Ha!
Den Spruch “Hinnerum wie die Fraa vun Bensem” wollte ich schon immer mal benutzen.
Ist eigentlich eine obskure lokale Redensart, die sowas wie “Nicht schnell bzw. auf dem direkten Weg ins Ziel kommen” bedeutet, und geht auf eine Legende aus dem Dreissigjährigen Krieg zurück, derzufolge eine alte Bensheimerin bayrische Truppen durch eine geheime Pforte in die Stadt gelassen und so ihre Befreiung von den Schweden und Franzosen ermöglicht haben soll.
Was das mit der heutigen Tour zu tun hat?
Pff, naja, also so richtig jetzt nix, außer dass ich mal wieder durch die Hügel hinter Bensheim gelaufen bin, wodurch zumindest mal die Elemente “Hinnerum” und “Bensem” abgedeckt wären.
Und wie gesagt – ich wollt´ den Spruch halt einfach mal benutzen…
So.
Aber zum Laufbericht.
Heute wollte ich gar nicht laufen.
Schon wieder trüb und kalt und Dauerregen seit dem Morgengrauen, das war alles einfach nur pfui bäh da draußen.
Wie-der-lich!
“Nä!”, hab´ ich mir da gesagt, “das musste dir jetzt wirklich nicht antun, schließlich ist ja immer noch Erkältungsausklangswoche, da darfste noch´n bissken kürzer treten und daheim bleiben. Anderes Zeugs erledigen, mit ´ner Decke über den Beinen und ´nem schönen Tässchen warmen Tee”.
Das klang total vernünftig.
Bis dann am Nachmittag der Regen aufgehört hat und die Wolken aufgerissen sind.
Auf einmal war die Herbstsonne da, warm und strahlend, mit einem wunderbar intensiven Licht, dass sich im Dunst fing und eine tolle Stimmung zauberte.
“Ja”, hab´ ich mir da gesagt, “das sieht doch total super aus, da musste jetzt natürlich laufen gehen, so hübsch wie das ist, und außerdem ist die Erkältung ja quasi vorbei und der Tee schmeckt sowieso irgendwie zu süß (zuviel Zucker drin)…”.
Also hab´ ich mich mal schnell ans Laufen gemacht…


