YAAAAAY, Schluss mit grau und trübe, heute herrschte draussen Kaiserwetter!!!
Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel mit nur ein paar hellen Cirruswölkchen, fast windstill, und mit einem angenehm frischen Hauch von Schneearoma in der Luft (auch wenn der Schnee selbst schon längst wieder weggetaut war) – so und nicht anders stell´ ich mir einen schönen Spätherbst vor!
Ok, ganz perfekt war´s villeicht nicht: Immer noch kalt draussen, nur knapp über Null, aber das ist Ende November ja normal – und ohne Wind völlig unproblematisch. Und diesig war´s, über dem Boden hing eine regelrechte Dunstglocke, die jegliche Fernsicht zunichte machte.
Aber dafür hatte ich genau das richtige Rezept: Wenn´s in den Niederungen der Bergstrasse dunstig ist, joggt man halt einfach im Odenwald, weiter oben ist es nämlich oft deutlich klarer.
Also hab´ ich das gemacht:
Schöne Strecke durchs nördliche Modautal aus dem Archiv der geplanten Läufe rausgesucht: Um Asbach und Klein-Bieberau, viel neue Strecke und ein ansprechender Mix aus Wiesen/Feldern und Wald, ein paar Höhenmeter aber nicht zuviel, genau das Richtige für heute.
Angemessen warm angezogen.
Foto eingepackt (warum nicht, man kann´s ja mal versuchen).
Und gegen Mittag aufgebrochen – früher als sonst, aber ich wollte soviel von der herrlichen Sonne mitnehmen, wie ich kriegen konnte, und die scheint im Winter eben nur Mittags bis in die Täler runter.
Losgelaufen bin ich heute in Asbach (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Weinbrand gleichen Namens, der kommt aus Rüdesheim am Rhein), dem nordöstlichsten Ortsteil der Gemeinde Modautal.
Hübsches altes Dörfchen in schöner Umgebung, durch das ich vorher überhaupt erst einmal gelaufen war, vor Uuuurzeiten, bei der alleresten gebloggten Odenwaldtour mit Ingo im Juli 07.
Als Ausgangspunkt der heutigen Tour hatte ich den Parkplatz am asbacher Sportgelände gewählt, auf einer Anhöhe am Nordrand des Dorfes.
Herrlich hier oben: Pralle Sonne, wärmer als unten an der Bergstrasse (5 Grad, da konnte ich die Handschuhe getrost in der Jackentasche lassen), und ein wunderbarer Blick auf die weiten, grünen, sonnigen Hügel hinter Asbach, die ich angesichts ihrer unbestreitbaren Hübschigkeit sogleich für die Nachwelt festhielt:

Bild #1: Blick vom Parkplatz am asbacher Sportgelände nach Norden
Das dauerte etwas, denn wie sich herausstellte, zickte der Digitalfoto wieder rum, und schoss zuerst nur völlig unbrauchbrare Bilder, die so verzerrt, verwaschen, verpixelt und lilsatichig waren, dass man auf ihnen nichts erkennen konnte – genauswie neulich auch schon mal am Fürstenlager – vielleicht das Alter, oder die Kälte, keine Ahnung. Nach ein paar Schnappschüssen kriegte er sich dann wieder ein und die Bilder wurden normal (auch wenn er unterwegs hin und wieder mal einen Rückfall erlitt).
Nachdem das ausgestanden war konnte ich dann endlich loslaufen, mittenrein in den wunderbaren, sonnigen Mittag.
Zuerst nach Norden, aus Asbach hinaus, kurz die asphaltierte Verlängerung der Schulstr. (unmarkiert) hoch…

