Im Land der langen Dörfer: Neunkircher Höhe – Winterkasten – Klein-Gumpen – Laudenau (13,9 km)

8. Januar 2008

Wunderbares Wetter, fast schon wie im Frühling: Milde 5-10 Grad (vor ein paar Wochen hätte ich das noch als kalt bezeichnet, aber der Winter ändert nun mal die Perspektive), milder Südwestwind (schwach, kaum spürbar), milder Sonnenschein (nur hin und wieder kurz durch ein paar vereinzelte Schleierwölkchen unterbrochen) – so viel Milde galt es natürlich läuferisch zu nutzen.

Getreu dem Motto: „Schöne Tage, schöne Strecken“ stand heute mal wieder ein echtes Schmankerl mitten im Odenwald auf dem Plan: Von der Neunkircher Höhe südwärts in Mergbachtal, der Länge nach durch Winterkasten, von dort rüber ins obere Gersprenztal, dann über Klein-Gumpen und Laudenau wieder auf die Neunkircher Höhe rauf.
Wunderbare Mittelgebirgslandschaft, tolle Aussichten, anspruchsvolle Topographie, und das alles bei Sonnenschein – Läuferherz, was willst Du mehr?

Start auf dem Waldparkplatz Weinweg, an der Strasse zwischen Neunkirchen und Winterkasten (L3399). Von hier aus westwärts in den Wald, auf dem breiten, komfortablen Weinweg in Richtung der Neunkircher Höhe (Gleichzeitig auch der Nibelungenweg, markiert mit dem gelben Quadrat). Hübscher Fichtenwald durch den hin und wieder mal ein Sonnestrahl drang, frische, wohlschmeckende Luft, wunderbar moderate Steigung – genau das richtige für den Einstieg, herrlich!

Nach einem angenehm entspannten knappen Kilometer erreichte ich den Höhenrücken zwischen Radar– und Kaiserturm auf Höhe des Stromhäuschens mitten im Wald. Hier links, dem gelben Quadrat folgend auf einen kleinen Pfad, der parallel zum Hauptweg nach Süden läuft.
Bereits wenige Meter nach der Abzweigung links die Gersprenz-Quelle, ein kleiner, mit Steinen eingefasser Bachlauf, der hier aus dem Berg quillt und sich in südlicher Richtung im Wald verliert, daneben eine Bank und eine Info-Tafel – schon beeindruckend, was hier oben so alles entspringt, schließlich finden sich hier oben auch noch die Quellen der Lauter der Modau (lediglich die Weschnitz entspringt woanders, nämlich bei Hammelbach)…

Nun also südwärts den Höhenrücken entlang. Weiterhin sehr hübscher, sonniger Wald, der Weg teilweise etwas schlammig, insgesamt aber gut laufbar. Nach 300 m. wurde es noch mal kurz etwas steiler, dann war ich oben: Höchster Punkt der Neunkircher Höhe, 605 m.ü.NN, wie immer ein erhebendes Gefühl, auch wenn ich heute im Gegensatz zum letzten Mal, als ich hier oben gewesen war, ja schon sehr weit oben gestartet war. Direkt vor mir der Kaiserturm, wuchtig, hoch, und – weil mitten in der Woche – geschlossen und verwaist. Entsprechend sparte ich mir heute mal den längeren Aufenthalt, zumal ich möglicherweise bereits nächstes Wochendende wieder herkomme (wenn das Wetter gut ist, werd´ ich Jost dann mal hier hoch scheuchen…).

Direkt links am Turm vorbei, und über den mit findlingen durchsetzten Abhang dahinter querfeldein abwärts bis auf den Querweg, der sich ca. 20 m. unterhalb des Turmes um die Kuppe windet und bis nach Gadernheim runter führt.
Allerdings wollte ich da ja gar nicht hin, deshalb bereits nach 10 Metern wieder vom Weg ab, auf einen schmalen, steilen, steinigen Trampelpfad der den Hang runter geradewegs nach Süden führte – etwas holprig zu Joggen, nichtsdestotrotz ein regulär ausgezeichneter Wanderweg (Main-Stromberg-Weg, rotes Quadrat).

