Frankfurt Marathon 2007 (42,2 km)

28. Oktober 2007

Der große Tag: Frankfurt-Marathon!

Nicht so gut geschlafen (weniger wegen der Aufregung, sondern vor allem weil ich gestern noch mal richtig viel auf Vorrat getrunken hatte und folgerichtig alle zwei Stunden von meiner Blase aus dem Bett getrieben wurde…), leichtes Frühstück, letzter Wettercheck (unter 10 Grad, dicht bewölkt), passende Klamotten eingepackt (Leggins und langärmeliges Shirt – zu warm würde es bestimmt nicht werden), und mit dem Auto nach Frankfurt. Irgendwo in der Pampa am Rebstock-Bad geparkt, dann mit Massen anderer Läufer samt Anhang per Shuttlebus zum Messegelände, von wo aus es losgehen sollte.

Treffen mit Ingo, der etwas früher angereist war um seine Startunterlagen zu holen, gegen 9:15 Uhr im obersten Stockwerk von Halle 1. Hier war schon so Einiges los: Überall standen oder hockten Läufer, zogen sich um, schmierten sich die Beine mit Wundermittelchen ein (der stechende Geruch diverser Salben, Tinkturen und Öle waberte allenthalben miasmatisch durch die Gänge) oder standen in langen Schlangen und mit verkniffenen Gesichtsausdrücken vor den wenigen Toiletten an.
Mittendrin, im ersten Stock von Halle 1, kurz hinter dem Eingangsatrium: Wir.
Umziehen, Nippelschutz anbringen, Chip einschnüren, Proviant für Unterwegs an/in den Gürteln befestigen (etwas fahrig: Offensichtlich ist mir dabei die Trinkflasche mit dem Red Bull Kicker-Cocktail für spät im Lauf abhanden gekommen, was mir aber erst bei km 37, auffiel, als ich sie gut hätte gebrauchen können…) – dann die Beutel mit Startnummernaufkleber in die riesige Kleideraufbewahrung in Halle 1.1 gebracht, ein kurzer Abstecher in die U-Bahnstation, wo die Toiletten deutlich weniger voll als in den Messehallen waren (das gestrige Herumirren hier unten zahlte sich nun mit einer gewissen Ortskenntnis aus, die es uns erlaubte, die Warteschlangen an den zentraler gelegenen Klos zu umgehen…), und wir waren fertig.

Gegen 9:50 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Startbereich auf der Ludwig-Erhard-Anlage vor dem Haupteingang zur Messe, wo es schon rappelvoll war: 11 000+ Marathonstarter, dazu noch Staffelläufer und wer weiss was noch – die brauchen eine ganze Menge Platz. Entsprechend waren mehrere hundert Meter Strasse vollgepackt mit Läufern (die meisten davon in vorher verteilte gelbe und grüne Plastikponchos gehüllt, zum Warmhalten), grob nach angepeilter Zielzeit in verschiedene Startblöcke gestaffelt.
Als relativ unambtionierte Anfänger reihten wir uns auf die billigen Plätze, relativ weit hinten, zwischen „Maritim“-Block (Zeilzeit: 4:00+ h) und „Rossbacher“-Block (Zielzeit: 4:30+ h) ein, die schon 200 bis 300 Meter von der Spitze des Feldes entfernt waren -in der Tat so weit, dass ich bei dem ganzen Trubel nicht mal den Startschuss mitbekam.
War aber nicht weiter schlimm, angesichts der dicht gedrängten Menschenmassen auf so engem Raum staute es sowieso erst mal kräftigst – die Läufer vor uns begannen erst ganz langsam „abzufliessen“. Bis da genug Platz zum richtigen Loslaufen war, dauerte es noch einige Minuten, die man mit rumstehen, langsam vorwärts drängen, und kurzem Stop-und-Go-Joggen überbrückte.

Schließlich, ziemlich genau 10 Minuten nach dem offiziellen Start hatte sich das Gedränge vor uns/um uns rum weitgehend aufgelöst, und wir konnten die Startlinie passieren.

Marathon!

Den ersten halben Kilometer auf der Friedrich-Ebert-Anlage (B44) in Richtung Hauptbahnhof. Tolle Stimmung: Links und rechts der Strecke Hunderte von Zuschauern, mit Fähnchen, Plakaten, Ratschen, Trommeln, die kräftig anfeuerten (die Zuschauer, nicht die Fähnchen, Plakate, Ratschen und Trommeln…). Dann links in die Mainzer Landstrasse (auf der würden wir heute noch viel Zeit verbringen). Auch hier viel los, vorbei an den ersten Hochhäusern (u.a. das City Haus und Trianon, glaube ich), ins Herz von Frankfurt. Am beeindruckendsten war aber zweifellos die Gruppe der Gesamtführenden, die uns hier auf den anderen Strassenseite entgegenkam: Ein geschlossener Block afrikanischer Läufer mit wirklich unglaublichem Tempo – Boah, sind die Jungs schnell (das zeigte sich auch daran, dass nach ihnen erst mal eine ganze Weile niemand mehr kam – die hatten doch tatsächlich bereits nach 5 Kilometern alle anderen Topläufer einfach mal so abgehängt)!!

