Quer durch Eberstadt (10,7 km)

10. November 2007

Auch heute wieder: Fast durchgängig beschissenes Herbstwetter, etwas wärmer und windstiller als die letzten Tage, dafür regnerischer.
Nicht gerade ideal, um ein paar Kilometer runterzureissen.
Glücklicherweise lockerte es am frühen Nachmittag etwas auf, die Regenwolken verzogen sich zumindest vorläufig, und hin und wieder schimmerte sogar die Sonne durch die Wolkendecke.
Klar, das würde natürlich nicht von Dauer sein, deshalb war Eile angesagt: Schnell umgezogen und gleich los.

Genau für eine solche Gelegenheit hatte ich schon seit längerem eine kürzere Strecke in der Nähe vorbereitet, zweimal Quer durch Eberstadt, vom Ostrand des Ortes entlang der Modau bis zum Anfang von Pfungstadt im Westen, dann etwas weiter nördlich wieder zurück. Etwas über 10 km, also ungefähr eine Stunde, dazu kurze Anfahrt – genau das richtige, um eine kurze bis mittlere Regenpause auszufüllen.

Start in Eberstadt, auf dem Parkplatz am Mühltalbad. Als Ingo und ich das letzte Mal an dieser Stelle gestartet waren (im August), war´s hier knackvoll. Heute dagegen alles einsam, ruhig, verwaist – November ist nun mal keine klassische Freibadsaison…

Vom Parkplatz aus erst mal kurz nach Süden, auf die Mühltalstr., hier nach links, ca. 300 m.Talaufwärts durch die hübsche, alleeartige Strasse am östlichsten Ende von Eberstadt. Am Ortsende, ungefähr auf Höhe der Gaststätte „Felsenkeller“ rechts runter, von der Strasse ab in den kleinen asphaltierten Weg in den Talgrund, dort über die alte Brücke in Richtung Kaisermühle ans andere Modauufer (dieses Stück waren Ingo und ich schon mal vor einiger Zeit bei unserer Tour von Darmstadt nach Jugenheim gelaufen).

Direkt hinter der Brücke scharf rechts, auf einen kleinen, unbefestigten Trampelpfad zwischen Wiese mit Elektrozaun und dem Flussufer. Auf diesem Weg dann direkt an der Modau nach Westen. Sehr hübsch, links erst die ansehnliche Wiesenlandschaft des oberen Tals, dann recht bald der überwucherte Hang des Riedbergs, rechts die relativ breite, schnell fliessende Modau, eingefasst von dichtem Bewuchs (das sieht dann so aus).
Allerdings auch etwas abenteuerlich zu laufen, denn der schmale, unbefestigte Weg war nach den Regenfällen der letzten Tage ziemlich glitschig und näherte sich teilweise bis auf ein paar Zentimeter an die abfallende Uferböschung an, da war etwas vorsicht angesagt, um ein unfreiwilliges Bad in der Modau zu vermeiden.

Hinter dem Riedberg wurde es dann wieder ebener, erst ein paar eingezäunte, stark überwucherte Gärten, dann öffnete sich das Panorama auf eine freie Fläche mit Äckern, hinter denen sich die ersten Ausläufer der Bergstrasse mit dem Frankenstein erhoben – eine Art großes, verstecktes Tal zwischen dem östlich-zentralen und dem südöstlichen Ausläufer von Eberstadt, in dem ich noch nie zuvor gewesen war. Super, wieder ein weisser Fleck weniger auf der Landkarte.

Ich folgte weiter dem Flussverlauf nach Westen (hier nennt sich der Weg wohl Modaupromenade), bis ich wieder den Eberstädter Ortsrand erreicht hatte – ab hier gab´s dann auch erstmals heute eine Markierung, nämlich den weissen Kreis.
Über einen herbstlich-vereinsamten Spielplatz, dann auf einer kleinen Brücke ans Nordufer der Modau und an der Hirtengrundhalle vorbei weiter westwärts, auf etwas verschlungenen und mir bis dato völlig unbekannten Pfaden am Flussufer entlang durch Eberstadt. Übrigens eine überraschend schöne Strecke, die offensichtlich Teil des Eberstädter Naturpfades ist: Mit vielen Grünflächen irgendwo zwischen Park und Wiese, verwinkelten Seitenstrassen, und einer vielzahl von Modauüberquerungen – hat mich wirklich überrascht und mir sehr gut gefallen – wer hätte gedacht, dass es mit im Herzen von Eberstadt einen versteckten und durchgängig hübschen Spazierweg am Flussufer gibt? Ganz ehrlich: Ich nicht.

Nach mehreren hundert Metern hatte ich schließlich die kleine Parkanlage an der Stadtteilbibliothek erreicht. Vorbei am beschaulichen Bauerngarten, und die Heidelberger Landstrasse im alten Ortskern (etwas unterhalb der Haltestelle Modaubrücke) und auf der anderen Seite, immer noch dem weissen Kreis/Naturpfad folgend, weiter am südlichen Flussufer entlang, auf einem angenehm gepflegten Fussweg bis zur Eschollmühle, dort wieder auf die Nordseite der Modau und aus Eberstadt hinaus auf die freie Fläche zur B3 hin.

Wenn man hier mit dem Auto in Richtung Darmstadt vorbeikommt, sieht das ganze im Vorbeigehen eigentlich nicht besonders interessant aus: Scheinbar eine unspektakuläre Feldlandschaft, sonst nix.
Beim durchlaufen machte die Gegend aber einen ganz anderen Eindruck: Auch hier ein weiterhin sehr schöner, gepflegter Fußweg, der sich in sanften Windungen dem Flussverlauf westwärts windet, umgegen von Wiesen und Sträuchern, rechts der eberstädter Ortsrand mit einigen sehr interessanten Gebäuden (Waldorf-Schule, gleich dahinter das wabenartig-organisch wirkende Haus der Software-AG). Auch hier wieder: Wesentlich reizvollere Gegend, als ich es erwartet hätte.

