauptweg gekommen bin…

Erst ein steiler, von Birken gesäumert schmaler (und wieder mal: Unscharfer) Trampelfpad…

Bild 30. So grauslig unscharf, das lassen wir lieber mal etwas kleiner… ;)

…dann schließlich der Teufelsstein, eine wuchtig-imposante Felsformation mitten im Wald, die zugleich als Gedenkstätte für im Krieg gefallene und verstorbene Mitglieder des Odenwald-Club fungiert:
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Bild 31

Kurze Trink- und Umsehpause, dann über einen anderen Pfad wieder zurück runter auf den Hauptweg und weiter bis zur Kreuzung oberhalb vom Borstein, dort rechts runter in Richtung Waldrand und Borsteinhaus

Bild 32

…und nach 50 m. links auf den Vogellehrfad/Weg Re3, dem ich nun in nordöstlicher Richtung durch den Wald an der Bergflanke folge:
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Bild 33

Hier ist der Wald jetzt wirklich schon finster, dichter Wald und volle Ostflanke, keinerlei direktes Tageslicht mehr. Etwas oberhalb des Waldrandes um ein Bachtal entlang, hin und wieder mal eine Schautafel mit Marker…

Bild 34

… nach ein paar hundert Metern unvermittelt eine kleine Treppe hoch zu einem Weiher im Wald…

Bild 35

…dann irgendwann rechts am Waldrand die ersten idyllischen Häuser von Reichenbach, bzw. des Reichenbacher Ortsteils „Rödchen“…

Bild 36

…um ein weiteres Tal im Wald herum (Puuh, und dann auch noch bergauf), schließlich der Parkplatz „Am Talweg“, direkt oberhalb von Reichenbach.

Kurze Pause, um die wunderbare Aussicht aufs leider schon in bläuliche Schatten gehüllte Lautertal zu geniessen:

Bild 37: Das abendliche Reichenbach vom Parkplatz Talweg aus. Die Erhebung dahinter ist die Knodener Höhe. Wer das Bild vergrößert und genau hinschaut, erkennt am Waldrand links über dem Dörf das Hofgut Hohenstein und mittig rechts oben den Krehbergturm


Bild 38: Und noch mal etwas näher – ein nicht verwackeltes Zoom-Bild, eine echte Seltenheit…

Danach weiter am Waldrand nach Nordosten, erst gelbe 2/gelbe 3, dann gelbe 1. (Auf Fotos von den Wegmarkern verzichte ich inzwischen, denn nach 40+ Bildern wird der Speicherplatz auf dem Chip knapp, und ich weiss natürlich nicht, wie man schon gemachte Bilder runterlöscht, um neuen Platz zu schaffen. Doofe Digitalkamera…). Nach ein paar Metern rechts ein Türmchen am Waldrand, das offensichtlich dem NaBu gehört…

Bild 39: Das ist von Natur aus so unscharf, das hat nichts mit dem Foto oder mir zu tun. Ehrlich! :lol:

…ansonsten dunkler, ruhiger Wald (na gut, relativ ruhig, rechts unten im Tal ist offenbar gerade ein Fußballspiel im Gang, da jubelt es manchmal aus ein paar bierseeligen Männerkehlen oder eine blecherne Lautsprecherstimme sagt irgendwas an), in dem sich allerdings immer mehr Findlinge und Felsformationen aufhäufen, ein sicheres Zeichen, das man sich dem Felsenmeer nähert, das ich nach einem halben km auch erreiche.

Mittendurch durch die Hauptader, Steine so weit das Auge reicht, sowohl links hoch…

Bild 40

…als auch rechts runter:
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Bild 41

Danach noch einen km bergauf durch den Wald nach Nordosten – dämmrig, viele Findlinge, angenehm kühl, schließlich wieder mal der Waldrand, dieses mal am Parkplatz Römersteine kurz vor Beedenkirchen:

Bild 42

Hier links gehalten und dem Alemannenweg (rotes S) gefolgt und durch das leicht brachige Wiesental südwestlich von Beedenkirchen, dabei hübscher Blick links in die Obstwiesen am Hang, die im ersterbenden Gegenlicht irgendwie was Mystisches haben:

Bild 43

Über einen Bach, an einem kleinen Wäldchen vorbei, dann auf der Strasse mit dem poetischen Namen „Am Stotz“ hinein ins abendlich-verschlafene DörfchenBeedenkirchen:
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Bild 44

Den Stotz runter, erst vorbei an neueren Wohnhäusern, dann an ein paar hübschen alten Höfen (alles voller Katzen, aber keine wollte sich fotografieren lassen), dann kurz durch die zentrale Reichenbacher Str. …

Bild 45

… und schließlich links hoch in die schon ordentlich steile Schlössergasse…

Bild 46

…auf der ich Beedenkirchen verlasse und die Anhöhe in Richtung Rosenweg und Kuralpe hochlaufe.
Wir erinnern uns: Den Anstieg nach dem Selterswasserhäuschen hab´ ich vorhin als „unglaublich sackfies steil“ bezeichnet.
Tja, der von der Schlössergasse bergauf ist noch viel unglaublich sackfies steiler:

Bild 47: …und das Bild drückt noch nicht mal annähernd aus, wie unglaublich sackfies steil das wirklich ist!!

Knapp 60 Höhenmeter auf vielleicht 300 m. Strecke, das ist echt hammerhart:

Bild 48: Erschütternd unschmeichelhaftes Selbstportrait des Verfassers beim Erklimmen von 20+% Steigung

So nach 150 m. ist dann gut, bin hier schon zweimal ganz hochgejoggt, beide Male war´s ziemlich unangenehm, brauch´ ich heute nicht, also gehe ich das letzte Stück bis an den Rosenweg.

Dort ist es dann schon wieder weniger steil, ich laufe unter den verständnislosen Blicken einiger Pferde (Fotografieren: Gescheitert) durch die herrlichen Hochwiesen am Osthang des Felsbergs bis zur nächsten Abzweigung.
Hier könnte ich eigentlich geradeaus weiter und bequem nach links über den Rosenweg an die Kuralpe laufen.
Aber das will ich ja nicht, soll ja auch noch mal über Wurzelbach/Schmal-Beerbach gehen, auch wenn mir jetzt schon klar ist, dass das superanstrengend werden wird. Also stattdessen rechts, auf den unmarkierten herrlichen Höhenweg (ebenfals Rosenweg), der dem Bergrücken bis runter nach Wurzelbach folgt:

Bild 49: Diesen Weg hab´ ich bei meinem letzten Eintrag von hier oben als einen der schönsten Wege der Gegend bezeichnet, und dazu stehe ich. Um so trauriger ist es, dass seine wunderschönen Lage mit der tollen Fernsicht auf dem Bild kaum zur Geltung kommt.

Selbst hier oben, im offenen Gelände, dämmert es inzwischen schon ernsthaft – den Sonnenuntergang habe ich leider sogar schon verpasst, zwar hatte ich den Lauf vorher ganz grob so getimed, dass ich den Sonnenuntergang hier oben hätte erleben können, aber dabei hatte ich die Fotopausen nicht miteinberechnet – laut meiner Stoppuhr hatte ich bisher schon deutlich über 20 Minuten pausiert um Bilder zu machen, diese Minuten fehlten jetzt eben zum rechtzeitigen Erleben des Sonnenuntergangs

Bild 50: Hier könnte Ihr Sonnenuntergang stehen…

Trotzdem wunderbares Stück, angenehm bergab durch die Weiden, zirpende Grillen, riecht nach Pferd Blick bis zum Taunus, dem Otzberg, oder auch einfach nur runter nach Staffel:

Bild 51: Warum das Bild so anders belichtet ist als das Sonnenuntergangsbild von eben, obwohl sie innerhalb von einer Minute gemacht wurden? Keine Ahnung, fragt die komische Digitalkamera!

