Hutzelstrasse aufs Felsenmeer (12,8 km)

15. September 2007

Unser alter Freund Lutz ist übers Wochenende im Land, und nachdem es bei seinem letzten Besuch nicht geklappt hatte, konnten wir ihn dieses Mal überzeugen, als Gastläufer an einer kleineren Tour teilzunehmen. Laut Plan war ein entspannter, kürzerer Lauf dran, das passte also recht gut, deshalb entschieden wir spontan, Lutz bei seinen Eltern in Ober-Beerbach aufzusammeln und von dort aus über die Anhöhen des vorderen Odenwalds aufs Felsenmeer zu laufen.  

Also am späten Vormittag mit dem Auto nach Ober-Beerbach, wo Lutz uns bereits erwartete. Großartiges, wunderbares, perfektes Laufwetter: Ein wunderschöner Spätsommertag, blauer Himmel mit ein paar Schäfchenwolken, leichter Wind, angenehm warm – allein der Gedanke ans Loslaufen machte schon Spass, so müsste es immer sein!
Start gegen 11:15. Zuerst mal mussten wir auf Höhe kommen, also steil den Gruben-Berg hinter Ober-Beerbach hoch und direkt am einzelnen Windrad auf der Neutscher Höhe vorbei auf die Hutzelstrasse (Markierung: Weisses Andreaskreuz). Dort nach rechts in Richtung Süden abgebogen und beim Traben die wirklich traumhafte Aussicht genossen. Da das Hochplateau über den meisten umliegenden Anhöhen liegt, und zudem nicht bewaldet ist, sieht man dort oben in einem 180-Grad-Bogen wirklich alles, vom Otzberg und der Wetterau im NO bis zum Donnersberg und dem Pfälzerwald im SW, dazu in der anderen Richtung toller Blick in den Odenwald.
Wirklich einmalig. Boah!

In angenehmem Tempo weiter die Hutzelstrasse entlang, vorbei am Neutscher Hof und der Allertshofer Tanne, dabei ein bisschen geplauscht, und Wind und Sonne genossen. Wunderbar angenehm.

Nach ca. einem km die Strasse von Ober-Beerbach nach Schmal-Beerbach erreicht und sie überquert, vorbei am Parkplatz „An der Hutzelstrasse“, dann in den schönen, alten Mischwald am Steigerts. Hier links gehalten (gelbe 1) und über eine ordentliche Steigung an der Kuppe vorbei durch den Wald, dann weiter über die offene Wiesenlandschaft über Staffel zur Kuralpe (immer noch Hutzelstrasse, Markierung immer noch weisses Andreaskreuz).

Dort die Landstrasse überquert, links am Kreuzhof vorbei über die Parkplätze, auf den sanft aufsteigenden, geschwungenen Rosenweg (Markierung: Gelbe 7) und weiter entlang durch die Wiesen an Nordostflanke des Felsbergs.
Nach ca. 600 – 700 m. dann den Waldrand erreicht und steil rechts hoch in den Wald. Da wir hier nur ungefähr orientiert waren, und irgendwie in Richtung Felsenmeer wollten, entschieden wir uns an der nächsten Abzweigung dafür, rechts bergauf zu laufen (schließlich wollten wir ja nach oben), was uns ein längeres Stück auf einem engen, steilen und zuweilen recht schlammigen Trampelpfad über Stock und Stein bescherte – war aber trotzdem durchaus hübsch, mit versteckten Waldwiesen, einem kleinen Hohlweg, und einer Prise Offroad-Abenteuer.

Schließlich erreichten wir das obere Ende des Felsenmeers, ungefähr auf Höhe der Schutzhütte. Wir waren alle noch fit, also beschlossen wir kurzerhand, nicht sofort den Felsberg zu erklimmen, sondern das Felsenmeer stattdessen erst mal ausgiebig zu nutzen, schließlich ist man ja auch nicht allzu oft da oben (und es ist auch wirklich was Besonderes!). Also kurz die größeren Brocken am oberen Ende erklettert und dann querfeldein über durch/über die Felsenlandschaft nach unten in Richtung des eigentlichen „Meeres“ unterhalb des Kiosks und der beeindruckenden Riesensäule (Gewicht: 27 Tonnen [hat zumindest die Geopark-Rangerin behauptet, die die Säule gerade eine Besuchergruppe erklärte als wir vorbeiliefen – und die muss es ja wissen) gelaufen, etwas gelenkintensiv, aber immer wieder spassig.
Unten sind wir dann auch natürlich auch gleich noch mal ein bisschen in das richtig dichte Brockenfeld reingeklettert, auch das ein Riesenspass, der noch dadurch vergrößert wurde, dass ein unglaublich freundlicher Spaziergänger mit Kleinkind und Digitalkamera sich spontan anbot, ein paar Fotos von uns auf den Felsen zu machen und sie uns später zu mailen.
UPDATE: DAS MIT DEN FOTOS HAT DOCH TATSÄCHLICH GEKLAPPT:

V.l.n.r.: Lutz, Matthias, Ingo

Nachträglich noch mal vielen, vielen Dank an den unbekannten Herrn mit dem Foto und dem Säugling, das war wirklich supernett!