Bild #2: Schulstr. aus Asbach raus. Immer noch lilastichig, aber der Foto kriegte sich so langsam wieder ein.
…dann nach 100 m. rechts ab, und auf einem unmarkierten Asphaltweg hoch in die Hügel oberhalb des Dorfes.
Tolle Landschaft, ganz anders als die zentralen Regionen des kristallinen Odenwalds weiter südlich. Hier oben im nordwestlichen Zipfel des Mittelgebirges sind die Kuppen sind nicht mehr so hoch und runder, die Täler sind breiter und nicht mehr so tief, das Gelände ist offener und stärker von Ackerbau geprägt. Entsprechend präsentiert sich die Gegend als freundliches, pastorales Hügelland mit sanften Rundungen und weiten Tälern, die durch bewaldete Höhenzüge aufgelockert und voneinander getrennt werden. Furchtbar hübsch, gerade an einem klaren, sonnigen Tag wie heute: Oben der endlose, strahlendblaue Himmel, unten die weiten, sanft geschwungenen Rücken der grünen Hügel.
Hier laufen?
Wunderbar!
Nachdem ich von der Schulstr. abgebogen war, ging´s erstmal 250 m. unmarkiert nach Norden in Richtung Waldrand, dann auf dem etwas unebenen und grasigen Weichkopf-Weg (gelbe 2) ostwärts durch die Wiesen.
Vorbei an Pferden…

Bild #3: Pferde oberhalb von Asbach. Immer noch leicht lilastichig, hrmph.
…einem kleinen Weinberg…

Bild #4: Huh? Ein bisschen überraschend, normalerweise wächst der Wein nur AM, aber nicht IM Odenwald…
…und wilden Apfelbäumen, die sich schon längst von ihren Blättern getrennt hatten, aber trotz des nahenden Winters nicht von ihren strahlendbunten Früchten lassen wollten.

Bild #5
Nach ca. 650 m. verpasste ich offenbar eine Abzweigung verlor kurz die gelbe 2 – plötzlich stand ich auf einer Hangwiese, ohne dass da noch ein Weg zu erkennen gewesen wäre. War aber kein Problem, die Wiese war nicht eingezäunt, und so konnte ich einfach über den grasigweichen Hang in Richtung des herbstlich schimmernden Waldes am Weichkopf laufen:
Bild #6: Wald am Weichkopf
Am Waldrand angelangt wandte ich mich dann einfach nach rechts, bis ich wieder auf den Weichkopf-Weg (immer noch gelbe 2), und damit die ursprünglich geplante Route stiess.
Links in den Wald rein…

Bild #7: Gelbe 2 in den Wald rein
…und dann immer weiter der gelben 2 nach, durch den Wald um die Kuppe des Weichkopfes rum (übrigens ein seltsamer Name für einen Berg. Klingt irgendwie nach „Schwachkopf“, oder?). Erst noch ein Stück nordwärts an einem Wiesental entlang, dann nach Westen und bergauf, vorbei an ein paar pittoresken alten Fischteichen in einem schmalen Tälchen neben dem Weg…

Bild #8: Man beachte das Eis auf der Wasseroberfläche – hier im schattigen Wald, wo die wärmende Sonne kaum hinkam, war´s noch ganz schön kalt
…dann auf einer längeren aber sehr moderaten Steigung den Hang hoch, aufwärts durch den lichten Mischwald, der wunderbar von der warmen Mittagssonne ausgeleuchtet wurde…

Bild #9
…und schließlich am oberen Ende des Waldes, nach vielleicht 700 m. Aufstieg, an der langgezogenen Wiese am Brunnenkopf wieder raus ins offene Gelände:

Bild #10: Oberes Ende des Weichkopf-Wegs am Brunnenkopf über Asbach
Hier ging´s rechts, immer am Waldrand entlang um die Wiese herum (weiterhin gelbe 2):

Bild #11: Wiese am Brunnenkopf
Erst 250 m. nach Norden, dann am Nordrand der offenen Fläche 150 m. nach Westen, dann an der Westseite der Wiese wieder zurück nach Süden. Hier traf ich auch auf den blauen Balken des OWK-Wanderwegs HW 13…

