Bibliser Ortsteile: Wattenheim, Nordheim und der Rhein (11 km)

16. Oktober 2007

Schon wieder so ein schöner Herbsttag, das musste natürlich genutzt werden.
Also: Laufen!
Aber nicht so weit: Einerseits zickte mein weiterhin leicht angeschlagenes linkes Bein trotz Schonung und Diclofenac heute mal wieder ein bisschen, andererseits sind es inzwischen ja weniger als zwei Wochen bis zum großen Tag (= dem Frankfurt-Marathon), entsprechend steht momentan sowieso eher etwas Zurückhaltung und Regeneration auf der Tagesordnung.

Nachdem der Lauf vorgestern ums AKW Biblis so viel Spass gemacht hatte, wollte ich heute nahtlos an diese Strecke ansetzen und noch ein bisschen das Rheinufer flussaufwärts in Richtung Worms ablaufen.


Startpunkt: Der Bibliser Ortsteil Wattenheim, genauer gesagt die Schulstrasse bei den Sportanlagen am nördlichen Ortsrand.
Nach kurzem Dehnen ein paar Meter auf der Strasse nach Norden, dann gleich rechts ab, auf einen Damm bis zum Deich am Weschnitzufer.
Dort dann links, auf einem dieser typischen Betonplatten-Feldwege parallel zum Flussverlauf nordwärts durch die Felder (bisher keine Markierung).
Tempo langsam, etwas steifbeinig, heute lief´s insgesamt nicht so rund.

Nach etwas über einem Kilometer erreichte ich die erste Brücke über die Weschnitz (die inzwischen westwärts abgeknickt war). Hübsche Stelle, eine längere Rampe auf die hohen Deiche beiderseits des Flüsschens (das hier regelrecht eingesperrt ist, wohl um im Fall von Hochwasser einen Rücklauf in die Umgebung zu vermeiden), umstanden mit großen, hübschen Birken und Pappeln, deren Blätter sich schon herbstlich rot gefärbt hatten.

Auf der anderen Seite wieder vom Deich runter, und gleich links, auf einem Feldweg parallel zum Deich westwärts. Nicht viel zu sehen, links der Damm, rechts viel Acker (auffälligstes Merkmal: Die sporadischen Haufen aus geernteten Rüben), dahinter der Rand des Steiner Waldes.
Nach einem weiteren Kilometer knickten Fluss, Deiche und Feldweg dann wieder nach Norden ab, während der Feldweg gleichzeitig immer schlechter wurde, was mich schließlich veranlasste, auf die Deichkrone zu wechseln (wenn ich schon einen Trampelpfad laufen muss, nehm´ ich doch lieber den mit der besseren Aussicht).
Hier oben war´s nett. Hübscher Blick auf Wald (den ich nach ca. 200 m. erreicht hatte) und Weschnitz, dazu die Erkenntnis, dass ich ausnahmsweise mal schneller als jemand oder etwas war (die Fliessgeschwindigkeit der Weschnitz, erkennbar an den darin treibenden Herbstblättern, war deutlich niedriger als mein Tempo. Yay!).
Schließlich tauchte vor mir die zweite Weschnitzbrücke auf, die ich ja schon mal auf meinem Lauf vorgestern überquert hatte.
Rüber, dann jedoch nicht wie beim letzten Mal geradeaus/halblinks in Richtung der Burg Stein (die kannte ich schließlich schon), sondern stattdessen rechts ab in Richtung Rhein durch den üppigen, dichten Auwald, stimmungsvoll beleuchtet von den vereinzelt durch das Blätterdach einfallenden schrägen Strahlen der Herbstsonne – schön!
Hier gab´s übrigens auch wieder eine Markierung, nämlich das Rote R des Rhein-Neckarweges.

Zweihunder Meter weiter öffnete sich der Wald etwas, der Weg führte auf einen weiteren Deich mit mehreren Röhren und kleinen Häuschen, möglicherweise ein Pumpwerk (ich kenne mich mit sowas nicht so aus).
Hier war ich dann kurz etwas verwirrt, denn eigentlich hatte ich erwartet, an dieser Stelle schon auf den Rhein zu stossen, der aber nirgendwo in Sicht war.
Also noch ein kleines Stück den Deich entlang, dann bei der nächsten Gelegenheit rechts runter durch den Wald (Markierung: Gelbe 1), wo ich nach wenigen hundert Metern schließlich fündig wurde, und bei Flusskilometer 453 am Rheinufer ankam und westwärts auf den Uferweg einbog.
Wieder mal ein sehr schönes Stück: Angenehm zu laufender Weg, alleeartig bestanden mit prächtigen alten Bäumen, daneben der träge, breite Fluss, der in der Herbstsonne glänzte, am anderen Ufer kamen langsam die Häuser eines idyllisch wirkenden Rheinörtchens in Sicht (wohl Rheindürkheim).

Allzu lange hielt diese perfekte Idylle allerdings nicht vor. Nach ein paar Minuten wurde der schmale Waldweg durch eine breite Strasse aus etwas zu groben Pflastersteinen ersetzt, die sich deutlich weniger angenehm laufen liess. Die natürlich Ufervegetation wurde spärlicher, und immer wieder gerodete Stellen unterbrochen. Und hinter den netten Häuschen von Rheindürkheim begannen sich die wenig ansehnlichen Gebäude des nördlichsten Wormser Industriegebietes aufzutürmen.
Insgesamt immer noch ganz nett, aber eben doch schon ein bisschen weniger schön.