Nach der kleinen Klettertour mussten wir natürlich erstmal wieder recht steil bergauf, schließlich wollten wir ja noch auf den Felsberg hoch, also über den Spazierweg (Markierung: Roter Balken) bis auf den Parkplatz auf dem Gipfel, da noch kurz einen Schlenker rechts hoch zum Ohlyturm (der laut Lutz von einem seiner Vorfahren gebaut worden ist, also mussten wir natürlich da hin), der zugleich den höchsten Punkt unserer Tour auf 514 m.ü.NN. markierte. Dann zu den Häusern an der Strasse und ein kleine Einkehr in das großartige und zudem eminent joggerfreundliche Restaurant Adas Buka (ein echter Geheimtipp: Fürchtbar leckeres afrikanisches UND odenwälderisches Essen in schöner Atmosphäre, äußerst empfehlenswert!!!!) auf eine kleine Pause in der Sonne bei einem Mineralwasser – schön.

Dann ging´s erstmal bergab, vorbei am Restaurant und dem alten Löschteich über einen Trampelpfad auf den steilen und etwas steinigen Abstieg entlang einer Lichtung zurück zur Kuralpe (Markierung: SJ2), dort wieder über die Landstrasse und zurück auf die Hutzelstrasse.
Weiter bis zum Steigerts (auch hier wieder: Sanfter Anstieg, schöne Aussicht, Superwetter- ein Gedicht!) bis zum Wäldchen am Steigerts, wo wir allerdings nicht weiter auf dem Weg, den wir gekommen waren, nach rechts liefen, sondern stattdessen der asphaltierten Strecke links durch das Wäldchen bis ins kleine, beschauliche Höhendorf Steigerts liefen.
Das durchquerten wir der Länge nach (dauert nicht lange…) und liefen dann am Restaurant Talblick geradeaus in den Wald, ein paar Schlenker bergab, und dann ins Tal hinab zum südöstlichen Ortsteingang von Ober-Beerbach unterhalb des Sauteichs.

Anstatt allerdings der Strasse ins Dorf zu folgen, liefen wir auf Lutz Vorschlag den Hang auf der anderen Talseite wieder etwas hinauf, dann an der Bergflanke oberhalb eines Geflügelzüchtervereins zwischen Häusern und Streuobstwiesen nach Nordwesten, bis wir schließlich das hintere Ende der Strasse „Im Berggarten“ erreichten, durch die wir wieder an den Ausgangspunkt unserer Strecke gelangten.

Fazit: Eine großartige Tour, die alles hatte, was man von einem Lauf nur erwarten kann. Entspanntens, angenehmes Tempo in wunderschöner Landschaft, bei ebenso wunderschönem Wetter, dazu eine abwechslungsreiche Strecke (die zwar einige ordentliche Steigungen hat, aber insgesamt nicht zu anstrengend ist) mit tollen Ausblicken und das Felsenmeer, das immer einen Besucht wert ist. Hat einfach nur Spass gemacht, so sollte laufen immer sein!!!
Oh, und der Lutz hat trotz Trainingsrückstandes gut mitgehalten – Respekt, dafür ein ernst gemeintes „Good on yer, mate!!“

Strecke ca. 12,8 km, Zeit irgendwas zwischen 1:20 h und 1:45 h – keine Ahnung wieviel genau, darum ging´s heute aber auch nicht.
Karte:

Interaktive Streckenkarte

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6 Antworten to “Hutzelstrasse aufs Felsenmeer (12,8 km)”

  1. Ingaret Says:

    Hey, super was du/ihr so alles erlauft, erlebt, erfühlt und erfahrt und so nebenbei noch unser schönes „homeland“
    intensiv kennenlernt.


  2. […] Hutzelstrasse aufs Felsenmeer (12,8 km) Kategorien […]


  3. […] Hutzelstrasse aufs Felsenmeer […]


  4. […] km zurückgelegt, das entspricht einer durchschnittlichen Lauflänge von 15,77 km. Oh, richtig, bei einem Lauf war ja auch unser Freund Lutz dabei, der erreicht damit 12,8 km […]


  5. […] bog ich scharf rechts ab, zuürck in den Wald rein nach Südwesten, und lief ein kurzes Stück die Hutzelstrasse in Richtung Kuralpe entlang (Markierung: Immer noch die gelbe 1), dabei erstmals eine ordentlich steile Passage in die […]


  6. […] Wir überquerten etwas unterhalb des einzelnen Windrades den Saar-Rhein-Main-Weg (hier war ich letztes Jahr mal mit Lutz und Ingo hochgelaufen) und gelangten schließlich zum Wäldchen oberhalb der Sauteiche. In den Wald rein, dann gleich […]


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