Deutlich gemächlicher, mit einer entspannten Kilometerzeit zwischen 6:10 und 6:20 Minuten erreichten wir schließlich den Opernplatz. Die alte Oper liessen wir erstmal rechts liegen und bogen hinter ihr, ca. bei km 2, auf die Bockenheimer Anlage ein. Vorbei an der hübschen Grünanlage am Eschenheimer Tor bis zur Eschersheimer Landstrasse, auf die wir links einschwenkten und der Strecke dann etwas über einen Kilometer nordwärts durch die etwas beschaulicheren Wohngebiete zwischen Nord- und Westend folgten (hier dünnten die Zuschauer am Streckenrand zwar teilweise ein klein wenig aus, die Stimmung war aber weiterhin ziemlich gut).

Am Ende der Strecke eine harmlose kleine Steigung, dann ging es auf Höhe der Uni (beim ehemaligen IG-Farben-Haus) wieder Ab- und Südwärts, auf der Bremer Str. bzw. derm Reuterweg (vorbei am [zumindest im Vorbeilaufen) sehr hübschen Rothschild-Park und der Frankfurter Welle) zurück zur alten Oper, wo uns bereits der erste Verpflegungsstand bei Km 5 erwartete, den wir ausgiebig nutzten.

Zwischenbilanz nach 5 Kilometern: Alles super. Bisher schöner, angenehmer Lauf in interessanter Umgebung und toller Atmosphäre. Probleme: Natürlich keine, alles lief wie am Schnürchen. Zeit sehr gut konstant gehalten (knapp 31 Minuten, ein paar Sekunden unter dem Plan). Ein exzellenter Anfang. Und schon fast ein Achtel der Strecke geschafft…

Die nächsten 1,5 km führten dann durch bereits bekanntes Terrain: Auf der Mainzer Landstrasse wieder zurück in Richtung Start, auf der anderen Strassenseite der Friedrich-Ebert-Anlage am Haupteingang der Messe vorbei, Kehrtwende um den Teich auf der Ludwig-Erhard-Anlage, dann noch mal haargenau dasselbe Stück, das wir schon nach dem Start absolviert hatten, von der Messe aus wieder die Friedrich-Ebert-Anlage entlang, und schon wieder auf Mainzer Landstrasse.
Dieses Mal allerdings schon vor dem Opernplatz rechts, an der Hauptverwaltung der Bundesbank vorbei über die Taunusanlage bis zur Taunusstrasse. Dort links (Weserstrasse) und gleich wieder links (also fast einmal ganz um den Block mit dem Dresdner Bank-Wolkenkratzer) in die Kaiserstrasse, die es nun einige hundert Meter ostwärts (= weg vom Hauptbahnhof) ging, wo wir schließlich den Willy-Brandt-Platz erreichten.
Hier war wieder so richtig viel los: Zuschauer ohne Ende, eine Bühne mit Band (oder waren es mehrere? Wees ick nüscht mehr…), die gerade New Orleans spielte (passte perfekt zu meinem Laufrhytmus, super), und zudem noch die zweite große Verpflegungsstation anläßlich von Streckenkilometer 10.

Zwischenbilanz nach 10 Kilometern: Weiterhin alles im lindgrünen Bereich. Immer noch ganz viel Spass, tolle Stimmung, vom Gefühl her noch taufrisch, keine Wehwechen oder andere Probleme. Zeit: ca. 1:01:30 h, damit ein knappe Minute unter dem Plan, auch das perfekt. Und immerhin schon rund ein Viertel der Strecke bewältigt. Das sah doch mal gut aus!

Von hier aus wieder nordwärts durch die Innenstadt, an der Hauptwache über die Zeil, hinter der Börse entlang weiter bis zum Eschenheimer Tor mit dem markanten, hübschen Eschenheimer Turm. Dort dann rechts, auf der Bleichstrasse 600 nach Osten, dann wieder südwärts in die Adenauer-Strasse/Kurt-Schumacher-Strasse, auf der wir die Zeil ein zweitesmal überquerten, dieses Mal jedoch an der Konstablerwache und in anderer Richtung (ganz schön verwirrend, oder? Ich muss zugeben, während des Zickzackkurses durch die City hatte ich meistens keine Ahnung, wo genaue wir uns gerade befanden – hin und wieder tauchte mal ein bekannter Orientierungspunkt auf, dazwischen folgte man eben einfach mal der Strecke…). Einen knappen Kilometer weiter, am östlichen Rand der Altstadt entlang (schade – da wär´ ich ja auch mal gerne durchgelaufen, aber die Route führte nur drumrum), dann war vorerst Schluss mit Frankfurt City: Vor uns öffnete sich das Panorama zum Main hin, den wir nun auf der alten Brücke überquerten(nach rechts ein toller Blick auf die Skyline).