Nach ziemlich genau einem km Abstieg durch einen zugewachsenen Hohlweg nach Wurzelbach rein, an ruhigen Wohnhäusern und alten Höfen vorbei bis zur L3101 auf Höhe der Tankstelle…

Bild 52

…kurz links die Jugenheimer Str. hoch in Richtung Kuralpe…

Bild 53

… dann rechts die Lindenfelser Str. in Richtung Ober-Beerbach, und nach 150 m. links in den Grenzweg, auf dem das Dorf verlassen und auf dem asphaltierten Radweg 28 die dämmrigen Hangwiesen hinauf in Richtung Hutzelstr.:
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Bild 54

Der letzte Aufstieg.
Und der hat es noch mal in sich: Von Schmal-Beerbach bis zur Hutzelstr. sind es nochmal über 100 Höhenmeter, auf etwas über 1 km Strecke – das ist selbst dann ganz ordentlich, wenn man frisch ist…
Aber ich bin nicht mehr frisch, also qüale ich mich Schritt für Schritt bergauf. Auch hier wieder: Wunderschöne Landschaft, selbst im schnell schwindenen Dämmerlicht, aber es fehlt mir irgendwie ein bisschen an der Muße, das zu geniessen.
Bin mit Atmen beschäftigt, und damit, meine müden Beine am Laufen zu halten.
Das ist schwer genug.

Aber es geht. Lang- und mühsam kämpfe ich mich aufwärts, angefeuert vom aufmunternden Glotzen der Kühe am Wegesrand:
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Bild 55

Gegen Ende wird´s sogar noch mal steiler, das tut fast schon weh, aber dann hab´ ich´s endlich geschafft, schleppe mich schweren Schrittes auf den Bergrücken und die Hutzelstrasse kurz vor dem Steigerts:

Bild 56: Auch hier wieder – Leider 20 bis 25 Minuten zu spät, sonst hätte es einen spektakulären Sonnenuntergang gegeben. So sieht man nicht mehr viel vor lauter Dämmerung, was schade ist, denn eigentlich gibt die Lücke in der Bildmitte einen großartigen Blick in die Ebene frei…

Oaaaaah!

Von hier aus war´s dann nicht mehr schwer: Die Hutzelstrasse nach links runter (Roter Balken/weisses Andreaskreuz), durch das Weideland auf der Hochebene, dabei die juwelenartig angehenden Lichter in der ins Dunkel abgleitenden Ebene bewundert, und schließlich noch etwas über einen Kilometer südwärts bis zurück zur Kuralpe.

Rückkehr:

Bild 57: Die Kuralpe im allerletzten Tageslicht, fotografiert von der Hutzelstrasse aus

Einkehr:

Bild 58: Abendessen im Biergarten der Kuralpe direkt nach dem Lauf. Kalte Cola und gebratener Schafskäse im Kartoffelmantel. Relativ hochpreisig (für meine bescheidenen Verhältnisse…), aber dafür reichlich und ziemlich lecker – das hab´ ich mir einfach mal gegönnt!

Heimkehr:

Verschlafener Nemo am Fuß der Treppe, direkt nachdem ich durch die Haustür gekommen bin

Fazit:
Der Lauf selbst – super, wie eigentlich immer am Felsberg. Ist einfach eine herrliche, extrem abwechslungsreiche Landschaft voller wunderschöner Eckchen und interessanter Orte, hier macht´s mir immer wieder einen Riesenspass.
Das Fotografieren allerdings… na ja, ganz ehrlich: Das ist und bleibt nicht so Meins. Mit der Kamera hat´s immer mal etwas gehakt (diese verdammte Verzögerung beim Auslösen, die macht mich ganz kirre), es hat viel Zeit (Insgesamt waren es am Ende fast 30 Minuten Fotopause) und etwas zu viel Kraft gekostet (wegen dem ständigen Stop-and-Go, gerade am Hang sehr anstrengend), und es mir erschwert, meinen natürlichen Laufrthythmus zu finden.
Hinzu kommt, dass ich wieder mal festgestellt habe, dass eine Kamera die Wahrnehmung verändert, indem sie die Suche nach guten Motiven in den Vordergrund rückt, und dadurch das spontane, unmittelbare Erleben der Umgebung ohne Hintergedanken an Bedeutung verliert.
Das mag ich nicht so, deswegen empfinde ich den Zwang zum Fotografieren (der sich nun mal automatisch einstellt, wenn man einen Foto dabeihat), fast ein bisschen als Bürde, die mein persönliches Lauferlebnis schmälert.
Oh, und außerdem ist es eine Heidenarbeit, die Fotos hinterher zu sichten, rüberzuspielen, auszusortieren und den Blog zu integrieren, auch das muss nicht unbedingt sein.
Deshalb: Laufberichte mit Fotos werden hier auch in Zukunft eher die Ausnahme bleiben…