Bild #12: Blauer Balken = HW 13 (Ober-Ramstadt – Wiesenbach)
…dem ich laut Plan die nächsten 4,5 km nach Süden folgen sollte.
Und das machte ich dann auch.
Hach, was war das herrlich angenehm…
Wunderbar wärmende Sonne direkt von vorne.
Laufen völlig problemlos, keine Wehwehchen oder Mißtöne.
Geist entspannt, Seele baumeln lassen.
Und ich musste mir auch ausnahmsweise nicht mal Gedanken darüber machen, ob ich auch den richtigen Weg erwischen würde, denn ich musste ja einfach nur dem gut markierten Weitwanderweg folgen.
Da störte selbst der furchtbar glibbrige und schlammige Zustand des Weges nicht weiter, alles lieg wun-der-bar!
Zuerst mal 750 m. den Waldrand an der Brunnenberg-Wiese runter…

Bild #13: HW 13 am Brunnenberg, in südlicher Richtung
…dabei ein schöner Blick nach Süden runter bis an die Neunkircher Höhe, an der offensichtlich noch alles verschneit war (zumindest sofern ich das durch den Dunst erkennen konnte):

Bild #14: Neunkirchen und die Neunkircher Höhe, von Norden aus gesehen
Am Ende der Wiese weiter nach Süden, auf einem alten, rissigen Asphaltweg neben einer dichten Baum- und Heckenreihe, der laut Wanderkarte „Hohe Straße“ heisst (was irgendwie seltsam ist, da es auf dem nächsten Höhenzug, nicht mal drei Kilometer westlich von hier, auch eine Hohe Straße gibt, die aber offensichtlich nicht dieselbe ist. Wahrscheinlich wieder mal ein Fall von mangelnder Kreativität bei der Benennung lokaler Geländemerkmale…
):

Bild #15: Hohe Straße zwischen Asbach und Ernsthofen
Danach kam ich an einem zweiten Weinberg über Asbach vorbei…

Bild #16: Weinberg westlich von Asbach, dahinter Asbach
…überquerte den Asbacher Weg, und lief dann geradeaus weiter, in den Wald am Reuterberg hinein (natürlich weiterhin alles blauer Balken). Auch hier war´s wieder schattig und ziemlich kühl, so dass sich hie und da sogar noch einzelne Schneereste gehalten hatten:

Bild #17: Schnee am Reuterberg
Der Weg selbst war ein etwas matschig und führte erst etwas bergauf in den Wald hinein, bevor er rechts abknickte, und am Waldrand nach Westen führt, und dabei immer wieder ein paar aparte Aussichten runter ins Modautal (nicht nur der gleichnamigen Gemeinde, sondern tatsächlich das Tal, wo die Modau durchfliesst) ermöglichte:

Bild #18: Blick vom HW 13 am Reuterberg nach Nordwesten, runter ins Modautal. Das Dorf im Tal ist Ober-Modau, dahinter der Höhenzug vor Frankenhausen und Waschenbach
Nach etwas über einem halben Kilometer ging´s dann wieder bergab, runter zum Waldrand direkt über Ernsthofen. Hübsche Stelle, hier gibt´s nicht nur eine kleine Schutzhütte…

Bild #19: Julius-Scriba-Hütte über Ernsthofen, möglicherweise nach diesem Herrn hier benannt (was irgendwie ziemlich cool wäre…)
…sondern auch die ernsthofener Gedenkstätte für die Weltkriegstoten (laut Stadtplan heisst die offiziell „Heldenhain“)…

Bild #20: Heldenhain
…sowie einen schönen Blick runter aufs Dorf:

Bild #21: Ernsthofen vom Waldrand am Reuterberg. Schön zu sehen die spätgotische Dorfkirche, leider nicht im Bild ist das Schloss, das von den Bäumen verdeckt wird. Dahinter erhebt sich die Neutscher Höhe.
Wirklich sehr nett.
Nachdem ich meine Fotos geschossen und mich umgesehen hatte, ging´s weiter auf dem HW13, zu dem sich auf den nächsten 800 m. auch der Alemannenweg (rotes S) gesellte: Vom Waldrand über Ernsthofen aus ganz scharf links, zurück in den Wald am Reuterberg und wieder eine kleine Steigung hoch, dann runter an die K139 zwischen Ernsthofen und Asbach…