Das erste Viertel en Détail:

Am Südufer: Sachsenhausen. Schon interessant, wie sich der Charakter Frankfurts hier unten schlagartig ändert: Alles wirkt ein bisschen kleiner, normaler, entspannter als am Nordufer, fühlt sich fast schon ein bisschen kleinstädtisch an (und das meine ich jetzt ganz bestimmt nicht negativ). Nichtsdestotrotz standen auch hier hunderte von Menschen am Strassenrand und feuerten an – gut so!
Für uns ging´s erst mal ein Stück vom Mainufer weg, auf der Walter-Kolb- bzw. Gartenstrasse (B43) durch den Stadtteil, dann weiter auf der ewig langen Kennedyallee in südwestlicher Richtung. Hier wurde es dann etwas ruhiger am Streckenrand: Wohngebiet an breiter, baumbestandener Strasse, entsprechend weniger Zuschauer, da hatte man etwas Zeit, sich einige der etwas seltsameren Mitläufer mal etwas genauer zu betrachten…

Zwischenbilanz nach 15 Kilometern: Ein Drittel der Strecke geschafft, nun lief´s richtig rund: Warm, voll im Laufen drin, alles bestens. Zeit knapp unter 1:32 h, damit weiterhin voll im Plan (sogar ein, zwei Minuten schneller)

Nach km 15 wurde es dann erstmals etwas einsam: Das Niemandsland zwischen Sachsenhausen und Niederrad, Bundesstrasse durch den Wald ohne allzuviele Zuschauer (entsprechend stieg die Zahl der Teilnehmer, die sich zwecks Blasenentleerung in die Büsche schlugen, sprunghaft an – so isser, der Läufer: Große Ausdauer, kleine Blase…). Die Strecke ging noch ein Stück geradeaus, bog schließlich oberhalb der Galopprennbahn rechts in die Niederräder Landstrasse ab (Weiterhin: Waldig, rechterhand ergänzt durch einige villenartige Häuser), und erreichten schließlich einen knappen Kilometer später den Frankfurter Stadtteil Niederrad.

Hier war´s noch etwas weniger städtisch als in Sachsenhausen: Durch einen hübschen alten Torbogen (gepflastert mit provisorischen „Vorsicht Schwelle“-Warnschildern, auf dass auch ja kein über den kleinen Absatz davor stolpere) ging´s in den Ortskern, der überwiegend aus alten, relativ engen Strassen und Gäßchen bestand, die beiderseits mit eine großen Zahl freundlich-freudiger Niederrader Bürger in Volksfestlaune besetzt waren. Entsprechend auch hier eine Riesentimmung, von überallher wurde man bejubelt und angefeuert, dazu Blaskapellen, Grillstände, Kinder die abklatschen wollten – toll!
Wir durchquerten Niederrad in westlicher Richtung, erst auf der Kelsterbacher, dann auf der Schwanheimer Strasse, bogen bei einer Grünanlage mit Spielplatz kurz nach Süden in die Trifelstrasse ein, knickten dann jedoch bereits weniger hundert Meter weiter wieder nach Westen ab, um unter einer weiteren Bahnstrecke durchzulaufen und damit Niederrad zu verlassen.

Es folgte ein guter Kilometer auf der Goldsteinstrasse. Rechts Industriegebiet, irgendwelche Pharmaunternehmen. Links Kleingärten samt Horden jubelnder Kleingärtner (definitiv freundlicher als Industrieanlagen). Schließlich unter der A5 durch (kurz vor der Europabrücke) in die Siedlung Goldstein, hier rechts über die „Morgenzeile“ (interessanter Name – Arbeitersiedlung aus dem späten 19./frühen 20. Jahrhundert?) auf die Frankenfurt, parallel zum Main. Auch hier viel los, Anwohner, Musiker, jubelnde ältere Damen, dazu ein schöner Blick auf den Main und die westlichen Frankfurter Vororte am Nordufer (Griesheim?) – nett.
Wir folgten der Strasse für fast zwei Kilometer, und erreichten schließlich kurz nach dem Ende der Siedlung Goldstein (also am Anfang von Schwanheim) km 21 – HALBZEIT!

