Die Umrundung von Pfungstadt (14 km)

21. August 2007

Ingo wollte heute eher eine flache Strecke, und weil mir noch eine 41-km-Wanderung durch den Odenwald vom Sonntag in den Beinen steckt, hatte ich nichts dagegen. Deswegen heute auf dem Programm: Einmal um Pfungstadt.

Start: Parkplatz an der Strasse zwischen Pfungstadt und Seeheim, an der Kurve kurz vor dem Pfungstädter Schwimmbad (wo – wenn man den Bildern auf der Homepage glauben schenken darf – dicke Kinder schwimmen gehen. Wer hätte das gedacht?).

Von dort aus durch den Wald nach Norden, vorbei an den Rückpartien diverser pfungstädter Einfamilienhäuser, irgendwann dem Ortsrand folgend kurz nach Osten abgeknickt, dann wieder nach Norden (parallel zur Bahnstrecke weiter östlich). Auch heute wieder recht hohes Tempo, dass sich auf den ebenen, angenehmen Wegen durch den Kiefernwald jedoch gut durchhalten ließ (zumal meine – heute schon vorher abgeklebten – Blasen vom letzten Mal keinerlei Probleme machten) .

Schließlich etwas vom Ortsrand weg, vorbei an den Feldern östlich des Ortes, die offensichtlich vor allem von Kaninchen und schäferhundeausführenden Pfungstädtern bevölkert sind. Kurz durch den Wald, dann am Galgenberg bzw. der Pfungstädter Düne (–> Der Link führt zu einem .pdf, die Düne ist da auf S. 12 beschrieben) über den alten Bahnübergang und auf einer kleinen Brücke an einem einzeln stehenden Haus die Modau überquert.

Auf die Eberstädter Strasse, nach rechts Richtung Gewerbegebiet Eberstadt, dort beim Autohaus Brass über die Ampel, dann über den Parkplatz gleich links auf einem Trampelpfad (Markierung: Weisser Kreis) auf den Weg am Sandbach. Dem sind wir dann ein oder zwei Kilometer nach Westen gefolgt, eine überraschend hübsche Strecke mit viel Wald, dichter Ufervegetation, und einer anheimelnd-schäbigen Trimm-Dich-Pfad/Naturlehrpfad-Kombo, wobei es immer mal wieder kurze Einblicke sowohl in die triste Welt des Gewerbegebietes diesseits des Flüsschens, als auch die beschaulichen Eigenheime jenseits davon gab.

Schließlich auf einer kleinen Brücke den Sandbach überquert und uns auf den Feldern nördlich von Pfungstadt wiedergefunden. Weiter nach Nordwesten, vorbei an einem unheimlich summenden Umspannwerk, in Richtung der Autobahnbrücke nach Griesheim, wo wir über die A67 wollten.
Das war zumindest der Plan.
Wie IMMER, wenn wir über die #§*&%@ A67 wollen, war die vermaledeite Brücke NATÜRLICH gerade im Umbau, und für den gemeinen flugunfähigen Jogger somit völlig unpassierbar.
Wie üblich in dieser Situation, wunderten wir uns kurz (WELCHER IDIOT IST EIGENTLICH AUF DIE IDEE GEKOMMEN, JEDE VERDAMMTE AUTOBAHNBRÜCKE ZWISCHEN DARMSTADT UND MANNHEIM GLEICHZEITIG ABZUREISSEN? HÄH?), und machten uns dann auf die Suche nach einer alternativen Strecke, denn über die Autobahn wollten wir auf jeden Fall.