400 leicht halsbrecherische (oder besser knöchelbrecherische) Meter später das Ende des Waldes: Hübsche Wiesenlandschaft auf der Schleichhöhe zwischen Kolmbach und Winterkasten, rechts runter schöner Blick über das obere Lautertal bis zum Felsberg, links unten im Tal das obere Ende von Winterkasten – da wollte ich hin, folgerichtig den Höhensattel hinunter (Markierung: Rotes Quadrat/Gelbes Dreieck).

Einen halben Kilometer moderat abwärts durch sonnige Wiesen, bis ich schließlich den Ortseingang von Winterkasten erreichte und über den Schleichweg bis zur Hauptstrasse durchlief und dort rechts, weiter südwärts/talabwärts abbog (weiterhin dem gelben Dreieck folgend).
Winterkasten ist ein nettes kleines Örtchen, hübsch in den Grund des hochgelegenen Mergbachtales drapiert, umgeben von weitläufigen, grünen Höhenzügen.
Seine hervorstechendste Eigenschaft besteht jedoch zweifellos darin, dass es endlos lang ist:
Wie viele Odenwalddörfer besteht Winterkasten im Prinzip nur aus einer einzigen Strasse (mit ein paar vereinzelten, ganz kleinen Nebenstrassen), an der praktisch die gesamte Bausubstanz des Ortes wie auf einer Perlenkette aufgereiht ist (lediglich am unteren Ende klumpt es sich etwas mehr, fast so, als wären hier ein paar Häuser der Schwerkraft folgend zusammengerutscht…).

Und durch diese „Perlenkette“ lief ich nun also durch, von oben nach unten die Hauptstrasse entlang. Fast zwei Kilometer Winterkasten, das schon ziemlich ordentlich für einen Ort mit gerade mal 800 Einwohnern. Ein paar Kneipen (sogar einen Dönerbrater gibt´s hier – ein bisschen Exotik im Kernland der bieder-gutbürgerlichen Küche, find´ ich gut), viele alte Höfe, dazu an jeder Ecke Wahlplakate für die bevorstehende Landtagswahl (allerdings ausschließlich für die CDU – der Odenwald ist offenbar so schwarz, dass es die anderen nicht mal versuchen. Pffft….).
Dabei die ganze Zeit leicht abwärts, hätte eigentlich sehr bequem sein müssen, wenn meine linke Wade nicht unangenehm gezwickt hätte – so zog es sich dann doch etwas, war aber nicht unerträglich…

Nach ca. 1,5 km auf der Hauptstrasse eine Weggabelung, rechts ging die Strasse nach Lindenfels ab, ich lief stattdessen jedoch geradeaus weiter, durchs hübsche Unterdorf mit seinen relativ eng stehenden Altbauten, und schließlich am südwestlichen Dorfzipfel aus Winterkasten hinaus (gelbes Dreieck…).
Wunderbares Stück!!!
Der Weg (übrigens aspahltiert und in gutem Zustand) verläuft hier ostwärts durch die abwechslungsreiche Wald- und Wiesenlandschaft am Hang entlang und ermöglicht einen überwältigenden Blick nach Süden und Südosten: Der bewaldete Rückseite des Schenkenbergs über Lindenfalls, davor – schon relativ weit unten – das mittlere Mergbachtal, aus dem das Rauschen des Baches zu mir herauf drang, halbrechts schließlich der mächtige Höhenzug an der Ostseite des Weschnitztales, gekrönt durch die wuchtige Silhouette der Tromm (Notiz an mich selbst: Irgendwann dieses Jahr auf die Tromm laufen. Sieht herausfordernd aus…) – alles ganz klar sichtbar, sonnebeschienen – Wunderschön!!!!
Zwicken in der Wade: Vergessen, wer achtet bei solch einer grandiosen Aussicht denn schon noch auf lächerliche Wehwehchen?

