Jägersburger Wald Süd (18 km)

17. August 2007

Den nördlichen Teil des Jägersburger Waldes hatten wir ja schon am 6.8. abgelaufen, heute sollte der Süden drankommen (mit dem Hintergedanken, schon mal einen Teil der Strecke für einen möglichen 30 km-Lauf nach Mannheim zu erkunden). Start gegen kurz nach 19:00 wieder auf der Dorfstrasse des Ried-Dörfchens Langwaden, Richtung Westen (Wetter: Freundlich, angenehme Temperatur). Diese Mal überquerten wir die A67 allerdings nicht auf der (immer noch im Bau befindlichen) Brücke, sondern auf der nördlich davon gelegenen Fußgängerbrücke. Auf der anderen Seite bogen wir dann gleich links ab und folgten dem Verlauf des Winkelbaches.

Eigentlich hätten wir gleich noch mal links den Nibelungenweg (Markierung: Gelbes Quadrat) nach Südwesten entlanggemusst, aber irgendwie haben wir die richtige Abzweigung dann wieder mal verpasst (aus dem Kopf navigieren ist halt nicht so Meins…) und liefen stattdessen noch etwas weiter am – sehr hübschen, wildblumenbewachsenen – Bachufer entlang, bis wir schließlich auf die die Capell-Schneise gerieten, die weiter nördlich gerade nach Westen führte (Markierung gelbe 1). War aber nicht weiter schlimm, denn sie kam an der Asthofertränkschneise raus, auf der wir uns ja schon beim letzten Lauf im Jägersburger Wald verlaufen hatten (es bringt also doch was!), deswegen konnten wir uns da gut orientieren und bogen Scharf links nach Süden in Richtung Wasserwerk ab (weitehin gelbe 1).

Dort angekommen gings kurz nach links (gelbes V), dann nach ca. 200 m wieder nach Rechts (=Süden) auf die Kreuzschneise (die Riedlinie, Markierung Blauer Kreis) – wir waren wieder auf Kurs!

Der Kreuzschneise folgten wir dann eeeeeeeeewig lang durch den dichten Wald (hauptsächlich Nadelwald, hin und wieder etwas offenerer Laubwald) nach Süden (die Riedlinie bog irgendwann links ab, ab da folgten wir der gelbe 3). Teilweise ein ziemlicher Acker, entsprechend nicht immer angenehm zu laufen (Merke: Nur weil´s auf der Wanderkarte markiert ist, muss es noch lange kein breiter, gut gepflegter Weg sein…). Zudem machten David und Ingo ein ziemliches Tempo, mit dem ich kaum mithalten konnte, da mir meine neuen Einlegesohlen weiterhin relativ schmerzhafte Probleme bereiteten – entsprechend war ich meist 30 bis 60 m. hintendran und schnaufte mit Fersenschmerzen hinterher, was irgendwie nicht so lustig war (an dieser „Der Langsamste bestimmt das Tempo“-Geschichte müssen wir wohl noch etwas arbeiten…).

Unterwegs gab´s nicht viel, irgendwo mittendrin stand ein offensichtlich uralter Grenz(?)Stein im Wald, der ganz interessant war (mit schwer entzifferbarer und noch schwerer verständlicher lateinischer Schrift – da merkt man mal wieder, wie lang das Latinum inzwischen her ist). Irgendwann erreichten wir dann die Fahrstrasse zwischen Groß-Rohrheim und Einhausen. Da die (wieder mal) keinen Fahrrad- bzw- Fußgängerweg hatte, überquerten wie sie und liefen die Stockschneise (Markierung: Keine) nach Südwesten bis an den nahen Waldrand. Über einen Trampelpfad gelangten wir auf die Felder, wo gerade ein freundlicher Landmann in Wegesnähe Gülle ausfuhr, was das Atmen der guten, ehrlichen Landluft zu einem echten Erlebnis machte (ok, zumindest ich hab´ bis wir vorbei waren erstmal aufs Atmen verzichtet…).

Am Waldrand entlang nach Osten, dann ich Sichtweise von Einhausen nach Süden und bei einem Aussiedlerhof wieder nach Osten Richtung Dorf. Da allerdings erstmal eine längere Pause – die neuen Einlegesohlen hatten mir inzwischen äußerst unangenehme Blasen an beiden Fersen beschert, die ich mit zwei (in weiser Voraussicht mitgebrachten) Blasenpflastern verarzten musste (Was nicht viel gebracht hat – diese Compeed-Blasenpflaster halten zwar bestens, wenn man sie auf einen trockenen, sauberen Fuß klebt, aber wenn man schon verschwitzt und schmutzig ist, fallen sie einfach so wieder runter).

