Durch den Odenwald: Modautal (18,6 km)

31. Juli 2007

Gestern mit Ingo eine Route gelaufen, die ich schon lange mal ausprobieren wollte: Durch den nördlichen vorderen Odenwald, vor allem Modautal. Wetter ok, etwas trüb und kühl, aber ein klein wenig mehr Sonne hätte der sehr schönen Strecke sicher auch nicht geschadet.

Startpunkt: Das östliche Ende von Ober-Beerbach (Da waren Rehe!). Von dort erst mal auf die Anhöhe, wo die Hutzelstrasse verläuft (Da gab´s einen Bussard!), dann gleich wieder bergab, durch ein hübsches Waldstück (möglicherweise „Neutscher Irr“?) bis ins nächste Tal, nach Hoxhohl. Etwas den Talgrund an der Strasse entlang (die brauchen da mehr Radwege!), dann in Hoxhohl in die alte Darmstädter Strasse, und auf einem steilen Teilstück gleich wieder die andere Talseite nach oben, vorbei an mehreren Höfen und dem etwas seltsam gelegen lokalen Friedhof auf einen Höhenweg durch Felder und und Weiden (rechts runter müsste Brandau sein). Am Ende des Weges entgegen dem ursprünglichen Plan auf eine dieser einspurigen odenwälderischen Strassen/Feldweg-Combos eingebogen, weil die geplante Strecke geradeaus eher ein art wild wuchernde Wiese denn ein jogg-barer Pfad war, dafür dann die nächste links, um so zum Wald auf der Kuppenspitze zu kommen (der Weg war auch nicht besser, also hatten wir doch noch unseren Abenteuertrip durch ´ne Wiese).


Im Wald eigentlich alles richtig gemacht, aber durch einen kleinen Navigationsfehler meinerseits auf der Strasse zwischen Brandau und Klein-Bieberau erstmal 500 m in die falsche Richtung gelaufen, um dann etwas ratlos auf dem Waldparkplatz am Johannisberg rumzueiern (auf dem Satellitenbild, das ich als Orientierungshilfe dabei hatte, hat das irgendwie total anders ausgesehen…). Schließlich aber doch die richtige Entscheidung getroffen, und die Strasse durch den Wald in Richtung Klein-Bieberau genommen (dabei ein todesmutiges Eichhörnchen beobachtet, das fast von einer getunten odenwälder-Prollo-Karre überfahren worden wäre, sich aber irgendwie zwischen den Reifen durchmogeln kontte. Go Eichhörnchen!!).

Schließlich den Waldrand oberhalb von Webern erreicht und auf dem langen, abfallenden asphaltierten Weg, gesäumt von Wiesen und Kuhweiden und mit einem wunderbaren Blick auf den Otzberg, ins Tal runter bis nach Klein-Bieberau. Durch das Dorf durch, und weiter der Strasse am Talgrund folgend bis zum Parkplatz (Schnakenmühle), da dann wieder hoch in den Wald und über den (angenehmerweise recht flachen) Bergrücken ins nörldliche Nachbartal, nach Asbach, einem länglichen Strassendorf irgendwo im Nichts, wo wir bereits sehnsüchtig vom lokalen Dorftrottel erwartet wurden, der uns am Ortseingang mit einem leutseligen Schwall weinselig-inkohärenten Gestammels begrüßte (Wir sehen mal wieder: Der Alkohol ist der Fluch des primitiven Ureinwohners…).

Nach der Durchquerung Asbachs gings am Ortsausgang einen ordentlichen Anstieg hoch, um über die Anhöhe samt Wäldchen und kleinem Hohlweg nach Ernsthofen zu gelangen. Kurzer Abstieg in den Ort, dort einen kleinen Schlenker am ernsthöfer (ernsthofener?) Schloss, von dem man leider nicht allzuviel sehen konnte, dann der letzte Anstieg zurück auf die über uns aufragende Neutscher Höhe. Und der hatte es ganz schön in sich – erst durch die Wiesen vorbei am Jugendlager, dann in den Wald rein (sehr hübsch, Aussichtspunkt mit Hütte, dazu Beerensträucher und ein Birkenhain, hatte irgendwie was Nordosteuropäisches), immer stetig und relativ steil Bergauf.