Das zweite Viertel:

Zwischenbilanz nach der Hälfte der Strecke (km 21,1): Gaaanz langsam merkte man so ein bisschen was. Zwar lief es immer noch äußerst rund, und es gab an sich keine Probleme, aber die letzten Kilometer hatten sich irgendwie doch ein ganz klein wenig mehr gezogen – man war eben nicht mehr ganz taufrisch (aber auf jeden Fall noch näher an „frisch“ als an „erschöpft“). Beim Tempo hatten wir ebenfalls ein paar Sekunden eingebüsst, lagen mit ca. 2:11 h Halbmarathonzeit aber immer noch bestens im Plan.

Noch einenhalb Kilometer weiter, zwischen Schwanheim und Mainufer nach Westen, dann erreichten wir die Schwanheimer Brücke – hier ging´s wieder zurück ans nördliche Ufer. Über die geschwungene Auffahrt zur B40 auf die Brücke, dann auf der linken Spur über den Main (die anderen Spuren waren für den Verkehr geöffnet). Irgendwo am hinteren Ende am Streckenrand: Meine Eltern und mein Onkel, gekommen um Ingo und mir beim Schwitzen zuzusehen. Sicherlich kein allzu erhebender Anblick (auch wenn wir hier angeblich noch frischer wirkten als manch anderer Teilnehmer).
Doppelt gut, denn abgesehen davon, dass mich das ziemlich gefreut hat, führte es ausserdem zur Entstehung des folgenden Fotodokuments:
marathon1.jpg
Zu sehen: Ingo und Matthias überqueren die Schwanheimer Brücke
(persönliche Anmerkung: Ach du Scheisse, ist ja furchtbar, wie die Leggins meine fetten Beine zur Geltung bringt…).

Auf der anderen Mainseite verliessen wir die B40 – und damit auch die Brücke – an der nächsten Ausfahrt zum Nieder Kirchweg, auf den wir nach rechts, parallel zum Mainufer, einbogen. Auch davon gibt´s übrigens ein Foto:
marathon2.jpg
Ingo und Matthias auf dem Weg nach Nied (persönliche Anmerkung: Pffft. Sind´s mal nicht die Beine isses die ganze Körperhaltung. Und dazu noch dieses leicht debile Grinsen… bin einfach kein fotogener Läufer. Immerhin sieht Ingo halbwegs normal aus).

Hier dann noch ein paar hundert Meter durch ein Wohngebiet (Frankfurt-Nied??), und schon hatten wir km 25 erreicht.

Zwischenbilanz nach 25 km: Hmm, so ganz langsam war Schluss mit lustig. Zwar lief es immer noch gut, aber ganz so spritzig wie vor einer Stunde fühlte ich mich auch nicht mehr – Auf jeden Fall noch deutlich diesseits der Erschöpfung, aber eben das Gefühl, jetzt doch schon ganz ordentlich was runtergelaufen zu sein. Ansonsten keine Schwierigkeiten bei mir, Ingo hatte etwas mit Kniebeschwerden zu kämpfen. Zeitlich hatten wir ein klein wenig nachgelassen: Mit 2:36:45 h lagen wir ziemlich genau im Plan, hatten die ein bis zwei Minuten Vorsprung also wieder verloren.
Insgesamt: Noch alles gut.

Direkt hinter dem Verpflegunsstand bei km 25 ging es erstmal auf dem untersten Ende der Mainzer Landstrasse durch eine Grünanlage am Mainufer (etwas störend: Der furchtbar klebrige Untergrund – anscheinend hatten hier Horden vorheriger Läufer Teile ihrer Sportgetränke verschüttet, was zu einer statt schmatzenden Schmierschicht auf dem Asphalt geführt hatte), dann auf einer kleinen Brücke über die Nidda (mündet hier in den Main) nach Frankfurt-Höchst, auf die Bolongarostrasse. Wie üblich in den aussendliegenden Frankfurter Ortsteilen auch hier ein überschwängliches Publikum, dazu eine Stadtbild, das so gar nicht meiner Vorstellung von Höchst entsprach (Merke: Höchst ist ein hübscher Ort, und besteht nicht nur aus Chemiewerken. Gut zu wissen…).
Die Strecke führte etwas über einen halben Kilometer in den Stadtkern hinein, knickte am Bolongaropalast nach rechts ab bis zum Andreasplatz (hier ging´s noch mal etwas bergauf), und machte dort eine weitere rechtskurve in Richtung Osten, wo sie nach wenigen hundert Metern wieder auf die Bolongarostrasse führte – der westlichste Punkt der Strecke war erreicht, nun befanden wir uns endgültig auf dem Rückweg.