Bild #22: K139 zwischen Ernsthofen und Asbach. Die war ich vorhin gerade erst langgefahren…
…über die Strasse rüber, und auf der anderen Seite weiter nach Süden, in den Wald am Hufschlag:

Bild #23
Hier gab´s die erste etwas härtere Steigung der heutigen Tour, allerdings war die so kurz (und meine Laune und Verfassung so gut), dass sie sich problemlos bewältigen liess. Oben angekommen machte ich aber trotzdem eine kurze Pause um meinen Nackenwärmer anzulegen, denn inzwischen war ich doch ein bisschen geschwitzt, und hier oben war´s doch arg frisch (Merke: Wiesen = Viel Sonne = Warm. Wald = Wenig Sonne = Kalt).
Außerdem fing auch der Foto wieder zu spinnen an (das scheint echt was mit der Kälte zu tun zu haben), und sabotierte meine all Versuche, den hier noch etwas umfänglicher vorhandenen Schnee im Bild festzuhalten – das hier war noch das Beste, das ich hingekriegt hab´, alle anderen waren lilaner, verwaschener, und vollkommen unkenntlich. Das ist aber auch immer eine Schlamastik, mit diesem Technikgedöns…

Bild #24: Schnee auf Baumstämmen am Hufschlag. Leicht verlilat und verwaschen.
Und weiter, südwärts auf dem HW 13 (inzwischen wieder ohne Alemannenweg, der war irgendwo kurz hinterm Waldrand abgebogen) durch den Wald am Hufschlag, den ich letzten Winter schon mal ein bisschen erkundet hatte, vorbei an einem hässlichen Backsteinwasserhäuschen hinter spiessigem Jägerzaun…

Bild #25: Wie man am immer noch erkennbaren Lilastich und den seltsam verwaschenen hellen Flecken erkennt, hatte der Foto sich immer noch nicht ganz von seinem letzten Anfall erhohlt…
… und schließlich wieder raus ins offene Gelände, nämlich die herrlichen, weiten Hochwiesen am oberen Rand des Johannisbachtals, die sich schier endlos bis runter in den Talgrund erstrecken, und von denen man einen grandiosen Blick nach Osten und (zumindest ganz oben, wo ich mich gerade befand) nach Westen hat.
Und immer noch auf dem HW 13 nach Süden, der Sonne entgegen.
Herrlich. Ganz ruhig hier oben (bisher war mir seit dem Start kein anderer Mensch begegnet), wunderschöne grüne Hangwiesen, begrenzt durch dunkle Bergrücken, blauer Himmel, und natürlich weiterhin die wohltuenden Strahlen der freundlichen Mittagssonne, das tat ja alles soo gut!
Immer geradeaus, Feldweg über den Höhenrücken.
Rechts das tiefe Modautal, dahinter die Neutscher Höhe mit den charakteristischen Windrädern:

Bild #26: Windräder auf der Neutscher Höhe. Der Bergrücken am rechten Horizont ist das Frankensteinmassiv von hinten
Links das tiefe, lange Johannisbachtal, über das Hinweg man bis über den Nordrand des Odenwalds hinausschauen konnte (oder hätte schauen können, wenn´s nicht so diesig gewesen wäre):

Bild #27: Blick übers Johannisbachtal nach Nordosten. Der schemenhaft erkennbare Bergkegel ist der Otzberg
Und geradeaus: Nichts als sonnige Wiesen und der einsame Höhenweg:

Bild #28: HW 13 in südlicher Richtung, oberhalb von Klein-Bieberau und Herchenrode
Insgesamt nochmal mehr als ein ganzer, angenehmer Kilometer vom Waldrand am Hufschlag bis zum Waldrand am Johannesberg, auf dem ich nicht nur den ersten anderen Menschen seit dem Start traf (Frau mit lustigem Hund beim Gassigehen), sondern auch die ersten – und einzigen – Kühe der heutigen Tour entdeckte, bei deren Anblick mir spontan ein Riesenstein vom Herzen fiel – bekanntlich ist ein Odenwaldlaufbericht mit Fotos absolut wertlos, sofern er nicht mindestens ein Kuhbild enthält, und hier bot sich endlich die Gelegenheit, diese Maßgabe zu erfüllen. Et voilá:

Bild #29: Obligatorisches Odenwaldlaufberichtsfotomitkühendrauf: Check!
Am Waldrand bei Johannesberg hiess es dann Abschied nehmen vom schönen, angenehmen HW 13: Ich bog links ab, auf einen unmarkierten und wieder mal etwas matschigen Feldweg, der erst ein Stück am Waldrand entlanglief, dann über einen kleinen Buckel führte…

Bild #30
…und schließlich in den Fahrweg mündete, der von Brandau aus über den Wald am Johannesberg bis runter nach Klein-Bieberau führt. Den lief ich nach links, runter ins Tal:

Bild #31: Strasse runter ins Johannisbachtal
Schon wieder ein herrliches Stück, sanft und bequem auf einem abfallenen Bergrücken talwärts, über Webern entlang…

Bild #32: Webern von oben. Ich glaube, das Haus da oben am Waldrand kriegt über den Winter Wochenlang keinen einzigen Sonnenstrahl ab…
…runter in Richtung Klein-Bieberau:

Bild #33: Klein-Bieberau, links am Horizont nochmal ganz schemenhaft der Otzberg
Nach 250 m. links, auf einen fast ebenen Asphaltweg, der mit herrlich schimmernden Birken gesäumt war…

Bild #34: Ein kluger Mann hat mal geschrieben: „Hexen stehen immer zwischen Birken“. Aber da hier niemand steht, ist das wohl nicht anwendbar…
…und nach weiteren 250 m. scharf rechts abbog und an einem Spalier dunkler Tannen entlang weiter talwärts führte:

Bild #35
Während ich da so langlief, fiel mir plötzlich auf, wie herrlich blau der Himmel über mir war, das musste ich gleich mal fotografieren:

Bild #36: Sooo blue!
Und wo ich den Foto eh gerade hoch in die Luft hielt, drehte ich ihn auch gleich noch mal rum und machte einen Schnappschuss direkt nach unten. Der ist überraschend gut geworden:

Bild #37: Unshaven and sweaty and not blue at all…
Danach ging´s weiter abwärts, den Asphaltweg runter…

Bild #38: Asphaltweg runter nach Klein-Bieberau
…bis zur nächsten Kurve. Hier knickte der Asphaltweg rechts ab und führte runter an die Landstrasse zwischen Webern und Klein-Bieberau, aber da wollte ich eigentlich nicht hin. Deshalb lief ich lieber geradeaus und dann links, auf einen namenlosen und ziemlich schlammigen Wirtschaftsweg, der ein schmales Seitental hochführte und ziemlich anstrengend war.
Aber ich war ja gut drauf, also powerte ich die 300 m. bis zum oberen Talende problemlos hoch, begleitet von den emörten Krächzern eines Krähenschwarms, der sich durch meine Vorbeilaufen offensichtlich stark belästigt fühlte.
Oben ging´s rechts, über eine kleine Anhöhe…

Bild #39: Anhöhe über Klein-Bieberau, Name unbekannt
…und auf der anderen Seite gleich wieder steil bergab, auf einem weiteren, von schweren Traktorreifen zerkraterten Wirtschaftsweg ins nächste kleine Tal auf dessen gegenüberliegendem Hang der kleine, einsame Klein-Bieberauer Friedhof thronte:

Bild #40: Friedhof von Klein-Bieberau inmitten grüner Hangwiesen
Am Talgrund erwartete mich ein weiteres kleines Strässchen, dem ich rechts abwärts folgte, nach ca. 300 m. links abbog, und schließlich auf einem pockennarbigen Weg mit uraltem Asphalt nach Klein-Bieberau hineinlief:

Bild #41: Ortseingang von Klein-Bieberau an der Hochstr.
Geradeaus weiter, die hübsche Hochstr. entlang (nette Häuser mit großzügigen Gärten, teils relativ luxuriös), an deren Ende dann links ind die Bergstrasse und gleich wieder halblinks auf den Lokalweg Kb2, der mit einer knackigen Steigung aus dem Dorf hinaus in die Hänge führte:

Bild #42: Uff!
Glücklicherweise war das steile Stück nicht lang, und ging bald in eine moderater ansteigende Passage über, die durch eine hübsche Heckenlandschaft führte, die Pickepackevoll mit Tierwelt war:
Erst scheuchte ich einen Bussard (?) auf, dann stürzte sich direkt danach und keine zwei Meter von mir entfernt ein kleiner Falke auf eine panisch zeternde Amsel (er floh allerdings vor mir, bevor er sein Werk vollenden konnte, während die arme Amsel – hoffentlich nicht zu schwer verletzt – sich kreischend in die Hecke flüchtete), und kurz danach hüpfte auch noch ein Reh davon – alles innerhalb von gerade mal 50 m.!
Natürlich kriegte ich nichts davon vor die Linse, deshalb musste ich mich mit einem Foto des lokalen Wasserhäuschens begnügen, das den Anstand hatte, nicht panisch wegzurennen oder zu -fliegen, sobald es meiner gewahr wurde:

Bild #43: Wasserhäuschen am Kb2 über Klein-Bieberau. Sehr zutraulich, und überhaupt nicht Menschenscheu
Kurz danach erreichte der Weg einen kleinen Höhenrücken über dem Dorf…

Bild #44: Allenthalben grüne Hänge
…und mündete dort in die Asphaltstrasse nach Herchenrode, die zwar offensichtlich keinen Namen hat, aber neben der Markierung „KB2″ auch mit dem Radweg 26 aufwarten kann:

Bild #45: Wegweiser
Der folgte ich nun weiter aufwärts. Ging wesentlich einfacher, als ich befürchtet hatte (als ich diese Hänge letzten Dezember erklommen habe, war´s eine furchtbare Quälerei, allerdings bin ich da auch den steileren Weg M1 hochgelaufen). Ich lief am Friedhof vorbei…

Bild #46: Klein-Bieberauer Friedhof von Nahem. Eigentlich recht hübsch, auch wenn die Trauerhalle irgendwie ein bisschen an eine Garage erinnert
…und erreichte kurz danach eine Wegscheide, an der ich dem Weg KB2 nach halbrechts folgte…

Bild #47: Wegscheide zwischen dem Klein-Bieberauer Friedhof und dem Waldhof
…und dann wunderbar angenehmes (weil gar nicht steiles) Stück am Waldrand hoch über Klein-Bieberau nach Nordosten lief:

Bild #48: KB2 am Waldrand des Steinernfirsts über Klein-Bieberau
Nach 300 m. war dann allerdings Schluss mit angenehm, denn es ging links in den Wald rein, und auf einem schlechten Waldweg mit den Markern M1 und KB2 geradewegs den Hang am Steinernfirst hoch – das Stück hatte ich von letztem Dezember noch als fies in Erinnerung, und das durchaus zurecht: Kurz aber supersteil (vielleicht 25 HM auf 150 m. Strecke), dazu war der Weg rutschig, extrem uneben und mit einer dicken Laubschicht bedeckt, unter dem sich allenthalben unsichtbare schienbeintiefe Schlammlöcher versteckten:

Bild #49: M1/KB2 am Steinernfirst – not as nice as it looks
Aber wieder mal nicht lang, das machte es erträglicher: Nach gerade mal 150 m. erreichte ich den Höhenrücken und durfte wieder abwärts laufen, weiter in den Wald rein (dummerweise war der Weg auf dieser Seite der Anhöhe sogar noch zugelaubter, glibbriger, unebener, und schlammlöchiger, so dass ich höllisch aufpassen musste, mir nicht die Haxen zu brechen oder für immer in einer versteckten Treibsandgrube zu versinken).
Weniger als 100 m. nach der Anhöhe stiess der Rumpelpfad auf einen anständigen, quer verlaufenden Waldweg, auf den ich nach rechts einbog (Markierung: M1).
Ab hier war´s dann wieder wunderbar komfortabel: Schöner, sonniger Wald und fester, weitgehend ebener Untergrund mit einer leicht abfallenden Tendenz, lief sich prima.
Ich folgte dem Weg M1 in entspanntem Tempo ostwärts, hielt zwischendurch mal kurz an um ein paar fotogene Pilze am Wegesrand abzulichten…

