Wer schöne, lange, spannende Entdeckungstouren in der Übergangszeit und im Winter laufen will, muss eine gewisse Spontanität mitbringen.
Lange vorausplanen ist da nicht (weil: Wetter zu unstet, und außerdem wird´s ja immer früher dunkel!), stattdessen muss man auch mal kurzfristig aufbrechen, wenn Zeit und Witterung es opportun erscheinen lassen.
Carpe Diem und so…
Zum Beispiel heute.
Samstagmorgen.
Aufgestanden, Blick aus dem Fenster:
Wunderbarer Herbsttag.
Strahlender Sonnenschein, vielleicht etwas blässlich um die Korona, aber freundlich und hell und herbstlich stimmungsvoll. Dazu ein milchiger Himmel mit ordentlich Blau drin. Dazu frische, kühle Luft, diesig und nicht allzu warm, aber so einer scharfen, angenehmen Herbstnote, die den unwillkürlichen Drang erzeugt, sich draußen umzutun.
Und Windstill ist es auch, da stört auch die einstellige Temperatur nicht weiter.
Kurzum: Exzellentes Wetter.
Und Zeit ist auch.
Perfekt, da lauf´ ich doch mal irgendwas richtig Schönes ab.
Aber wo?
Flachland geht natürlich nicht, soll schließlich eine Premiumtour werden, da braucht´s ein bisschen Auf und Ab.
Nach Odenwald ist mir heute auch nicht so (ursprünglich war mal angedacht, mit Gerd den Nibelungensteig zu Ende zu laufen, aber der ist wieder mal Krank [der Gerd, nicht der Steig], das fällt also aus), und in die Pfalz will ich auch nicht unbedingt…
Hm…
Hey, Moment mal, das isses doch: Der Rheingau!
Schmaler Streifen Land zwischen den Südhängen des Taunus und dem Rheinufer, Rieslingland, Hügel und Berge mit Wald und Reben, Weindörfer, Burgen, Schlösser und Klöster, einer der schönsten Landstriche in ganz Hessen – und ich war läuferisch noch nie dort unterwegs.
Die Idee ist noch nicht mal richtig zuende gedacht, da weiss ich schon: Das will ich mir heute erlaufen!



