Heute endlich mal wieder sowas wie schönes Wetter draussen, das weckt sofort die Lauf- und Lebensgeister: Zwar noch etwas neblig, aber der Dunst reichte nicht weit nach oben, und direkt darüber gab´s strahlendblauen Himmel samt Sonnenschein.
Herrlich, und weil´s das dieses Jahr nicht mehr so oft geben wird, musste es unbedingt für einen besonders schönen Lauf genutzt werden. Also kurz im Archiv der geplanten Strecken was Passendes gesucht und eine wunderbare Strecke durch die Berge hinter Bensheim ausgesucht – die hatte ich schon ganz lange mal laufen wollen und nur auf die richtige Gelegenheit gewartet, und dahinten gefällt´s mir ja sowieso immer unheimlich gut (vgl. z.B. hier).
Warm eingepackt (ziemlich frisch heute) und relativ früh (um möglichst viel Sonne mitzunehmen, in den tiefen Bergtälern verschindet die nämlich schon Stunden vor dem offiziellen Sonnenuntergang) auf den Weg gemacht.
Start war heute im idyllischen Bergdörfchen Hochstädten hinter Bensheim, mitten im Ort an der Ecke Mühltalstr./Malchenweg (vor dem Restaurant Fiesta).
Herrlich hier oben, klare, frische Luft, kein Nebel mehr in Sicht, strahlende Sonne:

Bild #1: Am Start in Hochstädten
Von hier aus erstmal südwestwärts, an der Mühltalstr. entlang talabwärts, der leuchtenden Sonne entgegen:

Bild #2: Mühltalstr.
Tempo von Anfang an bewusst langsam, einerseits um es so richtig zu geniessen, andererseits um meinen immer noch nicht ganz entspannten Rücken nicht zu sehr zu beanspruchen (better safe than sorry). Lief wunderbar: Die Sonne wärmte, die Umgebung war wunderschön, und meine Laune hätte besser nicht sein können (und gerade Letzteres macht ja bekanntlich viel aus) – perfekt.
Nach einem sehr entspannten ersten halben Kilometer mit leichtem Gefälle erreichte ich den unteren Ortsrand von Hochstädten…

Bild #3
…nach dem ich noch ca. 100 m. geradeaus am Rand der L3103 entlanglief, dann links abbog, und auf der kleinen Brücke am Marmorwerk die im Talgrund fliessende Auer zu überqueren und zum Wald am südlichen Talrand hinaufzulaufen (Markierung: Gelbes V):

Bild #4: Auerbrücke am Marmorwerk
Links des Weges entdeckte ich dabei übrigens dieses interessante und offensichtlich recht alte… äääh… Dingsenskirchengemauerteslochimbodenodersoähnlich, das ich noch nie zuvor bemerkt hatte. Nett, das musste natürlich gleich fotografiert werden:

Bild #5: Äääh… Dingsenskirchengemauerteslochimbodenodersoähnlich am Marmorwerk
Hinter dem Marmorwerk hoch in den Wald rein, dann gleich links, und auf dem unmarkierten Weg am Waldrand kurz nach Nordosten. Leichte Steigung an der Talwand hoch, gut zu laufen und bot außerdem auch noch einen schönen Blick über den unteren Teil von Hochstädten:

Bild #6: Hochstädten vom Waldrand über dem Marmorwerk aus. Links im Hintergrund der Melibokus
Kurz danach bog ich dann scharf rechts ab, auf einen unmarkierten Pfad, der weiter in den Wald hinein und den Hang hinauf führte – der erste richtige Aufstieg für heute, aus dem Mühltal (bzw. Hochstädter Tal) hoch auf die Anhöhe über dem Fürstenlager. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er ziemlich hart werden würde, stattdessen stellte er sich jedoch als überraschend angenehm raus: Zwar schmal, aber mit einer sehr moderaten Steigung, außerdem dick mit farbenfrohem Herbstlaub bedeckt, das wunderbar in der warmen Novembersonne (die ungehindert durch die inzwischen weitgehend kahlen Wipfel scheinen konnte) leuchtete.