Glücklicherweise (oder unglücklicherweise) war da ja immer noch der Sandbach, der ein paar Meter neben der Großbaustelle seinen eigenen kleinen Tunnel unter der Autobahn hat – und wo so ein olles Gewässer durchkommt, sollte doch eigentlich auch Platz für ein paar Jogger sein, oder? Natürlich mussten wir da zuerstmal hin, was so eine Art Dschungelexpedition durch 150 m. unglaublich überwucherte Wickenwiese erforderte, die schließlich auf dem kleinen Damm am Bach (Hauptvegetation: Brennesseln. Gut für die Durchblutung, schlecht für die Moral) endete, von wo aus man den Tunnel einsehen konnte: Eine ca. 20 m. lange Röhre unter der Autobahn durch, schwer zu erreichen, miefig, dunkel. Lichte Höhe ca. 1,50 m., aber nach oben rund, deswegen an den Rändern (da wo kein Bach war) niedriger. Links und rechts des Baches ein stark abschüssiger Streifen leicht schmieriges Kopfsteinpflaster. Natürlich kein Fußweg, und natürlich nichts zum Festhalten.
Erste Tests ergaben, dass es sehr schwer war, sich auf dem Kopfsteinstreifen durchzutasten, ohne gleich in den Bach zu rutschen, doch immerhin fanden sich im Abstand von ca. 1,20 m. sowas wie Fußtritte, bei denen jeweils ein Pflasterstein fehlte, und man entsprechend einen (aber nur einen) Fuß reinsetzen konnte und etwas Halt hatte.
Da wir schon mal da waren (und nicht wieder durch das Brennesselgestrüpp zurück klettern wollten), krochen wir also los!
Die Fußtritte hörten dann nach ca. 15 anstrengenden Metern unversehens auf (natürlich, was auch sonst!), so dass man ohne ihre Hilfe weiterkriechen/klettern musste – Ingo und David schafften es irgendwie, mir war das dann zuviel (nicht vergessen: Im Gegensatz zu meinen Mit-Joggern bin ich alt, fett, und unbeweglich), weswegen ich mir dann einfach an der Tunnelwand klemmend Schuhe und Socken auszog, und die restlichen Meter durch das ca. 30 cm. tiefe Gewässer gewatet bin (war überraschend warm – wahrscheinlich werden da ungeklärte Abwässer durchgeleitet, das würde auch das benutzt aussehende Kondom erklären, dass sich an einem Felsen verhakt hatte, und in das ich fast getreten wäre…). Immerhin: Unternehmen „Unterquerung der Autobahn in einem nicht dafür gedachten Tunnel“ gelungen – auch wenn´s weniger spassig war, als das jetzt den Anschein haben mag (aber wie heisst es so schön: „It´s either a good trip, or a good story“).

Ach ja richtig: Wie sich hinterher rausstellte, hätten wir statt dieser Aktion auch einfach ein paar hundert Meter weiter nach Süden joggen und die Autobahn auf Fußgängerbrücke an der Autobahnraststätte überqueren können. Mangelnde Ortskenntnis ist doch immer wieder eine Riesengaudi…

Anyway, nach kurzer Erholung auf der anderen Seite ging´s weiter, beim Schleusenhäuschen am Eschollbrücker Rückhaltebecken wieder mal über den Sandbach, dann durch den Wald nach Süden. Beim untersten Zipfel von Eschollbrücken nach Osten auf die Strasse nach Pfungstadt eingeschwenkt und auf einer unerklärlicherweise intakten Brücke wieder die A67 überquert (Radweg 24).

Über die neue Kreuzung, dann vor dem Ortseingang von Pfungstadt nach Süden abgebogen und durch die Maisfelder am Ortsrand entlang. Über die Strasse nach Hahn, ein weiteres Mal über die Modau, vorbei am Klärwerk, dann noch mehr Felder (Radweg 19). Schließlich bei ein paar Aussiedlerhöfen nach Osten zur Strasse nach Jugenheim. Auch die überquert, dann auf der Dr.-Horst-Schmidt-Str. vorbei an Reit- und Tennisanlagen zum Schwimmbad und schließlich zum Auto.

Insgesamt ziemlich ordentliches Tempo (80 min [reine Laufzeit, die Kletterei durch den Bachtunnel nicht eingerechnet] für 14 km, also durchschnittlich 10,5 km/h, bzw. eine Kilometerzeit von knapp über 5:42 Minuten). Keine Beschwerden (selbst die Blasengeschichte war nach der semi-freiwilligen Kneippkur im Sandbach erstmal weg, wahrscheinlich waren meine Nerven von der Brühe betäubt), auch wenn ich zuhause erstmal eine halbe Stunde mit zwanghaftem Beine- und Füßewaschen verbracht habe.

Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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4 Antworten to “Die Umrundung von Pfungstadt (14 km)”


  1. […] Die Umrundung von Pfungstadt […]


  2. […] Ried, genauer gesagt das Gebiet hinter Eschollbrücken, um vielleicht die Lücke zwischen unserem Lauf um Pfungstadt und unserer Kühkopftour zu schliessen oder zumindest zu […]


  3. […] geplante Strecke: Von Pfungstadt auf der Fußgängerbrücke über die A67 (die, die wir bei unserem Lauf um Pfungstadt nicht gefunden hatten und deshalb durch den Sandbach-Kanal kriechen mussten) nach Eschollbrücken, […]


  4. […] Grabens oder Kanals zu kriechen, dem man eine Unterführung eingerichtet hatte. Sowas hab´ ich einmal gemacht, brauch ich nicht nochmal. Außerdem wollte ich eh nicht mehr auf die dämliche andere Seite, […]


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