Wir verliessen Höchst auf dem Weg, den wir gekommen waren (= Die Bolongarostrasse), liefen nun aber geradeaus weiter und überquerten zum zweiten Mal die Nidda, dieses Mal auf einer etwas weiter obenen gelegenen Brücke. Gleich danach ging es rechts auf die Oeserstrasse, der wir einen knappen Kilometer durch die Wohngebiete im Nordwesten von Nied folgten. Fast ein Kilometer geradeaus, zwischendurch mal durch eine Unterführung, dann erreichten wir einen Bahnübergang, vor dem es nach rechts in die Birminghamstrasse ging, über die wir schließlich wieder mal auf die Mainzer Landstrasse gelangten, wo uns nach einem weiteren Kilometer die bereits sehnlichst erwartete (zumindest von mir) Verpflegungsstation bei km 30 erwartete.

Zwischenbilanz nach 30 km: Heidenei, so langsam fing ich an, abzubauen. Die letzten paar Kilometer hatten sich schon ziemlich gezogen, zudem fing mein Magen an zu rebellieren, mir war leicht übel. Zwar lagen wir mit etwas unter 3:08 h immer noch im angepeilten Schnitt, aber den zu halten hatte mich auf den letzten fünf Kilometern richtig viel Kraft gekostet, und die war – zumindest bei mir – nicht mehr unbegrenzt vorhanden. Noch 12 km mehr? Das würde nicht leicht werden! Ingo hingegen machte noch einen sehr fitten Eindruck – immerhin.

Die Strecke von km 20 bis km 31:

Nach etwas zu langer Pause weiter auf der Mainzer Landstrasse in Richtung der in der Ferne aufragenden Wolkenkratzer der Frankfurter City. Immer weiter geradeaus. Ewig geradeus. Eeeeeeeewig!
So richtig viel kriegte ich von der Strecke nicht mehr mit, dazu war ich einfach zu sehr mit durch- und Tempo halten beschäftigt – links und rechts zogen Wohn- und Gewerbegebiete vorbei, wir überholten einen Läufer, der sich als Flasche für eine nahmafte Handlotion verkleidet hatte („Arme Sau“, hab´ ich mir da gedacht, das Kostüm hat ganz schön schwer und warm ausgesehen), irgendwann bahnte sich ein Krankenwagen mit Blaulicht einen Weg durchs Feld der Läufer.
Ansonsten: Wenig mitgekriegt. Laufen wie im Tran.
Es ging noch, aber nicht mehr richtig gut, und ich wurde immer langsamer. Ingo setzte sich immer wieder ab, musste langsam machen bis ich wieder dran war. Irgendwann überholte uns der 4:29er-Zielläufer – mir war´s egal, ich wollte nicht mehr mithalten, hautpsache weiter.
So langsam ging´s ans Eingemachte…

Irgendwann, nach einer kleinen gefühlten Ewigkeit, ging´s wieder unter der A5 durch, danach Schrebergärten, ein Einkaufszentrum, dann wieder ein Wohngebiet: Die Hellerhof-Siedlung. Ein kurzer Knick nach Norden, von der Mainzer Landstrasse runter auf die parallel verlaufende Frankenallee: Eine breite Strasse, links und rechts Mietshäuser, in der Mitte ein Grüngürtel. An sich ganz hübsch, aber keine Kraft für Sightseeing, immer weiter Richtung Stadtmitte, fixiert auf den Gedanken, nur erst mal die nächste Verpflegungsstation zu erreichen, die aber einfach nicht kommen wollte.
Mgnaaaaaahhh!!
Ingo musste derweil immer häufiger auch mich warten, schließlich passte er sein Tempo an und versuchte mich anzuspornen.
Schließlich, endlich, endlich, endlich km 35. Verpflegungsstand kurz vor der Messe. Gehen. Aaahhh. Langsam machen. Ein bisschen was trinken. Und noch ein bisschen was. Und noch was essen. Gut kauen. Eben alles, was das Loslaufen noch etwas herauszögerte…

Zwischenbilanz nach 35 km: Matthias laufe wie Flasche leer!!!
Eijeijei… ab hier wurde es richtig hart: Alles tat so ein bisschen weh, Atmen schon etwas schwer, Beine schwerer, Innereien ein kompakter Knoten aus leichter Übelkeit. Schlimmer noch: Zur körperlichen Erschöpfung kam ein merkliches Nachlassen meines Durchhaltewillens – das kleine Stimmchen im Hinterkopf, das mir erklärte, dass ich mich gut geschlagen hätte und es keine Schande wäre, jetzt aufzugeben, wurde immer lauter, mein Ehrgeiz verstummte hingegen mehr und mehr.
Tempo entsprechend auch deutlich gedrosselt – 3:43 h bei Überqueren der 35-km-Marke bedeutete, dass unsere Geschwindigkeit auf den letzten 5 km deutlich gesunken war (auf über 7 min/km)
Aber es waren ja nur noch 7 Kilometer, irgendwie würde das schon gehen…
Oh, Ingo ging´s derweil übrigens prächtig. Glaube ich. So genau achtete ich nicht auf ihn, aber er hatte auf jeden Fall noch genug Kraft, um mir weiter verbal in den Hintern zu treten.
Danke, Ingo!!

