Ach je.
Diese Woche war läuferisch wieder ziemlich mau – was sich vor allem daran erkennen lässt, dass es bis heute (= Freitag) gedauert hat, bis ich die erste, eher lust- und spasslose kleine Runde hingekriegt habe.
Nicht wegen irgendeines großen Problems, nee, da sind irgendwie ganz viele Faktoren zusammengekommen:
1) Im Moment hab´ ich immer noch viel Anderes, Wichtigeres um die Ohren. Da ist einerseits nicht so viel Zeit übrig, vor allem bedeutet es aber auch – wieder mal – viel blöden Stress und wenig angenehme Muße. Und da ich ja am meisten Spass am Laufen habe, wenn ich wach, neugierig, konzentriert und begeisterungsfähig bin, fehlt´s mir da im Moment einfach an der nötigen Geisteshaltung um´s zu genießen.
2) Das Wetter gab´s diese Woche in zwei Ausführungen: Ekelhaft mies (Temperaturen unter 5° mit schneidendem Winterwind und Schneeregen) und langweilig mies (nieselig, grau, dröge, blaaarg). Beides ist ja nicht so meins – normalerweise würde ich mich da ja vielleicht trotzdem noch rausprügeln, aber wie gesagt: Momentan mit anderen Dingen preokkupiert, die meine ganze Selbstprügelwillenskraft ausreichend in Beschlag nehmen
3) Und so richtig fit fühl´ ich mich gerade auch nicht. Auch wieder nix Schlimmes, aber das Bein zickt halt noch ein bisschen, dazu bin ich ziemlich verspannt, und ein bisschen müde und abgespannt fühl´ ich mich auch (–> wenig Schlaf, u.a. wegen 1) ).
4) Läuferisch bin ich gerade wohl mal wieder insgesamt etwas unmotiviert. Das passiert immer mal, wenn ich gerade ein paar schöne Touren hinter mir hab und für die nächsten Tage/Wochen nichts Besonderes/Interessantes/Schönes geplant ist, sondern nur langweiliges Laufbusiness as Usual…
Kurzum: Irgendwie hat´s mir in den letzten Tagen total an Lust, Motivation und vielleicht auch ein bisschen an der nötigen geistigen Frische gefehlt…
Na ja, zumindest bis heute. Zugegeben – so richtig doll war´s draußen nicht (grau und kalt und dröge, so hat der Frühling nicht auszusehen), und Lust hatte ich auch nicht so richtig, aber irgendwie motivierte ich mich dann noch mal raus, zumindest für ein paar Gassilaufkilometer mit Nemo.
Tja, was soll ich sagen?
So richtig doll war´s angesichts der Vorzeichen nicht – Pflichtrunde statt kür…
Zuerst mal kurz durchs Feld zwischen Jugenheim und Alsbach, erst ein paar Meter südwärts auf dem Blütenweg, dann auf den alten, ausgeleierten, schon tausendmal gelaufenen unmarkierten Wegen und Pfaden westwärts, bis über die Strassenbahn, dort dann zwischen Jugenheim und Bickenbach nach Norden.
Von der Physis eigentlich alles ok, der Hund machte auch mit, aber es war halt irgendwie uninteressant…
Am Landbach über die kleine Brücke, dann am Ackerrand westwärts bis zur B3, dann links auf der Waldstr. nach Bickenbach rein.
Auf Höhe der Hans-Quick-Schule rechts, raus aus Bickenbach, rein in den Kiefernwald, der unter dem bleigrauen, tiefen Himmel keinen besonders netten Eindruck machte.
Geradeaus bis zur großen Schneise nördlich von Bickenbach, dort kurz links den Saar-Rhein-Main-Weg runter (gelbes Plus), dann rechts am Ufer des hier langfliessenden Baches (keine Ahnung, wie der heisst) in den Wald rein. Bisher unerlaufener Trampelfpad, ein paar Meterchen neue Strecke – aber heute war mein Enthusiasmus einfach zu gedämpft, um das würdigen zu können.
Nach 200 m. ein Querweg samt kleiner Brücke über den Bach, die nahmen wir und folgten dann einem namenlosen Trampelpfädchen links durchs Dickicht. Fühlte sich neu an, tatsächlich bin ich hier aber laut meinem Google-Earth-Archiv schon mal langgekommen – keine Ahnung, wann das gewesen sein soll…
War auf jeden Fall schmal und wucherig, einer von den Pfaden, die man eigentlich nur im Winter laufen kann, weil sie im Sommer mit Brennesseln und Dornen zugewachsen sind.
Irgendwann dann wieder ein breiterer Waldweg nach Norden, auch der nicht unbekannt. Bei schönem Wetter nett, heute eher öde.
Der Schneeregen-/Graupel-/Hagelsturm, der einsetze, als wir hier langliefen, machte es auch nicht besser – physisch zwar nicht wirklich unangenehm, aber meine ohnehin indifferente bis leicht angenervte Laune hob´s nicht unbedingt.
Am Ende des Wegs rechts, am Kaiserstein vorbei (“Hier hat irgendein Habsburger mal irgendeinen Hirsch umgebracht”. Umgekehrt wär´s ja irgendwie interessanter, wenn man mal so drüber nachdenkt…
), dann links, am Dreimärkerstein vorbei (die Gemarkungsgrenze von Bickenbach, Seeheim-Jugenheim und Pfungstadt, mitten im Wald), dann rechts neben den alten Bahngleisen unter der L3103 durch (Marker: SJ3). Der Graupel- und Hagelsturm hatte sich inzwischen übrigens in einen pathetisch-nieselig-fieseligen Möchtegernregen verwandelt.
