Sololauf: Philippshospital – Kühkopf und zurück (13,5 km)

22. September 2007

Vorgestern steil in den Odenwald, heute als Kontrastprogramm wieder mal flach durch´s Ried.
Genauer gesagt: Das letzte unerlaufene Stück zwischen unserer Kühkopftour von vor zweieinhalb Monaten und meinem Lauf bis Crumstadt von letztem Dienstag.

Schon wieder alleine unterwegs, Wetter schön (aber fast schon wieder zu warm, dazu sehr diesig), Startzeit gegen 11:50 Uhr vormittags, Startpunkt am Philippshospital.

Start nordwärts entlang der Strasse in Richtung Goddelau, erst durch die schattige, waldartige Siedlung des Philippshospitals, dann durch offenes Gelände, wo die pralle Mittagssonne ziemlich brannte. Auch heute war das Anlaufen wieder ziemlich zäh, was möglicherweise aber auch daran lag, dass ich schlecht geschlafen und nicht richtig gefrühstückt hatte, und entsprechend nicht so richtig auf Touren kam.

Nach ein paar hundert Metern bereits die ersten Häuser von Goddelau (von Einheimischen auch liebevoll „Golle“ genannt, ersichtlich an den liberal im Ort verteilten Werbeschildern für die „Goller Kerb“ – weckte in mir übrigens unwillkürlich gewisse Tolkien-Assoziationen. Aber hey, Ortsnamen auf Südhessisch klingen ja meistens etwas seltsam, des is´ bei uns in Jurem joa oa net annerster…).
Anyhow, geradeaus weiter auf dem kastaniengesäumten Fahrradweg, links eine Art Lärmschutzhecke, hinter der wohl mehr „Golle“ lag, rechts jenseits der Strasse ein frisches Neubaugebiet (ist noch nicht mal auf der Google Earth-Karte drauf) voller zutiefst unansehnlich-blockiger Vielfamilienhäuser, wirkte ein klein bisschen trostlos.

Voll im Ort angekommen links die Hospitalstrasse entlang, dann gleich die nächste rechts in den Weidweg – eigentlich ein Umweg, aber wo ich schon mal da war (zum ersten Mal, vorher hat´s mich noch nie nach Goddelau verschlagen), wollte ich mir auch gleich noch das Geburtshaus des von mir sehr geschätzten Schriftstellers Georg Büchner ansehen.
Das war allerdings gar nicht so einfach zu finden, und so eierte ich ein bisschen durch die Nebenstrassen, bevor ich auf die entsprechende Beschilderung stiess und nach einer kleinen Ehrenrunde durchs Dorf fündig wurde: Das Büchnerhaus stellte sich als hübsches, kleines Fachwerkhaus in einer ruhigen Seitenstrasse heraus, nicht wirklich spektakulär aber auf jeden Fall nett (da das Tor zu war, konnte ich nicht näher ran und mich genauer umsehen).

Wieder zurück auf die geplante Route: Auf der Ludwigsstrasse nach Westen, vorbei am überaus unansehnlichen und klotzigen Rathaus der Gemeinde Riedstadt, dann halblinks die Bahnofstrasse entlang, unter den Gleisen durch, und schließlich über die Römerstrasse aus Goddelau raus.

Ein kurzes Stück durch die Felder, über die B44, und schon war ich in Erfelden. Geradaus durch die Bahnstrasse, im Ortskern dann erst halblinks, dann gleich noch mal ganz links, und die Rheinstrasse runter bis zur Uferpromenade am Altrhein. Dort dann über die sanft geschwungene Fußgängerbrücke auf den Kühkopf, der nach den wenig spektakulären Kilometern durch Felder und eher schlichte Dörfchen auf Anhieb einen wohltuenden Kontrast bot: Sattgrüne Wiesen, urwüchsige Auwälder, ganz viel Natur, einfach immer wieder schön!

Von der Brücke aus lief ich kurz geradaus, bog aber noch vor dem Forsthaus links ab auf den Haubentaucherweg (Markierung: H/der blaue Kreis der Riedlinie), der hier an dem/der Kisselwörth (was immer das ist…) nach Süden führt. Angenehm schattig, rechts wild wuchernder, praktisch unberührter Urwald, linkerhand zwischen den Bäumen eine Niederung voller Schilf.
Wirklich schön, zumindest solange man in Bewegung ist – wer hier stehen bleibt, macht sich allerdings instant zum Ziel gewaltiger Schnakenhorden, wie ich bei einer (deswegen überhastet beendeten) Pinkelpause feststellen musste, also bei aller Schönheit kein idealer Ort zum Verweilen…;)