Strecke: 14,5 km
Zeit: 1:39 h (8,79 km/h 6:50 min/km)
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 11,03% (1,6 km von 14,5 km)
Karte:

Und als Bonus hier noch mal die Karte mit den jeweiligen Orten, wo die Bilder gemacht wurden:

M.

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14 Antworten zu “Um den Felsberg – ein Laufbericht mit Bildern (14,5 km)”

  1. Heidi Sagt:

    Ich bin sprach,-und fassungslos! (eher selten)
    Du kannst ja fotografieren!
    Ich bin beeindruckt.
    Soll ich Dir den Titel jetzt wieder aberkennen?

    Laufberichte mit Fotos (sofern als solche zu erkennen) gefallen mir noch besser als ohne.

  2. Ingo Sagt:

    Die Fotos sind echt spitze!
    Ich kann ja nachvollziehen, dass Fotografieren beim Laufen stört, aber wie soll sich dein treues Publikum ab jetzt noch mit unbebilderten Berichten begnügen können?
    Da hast du heute einen Maßstab gesetzt.
    Super! Mehr davon!

  3. matbs Sagt:

    Heidi und Ingo!

    Vielen Dank für das Lob, freut mich, dass es euch gefallen hat. Wie gesagt: Ich denke nicht, dass ich das oft machen werde, aber wenn noch mehr positives Feedback kommt, versuch´ ich es ja vielleicht hin und wieder mal…

    Heidi: Tja, bin halt lernfähig. Aber aberkennen musst du mir nichts, die 40 nicht gezeigten Fotos sind nämlich teilweise unter aller Sau…

    Ingo: Na, ich hoffe Du hast einige der Stellen wiedererkannt, ich hab´ beim Laufen auf jeden Fall hin und wieder mal ein bisschen in Erinnerungen an letztes Jahr geschwelgt, als wir da zusammen mit David langgelaufen sind…

    Danke, danke, danke :)

    Matthias

  4. Kümmel Sagt:

    Von mir auch ein dickes Lob und gleich noch ein Tipp wegen der Kamera.

    Die Auslöseverzögerung kommt i.d.R. durch die ständig zu erledigende Belichtungs- bzw. Fokusarbeit. Selbst die kleinen Kompaktkameras haben aber gerne auch ein kleines Automatikprogramm drin, das gerne mit einem Bergsymbol versehen ist und dafür steht, dass der Fokus auf Unendlich eingestellt ist. Das ist für alle Objekte mit wenigstens einigen Metern Entfernung absolut ausreichend und zumindest bei Aufnahmen außerhalb des Waldes und bei noch nicht untergegangener Sonne tolle Bilder macht. Bei schlechten Lichtbedingungen (im Wald, bei Gegenlicht,..) ist es natürlich etwas anderes, aber bei gut ausgelichteten Landschaftsaufnahmen kann man normalerweise sogar problemlos in Bewegung knipsen.

    Und damit dürften dann auch dauerhaft bebilderte Laufberichte machbar sein ;-)

  5. Kümmel Sagt:

    Und noch was: Neben Karte 2 könntest Du ja auch doch mal vermehrt Karte 5 oder 8 verwenden :-)

  6. Gerd Sagt:

    Wow… Du überraschst mich!!!!!
    Mal unabhängig von der Schärfe der Bilder, das sind ja richtig schöne Blickrichtungen dabei. An dir geht ja ein Künstler verloren!!

    Ein Lauf mit Technik????

    Am besten find ich deinen Kommentar zu Bild 39 :lol:
    Es ist eine andere Art des Laufens und macht, wie Du ja jetzt selbst erfahren hast, eine Schweinearbeit.
    Großes Lob von mir für deinen tollen Bericht!
    Gruß Gerd

  7. Gerd Sagt:

    … Du bist schmal geworden!
    vom Stress oder vom laufen ??