Als wir endlich oben waren eine kurze Orientierung mit Hilfe eines Spaziergängers, dann den Waldrand entlang (unter einem über den Weg gebauten Hochsitz durch – Ideen haben die Leute…) bis nach Neutsch, das so klein ist, dass es keine Strassennamen, aber immerhin eine pittoureske Kapelle gibt. Aber hübsch, und vor allem mit gut sicht- und lesbaren Wegweisern versehen, deshalb glatter Durchmarsch weiter in Richtung Ober-Beerbach.

Auf dem letzten Stück (asphaltiert, moderate Steigung) bis zur Neutscher Höhe haben wir dann noch mal ordentlich Tempo gemacht, unter den Windrädern durch bis auf die Hutzelstrasse, und die letzten Meter bergab zurück zum Auto ausgetrabt.

18,6 km, etwas über zwei Stunden unterwegs (mit einigen Orientierungspausen zwischendurch). Meine These, dass das dahinten „ein großes Hochplateau“ ist, auf dem man auf mehr oder weniger konstanter Höhe durchlaufen kann, hat sich insgesamt nicht so ganz bestätigt, dazu waren´s dann doch zu viele Steigungen und Gefälle. Trotzdem war´s eigentlich sehr angenehm zu laufen, denn meist waren die vergleichsweise kurz, so dass man immer mal eine andere Belastung hatte, und nach den anstrengenden Parts schnell wieder verschnaufen konnte – entsprechend waren wir auch nach mehr als 15 km eigentlich noch topfit.

Interessant: Das Gefühl, mal am Anfang tendenziell bergab zu laufen, und erst in der zweiten Hälfte wieder hoch – das genaue Gegenteil vom typischen Lauferlebnis an der Bergstrasse.

Insgesamt eine wirklich schöne, abwecklungsreiche Strecke, mit einer guten Mischung aus offenen Feldern und Weiden, verschiedenartigen Waldstücken, und hübschen kleinen Odenwalddörfern, garniert mit einigen beeindruckenden Aussichtspunkten, und als Bonus das großartige Gefühl, mal wieder einen neuen Landstrich „entdecken“ zu können. So macht´s Spass!

Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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8 Antworten to “Durch den Odenwald: Modautal (18,6 km)”


  1. […] wie bei unserer letzten Odenwaldpartie wieder am östlichsten Ortsrand von Ober-Beerbach, unterhalb der Neutscher Höhe (auf der Karte […]


  2. […] Ziel waren also schon fest, fehlte nur noch die Route. Nachdem wir in den letzten Wochen schon das Modautal, das Lautertal und das Mühltal erlaufen hatten, fehlte eigentlich nur noch ein weiteres der Täler […]


  3. […] über den Tannenberg nach Ober-Beerbach, dann auf die Hutzelstrasse (von der ich, nach unserem Lauf ins Modautal) sowieso noch etwas mehr ansehen wollte. Geplant, […]


  4. […] Johannesberg – wieder mal ein bekanntens Fleckchen, denn hier waren Ingo und ich bei unserem ersten größeren Lauf in den Odenwald vor ein paar Monaten vorbeigekommen. Um sicherzugehen, dass sich beide Strecken auch wirklich […]


  5. […] in den Wald reingegangen (diesen Weg hatten Ingo und ich vor einer gefühlten halben Ewigkeit, bei unserer ersten Tour hier oben, genommen), ich bog stattdessen allerdings scharf nach rechts ab, weiterhin zwischen Wald und […]


  6. […] Losgelaufen bin ich heute in Asbach (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Weinbrand gleichen Namens, der kommt aus Rüdesheim am Rhein), dem nordöstlichsten Ortsteil der Gemeinde Modautal. Hübsches altes Dörfchen in schöner Umgebung, durch das ich vorher überhaupt erst einmal gelaufen war, vor Uuuurzeiten, bei der alleresten gebloggten Odenwaldtour mit Ingo im Juli 07. […]


  7. […] Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich dieses Stück zum letzten Mal gelaufen bin – vor über zweienhalb Jahren mit Ingo, als der Blog noch keinen Monat alt war (mach´ ich das echt schon so lange???). Damals ist mir das […]


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