Meh!
Direkt danach rechts, über die Schienen, dann ein paar Meter auf einem weiteren neuen und total unspektakulären Pfädchen am Fuß der Strassenböschung entlang (laaaangweilig…), denn links in den Wald rein bis zur Vogelschneise, die dann rechts hoch bis zum Waldrand an der B3.
Über die Bundesstrasse, auf der anderen Seite Querfeldein ostwärts, am Rand eines schlammigen, viel zu weichen frisch gepflügten Feldes entlang (eigentlich gibt´s hier auch einen Weg, aber haben die Verantwortlichen der nahen Reithalle ein paar neue Pferdekoppeln gebaut, so dass da kein richtiges Durchkommen war. Na prima…).
Am Ende des Feldes dann wieder etwas Weg, der SJ3 zwischen den Äckern – zumindest da wo er nicht von ozeanartigen Pfützen geflutet war (die sauten mir so richtig schön den Hund ein. Nochmal: Na prima…). Auf dem ein Stück entlang, dann den Grundweg in Richtung Seeheim hoch (grau, alles grau und braun und dröge. Wo ist nochmal der versprochene Frühling?), dann rechts ab, nochmal ein bisschen durch den trüben Flachlandwald, schließlich links und auf dem Saar-Rhein-Main-Weg (wie immer: Gelbes Plus) zum Entenweiher, der bleigrau und träge untern dem bleigrauen und trägen Himmel lag und dabei nicht besonders reizvolle aussah. Selbst die Enten wirkten irgendwie leicht deprimiert…
Vom Entenweiher aus zum Schuldorf, einmal mitten über das Schulgelände, vorbei am “Neubau” (der inzwischen wahrscheinlich eines der älteren Gebäude der Schule ist), dem großen Förderstufenhof samt dem von Gerd gebauten Aufenthalts-Bau, dann rechts, durch die Haupt- und Realschulhöfe bis zur Aula und schließlich über die Schuldorfbrücke und den Radweg neben der L3103 bis nach Jugenheim.
Dort dann noch irgendwie durchs Dorf laviert, bis wir wieder daheim waren.
Pffft. War nicht schlimm, aber besonders viel Spass gemacht hat´s auch nicht. Wie gesagt: Pflicht statt kür, und zwar eine eher lästige.
Aber endlich gelaufen, immerhin.
Aber vielleicht wird ja demnächst das Wetter besser. Oder mein Kopf wieder etwas freier. Oder eine richtig interessante Strecke taucht irgendwo auf. Oder am besten alles zusammen…
So wie heute isses nämlich irgendwie lahm, lustlos und langweilig.
Pfft….
Strecke: 9 km
Zeit: pfff, who cares
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 10,33% (0,93 km von 9 km)
Karte:




28. März 2009 um 08:59
He Matthias,
Hoffe es liegt wirklich nur am Wetter und wichtigeren Dingen.
hört sich nicht wirklich enthusiastisch an, ganz im Gegenteil
Trotzdem bist Du ja wieder durch geschichtsträchtiges Gelände gerannt – Habsburger, Gerd, etc. – hört sich nach einer angenehmen Runde an.
Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende
Salut
Christian
28. März 2009 um 12:15
Hi Christian,
ach ja, das ist halt diese läuferische Lustlosigkeit, die mich hin und wieder mal überfällt, wenn mehrere Faktoren zusammen kommen – bei anhaltend dröge-grauem Wetter und nicht ganz so interessanten Strecken (Wald und Berge sind im Moment ja auch eher nicht, wegen Schonen) muss ich mich normalerweise bewusst vom Kopf her begeistern und motivieren – und wenn der gerade anderweitig gefordert und gestresst ist, dann ist halt alles so ein bisschen unmotiviert und “blah”.
Aber das gibt sich erfährungsgemäß auch wieder, spätestens wenn der Frühling und die Sonne wiederkommen, ich den Kopf wieder etwas freier hab, und/oder wieder mal ein paar spannende fremde Kilometer laufen kann…
Ob das Haus vom Gerd schon historischen Wert hat, weiss ich nicht – da fragst du ihn am besten selbst…
Schönes WE zurück
28. März 2009 um 16:32
Ach, dann lass es doch einfach *lach*
Frische Luft tut gut und kann einen schön ablenken, wenn man ansonsten viel zu tun hat. Aber ich kann gut verstehen, dass du dabei dann nicht deinen eigentlich Fluss, das Erkunden und Bestaunen, findest.
Schade, wenn es derzeit damit nicht klappt, aber übermäßig schlimm ist es ja auch nicht, wenn du dich dann eben bei dem miesen Wetter mit den wichtigeren Dingen beschäftigst. Sobald du da wieder etwas mehr Zeit hast, wirst du auch wieder deine schönen Erkundungstouren finden.
28. März 2009 um 21:34
Hi Hannes!
Stimmt – das ist ein schöner Luxus bei meinem momentanen Trainignsstand und meinen bescheidenen momentanen läuferischen Nahzielen – wenn ich mal keine Lust hab´, muss ich auch nicht.
Entsprechend kann ich da auch mal ´ne ruhigere Woche verschmerzen, ohne dass das gleich zum Problem wird – und sobald die Bedingungen wieder besser passen, geht´s wieder etwas motivierter und umfangreicher ans Werk…
29. März 2009 um 23:04
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