Also weiter: Wieder mal die Mainzer Landstrasse zwischen Messe und Opernplatz. Inzwischen sowas wie bekanntes Terrain. Nicht dass das einen Unterschied gemacht hätte, viel bekam ich davon eh nicht mehr mit, ausser dass es sich seit dem letzten Mal offensichtlich auf wundersame Weise gestreckt hatte, und jetzt nicht mehr eine Strecke von ca. 1,5 km entsprach, sondern eher der von Frankfurt bis zum Ural.
Na ja, zumindest kam´s mir so vor.
Endlich dann doch km 36, dann der Opernplatz, diesmal vor der alten Oper rechts. Innenstadt: Goethestrasse, Börsenstrasse, Große Gallusstrasse, Taunusstrasse, Weserstrasse, nochmal um die Dresdner Bank, Kaiserstrasse (diese Aufstellung nur der Vollständigkeit halber – während ich mich da entlang quälte, war´s mir herzlich egal, wo ich mich gerade befand, bewusst registriert hab´ ich davon wenig).
Langsam.
Ganz langsam. Mit (ja, ich geb´s zu) ein bisschen Gehen zwischendrin – da war ich allerdings nicht der einzige, immer mehr Läufer hier hinten legten das einen odere andere Päuschen im Schrittempo ein, das machte es etwas einfacher.
Allerdings nicht für Ingo, der sich immer mehr bremsen musste, um mir nicht davonzulaufen, und dabei seine Zeit von unter 4:30 h immer weiter wegrücken sah. Trotzdem blieb er weiter bei mir und trieb mich an, auch wenn´s ihn sichtlich irritierte.
Ganz groß.

Km 37 kam in Sicht. Ich teilte Ingo lallend mit, dass wir dort kurz gehen und uns die Trinkflasche mit dem Red-Bull-Kicker aus Trinkgürtel genehmigen würden.
Ingo: „Hey, aber ein Stückchen weiter ist doch schon der nächste Versorgungsstand, da gibt´s das Zeug auch.“
Matthias: „Graahftscheissaufdenverficktenversorgungsstan.“
Ja ja, Dialoge wie sie das Leben schreibt…
War dann aber auch egal, denn wie ich feststellen musste, war die Flasche nicht an meinem Gürtel, offensichtlich hatte ich sie nicht richtig reingesteckt und schon vor dem Start verloren.
Da brauchste mal dringend ein Placebo, und dann sowas…
Glücklicherweise war ich zu fertig, um frustriert zu sein.

Weiter ging´s. Ingo vorneweg. Ich hinterher. Irgendwie.
Km 38 auf der Eschenheimer Landstrasse. Mir ist alles egal. Ingo meint irgendwas von „Durchlaufen“. Ha. Lustig. Oder auch nicht. Keine Ahnung.
Dann noch mal das Eschenheimer Tor, der letzte Schlenker nach rechts: Bleichstrasse, Petersstrasse, Eschenheimer Anlage. Letzter Versorgungsstand bei km 39. Ich trödele. Eile mit Weile und so…
Dann wieder etwas weiter, dem ungeduldigen Ingo hinterher. Kleine Tippelschritte, die sind nicht so anstrengend. Dann wieder etwas gehen. Ich versuche schon mal pathetisch auszurechnen, ob ich unter 5 Stunden bleibe, wenn ich gar nicht mehr Jogge. Klappt aber nicht, will nicht rechnen. Ist wohl auch besser so…
Wir nähern uns der Hochstrasse. Es geht bergab. Ideal um wieder loszujoggen; letztes Gespräch mit Ingo. Er will wieder durchlaufen. Ich erkläre ihm lallend, dass er nicht auf mich warten muss und dass ich es schaffe. Und dass ich mit ihm durchlaufe. Gleich da vorne fange ich wieder richtig an. Gleich da vorne…

Tatsächlich klappt das sogar: Ich quäle mich noch mal in den Trab, Jogge. Ingo auch, zieht ganz langsam davon. Das ist gut so, schließlich hat er lange genug auf mich warten müssen. Ich sage mir: „Die letzten Meter hältst du durch!“
Ok, nicht ganz so bestimmt.
Und nicht ganz so kohärent.
Aber zumindest irgendsowas in der Richtung…

