Grau in Grau vor Bensheim: Bensheim West – Fehlheim – Schwanheim (10,5 km)

2. November 2007

Vier Tage Pause nach dem Marathon, die daraus entstandenen kleineren Blessuren wieder weg, da war´s heute mal wieder höchste Zeit, ein bisschen zu laufen.
Soll ja schließlich kein Schlendrian einkehren, nachdem das große Ziel jetzt erstmal erreicht ist…

Eigentlich hatte ich schon gestern vorgehabt, mich – nach Monaten des Flachlandlaufens – mal wieder mit einer schönen, etwas bergigen Strecke durch den vorderen Odenwald zu belohnen. War auch ein idealer Tag, mit schön viel Herbstsonne und stimmungsvollen Nebelbänken. Leider wurde dann aber nix draus, denn als ich losziehen wollte, war´s schon zu spät (verflixte Zeitumstellung – was soll es denn bitte bringen, wenn´s jetzt noch früher dunkel wird).

Tja, wenn nicht gestern dann eben heute, auch wenn das Wetter sich inzwischen von „herbstlich schön“ zu „herbstlich dröge“ gewandelt hatte: Hochnebel, keine Sonne, alles deprimierend grau, kurzum: Zu unschön, um eine besonders schöne Laufroute an einen so wenig schönen Tag zu verschwenden. Stattdessen: Wieder mal ein Lückenfüllerlauf durchs Ried, vom westlichsten Ende Bensheims zu den Ortsteilen Fehlheim und Schwanheim, dann wieder zurück. Kurze Strecke (nicht gleich mit der ersten Tour nach dem Marathon übernehmen) ohne allzugroße Highlights, eben einfach ein paar Kilometer zum lockeren runterlaufen.

Start im Bensheimer Gewerbegebiet Südwest, westlich der A5, genauer gesagt auf der Schwanheimer Str. vor irgendeinem Autohaus. Von hier aus erst mal nordwärts, auf der Strasse „An der Hartbrücke“ durchs Gewerbegebiet. Nicht schön, aber laufbar – Lagerhallen, Messtechnik-Betriebe, Autoteilefirmen, ein ADAC-Übungsplatz.
Nach ca. 400 m. war die Bebauung dann zuende, die Strasse wegen einer kleinen Baustelle vollgesperrt.
Gut, konnte ich auf ihr ungestört durch die Felder parallel zu Autobahn weiter nordwärts laufen. Klappte soweit übrigens ganz gut, auch in der Bewegung kaum noch was von der Anstrengung am letzten Wochende zu spüren.

Ein paar hundert Meter weiter dann nach links abgebogen, zum kleinen Wäldchen mit dem Ehrenfriedhof, an dem ich letzte Woche schon mal aus der anderen Richtung kommend vorbeigelaufen war. Diesmal eine kurze Pause, um mir die Tafel am Anfang der geraden, gepflegten Gräberreihen durchzulesen: Wie vermutet eine Kriegsgräberstätte für ausländische und deutsche Opfer des zweiten Weltkrieges. Traurig-melancholisch, gerade an einem trüben Tag wie heute…

Dann weiter, denselben Weg immer geradeaus, westwärts. Relativ hübsches Stück, neben den obligatorischen endlosen Feldern etwas Bewuchs mit knorrigen alten Obstbäumen, rechts die dunkle Silhouette des Niederwaldes, im Dunst weiter vorne der Schwanheimer Doppelkirchturm – lediglich der Blick nach Süden auf die hässliche Ansammlung von Zweckbauten des Gewerbegebietes störte da etwas, doch die verschwanden immerhin schon bald aus dem Blickfeld.

Einen knappen Kilometer später erreichte der Weg einen kleinen Graben (Laut Wanderkarte den Mühl- oder Mittelgraben), und knickte – dem Wasserlauf folgend – nach Nordwesten ab. Linkerhand inzwischen der Schwanheimer Segelflugplatz, der – soweit ich das sehen konnte – eigentlich nur eine große Wiese mit ein paar dieser Windmesser-Fähnchen ist (oh, ok, ausserdem stand ein kleines, leicht mittelalterlich wirkendes Steintürmchen davor, keine Ahnung was das war). Nicht wirklich spektakulär, aber was Interessanteres würde ich heute wohl nicht zu sehen kriegen…

Ein weiterer Kilometer ging ins Land, langsam zogen zwei Aussiedlerhöfe an mir vorbei. Hinter dem zweiten bog ich scharf rechts ab, lieg ein paar hundert Meter geradeaus, und erreichte schließlich die Kreuzung, an der ich neulich vom Rand des Niederwaldes kommend durchgelaufen war. Dieses mal bog ich westwärts in Richtung Fehlheim ab, das ich nach einem weiteren Kilometer (mit einem kleinen Schlenker nach Süden) erreichte.