Der Weg ging erst noch ein Stück abwärts, vorbei an einem Spalier mittelalter Obstbäume, dann schraubte er sich noch einmal ein paar Meter nach oben und überquerte einen kleinen Höhenrücken bei einem Wäldchen (hier steht eine Schranke, auf die jemand die kryptische Nachricht „Die Mauer muß weg“ gekritzelt hat – entweder ein Insider, oder inzwischen doch arg obsolet…).
Dahinter: Das Gersprenztal. Gleich noch mal ein wunderbarer Anblick, dieses Mal eher nach Osten und Norden: Direkt vor mir breitete sich das Tal aus, Gumpen und Klein-Gumpen, im Hintergrund Reichelsheim überragt von seinem Burgberg, auf dem Schloss Reichenberg herrlich in der Sonne leuchtete, links und rechts eingefasst von den dunklen, bewaldeten Höhenzügen, die das Tal nach Osten und Westen hin begrenzen.
Schon wieder wunderschön!!

Ab hier ging´s dann wieder sanft abwärts, auf dem Lindenfelser Weg ostwärts in Talgrund hinunter. Mehr Wiesen, sehr stimmungsvolles Licht (die Sonne stand inzwischen schon so schrägt, das hier alles – inklusive mir – Meterlange, tiefe Schatten warf), dazu das großartige Panorama – herrlich. Schließlich, nach fast einem Kilometer szenisch-angenehmen Abstiegs: Klein-Gumpen, ein kleines, etwas biederes, bukolisch-freundliches (Yaaay, endlich hab´ ich mal das Wort „bukolisch“ verwendet. Go Wortschatz 😀 ) Dörfchen im Talgrund, auf ca. 220 m.ü.NN.

Einlauf von Südwesten, durch den Lindenfelser Weg (links ein paar Wohnäuser, rechts Weide, die Strasse ein Art provisorisches Bachbett für ein stetes Rinnsal aus Schmelzwasser, das sich seinen Weg talabwärts suchte), an dessen Ende rechts in die Mergbachstr, der ich ein ganzes Stück durch den Ort folgte (auch Klein-Gumpen ist wieder so ein längliches Einstrassendorf, wenn auch nicht so lang wie Winterkasten). Markierung noch ein Stück weit gelbes Dreieck, das knickte allerdings bald rechts ab, ich lief jedoch geradaus die Dorfstrasse entlang.

750 m. grob ostwärts durch Dorf, bis ich die Querstrasse „Zu den Windhöfen“ erreichte (Markierung Gelbe 2), die nach links in nordwestlicher Richtung bergauf führt, und auf die ich einbog – hier war übrigens der tiefste Punkt der heutigen Tour, ab jetzt würde es nur noch bergauf gehen.
Und das gleich schon mal sehr ordentlich. Aus Klein-Gumpen hinaus, den grasbewachsenen Hang der nördlichen Talwand hinauf. Die ersten paar Meter moderat, dann jedoch schnell immer steiler, da kam man ordentlich ins Schnaufen. Nach ca. 400 m. verflachte die Strecke dann wieder kurz und führte an einem Wäldchen vorbei, an dessen Rand ein überaus gruseliger Rentner mit Rollator stand, mich mit einem unverwandt-beunruhigenden Blick anstierte (so, als würde er gerade überlegen, wie er den dicken, keuchenden Mann am besten nach Hause schaffen und zubereiten könne, falls der hier mit einem Herzinfarkt umfiele) und meinen freundlichen Gruß mit der verstörenden Nonchalance eines Kinopsychopathen geflissentlich ignorierte – brrr, diese Hillbillies hier oben sind manchmal ziemlich beunruhigend…
Glücklicherweise war ich schnell vorbei, übrigens ohne einen Herzinfarkt zu erleiden, und konnte mich stattdessen ganz auf die letzten Meter hoch zur Häusergruppe des Windhofes konzentrieren, die wie ein alpines Felsennest hoch oben am Hang über mir klebte.
Ok, vielleicht nicht ganz so spektakulär, aber die letzten 250 Meter bis da hoch waren nichtsdestotrotz verdammt steil, so um die 20%, da hört der Spass doch recht schnell auf.
Also ich endlich oben war, war ich wieder mal völlig fertig und brauchte eine kleine Pause, um meinen stossweise hervorkeuchenden Atem wieder halbwegs unter Kontrolle zu bringen.