Und dann ist da, mitten auf der Hochstrasse, auf einmal Kilometer 40!
Ha!
Praktisch geschafft!!!
Irgendwie setzt diese Erkenntnis noch ein paar Reserven bei mir frei.
Ich laufe!
Opernplatz, alter Oper.
Ich laufe.
Schon wieder die Mainzer Landstrasse, km 41. Weniger als 10 Minuten!
Ich laufe.
Dann die Zielgerade, rechts hoch auf die Ludwig-Erhard-Anlage.
Ich laufe.
Messeturm. Wadenkrampf rechts. Scheissegal.
Ich laufe.
Links aufs Messegelände. Richtung Festhalle. Noch 200 m.
Ich laufe.
Dann die Festhalle selbst. Dunkel, stickig, Lasershow. Irgendwelche Pappaufsteller.
Ich laufe.
Da vorne die Meßmatte. Reisse Arme hoch. Zu spät für die Videowand. Egal. Laufe, laufe…

Ziel.

Ich halte an.

Geschafft!
Ja!
JAAAAA!!!

An die nächsten Minuten kann ich mich nur verschwommen erinnern. Ich wanke in den hinteren Teil der Festhalle, wo mir erst eine junge Frau eine Medaille umhängt, dann eine ältere Frau einen weissen Kunstoffponcho (zum Wahrmhalten).
Ein bisschen einfach nur tumb Rumstehen und Kraft sammeln, dann aus der Halle raus, ins Atrium der Messe, wo sich schon Hunderte andere, mehr oder weniger abgeschaffte Gestalten in weissen Plastikponchos tummeln. Sieht ein bisschen aus wie nach einem Chemieunfall…
Dazu Essen und Getränke.
Problematisch: Einerseits fühle ich mich total fertig. Was essen um wieder etwas hochzufahren wäre super. Aber andererseits ist mir immer noch übel. Und nachdem ich vier Stunden lang bei jedem Versorgunsstand Bananen und Trockenobst in mich reingestopft habe, hab´ ich wenig Lust auf sowas.
Glücklicherweise gibt´s auch Äpfel. Ich nehme mir eine und knabbere ihn. Ganz vorsichtig.
Irgendwann entdeckt mich dann auch Ingo. Er hat eine Kippe im Mund. Mein erster Gedanke: „Mann ist das Unfair – da raucht der Ingo seit Jahren wie ein Schlot und hat seit zwei Monaten nicht richtig trainiert, und dann bin ich derjenige, der schlapp macht.“
Aber hey, so geht´s im Leben… 😉

Das letzte Viertel:

Ach ja, vielleicht noch schnell die Zeiten:
Ingo: 4:34:02 h
Matthias: 4:35:37 h

Für mich persönlich bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis – ungefähr das, was ich mir vorher erhofft hatte, und durchaus noch ausbaufähig – bin eben kein besonders guter Läufer.
Was Ingo angeht, da hatte ich so ein bisschen den Eindruck, dass er etwas enttäuscht war, weil er sich etwas mehr erhofft hatte – und das ja auch vielleicht auch noch hätte schaffen können, wenn ich ihn nicht aufgehalten hätte (Wenn dem so ist: Ingo, tut mir wirklich leid!).

So, Kinder, und das war der Frankfurt-Marathon. Ein großartiges Erlebnis, wenn auch richtig, richtig anstrengend; gerade die letzten Kilometer waren extrem hart, aber die dann doch irgendwie zu Überwinden war auf jeden Fall eine der besten Erfahrungen des ganzen Laufs.
Ansonsten: Hat die ersten 25 bis 30 km viel Spass gemacht, und der letzte Teil, der nicht so spassig war, wird bereits langsam in meiner Erinnerung zu einer selbstherrlichen Anekdote umeditiert, die belegt, was für ein harter Hund ich bin. Also alles super!

War´s das Wert?
Auf jeden Fall!
Um mal eines der vielen, vielen Pappschilder zu zitieren, die während des Laufes am Streckenrand zu bewundern waren:
„Pain is now. Glory is forever.“
He.
Da ist was Wahres dran :D…
Ich bin jedenfalls ganz furchtbar Stolz auf uns.

So, zum Abschluss noch ein paar Danksagungen: Danke an meine Eltern, meinen Onkel Heinz, die Wallons, und den Jens (der wirklich fast überall gestanden hat), dafür dass sie an der Strecke waren, das war wirklich schön.

Und noch viel mehr danke an den Ingo, ohne den ich das niemals so gut (und vielleicht sogar überhaupt nicht) geschafft hätte: Danke, danke, danke!!!!!!!

Strecke: 42,2 km
Zeit: 4:34:02 (Ingo. Entspricht ca. 9,24 km/h bzw. 6:30 min/km) bzw. 4:35:37 (Matthias. Entspricht ca 9,19 km/h bzw- 6,32 min/km)
Gesamtstrecke:

Interaktive Streckenkarte

Alternativ der offizielle Streckenplan:
– als JPEG
– als PDF.