Danach langsam und (zumindest in meinem Fall) mit schlechter Laune und Schmerzen durch die beschaulich-unspektakuläre Riedgemeinde Einhausen, an deren östlichem Ende wir nach Norden abbogen, um die A67 auf der Brücke in Richtung Schwanheim zu überqueren. Zumindest war das der Plan. Wie sich herausstellte, wird auch diese Brücke gerade renoviert, weswegen sie nicht passierbar war. Na super!

Stattdessen mussten wir also wieder in den Jägersburger Wald, der inzwischen aufgrund der forgeschrittenen Zeit schon arg dämmrig war. Um halbwegs auf Kurs zu bleiben, beschlossen wir, grob dem Verlauf der Autobahn nach Norden zu folgen, doch selbst das erwies sich als schwieriger als gedacht, da die doofen ollen Waldwege nicht direkt parallel zu A67 verlaufen. Entsprechend kamen wir immer weiter von der Autobahn weg, bogen dann irgendwann rechts ab, um näher dranzukommen, liefen in alle möglichen Richtungen, die offensichtlich alle falsch waren und/oder in Sackgassen endeten, sahen ein paar Wildschweine (zumindest David und Ingo – ich war aufgrund meiner Blasen inzwischen zu weit zurück, dass ich sie nicht sehen konnte, und so quängelig, dass meine laute Nörgelei sie vertrieben hat, bevor ich sie sehen konnte – Bah!), kamen schließlich durch den Wald direkt an die Autobahn (nur ein paar hundert Meter von der Brückenbaustelle entfernt – das war deprimierend), mussten wieder zurücklaufen, waren spätestens da völlig unorientiert, und erreichten schließlich irgendwie die anscheinend einzig funktionierende Möglichkeit zur Überquerung der A67 zwischen Langwaden und Einhausen, eine finstere Unterführung an irgendsoner Strasse – Scheisswald!

Inzwischen war´s auch praktisch schon dunkel, meine Fersen taten mehr weh als je zuvor (wie gesagt, die Blasenpflaster waren längst wieder abgefallen), und irgendwie joggten (im Fall von David und Ingo) bzw. schleppten (im Fall meiner Wenigkeit) wir dann weiter nach Norden durch den semi-nächtlichen Wald, und erreichten irgendwann einen Kanal (den „Schwanheimer Grenzgraben“, aber das wusste zu diesem Zeitpunkt niemand), dem wir dann bis ins rettende Langwaden folgen konnten (die Strecke war möglicherweise ganz hübsch, genau kann ich´s aber nicht sagen, da ich zu sehr damit beschäftigt war, schlecht gelaunt zu sein), wo wir gegen 21:05 ankamen.

Fazit: Zwei blutige Fersen, ansonsten aber alles fit – auch wegen des zwangsläufig nicht ganz so hohen Tempos der letzten Kilometer, das nicht besonders anstrengend war. Was haben wir gelernt?
a) Blasen sind scheisse
b) Wenn man welche hat, kann man entweder anhalten und sich beschweren, oder weiterlaufen und sich beschweren. Beschweren ist auf jeden Fall obligatorisch.
c) Man darf sich nicht auf Autobahnbrücken verlassen, die werden immer dann renoviert, wenn man´s nicht brauchen kann
d) Meine Behauptung, man könne sich im Ried nicht richtig verlaufen, war totaler Blödsinn
e) Nach Sonnenuntergang ist es im Wald ziemlich dunkel

Zumindest für mich ein sehr unangenehmer Lauf.

Strecke: 18 km
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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4 Antworten to “Jägersburger Wald Süd (18 km)”


  1. […] ebenem Gelände machen, am liebsten eher im Wald, da es relativ warm war. Da wir den Jägersburger Wald inzwischen ja schon gut erkundet hatten, beschlossen wir, stattdessen noch etwas weiter südlich […]


  2. […] des Jägersburger Waldes ab, wo wir dem Verlauf des Grabens südwärts folgten (auch hier waren wir schon mal vorbeigekommen, allerdings in anderer Richtung und im Dunkeln). An sich ein hübscher Waldweg (wieder mal […]


  3. […] nach monatelanger Abwesenheit mal wieder in den Jägersburger Wald zurückzukehren – Osten, Norden, Süden und Mitte des Forstes sind ja schon lange erlaufen, heute stand folgerichtig der Westteil des […]


  4. […] Aussiedlerhöfen vorbei (mir nicht ganz unbekannt, hier hatte ich im August beim Lauf durch den südlichen Jägersburger Wald pausieren und eine Blase verarzten müssen, sowas merkt man sich…), in die weiten, offenen […]


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