Nach etwas über einem km knickte der Weg dann leicht rechts ab und verwandelte sich in eine Art schnurgerade, beidseitig von imposanten, uralten Kastanien flankiert Waldweg/Allee-Kombo, die bis nach Gunterhausen an der südlichen Kühkopfbrücke führte.
Hier angekommen stach mir rechts eine von diesen alten hammerförmigen Ölpumpen ins Auge, die es früher immer mal wieder in im Ried zu sehen gab – und weil die mich schon als Kind immer irgendwie fasziniert hatten („Die südhessischen Ölfelder“ – klingt schon irgendwie komisch, oder?), machte ich spontan einen kleinen Schlenker, um sie mir genauer anzusehen: Zwar war sie nicht in Betrieb (die Zeiten der Ölförderung sind wohl vorbei), aber dafür gab´s eine interessante Infotafel, die man auch noch ungestört lesen konnte, da sie in der Sonne stand und das die Schnaken fernhielt.

Vorbei an den etwas verloren wirkenden Häusern von Guntershausen und der kleinen Gaststätte auf die Brücke nach Stockstadt, wieder runter vom Kühkopf (immer noch blauer Kreis, ausserdem das rote R des Rhein-Neckar-Weges). Direkt hinter der Brücke lief ich allerdings nicht geradeaus weiter, sondern bog rechts auf einen Weg ein, der auf die sogenannte Königsinsel führt – schließlich sollten es heute mindesten 13 km werden, deswegen musste ich da noch einen kleinen Umweg laufen (Markierung gelbe 5).
Also einen weiteren alleeartigen Weg (grob geschottert, deshalb ziemlich unangenehm zu joggen) entlang ca. 1 km nach Westen, auch hier noch viel Natur, aber nicht so wild wie auf dem Kühkopf, dann schließlich halblinks hoch auf einen einen asphaltierten Feldweg, den noch etwas geradeaus (um einen möglichen Verbindungspunkt zu einem irgendwann später mal geplanten 20-km Lauf am Rhein entlang zu schaffen), dann eine Kehrtwende und auf dem Feldweg durchs offene Gelände (puuh, heiß!) wieder zurück nach Stockstadt.

Kurz vor dem Ortseingang überquerte ich ein kleines Flüßchen, das hier in den Althrein fliesst und sich im Nachhinein als die Modau herausstellte – irgendwie faszinierend, besonders nachdem ich vorgestern ja ein paar Meter von der Modauquelle auf der Neunkircher Höhe vorbeigelaufen war. Weiter zu einem Sportgelände voller kickender Kinder und gröhlender Soccer-Dads („Ei dann lauf doch auchemol raus, Noel-Marvin!!!“), hier links auf den Deich am Ortsrand entlang.
Dabei kurz haltgemacht, um eine alten Gedenkstein zu entziffern („Hier ist 1740 mal irgend ein Landgraf über den Rhein gewechselt“. Ok. Interessant war dabei vor allem, dass selbst der Alt-Rhein fast zweihundert Meter entfernt war – da sieht man mal, wie sehr sich der Flusslauf in den letzten Jahrhunderten verändert hat).

Dem Deichverlauf weiter gefolgt (links ein Reitgelände), dann schließlich rechts in den Ort rein, auf die Vorderstrasse. Hier gab´s auch mal wieder eine Wegmarkierung (weisser Kreis), von der ich wusste, dass sie bis zum Philippshospital führte, also alles bestens.
Ein Stück geradaus, dann rechts in die Friedrich-Ludwig-Jahn-Strasse in Richtung Crumstadt, durch eine wuchtige und etwas komplizierte Bahnunterführung und schließlich durch ein weiteres Industriegebiet am Ortsrand aus Stockstadt raus, praktisch auf die Zielgrade.

Noch ein kurzer Ampelstopp an der B44, dann ewig lang geradaus unter sengender Sonne (ok, sie war nicht wirklich sengend, aber ein bisschen kühler hätte es ruhig noch sein dürfen) durch die Äcker zum Philippshospital und dem wartenden Auto, finito.

Kein ganz perfekter Lauf. Alleine ist fällt es mir gerade in der Ebene irgendwie immer etwas schwerer, dazu war´s zeitweilig etwas zäh, zu warm, und Schlafmangel und fehlendes Frühstück machten´s auch nicht unbedingt angenehmer. Dazu ist die Strecke nur in Teilen (nämlich am und um den Kühkopf) so richtig schön, der Rest ist eher unspektakulär (und das auch nur, weil freundliches Wetter war – bei Nieselregen hätte es mir vermutlich überhaupt nicht gefallen).
Aber immerhin: Nun ist die Strecke zwischen Bergstrasse und Rhein zumindest in diesem Teil des Rieds endgültig erschlossen, das ist auch was wert.

Strecke: 13,5 km
Zeit: 1:27 h (ca 9,3 km/h bzw. ca. 6:25 min/km).
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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Eine Antwort to “Sololauf: Philippshospital – Kühkopf und zurück (13,5 km)”


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