M.

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17 Antworten to “Frankfurt Marathon 2007 (42,2 km)”

  1. Helmut Z. Says:

    Hallo Mathias,
    bin ein eifriger Fan Deiner Laufberichte geworden, finde diese sehr kurzweilig, interessant und spannend geschrieben. Zumindest kann ich, der die Gegend hier gut kennt, die Laufberichte von der Geografie gut nachvollziehen und mich in die Läufe hinein versetzen.
    Wenn Du nichts dagegen hast, werde ich auf unserer LA -Homepage einen Link auf Deine Seiten machen. Ich denke , die Laufjungs werden ihren Spaß dran haben und eventuell auch Strecken für ihre Trainingseinheiten finden.
    Also weiterlaufen und schreiben.

  2. gumpers Says:

    Herzlichen Glückwunsch !!!!
    Frankfurt war ein super Lauf.

    Keep on running
    Alex

  3. trijan Says:

    Herzlichen Glückwunsch!

    Es ist immer toll Marathonberichte zu lesen denn dann weiss man was einem bevorsteht.


  4. […] Frankfurt Marathon 2007 (42,2 km) […]


  5. […] ich mittelfristig vorhabe, die Route des Frankfurt-Marathon mit dem Rest meiner bisher gelaufenen Strecken im südlichen Rhein-Main-Gebiet zu verbinden, will […]


  6. […] erreichte. Ein leichtes Déjà-Vu, denn hier war ich schon mal gewesen, vor ca. sechs Wochen beim Frankfurt-Marathon, irgendwo zwischen Streckenkilometer 21 und 22 – geschafft, damit war die Marathon-Strecke […]

  7. Boris Says:

    Hallo Matthias, so… hab nun – auf Deinen Tip hin- mal Deinen Blog aufgesucht und den ein oder anderen Artikel gelegen – aber die Erfolgsstory vom Marathon, toll 🙂

    Beglückwünscht hab ich Dich ja schon am Telefon – deshalb jetzt „nur“ Glückwunsche für den Bericht…

    Sollte es mir möglich sein dann werde ich beim nächsten Marathon – nein, nicht mitlaufen (den Erfolg gönne ich Dir nicht, hehe) – aber die Fotos für Deinen Blog schießen 🙂


  8. […] nach Rheinhessen und tief in den Odenwald hinein gebracht, sind mit mir über den Rhein, den Main und den Neckar gelaufen, und zusammen haben wir die Neunkircher Höhe, den Krehberg, und den […]


  9. […] Dossenheim Eich Einhausen Elmshausen Erfelden Ernsthofen Eschollbrücken Fehlheim Frankenhausen Frankfurt a.M. Frankfurt-Flughafen (yup, das ist ein eigenständiger Stadtteil) Frankfurt-Griesheim […]


  10. […] verspüre ich auch keinen besonders großen Drang in dieser Richtung. Hab´ mir ja selbst schon bewiesen, dass ich´s kann, das reicht vorerst. Irgendwann sicher mal wieder, dieses Jahr aber nicht […]


  11. […] lag an einer schon mal gelaufenen Strecke (denn durch Sachsenhausen bin ich vorletztes Jahr beim Frankfurt-Marathon durchgekommen) und besonders Goetheturm und Schaumainkai klangen sehr […]


  12. […] Meine dritte als Läufer, die ersten beiden waren seinerzeit beim Frankfurt-Marathon. Schon interessant – man sagt ja manchmal, dass der Main als “Weisswurstäquator” die […]


  13. […] Uferwiesen an die Mainzer Landstr. Heey, ein bekanntes Stück – hier bin ich seinerzeiz beim Frankfurt-Marathon vorbeigekommen, damals noch guter Dinge aber schon mit ganz leicht schwerer werdenden Beinen. Heute […]


  14. […] Die Hansaallee kreuzt die Bremer Str., und auf der bin ich vor zweieinhalb Jahren beim Frankfurt-Marathon schon mal vorbeigekommen. War seinerzeit ungefähr Kilometer 4 der Marathonstrecke, entsprechend […]


  15. […] genau drei Jahre her. Der Marathon ist längst geschafft (auch wenn´s am Ende nicht Mainz sondern Frankfurt geworden ist) und ich bin inzwischen zum joggenden Entdecker mutiert, dem Laufveranstaltungen nicht […]


  16. […] hier bin ich laut Streckennetz schonmal durchgelaufen, vor mehr als drei Jahren beim Frankfurt-Marathon (heidenei, fühlt sich wie ein halbes Leben an…). Damals war die Fahrbahn gesperrt und man […]


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