Puha!
Und das war erst der Anfang…

Zuerst mal war allerdings Schluss mit Ansteig, der Weg bog direkt hinter den Häusern nach rechts ab und verlief ungefähr gleichbleibender Höhe ein paar hundert Meter parallel zum Hang nach Osten. Sehr angenehm, ideal um wieder etwas zu Kräften zu kommen und den spektakulären Blick runter nach Reichelsheim und auf das inzwischen schon deutlich nähere Schloss Reichenberg zu geniessen (Markierung: Gelbe 3).
Leider hielt das ebene Stück nicht lange vor, allzubald war schon wieder Schluss mit angenehm: Bereits 450 m. später eine kleine Schutzhütte („Lehrer-Beier-Hütte“), direkt dahinter bog die gelbe 3 links auf einen Kuhpfad ab, der steil und geradewegs den Hang hinaufführte, und mich sofort wieder ins Schwitzen/Schnaufen brachte.

Oh Mann, und noch nicht mal halb oben…

Gottseidank war auch dieser fiese Anstieg relativ schnell wieder vor bei, nach 200 m. kam der Wald, 50 m. später mündete der Pfad in einen breiten, gepflegten Waldweg, der am Hang entlang nordwärts führte und dabei sogar ein bisschen abfiel (anscheinend unmarkiert, ist aber trotzdem leicht zu navigieren – nach dem steilen Kuhpfad einfach rechts, dann immer dem Waldweg entlang).
Puh!
650 m. entspannen. Die schräg durch die Bäume fallende Sonne geniessen. Im Vorbeilaufen eine paar Blicke auf die Infotafeln des lokalen Waldlehrpfades werfen („Die Rotbuche wäc…“, dann war ich vorbei). Wieder zu Atem kommen…

Am Ende der äußerst geruhsamen 650 Meter erwartete mich eine Kreuzung im Wald. Mit Markierung: Das gelbe Quadrat, der Nibelungenweg – sehr gut, dem würde ich jetzt einfach bis zum Parkplatz am Weinweg folgen.
Perfekt.
Na ja, zumindest in der Theorie.
In der Praxis führte der Nibelungenweg hier allerdings scharf nach links (= westwärts), und dabei einen weiteren ultrasteilen Mörderhang hoch. Erst ein kleines fieses steiles Stück durch den Wald, das ging noch, dann ein gar nicht mehr so kleines fieseres steileres Stück am Waldrand entlang aufwärts -fast 60 Höhenmeter auf weniger als 300 m. Strecke, mehr als 20% Steigung, und das auf total unsicherem Untergrund – Steinige Buckelpiste voller Laub (Eichenlaub auf der Brust mag was Tolles sein, unter den Schuhen auf unebenem Grund ist es eher nervig), die zudem furchtbar schmal war und links durch einen bösartig wirkenden Stacheldrahtzaun begrenzt wurde (vor meinem geistigen Auge sah ich schon die Schlagzeile: „Tod am Berg. Rotgesichtiger Jogger fällt in Stacheldrahtzaun und verendet“).
Ganz ehrlich: Hier war´s mir zu anstrengend.
Also bewältigte ich diesen Aufstieg im Gehen.
Kostete weniger Kraft und war auch nicht viel langsamer als Joggen.
Ausserdem bin ich 30, da darf man sowas…