Bild #50: Pilze am Wegesrand. Fotografierbar? Ja. Essbar? Lieber nicht…
..genoss den hübschen Wald…

Bild #51: Hübscher Wald am Weg M1 zwischen Steinernfirst und dem Böbig
…und bog an der nächsten Wegscheide nach ca. 450 m. halblinks auf den Böbig-Weg (gelbe 3) ein, dem ich dann für über 1,2 km weiter ostwärts durch den Wald an dem Böbig folgte (Warum ich dieser Anhöhe immer Artikel fett schreibe? Weil er offenbar total wichtig ist. Praktisch alle anderen Odenwaldberge sind in der Wanderkarte ohne Artikel aufgeführt, also „Melibokus“, „Felsberg“, Neunkircher Höhe“ usw. Nur nicht der hier, da steht sowohl in der Wanderkarte als auch auf dem Ortsplan von Stadtplan.net „Der Böbig“. Also muss der Artikel hier wohl offiziel dazugehören, oder?).
Weiterhin alles locker und wunderbar entspannt, wenn auch ohne grosse Highlights: Ich passierte einen Holzlaster mit Kran…

Bild #52: Holzlaster mit Kran an dem Böbig
…endeckte eine Gruppe von hohen Bäumen, deren gelblich belaubte Baumkronen wunderbar vor dem strahlendblauen Himmel zur Geltung kamen…

Bild #52: Hohen Bäume, deren gelblich belaubte Baumkronen wunderbar vor dem strahlendblauen Himmel zur Geltung kommen. An dem Böbig
…und lief ansonsten durch ganz viel netten, hübschen aber irgendwie auch unspektakulären Wald:

Bild #53: Netter, hübscher aber irgendwie auch unspektakulärer Wald auf dem Böbig
Schließlich erreichte ich eine große Wegekreuzung direkt oberhalb von Asbach, auf der ich vor langer Zeit schon mal mit Ingo vorbeigekommen war:

Bild #54
Hier hätte ich eigentlich nur links abbiegen und auf dem Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus) runter nach Asbach laufen müssen, aber ich war nocht topfit und es machte gerade so richtig Spass, also lief ich stattdessen noch einen Extra-Schlenker, und folgte dem Guteberg-Weg (gelbe 2) halbrechts geradeaus.
Noch mal ein netter, entspannter Kilometer extra, um die Kuppe des Gutebergs herum und dann erst runter nach Asbach. Weiterhin leicht abwärts, weiterhin schöner Wald, alles Prima.
Noch eine Begegnung mit einer hundegassigehenden Spaziergängerin (damit waren mir also auf der gesamten Tour sage und schreibe zwei andere Menschen begegnet. Typisch Odenwald: Sonntags und an den Rändern treten sich die Erholungssuchenden Wochenendnaturfreunde halbtot, aber wenn man Samstags mal etwas weiter drin unterwegs ist, hat man praktische die gesamte Landschaft für sich selbst…), noch ein kleine Pause um einen Satz herrlich von der Sonne angestrahlte Flora am Wegesrand zu verfotografieren…

Bild #55: Sonne auf Gräsern am Gutebergweg
…und auf einmal war ich um die Kuppe rum und fand mich am Waldrand vor Asbach wieder:

Bild #56: Asbacher Osten, vom Guteberg-Weg aus gesehen. Ehrlich gesagt war ich etwas überrascht, dass das so weit oben lag, ich hatte eigentlich erwartet, dass ich aus dem Wald rauskommen und Asbach unten im Tal vorfinden würde. Aber da war´s nicht. So kann´s gehen…
Jetzt musste ich einfach nur noch der gelben 2 bis runter in den Talgrund folgen…