Ich lief weiter bis an die Bundesstrasse, dann rechts bis zur großen Kreuzung der B3 mit der Pfungstädter Strasse. Hier eine kleine Ewigkeit an der Fußgängerampel gewartet, dann weiter geradeaus in Richtung Pfungstadt und Industriegebiet. Unter der Autobahn und der Bahn durch, vorbei an ASB, Getränkemarkt Maruhn, und der Kläranlage bis zur Kreuzung am Anfang des Industriegebietes. Dann rechts, auf den Hügel mit dem Pfungstädter Galgen (drei abweisend aussehende Steinsäulen mitten im Nirgendwo zwischen Großmarkt, vierspuriger Strasse und Kläranlage), und weiter geradeaus auf einen namenlosen Pfad, der in nordwestlicher Richtung am Ostrand des Industriegebietes entlang führt und die Grenze zwischen den Gemarkungen Pfungstadt und Eberstadt markiert (Wegzeichen gibt´s keine, aber solange das Industriegebiet links ist, kann man nichts falsch machen). Übrigens nicht ganz leicht zu erreichen, da direkt hinter dem Galgen eine neue Tankstelle steht, die den ursprünglichen Verlauf des Pfades stört, da muss man irgendwie vorbeilavieren.

Nach ein paar hundert Metern in den Wald (der zwischen Pfungstadt, Griesheim und Darmstadt wo ich mich schon mal etwas verlaufen hatte). Rechts noch ein Stück die hohe, schroffe Mauer der JVA Eberstadt, dann nur noch kahle Bäume und Sträucher.
Wie in solchen Wäldern in der Ebene üblich, sind die Wege hier praktisch alle Schneisen, also ewig lange Stücke, die sich pfeilgerade durch den Wald ziehen. Gelände leicht hügelig, aber insgesamt eben, Ablenkungen keine – ideal um Tempo zu machen.
Entsprechend begann ich hier, meine bisher bereits recht ordentliche Geschwindigkeit noch mal deutlich zu steigern – jetzt war Semi-Sprint angesagt.

Nach einigen Metern links, in die Waldschneise, Markierung gelbe 3. Dann geradeaus. Weg leicht überwuchert, etwas rutschig wegen der vielen feuchten Blätter, aber nichts, was wirklich bremste. Lange geradeaus. Dann ein breiterer Weg, etwas besser in Schuss, die Sandackerschneise, auf der ich auf dem wo ich mich schon mal etwas verlaufen hatte„>Lauf nach Griesheim schon mal vorbeigekommen war. Hier rechts, nach Norden, weiterhin gelbe 3. Leicht bergauf, dann wieder bergab, schnell, schon etwas erhöhter Puls. Ca 750 m., dann rechts die gelbe Zwei, Buckelschneise zurück in Richtung Eberstadt – abbiegen, weiterlaufen, Tempo, Tempo, Tempo.

Schließlich, nach ca. 1,5 km ein kleiner Knick in der bisher schnurgeraden Schneise, dann der Übergang über/unter die drei lokalen Hauptverkehrsadern nach Eberstadt: Erst unter einer alten, gemauerten Brücke unter der Bahnlinie duch, dann eine eckige Unterführung unter der A5, direkt dahinter dann eine auf einer Brücke über die B3 (ohne Höhenverlust – mir war gar nicht klar, wie viel niedriger die Bundesstrasse unter der Autobahn liegt).
Dahinter noch etwas mehr Wald, dann die Sportanlagen hinter Eberstadt, wo sich gerade eine Horde Lauftreff-Läufer auf- oder abwärmte, dann schon wieder bebautes Gebiet.

Weiter auf der Brandenburger Str. durch das Neubaugebiet im Eberstädter Westen (weiterhin sehr schnell, hatte es ja fast geschafft), über die Reuterallee, und durch die Jakobstr. bis auf die Heidelberger Landstrasse auf Höhe der Wagenhalle. Auch hier gereadeaus, immer weiter ostwärts, die Thomasstr. entlang bis zur Delp-Str., dort rechts und schließlich nach 200 m. links in den Steigertsweg, aus Eberstadt hinaus den letzten sanften Anstieg zum Mühltalbad ( schwer atmend im Endspurtmodus), wo ich schließlich genau eine Stunde nachdem ich gestartet war wieder das Auto erreichte.

Ein sehr schneller Lauf, der mich gerade auf der ersten Hälfte mit einer Menge unbekannter und unerwartet Hübscher Strecke überraschte – Der Weg am Modauufer durch Eberstadt ist ein richtiges Kleinod, dessen Entdeckung mich um so mehr freut, als ich überhaupt nicht mit sowas gerechnet hatte. Der Rest des Laufs – durch Industriegebiet Wald, und die Wohngebiete des nördlich-zentralen Eberstadt – war dann nichts wirklich Besonderes mehr, aber insgesamt auch ganz ok. Und – das Beste an der Sache – das Wetter hatte auch mitgespielt, und sich während meines Laufes zurückgehalten. Bestens!

Zeit: 1:00 h
Strecke: 10,7 km (= 10,7 km/h bzw. 5,36 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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Eine Antwort to “Quer durch Eberstadt (10,7 km)”


  1. […] der Autobahn durch 3) Über die B3 rüber. Übrigens theoretisch bekanntes Terrain, weil ich hier letzten November schon mal vorbeigekommen war. Praktisch machte das allerdings keinen Unterschied – der Wald hier […]


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