Bild #7: Unmarkierter Pfad auf die Anhöhe nördlich des Fürstenlagers…

Bild #8: …bedeckt mit schönem, buntem Herbstlaub, das in der Sonne leuchtet
Da ich ich auch weiterhin sehr bewusst langsam machte, fiel der Aufstieg fast schon beunruhigend leicht – als ich nach knapp 800 kurvigen Metern das obere Ende des Pfades hinter dem Fürstenlager erreichte, waren mein Puls und Meine Atmung immer noch sc hön langsam, und ich war nicht mal richtig geschwitzt.
Hier oben öffnete sich der Wald wieder…

Bild #9
und gab den Blick auf das schmale, idyllische Wiesental hinter dem Fürstenlager frei, das in der prallen Mittagssonne sattgrün schimmerte:

Bild #10: Tal hinter dem Fürstenlager
Ich wandte mich rechts und folgte kurz dem Nibelungen- und Alemannenweg am Waldrand nach Westen…

Bild #11: Gelbes Quadrat = Nibelungenweg, Rotes S = Alemannenweg
…bis ich die Eremitage erreichte, eine seltsame kleine Zierkapelle am Talrand, die aus irgendeinem Grund mit Baumrinde verkleidet ist und zum historischen Gebäudefundus des Fürstenlagers gehört (soweit ich weiss, hat sie trotz ihres Namens nie einen Einsiedler beherbergt, sondern wurde nur deshalb gebaut, weil´s im 18. Jahrhundert total schick war, sowas in seinem Park rumstehen zu haben).
Sieht übrigens so aus:

Bild #12: Eremitage
Von der Eremitage kurz runter ins Tal und ein kurzes Stück auf dem Weg im Talgrund in Richtung Herrenhaus…

Bild #13: Tal hinter dem Fürstenlager
…nach etwas über 100 m. jedoch gleich wieder rechts ab, und auf dem Neun-Aussichts-Weg (gelbe 3) wieder bergauf, in den Wald am Nordhang des Tals. Ganz neuer Weg für mich, obwohl ich schon X-Mal im Fürstenlager gewesen bin, hab´ ich es hier noch nie hoch geschafft.
Schade eigentlich, denn der Weg ist sehr nett: Erst ein recht steiles Stück am Waldrand bergauf, dabei schöner Blick links runter in das flache Roßbachtal (so heisst das Tal mit dem Fürstenlager drin nämlich offiziell)…

Bild #14: Mittleres bis hinteres Roßbachtal vom Anfang des Neun-Aussichts-Weges
…dann auf dem kleinen Höhenrücken entlag westwärts, an einer seltsamen Kanzel vorbei…

Bild #15: Keine Ahnung, wozu die gut ist. Vielleicht ein Schutz vor marodierenden Pinguinen?
…zwischendurch kurz links vom Hauptweg ab, zu einem hübschen kleinen Platz im Wald, auf dem eine einzelne Bank und sowas wie eine alte Gedenkurne („En mémoire de Frederique et Charlotte…“) standen…

Bild #16: Der Platz hat sicher auch einen richtigen Namen, aber den kenn´ ich leider nicht…
…dann wieder auf den Bergrücken hoch, 100 m. weiter, kurz einen unerwarteten aber wunderschönen Ausblick durch die kahlen Bäume auf Auerbach genossen…

Bild #17: Auerbach von oben
…und schließlich links den Hang abwärts, aus dem Wald hinaus zurück ins Roßbachtal.
Tolle Atmosphäre, denn im Talgrund beim Fürstenlager hatte sich eine lichte aber hartnäckige Nebelschwade festgesetzt, in der sich das Sonnenlicht auf ganz seltsame Art und Weise brach, sah ziemlich faszinierend aus:

Bild #18: Waldrand an den Neun Aussichten
Direkt unterhalb des Waldrands liegen die „Neun Aussichten“, ein Terassenförmig angelegter Aussichtspunkt mit Tischen und Bänken, der einen schönen Blick auf das Fürstenlager im Tal und in die Rheinebene bietet (letzteres allerdings nur, wenn es klar ist, das war heute nix):

Bild #19: Neun Aussichten
Von hier weiter auf der gelben 3 runter ins mittlere Roßbachtal, und damit richtig rein ins Fürstenlager. Ich hab´s glaube ich ja schon irgendwann früher mal beschrieben, aber nur zur Erinnerung:
Das Fürstenlager ist ein Landschaftspark, den das Haus Hessen-Darmstadt ab 1790 als Sommerfrische anlegen liess. Eingebettet in ein schmales Seitental oberhalb von Auerbach findet sich hier ein früher englischer Garten mit altem, gepflegten Baumbestand (viele Exoten) mit Teich, diversen Pavillons und Tempelchen, einem kleinen Weinhang, und einer dorfartigen Gruppe malerischer alter Häuser unterhalb des prächtigen Herrenhauses, das heute ein Hotel/Restaurant/Café beherbergt.
Heute ist die Anlage ein Staatspark im Besitz des Landes Hessen, und wird in einem möglichst originalgetreuen Zustand gehalten. Wunderschön, gerade an einem sonnigen Tag wie heute.
Von den Neun Aussichten folgte ich weiter der gelben drei, die hier auf einem gepflegten, baumbestandenen Parkweg den Hang hinab führt:

Bild #20: Neun-Aussichts-Weg von den Neun Aussichten runter ins Fürstenlager
Rechts eine herrliche Aussicht ins und über das leicht neblige Roßbachtal und den Park, an dem ich mich gar nicht sattsehen/fotografieren konnte. Dummerweise erlitt der Foto hier eine Art elektronischen Nervenzusammenbruch (weiss der Geier warum), so dass ein Teil der Bilder unerklärlicherweise so aussahen:

Bild #21: Huh? Was´n da los?
Andere hingegen waren dann wieder ganz normal – seltsam…

Bild #22: So hätte Bild #21 eigentlich aussehen sollen…
Abwärts, über den Weinbergen entlang…

Bild #23
…dann dem oberen Teil des „Dorfes“…

Bild #24
…und schließlich dem in lichte Nebelschwaden gehüllten Herrenhaus…

Bild #25
…bis runter in den schattigen, kühlen Talgrund.
Dort dann rechts (Nibelungenweg, gelbes Quadrat) bis runter zum Herrenhaus, wo ich eine kurze Fotopause einlegte. Hätte ich mir allerdings auch sparen können, denn die Kamera hatte ihren Koller immer noch nicht ganz unter Kontrolle, und verzerrte/verpixelte/verfärbte alle Bilder, die ich hier unten machte, aufs gräßlichste. Das hier war noch das Beste, der Rest… na ja, reden wir nicht drüber:

Bild #26: Leicht verzerrter Blick auf den Platz vor dem Herrenhaus. Saubere Fotos vom Fürstenlager gibt´s z.B. hier
Vom Herrenhaus folgte ich dem Burgenweg (Blaues B) nach links, neben der großen Wiese am gegenüberliegenden Hang bergauf.
Hübsch aber steil, hier kam ich dann doch so langsam ins Schwitzen und Schnaufen, und musste unterwegs sogar noch ein bisschen Tempo rausnehmen. Nicht so sehr wegen der Kondition, sondern wegen meinem noch nicht ganz koscheren Rücken – bergauf- und bergablaufen braucht einfach viel mehr Körperspannung als einfach nur im Flachland vor sich hinwassern, da muss man etwas vorsichtig sein, wenn die Rückenmuskulatur noch etwas krampfig ist…
Nach 300 m. Aufstieg erreichte ich am oberen Ende der langen Wiese ein weiteres Tempelchen…

Bild #27: Inschrift „Von Ludwig und Emil“
…von dem aus ich nochmal einen wunderbaren Blick runter aufs Herrenhaus hatte…

Bild #28: Interessant – Mit der Sonne im Rücken sieht man nichts mehr von dem Dunst im Tal
…bevor ich nach einem weiteren kurzen steilen Stück das obere Ende des Hangs erreichte, und links auf den den Höhenweg abbog, der auf dem schmalen Rücken zwischen Roßbachtal und den südlichen Auerbacher Weinlagen ostwärts führt.
Herrliches Stück. Wunderbar warme Sonne, blauer Himmel, angenehmer Weg mit wenig Steigung, und dazu schöne Ausblicke nach links…

Bild #29: Auerbacher Schloss und Melibokus
…und rechts…

Bild #30: Sonnige Weinberge über dem Parkplatz Herrenwingert, im Hintergrund der Höhenzug vor Ober-Hambach
…und links…

Bild #31: Nochmal die Eremitage, dieses mal von der anderen Talseite aus gesehen
…und rechts:

Bild #32: Blick übers untere Lautertal. Der Turm rechts in der Bildmitte ist die Schönberger Kirche, an der ich später noch vorbeikommen sollte
Hier oben war´s heute so schön, da hätte ich ewig weiterlaufen können, das störte selbst der Uralt-Traktor nicht, der mich zwischenzeitlich mit ohrenbetäubendem Tuckern überholte (übrigens nur, weil ich ihn liess – wenn ich mich angestrengt hätte, hätte der mich nie eingeholt…
).
Nach etwas über einem Kilometer die Wegscheide über dem hinteren Ende des Roßbachtals – bisher war ich hier immer links auf den Nibelungenweg in Richtung Felsberg gelaufen, heute hielt ich mich jedoch zum allerersten mal rechts und nahm den Schloss-Weg (gelbe 7), der hier auf ungefähr gleichbleibender Höhe nach Osten führt
Bild #33: Schloss-Weg (gelbe 7) hinter dem Fürstenlager.
200 m. geradeaus, am Rand eines hübschen, sonnigen Wiesentals entlang, dann in den Wald unterhalb der Ludwigshöhe. Am Waldrand stiess ich auf eine ungewöhnliche Infotafel mit spiritueller Botschaft, die offensichtlich zu einem lokalen Pilgerweg von Bensheim nach Schönberg gehört, der mir bisher nicht bekannt gewesen war. Wieder was Neues entdeckt, auch wenn ich als nicht-katholischer Heide natürlich nicht die primäre Zielgruppe für franziskanische Pilgerpfade bin… ![]()

Bild #34: Station des Franziskanischen Pilgerwegs oberhalb von Schönberg
Im Wald noch kurz geradeaus, dann der gelben sieben folgend rechts den Hang runter.
Auch hier war´s wieder unglaublich schön: Südwesthang + laublose Baumwipfel = Volle Nachmittagssonne mit faszinierendem Spiel von Licht und Schatten auf dem grellbuntem Herbstlaubteppich zwischen den knorrigen alten Bäumen:

Bild #35: Herbstliche Waldimpressionen…
Nach knapp 800 m. durch den Wald erreichte ich schließlich den Haingrund am Rand des Bensheimer Stadtteils Schönberg:

Bild #38: Haingrund
Netter, versteckter Seitenarm des Lautertals, in dem ich bisher noch nie gewesen war, zwar merklich kühler und diesiger als die Anhöhe, aber immer noch angenehm sonnig.
Ich lief den Haingrund runter und bog dann links in den Rosengrund ein. Weiter abwärts nach Schönberg rein. Als ich den Friedhof passierte, bemerkte ich die Silhouette der schönberger Kirche, die sich zwischen den Bäumen auf der Anhöhe oberhalb des Friedhofs abzeichnete:

Bild #39: Schönberger Friedhof, darüber die schönberger Kirche
Da ich die Kirche noch nie aus der Nähe gesehen hatte, beschloss ich spontan, mal hochzulaufen und sie mir anzugucken. Entsprechend direkt nach dem Friedhof halblinks von der Strasse im Rosengrund ab und auf den Weg zur Kirche hinauf.
Puha!
Ähnlich wie das schönberger Schloss (das einen Berg weiter unten zu finden ist), thront die auch die Kirche hoch oben auf einer extrem steilen Anhöhe über dem tiefen, schmalen Lautertal.
Spektakuläre Lage, aber wer hier hoch will, muss einen ordentlichen anstrengenden Anstieg bewältigen, der – zumindest wenn man joggt – ganz schön reinzieht.
Aber hey, was sein muss, muss sein:
Hoch bis zum Friedhofseingang…

Bild #40: Eingang zum schönberger Friedhof auf halber Höhe des Kirchenbergs
…dann eine um scharfe, serpintinige Kurve und weiter den steilen Kiesweg hoch, von dem aus man einen tollen Blick über das Seitental rüber zum schönberger Schloss hatte, das – halb vom Dunst verhüllt – von der nächsten Anhöhe herbübergrüßte:

Bild #41: Schönberger Schloss im Dunst
Oben angekommen erwartete mich die wirklich ziemlich imposante Kirche: Relativ groß und neu (erst Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, nachdem die vorherige Kirche abgebrannt war), im neoromanischen Stil (glaube ich zumindest):

Bild #41: Schönberger Kirche von Süden
Besonders beeindruckend fand ich den großen, hohen Eingangsbereich über dem Kirchenvorplatz, der im direkten Sonnenlicht mit intensiv rosig-rot schimmerte:

Bild #42: Eingangsbereich der schönberger Marienkirche

Bild #43: Und noch mal von Nahem und mit meinem Schatten (nur so zum Beweis, dass ich auch wirklich da war…
)
Ich sah mir alles genau an, ging einmal um die Kirche herum (links daneben ist noch ein kleiner, gepflegter Friedhof, auf dem Mitglieder des Adelshauses Erbach-Schönberg bestattet sind), und machte mich dann wieder auf den Weg. Abstieg genauso wie Aufstieg, unten angekommen links, und weiter den Rosengrund hinab bis runter an die B47/Nibelungenstr. im Talgrund.
Hier bog ich dann links ab und folgte der Bundesstrasse talaufwärts. Breiter Bürgersteig neben der Fahrbahn, kaum Steigung, eigentlich angenehm zu laufen. Allerdings ist das Lautertal hier unten so schmal und tief, dass die Sonne selbst jetzt, am frühen Nachmittag, nicht mehr in den Talgrund reichte – entsprechend es neblig, überraschend dunkel, und vor allem schweinekalt:

Bild #44: Brrrrrrrr
Das lud nicht gerade zum Verweilen ein, also machte ich zügig weiter: Am Rand der B47 und neben der vor sich hinplätschernden Lauter…

Bild #45: Die Lauter an der Nibelungenstr. in Schönberg
…talaufwärts, aus Schönberg hinaus…

Bild #46: Oberer Ortsausgang von Schönberg
…und weiter nach Wilsmhausen, dem nächsten Bensheimer Stadtteil im Lautertal.
Auch dort erstmal weiter geradeaus, an der B47 westwärts in den Ort hinein…

Bild #47: Nibelungenstr. in Wilmshausen
…dann nach knapp 600 m. rechts, über die Lauter in die Strasse „zum Katzenrech“…

Bild #48: Hübsche alte Fachwerkhäuser im „Katzenrech“ in Wilmshausen
…und gleich wieder links in die Mühlbergstr., die ich durchlief, bis ich den lokalen Wanderweg EL2 am Ortsende erreichte. Wieder mal links, aus dem Dorf hinaus…

Bild #49: El2 am Ende von Wilmshausen
…und auf einem kurzen aber überraschend fiesen Anstig hoch auf eine kleine Anhöhe am Talrand zwischen Wilms- und Elmshausen:

Bild #50
So langsam merkte ich die bisherigen Höhenmeter doch schon ein bisschen, entsprechend war ich froh, dass es direkt nach der Anhöhe wieder abwärts ging, auf dem schmalen aber recht idyllischen El2 zurück ins Lautertal und runter nach Elmshausen.
Dort dann mal wieder ein Stück an der B47 entlang…

Bild #51: Drachentöter vor Fachwerk an der elmhäuser Nibelungenstr.
…durch den alten Ortskern weiter talaufwärts nach Osten:

Bild #52: Hier hat´s schmale Bürgersteige…
Nach 400 m., hinter der großen Kurve, dann links in die Hochstädter Str., markiert mit dem rote Balken des Weitwanderwegs Odenwald-Vogesen, und nach weiteren 100 m. halbrechts auf den Lokalweg El1, der steil aufwärts aus Elsmhausen hinaus in die Wiesen an der nördlichen Talwand führt – der letzte Aufstieg für heute.
Und der war nochmal richtig, richtig hart.
Wie die allermeisten Täler im vorderen Odenwald hat auch das Lautertal eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Hummerfalle: Man kommt zwar leicht rein, aber rauskommen… tja, das kann ganz schön schwierig sein, zumindest wenn man nicht den unteren Ausgang nimmt, sondern einen der Seitenhänge hoch will. Zum Beispiel auf dem Weg El1 von Elmshausen bis in den Wald am Teufelsberg:
Über 160 Höhenmeter auf ca. 1,4 km Strecke, die noch nicht mal stetig ansteigt, sondern zwischenzeitlich auch mal fast eben ist oder sogar sogar ein bisschen abfällt.
Da wo sie ansteigt, ist sie folgerichtig brutal steil.
Das kriegte ich auch gleich zu spüren – bereits die ersten Meter aus Elmshausen hinaus in die Wiesen oberhalb des Ortes jagten meinen Puls und meine Atmung in ungeahnte Höhen (den Rest von mir allerdings nicht, der quälte sich bestenfalls in geahnte Höhen…
) – furchtbar anstrengend, da freute ich mich richtig über das anfeuernde Gegauze der beiden Sennhunde am letzten Haus des Ortes:

Bild #53: Sennhund beim verbellen eine rotgesichtigen, schwitzenden Mannes vor dem Hoftor
Direkt danach 200 m. Hohlweg mit 20+% Steigung…

Bild #54: Hohlwege sind immer die schlimmsten. Ist wirklich so. Traut nie einem Hohlweg!
…gefolgt von 300 relativ flachen Metern durchs Weideland, von denen man eine gute Aussicht nach Osten hatte, über das Lautertal hinweg zur Knodener Höhe…

