Sololauf: Tannenberg, Ober-Beerbach, Hutzelstrasse auf die Kuralpe (12,7 km)

2. August 2007

Gestern hatte ich es nicht geschafft, mit David und Ingo auf den Frankenstein zu joggen, also bestand da ein gewisser Nachholbedarf. Passenderweise war ich heute mit der Verwandschaft zum Mittagessen auf der Kuralpe verabredet – eine ideale Gelegenheit, um mein Pensum abzleisten und da mal hochzulaufen.

Die kürzeste Route wäre zweifellos ein Aufstieg über den Heiligenberg und den Vogelherd hinter Balkhausen gewesen, aber diese Strecke kannte ich schon. Deshalb wollte ich lieber was Neues ausprobieren, nämlich über den Tannenberg nach Ober-Beerbach, dann auf die Hutzelstrasse, von der ich mir nach unserem Lauf ins Modautal sowieso noch etwas mehr ansehen wollte.
Geplant, getan.

Start von zu hause gegen 11:00 Uhr bei wunderschönem Laufwetter (angenehme Temperatur, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, perfekt). Zuerst mal die übliche Route auf dem Blütenweg in Richtung Ortskern Jugenheim (Markierung: Gelbes B), vorbei am Heiligenberg und weiter in die Seeheimer Strasse. Dort die erste Strasse steil rechts hoch („Am Tannenberg“), und über die kleine Treppe in den Wald unterhalb der Alexanderhöhe. Kurz verschnauft (zum Joggen ist das Stück eigentlich zu steil), dann links in Richtung Lufthansa, bei der ersten Gabelung rechts hoch, dann gleich noch mal scharf rechts auf den Trampelpfad am (Das ist der Burgenweg. Markierung: Blaues B).
Einen regulären Waldweg weiter oben dann wieder links, vorbei an ein paar fleissigen Waldarbeitern (Spontaner Erkenntnisgewinn: Finster dreinblickende Männer mit Kettensägen machen mich irgendwie leicht nervös) und der Hütte auf der lichten Alexanderhöhe, dabei die Tatsache genossen, dass es hier nicht so furchtbar steil bergauf geht.

An der Wegkreuzung wieder rechts, auf dem Weg am Hang unterhalb der Tannenburg nach Osten. Schon wieder etwas steiler, dafür hat man aber rechterhand durch die Bäume hin und wieder mal einen schönen Ausblick nach Süden, bis hin zum hinteren Teil des Melibokusmassivs.

Nach einem knappen Km bergauf kam ich schließlich an die Serpentinen unterhalb der Burg, und entschied kurzentschlossen, schnell noch mal hochzulaufen, auch wenn es eigentlich ein Umweg war. Also noch ein bisschen mehr geklettert und schließlich von hinten die Ruine Tannenburg (oder die Ruine Tannenberg? Ich bin mir da nie so ganz sicher…).
Nur eine kurze Runde um die wuchtigen Mauerreste gedreht, kurz die imposante Aussicht nach Nordwesten über Seeheim in die Rheinebene genossen und etwas über die Geschichte der Burg sinniert (erste Festungslage in Europa, die mit Feurwaffen geschleift wurde), dann wieder die Serpentinen hinunter, um am Berg hinter der Burg weiter in Richtung Ober-Beerbach zu laufen.

Dabei unterlief mir allerdings eine kleiner Navigationsfehler, der um so peinlicher ist, als ich die Gegend da oben eigentlich ziemlich gut kenne: Irgendwie verpasste ich den richtigen Weg runter vom Burgberg und merkte es nicht mal – anstatt ostwärts zu laufen, folgte ich stattdessem dem Ringweg immer weiter nach Norden und schließlich sogar wieder nach Westen (immerhin fragte ich mich dabei, wann jetzt endlich der verflixte Weg rechts den Berg runter kommen würde…).
Erst als ich auf die Schneise oberhalb der Lufthansa lief und vor mir die Großbaustelle des neuen LH-Trainingszentrums sah, wurde mir klar, dass ich viel zu weit war.
Also umgedreht und wieder ein ganzes Stück zurück bergauf!
Immerhin fand ich aus dieser Richtung den Abstieg auf Anhieb, und konnte entsprechend richtig links abbiegen, auf den niedrigen liegenden Höhensattel hinter dem Tannenberg.

Hier war die Navigation dann glücklicherweise wieder ganz einfach: Immer ostwärts durch den Wald, der Markierung des gelben Plus (Saar-Rhein-Main-Weg) folgend über den Kniebrecht (das ist der hintere Berg zwischen Stettbacher und Ober-Beerbacher Tal), bei ganz leichtem bis mäßigen Anstieg.
Schließlich oberhalb von Wallhausen an den Waldrand gekommen, hier ging es dann links eine Weide entlang in Richtung Ober-Beerbach, und das recht steil – zum Ausgleich gab´s aber einen schönen Blick aufs Stettbacher Tal und den Steigerts.