Geradeaus weiter durch den Ort: Erst die Schulstrasse, dann auf der Rodauer Str. ganz kurz nach Süden, dann auf der Langwadener Strasse wieder westwärts. Dabei etwas umgesehen: Fehlheim ist ganz hübsch, auffälligstes Merkmal ist eine grosse Hundedichte (mindestens 10 Hundebesitzer beim Gassigehen mit ihren Vierbeinern gesehen, nicht schlecht für einen Ort mit weniger als 2000 Einwohnern).
Am westlichen Ende des Ortes dann vorbei an Friedhof und Hundeplatz aus dem Dorf hinaus, dabei die erste und einzige Markierung der heutigen Strecke erspät, das altbekannte gelbe Quadrat des Nibelungenweges.

Inzwischen spürte ich doch noch ein paar Nachwirkungen des Marathons, es lief ein klein wenig schwerer als normal, war aber kein Problem, also unverdrossen weiter, 500 Meter auf dem Nibelungenweg, auf einer kleinen Brücke über den tümpligen Mittelgraben, bis ich den Ringweg westlich von Fehlheim und Schwanheim erreichte, den wir seinerzeit auch auf unserem Lauf nach Mannheim genommen hatten.

Hier einen halben Kilometer parallel zum Rand des Jägersburger Waldes nach Süden (den Nibelungenweg hatte ich da bereits wieder verlassen), dann halblinks auf einen kleinen Feldweg, der auf die Weyrichstrasse am nordwestlichen Zipfel von Schwanheim führte (ich glaube, damit bin ich erstmals innerhalb von einer Woche in zwei verschiedenen gleichnamigen Orten gelaufen – Schwanheim/Frankfurt und Schwanheim/Bensheim).

Hier einfach immer geradeaus, am nördlichen Ortsrand entlang: Über die Mühlgrabenstrasse, weiter „Am Falltor“. Hauptsächlich Neubaugebiet, rechts auch ein paar ältere Häuser – adrett aber weiterhin unspektakulär. Schließlich ein Knick nach Süden, bis auf die Hauptdurchgangsstrasse (Rohrheimer Str.), hier dann links, auf einem Radweg an der Landstrasse in Richtung Bensheim aus Schwanheim hinaus, dabei ein weiteres doppelhaushälftengepflastertes Neubaugebiet auf der grünen Wiese passiert.

Nach etwas über einem Kilometer war ich fast da – anstatt aber geradeaus durchzulaufen, bog ich noch mal halbrechts in einen unmarkierten Feldweg ein, um noch einen kleinen Umweg zu laufen, und zumindest mal über 10 km Gesamtstrecke zu kommen.
An sich kein besonders bemerkenswertes Stück, aber sehr lebendig: Auf einer Wiese links des Weges konnte ich beim Vorbeilaufen nicht weniger als 5 Graureiher beobachten, dazu noch zwei wie üblich panisch davonstiebende Fasane und einen recht massiven Greifvogel (Bussard?) – wow, so eine Dichte an größeren Vögeln hatte ich bisher noch nirgendwo, das hat mir gefallen.
Am Ende der „Vogelwiese“ dann links, bis zum südwestlichen Ende des Gewerbegebietes, dort dann durch die Neuhofstr. und die Wiesenstr. (Getränkemärkte, Sportzentren, Lackierereien…) zurück zur Schwanheimer Strasse und dem Auto.
Ende.

Wie gesagt: Äußerst unspektakulärer Lauf an einem äußerst unspektakulären Tag. Strecke an sich gut zu laufen (fast nur asphaltiert/gepflastert), aber weitgehend unmarkiert. Ganz gut weggesteckt, am Ende allerdings den Marathon doch noch deutlich gespürt (etwas erschöpfter und etwas schwerere Beine als nach gerade mal 10 Kilometern üblich). Dazu die Lücke zwischen Bensheim und Fehlheim/Schwanheim geschlossen, auch was Wert.
War nicht schlimm, hat aber auch nicht so richtig viel Spass gemacht – ok, aber mehr Pflicht als Kür…

Strecke: 10,5 km
Zeit: 1:07 min (9,4 km/h bzw. ca. 6:22 min/km).
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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5 Antworten to “Grau in Grau vor Bensheim: Bensheim West – Fehlheim – Schwanheim (10,5 km)”


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  4. Faris Says:

    10,5 km ist wirklich viel. Alle Achtung. Ich bin in meinem ganzen Leben nicht mehr als 2 km gelaufen 🙂

  5. Pokerjetsetter Says:

    Für mich ist diese Distanz leider zu weit:(


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