Oben angekommen verschnaufte ich kurz und sah mich um: Direkt vor mir der Reichelsheimer Weg mit den ersten Häusern des Dörfchens Laudenau, das sich hier in mehreren geschwungenen Kurven den Hang hochzieht (schon wieder so ein langes Einstrassendorf), hübsch. Links Weiden, tendenziell abfallend, rechts ein Wäldchen am Hang nach oben – das war meine Richtung.
Also rein in das Wäldchen, einen offenbar wenig benutzten und dank eines dicken Laubteppichs wunderbar weichen Waldweg auf- und nordwärts. Markierungen entdeckte ich hier keine (war ich noch richtig?), dafür lag aber ein paar Meter hinter dem Waldrand völlig unmotiviert ein umgestürzter Marmorgrabstein rum, laut Inschrift für einen Herrn aus Laudenau, der 1922 verstorben war – wirkte arg deplaziert, keine Ahnung, ob der hier hingehört, auf jeden Fall etwas seltsam.
Ebenfalls etwas seltsam war die Tatsache, dass der Weg am Nordende des Wäldchens im Nichts endete, bzw. an einer mit schwer sichtbarem Stacheldraht umzäunten Weide (wäre ich fast reingelaufen – des´ hätt´ grad noch gefehlt…).
Hmm. So ganz richtig war ich offensichtlich wirklich nicht…

Glücklicherweise war´s nicht weit bis zum richtigen Weg, der kam 50 m. weiter südlich aus dem Wald raus, und war von meiner Sackgasse aus gut sicht- und erreichbar. Entsprechend eine kleine Kurskorrektur, 100 über die abfallende Weide vor mir, und ich war wieder zurück auf dem Nibelungenweg, der hier – breit, bequem und auf gleichbleibendem Niveau – am Hang entlangführt. 300 m. nordostwärts, dann am nächsten Waldrand eine scharfe Kurve um eine Schutzhütte herum, nun in westlicher Richtung auf das obere Ende von Laudenau zu.
Wieder mal wunderbare Landschaft, eine Art kleine, offene Hochebene voller sonniger Wiesen, rechts ein grandioser Blick ins Tal des Eberbachs und die Wälder um den Rodenstein (den selbst konnte ich allerdings nicht erkennen), dazu weiterhin keine allzu schlimme Steigung, schönes Stück.

Nach 600 m. über eine kleine Kuppe, dann noch 400 m. leicht abwärts bis zum Laudenauer Dorfrand, 250 m.hinter den letzten Häusern entlang (hier oben wohnt es sich sicher ziemlich schön), schließlich links in die Freiheitsstr. und an der Freiheit (hier gibt´s übrigens gutes Essen, ich persönlich empfehle den Hüttenthaler im Kartoffel-Kräutermantel, sehr lecker) vorbei ins Oberdorf.
Zwischen den wenigen Häusern hindurch in Richtung Landstrasse, vorher allerdings rechts ab, dem gelben Quadrat folgend den Hang hinauf direkt auf das gut sichtbare Wasserhäuschen in der Bergseite zu, dass ich schließlich über eine scharfe Kehre am Waldrand erreichte.
Noch ein kurzer Blick runter nach Laudenau (wie gesagt, sehr hübsch), dann auf zum letzten Anstieg!

Und der hatte es noch mal so richtig, richtig in sich.
Um das mal zu verdeutlichen: Vom Wasserhäuschen am Waldrand bis zum Weinweg auf dem Höhenrücken, über den ich bis zum Ziel der heutigen Tour gelangen wollte, sind es ungefähr 600 m. Strecke, auf denen fast 110 m. Höhenunterschied bewältigt werden müssen.
Im Klartext: Es ist steil, steil, steil, steil, steil, steil, STEIL!!!!!!!!

Zu steil für mich. Schon zum zweiten Mal heute kapitulierte ich nach ein paar Metern vor der Steigung – auch hier war der Weg wenig mehr als ein schlechter, unsicherer Trampelpfad und angesichts des extremen Neigungswinkels war Joggen hier einfach nicht mehr sinnvoll. Stattdessen also das härteste Stück gehend, erst ca. 100 m. zwischen Waldrand und einer kleinen Lichtung, dann ganz in den Wald hinein, immer weiter steil aufwärts.
Nach einem knappen halben Kilometer verflachte die Steigung ein klein wenig, also begann ich wieder zu Joggen. Fiel immer noch sehr schwer, dicht an der Grenze des Machbaren, aber es ging. Unter Schnaufen und Japsen quälte ich mich über Stock und Stein den Berg und erreicht schließlich, endlich, den rettenden Weinweg, auf den ich links einbog.
Pfuha, fast durch!!.
Noch ein paar hundert Meter über den wunderbar breiten, bequemen, moderat ansteigenden, eminent laufbaren Weinweg nach Westen, noch kurz über die L3399, und ich hatte es geschafft: Parkplatz Weinweg, Ziel. Abgeäschert aber glücklich.