Nach ein paar hundert Metern erreichte ich eine Kreuzung auf der Anhöhe über Ober-Beerbach. Da ich sowieso schon etwas spät dran war, und ja noch einiges vor mir hatte, entschied ich mich für den kürzesten Weg runter ins Dorf lief geradeaus, durch einen steilen, etwas abenteuerlichen Hohlweg, der schließlich in der Strasse nach Steigerts/Stettbach mündete („Im Klingen“).
Links runter, bergab in den Ort, dann noch mal links in die Erbacher Strasse (kürzer wäre es hier gewesen, dem gelben Plus nach rechts zu folgen, aber ich wollte möglichst weit nördlich auf die Hutzelstrasse kommen, um möglichst viel von ihr abzulaufen).
Am der Gabelung geradaus weiter in die Ernsthöfer Strasse, unterhalb der Kirche entlang das lange Tal am hinteren Ende des Dorfes bergauf.

Nach zwei- bis dreihundert Metern gabelte sich die Strasse dann erneut – rechts wäre ich zum Startpunkt unseres Modautal-Laufes gekommen, also lief ich stattdessen links hoch, in die Neutscher Strasse.
Ach du je, die war mal wieder so richtig, richtig steil! Mehrere hundert Meter kämpfte ich mich schnaufend und prustend den semi-Alpinen Abhang hoch, bis ich endlich jenseits des Ortsausgangs die Anhöhe östlich von Ober-Beerbach erreicht hatte.
Heidenei.

Da auf der asphaltierten Strasse überraschend viel Verkehr war, folgte ich hier lieber dem Weg OB1 rechts über die Wiesen auf dem Pechkopf, und erreichte schließlich nach ca. 200 m. die Hutzelstrasse. Kurze verschnaufpause, einmal umgedreht, die unglaublich grandiose Aussicht genossen. Wow, von hier oben sieht man wirklich fast alles, unheimlich schön!
Dann nach rechts die Hutzelstrasse entlang (Europäischer Fernwanderweg 1, Markierung: Weisses Andreaskreuz), südwärts, im wahrsten Sinne des Wortes der Sonne entgegen. Vorbei an den Windrädern, dem Startpunkt unserer Modautal-Tour, dem Neutscher Hof, sowie einem Mann, der dabei war, eine Art ventilatorgetriebene Gleitschirmkonstruktion aufzubauen (faszinierend, was hier oben so los ist). Sanfter Wind, Strecke insgesamt eben, sehr entspanntes Laufen. Angenehm.

Nach einem Km ging´s dann noch mal etwas mehr bergauf, links ein Maisfeld, dann ein kleines, schattiges Wäldchen, schließlich wieder etwas bergab zur Strasse zwischen Ober- und Schmal-Beerbach. Die überquerte ich, und lief geradaus weiter in das hübsche Wäldchen am Steigerts, wo es noch mal ordentlich bergauf ging, das war dann schon etwas anstrengend. Hier kurz von der Hutzelstrasse abgewichen und einen kleinen Umweg nördlich der Bergkuppe gelaufen (Markierung: Gelbe 8), dann aber oberhalb von Steigerts wieder auf Kurs gekommen und über die schöne, offene Wiesenlandschaft mit Blick auf die Neunkircher Höhe, den Tannenberg, den Heiligenberg und den Melibokus die letzen anderthalb Km abwärts bis zur Kuralpe gelaufen.

Fazit: Angesichts der vielen und teilweise recht steilen Steigungen ein recht anstrengender, aber dafür auch sehr schöner szenischer Lauf, mit toller Aussicht und viel Natur. Hat viel Spass gemacht, und das Gratisessen am Ende war natürlich auch nicht zu verachten… ;-).

Strecke: 12,7 km.
Zeit: Keine Ahnung, war aber deutlich länger als geplant.
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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3 Antworten to “Sololauf: Tannenberg, Ober-Beerbach, Hutzelstrasse auf die Kuralpe (12,7 km)”


  1. […] Sololauf: Tannenberg, Ober-Beerbach, Hutzelstrasse auf die Kuralpe […]


  2. […] ungefähr 600 Meter nach süden, vorbei an der Mündung des Weges zur Tannenburg (beschrieben in diesem Eintrag) bis auf die Fahrstrasse nach Steigerts/Stettbach. Auch hier weiter bergauf, auf der […]


  3. […] Laufberichte mit neuerem/besseren Kartenmaterial und Google Maps-Links versehen, als da wären: – Tannenberg – Ober-Beerbach – Hutzelstrasse – Kuralpe am 2.8.07 – Zwingenberg – Rodau – Hähnlein am 3.8.07 – Jägersburger Wald Mitte (Langaden – Klein-Rohrheim – […]


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