Nach einem weiteren Kilometer (die Pflasterstrasse hatte sich inzwischen etwas vom Rhein entfernt) erreichte ich eine kleine Abzweigung, von der aus es nach rechts zu einem einzelnen Haus am Flussufer mit gut gefülltem Parkplatz ging – das wollte ich mir kurz ansehen, also bog ich ab und fand mich unversehens bei einem sehr netten Ausflugslokal mitten am Rhein wieder, der Gaststätte „Zur Rheinfähre„. War gut besucht, sah sehr einladend aus – wenn ich Geld dabei gehabt hätte, hätte ich hier wohl eine kleine Pause eingelegt.
Hatte aber keins, deswegen musste ich weiter.

Über den Parkplatz auf den Weg weiter Südwärts direkt am Flussufer (Markierung: Gelbe 2). Auch hier wieder ein sehr schönes Rheinufer-Allee-Stück mit alten Bäumen, aber ziemlich grob gekiest, und deshalb unangenehm zu joggen. Auch die inzwischen sehr nahen Industrieanlagen auf den anderen Rheinseite boten keinen soo tollen Anblick, immerhin lief ich parallel zu einer ewig langen Sandbank mitten im Rhein, die mit diversem Wassergeflügel bevölkert und entsprechend interessant war.

Inzwischen ich schon eine gute Dreiviertelstunde und einen großen Bogen gelaufen, und musste mir so langsam mal Gedanken über den Rückweg machen (zumal sich zu meinem weiterhin etwas unwilligen linken Bein auch noch ein ominöses Rumoren im Magen gesellt hatte). Also verliess ich das schöne Rheinufer bei der nächsten Gelegenheit (ziemlich genau bei Rheinkilometer 450) und bog nach links auf eine asphaltierte, überbreite Strasse („Nato-Strasse“) in Richtung des Landesinneren ein, die nach wenigen Metern über den obligatorischen Deich überquerte („Reuterdamm“ oder „Audamm“), und dann ewig lange durch die Äcker in Richtung Nordheim – also genau meine Richtung – weiterführte.
Die nächsten 1,5 km waren relativ eintönig: Ein paar Gehöfte, viele Felder, hier und da ein weiterer Rübenberg, hin und wieder mal ein meist mit überhöhter Geschwindigkeit vorbeirasendes Auto (laut den relativ häufigen Verkehrsschildern herrscht hier Tempo 50, aber ich war wohl der einzige Verkehrsteilnehmer, der sich daran hielt).
Irgendwann dann Nordheim: Netter, etwas verschlafen wirkender kleiner Riedort. Vor dem Ortseingang lief ich einen Feldweg links, vorbei an ein paar Schrebergärten (dabei erschreckte ich eine Horde Fasane, die panisch davonrannten/hüpften/flogen), dann rechts in den Ort auf die Rheinstrasse, die neben einigen hübschen alten Höfen vor allem durch die überall hängenden Wahlplakate auffiel, auf denen mir eine Frau Dr. Dingsbums ganz im Vertrauen und unter uns mitteilte, dass auch sie für H.P.Fischer stimmen würde. Na sowas. Tja, liebe Frau Dr. Dingsbums, ich bin mir ja nicht sicher, ob die Intimität der Formulierung „unter uns“ für ein überall in der Öffentlichkeit klebendes Wahlplakat passend ist, aber – so ganz unter uns – gut zu wissen…

Dergestalt über die Niederungen der Lokalpolitik informiert bog ich die zweite Strasse links ein (laut Stadtplan ist auch das die Rheinstrasse), lief an einer sehr hübschen kleinen Kirche vorbei (offensichtlich eine „Simultankirche“, also ein Sakralbau, der von von verschiedenen Konfessionen genutzt wird), bog dann rechts in die Waldstrasse (hier gab´s neben ein paar Geschäften auch einen uralten Mann auf ´nem Fahrrad, der ein winziges Kleinkind spazieren fuhr), und die nächste links in die Wattenheimer Strasse ein, auf der ich Nordheim auch schon wieder verliess.

Die Strasse knickte am Ortsende halbrechts ab, ich lief aber geradeaus auf einem etwas holprigen Feldweg weiter (Markierung: Keine), der ein paar hundert Meter durch Maisäcker führte, dann zwischen mehreren Baggerseen mit Kiesförderanlagen („Wolfsgrube“) führte, und schließlich wieder an den Sportplätzen im Wattenheimer Norden ankam, von wo aus ich gestartet war.

Auch heute wieder eine an sich recht schöne Strecke. Gerade am Rhein ist es halt immer wieder hübsch, sowohl der Steiner Wald, als auch der alleeartige Weg mit Blick auf Rheindürkheim und das Gasthaus zur Fähre waren sehr hübsch, das Landesinnere dagegen wie üblich etwas weniger spektakulär (aber immer noch ok).
Vom läuferischen her allerdings keine perfekte Tour, die ganze Zeit etwas unangenehm und unrund, war wohl nicht so mein Tag.
Immerhin: Damit bin ich nur noch einen Lauf davon entfernt, Worms zu erreichen den Nibelungenlauf an den Rest des Streckennetzes anzubinden – da freu´ ich mich schon drauf!

Strecke: 11 km
Zeit: 1:11 h (= 9,3 km/h bzw. 6:27 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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4 Antworten to “Bibliser Ortsteile: Wattenheim, Nordheim und der Rhein (11 km)”


  1. […] Bibliser Ortsteile: Wattenheim, Nordheim und der Rhein (11 km) […]


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  3. […] sein. Als Strecke hatte ich mir das Ried bei Biblis ausgesucht -bisher war ich hier ja lediglich am Rheinufer gelaufen, nun wollte ich auch noch mal das zugehörige Hinterland […]


  4. […] am rechten Rheinufer nordwärts bis Rheinkilometer 450 bei Nordheim (bis wohin ich ja bei meinem letzten Lauf am Rhein von Norden kommend vorgedrungen war), dort direkt ans Flußufer und über die Maulbeeraue, einer […]


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