Großartiger Lauf!
Ziemlich anstrengend, ja. Besonders der Aufstieg vom Gersprenztal zurück auf die Neunkircher Höhe hat es verflixt in sich, da gerät man auch als halbwegs bergfester Jogger (für den ich mich halte) schnell mal an seine Grenzen. Aber hey, darum geht´s doch beim Joggen, oder?
Ausserdem wird man für seine Mühen mehr als reich entlohnt, mit einer wunderschönen, abwechslungsreichen Landschaft, pastoralen kleinen Bergdörfern, grandiosen Ausblicken in fast alle Richtungen, und dem guten Gefühl, sich mal wieder so richtig abgeäschert zu haben.
Herrliche Strecke, gerade an einem so schönen Tag wie heute, hat viel Spass gemacht!

Strecke: 13,9 km
Zeit: 1:36 h (= 8,69 km/h bzw. 6:54 min/km)
Karte:
neunkircher-hoehe-sued.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

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7 Antworten to “Im Land der langen Dörfer: Neunkircher Höhe – Winterkasten – Klein-Gumpen – Laudenau (13,9 km)”


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  3. Hans-Peter Böhm Says:

    Hi,

    Super Bericht, beschreibt einen Teil meiner Hausstrecke.
    Hast Du dir die ganze Notizen während des Laufs gemacht? oder warst Du mehrmals hier.

    Also wie bereits gesagt, gefällt mir sehr gut!

    Gruss
    HPB

  4. matbs Says:

    Hi Hans-Peter,

    freut mich, dass es Dir gefallen hat, ein bisschen positives Feedback tut immer wieder gut 🙂 .

    Notizen mache ich mir keine – ich plane Touren in unbekanntem Gebiet normalerweise mit der Wanderkarte (in diesem Fall Blatt 5 der exzellenten OWK/Geo-Naturpark-Karten), und kann sie dementsprechend nach dem Lauf gut rekonstruieren (Zumal ich inzwischen auch über eine ganz gute allgemeine Ortskenntnis im vorderen Odenwald und dem nördliche Ried verfüge).
    Außerdem habe ich ein recht gutes Gedächtnis für Erlebnisse und Ereignisse während des Laufens, und da ich meine Laufberichte i.d.R. relativ bald nach dem Ende der jeweiligen Tour schreibe, sind die Eindrücke und Erinnerungen da noch frisch genug, um das ganze locker und umfassend runterzutippen.

    Noch mal vielen Dank für den netten Kommentar

    Matthias

    PS: Falls du öfter den Aufstieg von Gumpen auf die Neunkircher Höhe läufst – Respekt, das ist echt ein ganz schöner Hammer!


  5. […] Und damit wären wir beim Krassen Mörderanstieg Nr. 2. Ich war dieses Stück schon mal im Januar gelaufen, in entgegengesetzter Richtung, bergab. Schon da war´s mir richtig fies steil vorgekommen, aber […]


  6. […] Hoxhohl Jugenheim Juhöhe Kelsterbach Kirchheimbolanden Kirschhausen Klein-Bieberau Klein-Gerau Klein-Gumpen Klein-Rohrheim Knoden Kolmbach Langwaden Laudenau Laudenbach Lautern Leutershausen Lichtenberg […]


  7. […] Tal) nach Laudenau (hoooch oben am Hang)”! Und das bedeutet: Klettern! Ich war den Aufstieg bisher einmal gelaufen, auf einer etwas anderen Route als der für heute geplanten (nämlich über den Windhof, die gelbe […]


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