Bild #55: Der Gipfel in der rechten Bildmitte müsste der Knodener Kopf (511 m. ü.NN) sein
…und – etwas später – hinunter nach Reichenbach hatte:

Bild #56: Reichenbach
Danach ging´s El1 sogar nochmal kurz bergab – nie ein gutes Zeichen bei einem steilen Aufstieg (denn jeder Meter, den man mittendrin runterläuft, ist ein Meter, den man bald danach wieder hochlaufen muss):

Bild #57: Auf und Ab auf El1
Danach wurde es nochmal richtig steil.
Glücklicherweise ergb sich vor dem letzten, fiesen Stück (knapp 400 m., 70+ Höhenmeter) noch Gelegenheit zu einer kleinen Pause, um der freundlichen lokalen domestizierten Fauna meine Aufwartung zu machen (und zu verschnaufen und meine Rückenmuskulatur ein bisschen zu lockern…).
Da waren zuerst mal ein paar total sympathische Pferde auf der Weide links des Weges. Normalerweise bin ich ja nicht so für Pferde, aber die hier waren klein und zottelig und kurzbeinig (hmm, an wen erinnert mich das bloss?
) und gemütlich und liessen sich streicheln:

Bild #58: Vielleicht war´s ja auch noch ein Pony? Das würde meine Sympathie erklären. Ich mag Ponies.
Und auf der Weide direkt dahinter…

Bild #59: It´s the requisite Odenwaldfotolaufberichtskuh, finally revealed!
…traf ich dann auch noch eine nicht minder kleine, kurzbeinige, freundlich und irgendwie hübsche Kuh, die sich ebenfalls ein bisschen streicheln liess:

Bild #60: Eine nette Kuh
Nach der Nutztierstreichelpause unter großen Anstrengungen weiter den steilen, unebenen El1 hoch in den Wald am Teufelsberg…

Bild #61: Nicht so richtig sichtbar: Die fiesen großen, gerölligen Steinbrocken unter der Laubschicht, auf denen man total superprima ausrutschen kann
…und schließlich bei der ersten Gelegenheit links auf einen unmarkierten aber ebenen (huijuijui, das war angenehm) Waldweg, der am Hang entlang bis auf den Nibelungenweg/Weitwanderweg Odenwald-Vogesen/Alemannenweg am Selterswasserhäuschen führte:

Bild #62: Selterswasserhäuschen zwischen Hochstädten und Elmshausen – und im Gegensatz zum letzten Mal ist das Bild sogar scharf!
Fast geschafft – ich war fast schon wieder in Hochstädten, und von hier aus würde es nur noch bergab gehen. Da ich die Hauptwege allerdings alle schon gelaufen war, hatte ich für heute noch ein kleines Schmankerl eingeplant: Anstatt durch eines der Seitentäler oder über die Amalienhöhe zurückzulaufen, wollte ich über die Bangertshöhe, einen bewaldeten Höhenrücken über Hochstädten, über den keiner markierten Wege führen, sondern – zumindest laut der Wanderkarte – nur ein paar kleine Pfade, vonen denen einer (zumindest auch wieder laut Wanderkarte) bis runter ins Dorf führen sollte. Klang spannend, neu und vor allem ein bisschen abenteuerlich, also genau das richtige zum Abschluss der heutigen Tour.
Zu Anfang liess sich das auch sehr vielversprechend an – ich lief vom Selterswasserhäuschen noch ein kleines Stück den Nibelungenweg runter (in Richtung Amalienhöhe und Fürstenlager) und bog nach 100 m. rechts auf einen kleinen Pfad ab, der in den Wald auf der Bangertshöhe führte und dort dem Verlauf des Bergrückens nach Südwesten, in Richtung Hochstädten, folgte. Hier kommt wohl wirklich kaum jemand vorbei, zumindest sah der kniehohe Laubteppich, durch den ich hier durchpflügen musste/konnte/durfte (machte eigentlich ziemlich viel Spass) nicht so aus, als hätte es hier in letzter Zeit nennenswerten Durchgangsverkehr gegeben:

Bild #63: Weg (?) auf der Bangertshöhe
Insgesamt fast ein angenehm-abenteuerlicher Kilometer durch den einsamen Wald auf dem Bergrücken, der herrlich von der warmen Nachmittagssonne ausgeleuchtet wurde. Nach ein paar hundert Metern rechts ein bisschen Waldrand an einer Hangwiese, über die hinweg sich ein grandioser Panoramablick auf den Melibokus bot:

Bild #64: Melibokus von Südosten
Danach ging´s dann noch ein ganzes Stück weiter und schließlich…
…endete der Weg.
Allerdings nicht wie erhofft in Hochstädten – sondern mitten im Wald, am westlichen Ende der Bangertshöhe.
Vom Pfad runter ins Dorf, den die Wanderkarte versprochen hatte, keine Spur. Hier gab´s nur Wald, Steilhänge, und eine unzugängliche und nicht sehr vielversprechend aussehende Bergweide mit blöde glotzenden Kühen:

Bild #65: Die waren mindestens genauso ratlos wie ich…
Zum Glück hatte ich ja mir ja einen Streckenplan gemacht, mit dessen Hilfe ich zumindest rausfinden konnte, wo der Pfad eigentlich hätte verlaufen müssen.
Dort kletterte ich dann den Hang runter (im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier war an Joggen nicht mehr zu denken), bis ich an ein Wiesental gelangte, das offensichtlich bis runter zum Dorf reichte.
An dessen Rand kletterte ich dann weiter runter. Etwas weniger steil, dafür schlummerte ein wahrer Urwald winterlich kahler Brombeerhecken unter dem kniehohen Laub, dessen Dornen sich gar nicht mehr von meiner Lycra-Leggins trennen wollten. Autsch.
Fast ganz unten fand ich dann doch tatsächlich noch sowas wie einen „Weg“ (= ein sumpfiges, etwas weniger dorniges Stück Wiese am Talgrund), der tatsächlich bis runter nach Hochstädten führte.
Oder zumindest fast – laut Wanderkarte hätte er nämlich eigentlich direkt in die Mühltalstr. münden müssen.
Tat er aber nicht – stattdessen endete er 30 m. vorher am verschlossenen Hoftor eines Privatgrundstücks. Die Strasse konnte ich sogar schon sehen, direkt da vorne, am entgegengesetzten Ende des Hofes, an dem ich gerade stand. Aber durch konnte ich nicht.
Tja, da war guter Rat teuer – einen anderen Weg zur Strasse gab es nicht (links und rechts erstreckten sich weitere Privatgrundstücke, durch die ich ebensowenig einfach durchkonnte), den wilden Hang hoch wollte ich nicht mehr, also rief ich einfach mal zaghaft in den Hof vor mir hinein, ob jemand da wäre.
Und ich hatte Glück: Beim zweiten Rufen tauchte eine freundliche junge Frau im Hof auf, der ich erklärte, dass ich mich irgendwie leicht verrirrt hatte und gerne über ihr Grundstück auf die Strasse wollte, was sie mir netterweise erlaubte (und dabei mich wahrscheinlich insgeshamt für einen halbverrückten Volldeppen hielt).
Problem gelöst – sie machte das Tor auf, ich bedankte mich artig, lief über den Hof raus auf die Felsbergstrasse, bog dort links ab, und erreichte nach knapp 150 m. wohlbehalten, zufrieden und entspannt das wartende Auto.
Hach, das war gut heute. Endlich mal wieder ein richtig schöner Lauf bei richtig schönem Wetter in richtig schöner Umgebung – sowas wird gegen Jahresende ja leider immer schwieriger, aber manchmal klappt´s eben doch. Und dann tut es einfach nur richtig, richtig gut…
Strecke: 13,4 km
Zeit: 1:23 h reine Laufzeit (= 9,69 km/h bzw. 6:12 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 78,21% (10,48 km von 13,4 km)
Karte:

M.
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18. November 2008 um 08:33
Wunderschöne Strecke, bei super tollem Wetter!
Einen Teil kenne ich sogar von unserem Lauf.
…waren klein und zottelig und kurzbeinig (hmm, an wen erinnert mich das bloss?
) und gemütlich …
Bei dem Link. Welchen der beiden meinst Du eigentlich?
18. November 2008 um 11:19
Beide, Gerd, beide!
Ja, war superschön. Sollte öfter so sein…
18. November 2008 um 22:30
[...] Hochstädter Tal – Fürstenlager – Lautertal. Mit Fotos (13,4 km) [...]
15. Dezember 2008 um 14:37
[...] Mitläufer – nämlich der Foto – nicht von Anfang an gesponnen hätte. Wie schon beim letzten und vorletzten Mal gab es irgendein Problem mit der Technick im Innenleben, weswegen die Bilder die er machte, [...]
14. März 2009 um 19:14
Hochstädter Tal-Fürstenlager-Lautertal
Sehr geehrter Wanderer,
mit Begeisterung habe ich Ihren Bericht mit den dazugehörigen Bildern gelesen und gesehen.
Ganz besonders gefiel mir aber das Bild 47 aus Wilmshausen. Im Haus am rechten Bildrand hinter der Laterne bin ich 1944 geboren und in der Kirche in Schönberg, Bild 41, getauft worden. Auf dem Friedhof in Schönberg liegen meine Großeltern.
Ich bin als kleines Kind mit meinen Eltern und Verwandten oft von Auerbach, Fürstenlager, Schönberg nach Wlmshausen gegangen. Auch von Wilmshausen über Elmshausen mit seinem wunderbaren Rathaus
nach Reichenbach mit seinem Felsenmeer gegangen. Damals kostete das Haareschneiden beim Friseur in Elmshausen nahe des Sportplatzes 0,70 DM! Seit über 60 Jahren wohne ich in der Schwebebahnstadt Wuppertal und sende Ihnen von hier aus die allerbesten Grüße
Manfred Bockmühl
NS: Gibt es aus diesem Umfeld noch weitere schöne Fotos?
15. März 2009 um 01:54
Lieber Herr Bockmühl,
vielen Dank für den sehr freundlichen Kommentar!
Ich versuche immer, bei meinen Tourberichten etwas von meinem Enthusiasmus für, und meiner Freude an der wunderschönen Landschaft von Bergstrasse, Odenwald und Ried durchklingen zu lassen – wenn das in Ihrem Fall geklappt hat, und Ihnen dabei vielleicht sogar noch ein paar schöne Kindheitserinnerungen wiedergebracht hat, dann freut mich das wirklich ganz ungemein.
Von Elmshausen und Wilmshausen kann ich leider nicht mit weiteren Fotos aufwarten, allerdings habe ich einige Fotolaufberichte aus der näheren Umgebung online, beispielsweise:
- Melibokus und Auerbacher Schloss
- Weinberge zwischen Bensheim und Heppenheim
- Reichenbach und Felsenmeer
- Felsberg und Felsenmeer
Alle meine Fotolaufberichte finden Sie hier
Noch einmal vielen Dank für Ihren Kommentar, und viele Grüße von der Bergstrasse!
PS: Übrigens bin ich Jogger und kein Wanderer
PPS: Ich fürchte, für 70 Pfennig gibt es heute leider keine Haarschnitte mehr in Elmshausen
17. März 2009 um 19:22
Hallo, lieber Jogger,
ich bedanke mich ganz herzlich für die prompte Antwort und die weiteren Hinweise auf die Fotolaufberichte.
Zum Bericht Reichenbach kann ich beisteuern, daß mein Onkel den dortigen Sportverein gesponsert hat und deshalb dort immer noch der Jakob-Röder Gedächtnis-Pokal ausgetragen wird (Bild 17). Ihm gehörte auch die im Seifenwiesenweg (Bild 18) ansässige Firma, die nach seinem Tod von seiner Frau (meiner Patentante) nun von seinen Kindern geführt wird.
Sie haben mir damit viel Freude bereitet.
Schöne Grüße aus Wuppertal
Manfred Bockmühl
18. März 2009 um 00:06
Da kann ich mich nur noch mal herzlich bedanken – schön, wenns Ihnen gefallen hat.
Falls Sie zufällig mal in der Gegend sind und ein paar Tipps für eine schöne Spazier- oder Wanderstrecke brauchen… Sie wissen ja, wo sie mich finden…
Grüße zurück aus Südhessen
25. Mai 2009 um 22:22
[...] eine kleine Treppe und den Buschernweg auf die schmale Mühlbergstr. – hier war ich letztes Jahr schon mal durchgekommen und links auf dem Wanderweg El2 nach Elmshausen gelaufen, heute bog ich stattdessen rechts ab, auf [...]
1. Juni 2009 um 00:38
[...] 1,7 km überquerte ich schließlich die große Kreuzung an der Bachgasse, wo´s links hoch nach Hochstädten und ins Fürstenlager geht, und weitere 200 m. war dann endgültig Schluss mit [...]
14. November 2009 um 12:52
[...] Kommentare Quick Comparison: « Laufblog zu Hochstädter Tal – Fürstenlager – Lautertal. Mit Fotos (13,4 km)Christian zu Zick und zack und mittenrüber: Irgendwie um Beedenkirchen (12 km)Zick und zack [...]