Bild #57: Vor Asbach
…dann hoch ins Dorf hineinlaufen…

Bild #58: Ortseingang von Asbach. Letzten Juli war Ingo und mir hier ein prolliger Ureinwohner mit Oberlippenbart begegnet, der uns irgendwas zugrölte , woraufhin wir ihn spontan zum örtlichen Dorftrottel erklärten. Heute war der leider nicht da…
…links die Rodauer Str. hochlaufen…

Bild #59: Rodauer Str. in Asbach
…dann rechts die Schulstr. hochlaufen…

Bild #60: Schulstr. in Asbach
…mich kurzatmig fragen, warum es hier eigentlich nur noch bergauf ging und immer steiler wurde (Merke: Bei Bergläufen ist günstiger, am Anfang hoch und am Ende runter zu laufen, umgekehrt wird das gerne mal etwas anstrengend – gottseidank war ich heute prima drauf, da machte das nicht viel aus), und schließlich die letzten, steilen Meter bis zum Sportplatz und dem wartenden Auto zurücklegen:

Bild #61: Die letzten Meter…
Und das war´s dann auch schon.
Kinder, das war ja SO! VERDAMMT! SUPER!!!!!
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Ehrlich, heute hat wirklich alles gepasst: Das Wetter war großartig, die Landschaft herrlich, die Route problemlos, ich war tiptop in Form, selbst am Ende noch total fit und ausgeruht, und die ganze Tour hat einfach nur unglaublich Spass gemacht einfach nur richtig, richtig gut getan.
Ungelogen einer der schönsten, erfrischendsten, besten Läufe, die ich seit langem gemacht habe.
Lediglich mit den Fotos bin ich nicht ganz zufrieden – heute war zwar ein herrlicher Tag, aber auf eine sehr stimmungsvolle, diesig-pastellfarbene Art und Weise, die sich fotografisch einfach nicht so perfekt festhalten liess. Entsprechend müsst ihr mir halt einfach mal glauben, dass das live noch viel, viel schöner war, als die Bilder vermuten lassen…
Strecke: 14,2 km
Zeit: ca. 90 min reine Laufzeit?? (= etwas über 9,5 km/h)*
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstecke: 92,25% (13,1 km von 14,2 km)
Karte:

* Zur Laufzeit: Irgendwie muss ich heute bei der Zeitnahme mit Fotopausen durcheinandergekommen sein, denn am Ziel zeigte die Stoppuhr gerade mal 80 Minunten Laufzeit an, was einem Schnitt von 10,65 km/h entsprochen hätte. So schnell war ich aber im Leben nicht (falls ich überhaupt so einen Schnitt über 14 km Bergstrecke hinbringe, wäre ich danach fix und fertig, und das war ich heute nicht. Und besonder beeilt hab´ ich mich auch nicht).
Entsprechend handelt es sich bei der Laufzeitangabe oben nur um eine Schätzung.
M.
Tags: Alemannenweg, Asbach, Ernsthofen, Hessen, Joggen, Jogging, Klein-Bieberau, Laufen, Laufen mit Foto, Modautal, Odenwald, Radweg 26, Saar-Rhein-Main-Weg



1. Dezember 2008 um 23:07
[...] Herrlicher Herbstlauf durchs nördliche Modautal (Asbach + Klein-Bieberau) mit Fotos (14,2 km) [...]
15. Dezember 2008 um 14:20
[...] einer meiner Mitläufer – nämlich der Foto – nicht von Anfang an gesponnen hätte. Wie schon beim letzten und vorletzten Mal gab es irgendein Problem mit der Technick im Innenleben, weswegen die Bilder die [...]
10. Januar 2009 um 14:41
[...] Kontrast – diesen Weg war ich zum letzten Mal vor nicht mal anderthalb Monaten gelaufen, an einem herrlichen S…, übrigens auch mit Foto. Damals war hier die Umgebung von warmen Farben erfüllt gewesen, dem [...]
23. September 2009 um 16:15
[...] Art und Weise: Vorbei an ein paar weiteren Fischteichen (auf der anderen Seite der Gewässer bin ich letzten November mal vorbeigekommen), zwischen alten Dornen und Brennesseln hindurch, dann auf einem kaum noch erkennbaren aber dafür [...]