Rauchen und Laufen

3. November 2007

Der Rauch einer Zigarette enthält 0,8–3 mg Nikotin, 1,3 mg Blausäure, 0,02–0,1 mg Formaldehyd, 10–23 mg Kohlenmonoxid und ca. 12000 weitere Bestandteile, die den Körper schädigen und hochgradig süchtig machen.

Zigaretten schädigen Lungen und Organe und verursachen Lungen-, Kehlkopf-, Mund- und Luftröhrenkrebs.
Außerdem reduzieren sie die körperliche Leistungsfähigkeit und reduzieren die Atemfähigkeit der Lunge deutlich.

Unmittelbare Folgen des Rauchens sind Kurzatmigkeit, Schmerzen beim Atmen und schleimiger Husten.

Rauchen ist stark mit sozialen Codes verbunden. Es suggeriert wildes, freies Leben, Rebellion und Selbstbestimmtheit. Es ist assoziiert mit fast jeder Jugendkultur und gleichsam ein Inbegriff des Genusses. Zudem hat es verbindenden Charakter.
Wer jedoch länger raucht, erkennt, das die Verknüpfung dieser Attribute mit dem Rauchen beliebig und konstruiert ist.
Übrig bleibt die nackte, kalte Sucht.


ingo raucht 1

Und da ist sie, die Befriedigung der haptischen, oralen und bronchialen Bedürfnisse.
Es erfreut, dem Ritual zu folgen, die Zigarette zu halten, daran zu saugen, die Strenge und Würze zu schmecken und die Lunge mit dem dichten Rauch zu füllen.
Und zugleich die Entspannung zu spüren, wenn sich das Geschrei der Nikotinrezeptoren für kurze Zeit beruhigt.

Wer Sport macht, entwickelt ein neues Lebensgefühl und so führt die sportliche Aktivität von selbst zu gesunder Ernährung und einem bewussten Umgang mit dem Körper.
Das stimmt, muss aber nicht bedeuten, das Rauchen aufzugeben.

Entgegen aller Lehrmeinung ist es super möglich, das Rauchen während des Lauftrainings beizubehalten.
Die Einschränkungen, die es mit sich bringt, sind deutlich spürbar, vor allem das erschwerte Atmen und das Husten sind sehr ärgerlich.
Aber nach den ersten fünf bis zehn Kilometern beruhigt sich die Lunge, öffnet sich und atmet tief und frei.

Eine Zigarette direkt vor der Belastung ist möglich, sie schwächt den Körper allerdings bis zu einer Stunde lang spürbar.
Auch vor Wettkämpfen lässt es sich gut rauchen. Der Lauf wird dadurch anstrengender, die mögliche zu erreichende Zielzeit erhöht sich wahrscheinlich deutlich.

Auf der anderen Seite ergeben sich durch die zweifache Belastung durch das Rauchen und den Sport ganz neue Erfahrungshorizonte.
Der so beanspruchte Körper schickt im Grenzbereich stärkere Reize, Schmerz und Erschöpfung werden intensiver. Gleichzeitig ist die das Erleben des gereinigten Körpers nach der Entschlackung wunderbar.
Und nicht zuletzt ist die Zigarette nach dem Lauf ein besonderes Geschenk und verheißt tiefe Erfüllung.

Bei meinem ersten Marathon gehörte die Finisher-Zigarette zu den glücklichsten Momenten.

ingo raucht 2

7 Antworten to “Rauchen und Laufen”

  1. Alex Says:

    Gut geschriebender Beitrag !! Du schreibst ziemlich genau was einem laufenden Raucher, oder rauchendem Läufer so durch den Kopf geht 😉

    Eigentlich blöd, aber ich habe dummerweise einen Abend vor dem zweiten Marathon auch noch „Eine“ geraucht, obwohl ich die Wochen zuvor gut ohne Glimmstengel ausgekommen bin …. Ich denke das sollte man – was meine Person angeht – dringend einmal ändern …..

    keep on running.
    Alex


  2. […] ich nehme mir eine und knabbere ihn. Ganz vorsichtig. Irgendwann entdeckt mich dann auch Ingo. Er hat eine Kippe im Mund. Mein erster Gedanke: “Mann ist das Unfair – da raucht der Ingo seit Jahren wie ein Schlot und […]

  3. Simone Says:

    … arbeitest du für die Tabakindustrie ??

  4. Ingo Says:

    =)

    Ne. Aber ich hab mich schon gefragt, was die so zahlen würden, wenn ich während eines Marathonlaufs ein paar durchziehe.

  5. matbs Says:

    😆

    Also wenn du in Frankfurt mit der brennenden Fluppe in der Hand neben mir hergelaufen wärst, hätt´ ich zumindest einen Grund gehabt, Tempo zu machen und mich abzusetzen… 😉


  6. hi!
    ich habe schon geglaubt ich bin die einzige die tschikt als läuferin, ich bin 42 rauche seit 23 jahren durch hab noch zwillinge im alter von 8 jahren und habe vor 3 jahren mit dem laufen begonnen, seit über einem 3/4 jahr mach ich crossrunning von 2 minuten bin ich jetzt auf 1 stunde 20 hab noch mind. 15 kg zuviel auf der waage. ich brauch ca. 30 min zum aufwärmen dann gehts super dahin glaubt mir sicher keiner aber es ist wahr meine regel ist einfach: führst dem körper schlechtes zu, mußt du es 200% wieder gut machen, viel essen doppelt bewegung. rauchen – lungen trainieren- viel bewegung ich bin sehr stolz auf mich daß ich das lauftraining durchgehalten habe, da in meinem freuneskreis keiner daran geglaubt hat da ich ja raucherin bin. nebenbei hab ich noch abgenommen auch noch was ein toller nebeneffekt war, jetz fehlen noch ein paar kilos. was für drogen sich jemand reinhaut ist nicht relevant, was er machen muß um das auszugleichen das ist der springende punkt. die rauchsucht ist die schwerste da loszukommen, schlimmer als koks und hasch, hab schon x mal versucht ich werds aber irgendwann einmal schaffen das weiss ich, bis dahin werd ich brav meine runden im wald drehen

  7. matbs Says:

    Hi Alexandra,

    na das klingt doch prima.7

    Ich finde ja, dass es vollkommen okay ist, auch ein paar kleinere oder größere Laster zu haben, sofern man selbst damit im Reinen ist.
    Und wenn du weiter so konsequent dranbleibst, dann klappt das sicher auch noch mit den überschüssigen Kilos und vielleicht ja auch mit der Tabakentwöhnung ;).

    Auf jeden Fall viel Erfolg dabei!

    Matthias


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