  8. matbs Sagt:

    Hi Kümmel,

    ach, diese ganzen doofen kleinen Knöpfchen, Schieberchen und Rädchen, die man da ständig bedienen muss, das ist einfach zuviel für einen technikfeindlichen alten Zausel wie mich – ich hatte schon genug Probleme damit, den Blitz unter Kontrolle zu halten, denn den muss man nach jedem Anschalten aufs Neue deaktivieren, damit er nicht wahllos in jedes stimmungsvolle Waldfoto reinblitzt…
    Aber du hast recht, da ist tatsächlich auch ein Knopf mit einem Berg an der Kamera (das ist derselbe wie für die Makroaufnahmen, na sowas…), muss ich dann vielleicht doch noch mal irgendwann ausprobieren… ;)

    Und was die Karten angeht: Zumindest die 5 ist eine meiner meistbenutzten Karten, mit der hab´ ich im letzten Jahr sicherlich Dutzende von Läufen absolivert, da brauch´ ich mir also nichts vorwerfen (und eigentlich wäre sie auch für diesen Lauf gut gewesen, da ist die 2 nur deshalb mitgekommen, weil sie auf dem Kartenstapel weiter oben lag).
    Meine 8 wird zugegebenermaßen etwas weniger beansprucht, aber wie gesagt: Sobald ich wieder etwas mehr Zeit und Muße habe, werd´ auf mir das Weschnitztal, die Tromm und die Bergstrasse bei Weinheim auf jeden Fall noch mal genauer ansehen – versprochen! :)

    Vielen Dank

    Matthias

  9. matbs Sagt:

    Hey Gerd,

    na ja, Künstler – ich weiss ja nicht… ;)
    Aber als Comicleser und ehemaliger Fernsehhospitant hab´ ich vielleicht ein bisschen Gespür für Bildkomposition – einen goldenen Schnitt krieg ich mit ein etwas Glück noch hin. :D
    Außerdem ist die Landschaft da oben halt so verflixt schön, da musst du eigentlich nur drauf halten, der Rest kommt dann schon von alleine, besonders wenn das Licht stimmt.

    Und schmal geworden – tja, der Stress, der Stress…
    Aber im Ernst: Eigentlich bin ich gar nicht schmal geworden, der verdammte Rettungsring um meine Gebärhüften reitet nach wie vor überallhin mit.
    Umso mehr hab´ ich mich selbst über Bild 58 gewundert, wo es so aussieht, als hätte ich total spillerige Ärmchen. Ist aber wirklich nicht der Fall, das kommt wohl irgendwie von der Perspektive – eigentlich sehe ich immer noch ganz normal rund und gesund aus…

    Auch Dir vielen Dank für das Lob, das tut echt gut :)

    Matthias


  10. [...] Um den Felsberg – ein Laufbericht mit Bildern (14,5 km) [...]


  11. [...] ich schon kannte: Gelbe 4/Gelbes L vom Felsenmeer zu den Römersteinen, hier war ich neulich erst bei meinem letzten Lauf am Felsberg durchgekommen. Hrmnaja, offensichtlich war ich am Waldrand doch falsch abgebogen, aber immerhin [...]


  12. [...] Bild #62: Selterswasserhäuschen zwischen Hochstädten und Elmshausen – und im Gegensatz zum letzten Mal ist das Bild sogar [...]


  13. [...] Um den Felsberg – ein Laufbericht mit Bildern In dem der Matthias einmal ganz den mächtigen Felsberg umrundet und sich dabei sich zum zweitenmal als laufender Fotograf versucht, viele scharfe und weniger scharfe Bilder von der tollen Landschaft schiesst, das Felsenmeer durchquert, den Sonnenuntergang verpasst, und zur Belohnung gebackenen Schafskäse essen darf. [...]


  14. [...] rechts abknickt und südwärts in den Wald reinführt: Bild #49: Hm. Als ich letztes bei meinem allerersten halbwegs gelungen Lauf mit Foto hier vorbeigekommen bin, hab ich diese Stelle auch fotografiert und ebenfalls ein unscharfes Bild [...]


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