Jägersburger Wald Mitte-Nord (12 km)

10. Januar 2008

Als ich heute los kam, war es schon relativ spät, zudem war das Wetter auch nicht soo besonders (warm, windig, hellgrauer Himmel mit unregelmässiger Wolkendecke, durch die hin und wieder mal ein Eckchen blauer Himmel oder ein Sonnenstrahl drangen).
Da traf sich´s ganz gut, dass ich mir nicht ganz so viel vorgenommen hatte, sondern nur mal wieder ein bisschen durch den Jägersburger Wald wollte: Entlang der Landstrasse von Hähnlein bis fast nach Gernsheim, dann etwas nach Süden und durch Wald zurück – flache Strecke mit langen Geraden, dafür ohne größere Ablenkungen, ideal für einen kleinen Lauf zwischendurch.

Zweite wichtige Entscheidung: Ich würde nicht alleine laufen, sondern Nemo nemobild-3.JPGmitnehmen.
Eigentlich jogge ich ja nicht so gerne mit ihm auf Strecken, die ich noch nicht kenne, besonders wenn sie an einer vielbefahrenen Strasse liegen und durch sehr wildreiches Gebiet führen (normalerweise kein Problem, denn er hört recht gut, aber ganz sicher kann man da nie sein…), denn da muss ich ihn viel an der Leine halten, was lauftechnisch immer ein klein wenig unbequemer ist, als ihn einfach frei laufen zu lassen und die Leine umzuschnallen.
Andererseits waren sowohl Witterung als auch Streckenlänge ideal für einen Lauf mit Hund, und Nemo konnte die Ablenkung brauchen (im Moment ist er ein klein wenig trübsinnig, da ist so eine Herausforderung genau das richtige, um ihn mal wieder auf Touren zu bringen), also durfte er mit.

Start in Nordwesten Hähnleins, Spießgasse Ecke Römerstrasse, kurz hinter der Grundschule. Ausgestiegen, kurz gedehnt, Nemo angeseilt, und los ging´s: 50 m. westwärts bis zum Ortsrand, dort dann zwischen den letzten Häusern des Dorfes und den Feldern 300 m. nach Süden bis zur Landstrasse nach Gernsheim (L3112).

Gerade die ersten Meter waren etwas hakelig, aber das ist beim Laufstart mit angeleintem Hund normal – der braucht immer erst mal eine Weile, um zu kapieren, dass es kein normales Gassi-Gehen ist, bei dem er nach Belieben nach links und rechts ziehen und an jeder Ecke das Bein heben kann, sondern ein konzentrierter, schnellerer Lauf, bei dem er mithalten muss. Glücklicherweise hat Nemo ja schon eine ganze Menge Jogging-Erfahrung – bereits nach den ersten ein, zwei Minuten hatte er geschnallt, was von ihm erwartet wurde und und trabte brav und diszipliniert neben mir her – Guter Hund, ist eben ein Profi!

Wir überquerten die L3112 kurz vor dem westlichen Ortsausgang und bogen auf der anderen Strassenseite nach rechts ab, auf den Fahrradweg der neben der Strasse bis nach Gernsheim führt.
Und dem folgten wir dann eine kleine Ewigkeit.
Ok, ok, eigentlich eher eine mittlere Ewigkeit…
Erstmal durch die Felder, 1,3 Kilometer Richtung West/Nordwest, zum Waldrand an der Verdichterstation. Weiter geradeaus, in den Jägersburger Wald rein, nach 250 m. über die Autobahnauf- bzw. -ausfahrt in Richtung Frankfurt, dann den überraschend langen Anstieg zur Autobahnbrücke hoch (mit dem Auto ist das eine Sache von Sekunden, zu Fuß dauert´s doch wesentlich länger), über die A67, auf der anderen Seite wieder runter.
Immer noch Wald, immer geradeaus neben der Strasse her.
Nach 200 m. links der Parkplatz-Venuleth-Schneise, rappelvoll mit Autos (keine Ahnung, warum hier donnerstagmittags so viel los ist), danach noch 1 km bis zum Waldrand, dann nochmal 1,2 km zwischen Wald (rechts) und Feldern/Wiesen (links, dort außerdem Blick auf Maria Einsiedel) bis fast zur großen Strassenkreuzung mit der B44 zwischen dem Hotel Hubertus und Gernsheim.
Insgesamt ca. 4,5 km von Hähnlein, wie gesagt, eine mittlere Ewigkeit…

Bis hierhin eine etwas durchwachsene Bilanz: Tempo ordentlich, Lauf recht flüssig, und die Koordination Mensch-Hund klappte auch bestens. Allerdings ist die Strecke direkt neben der vielbefahrenen Landstrasse nicht unbedingt berauschend, zudem machte mir schon wieder mein linkes Bein zu schaffen – genau wie vorgestern in Winterkasten lief da irgendwas nicht so ganz rund, die Muskulatur um das Schienbein herum (gibt´s da Muskulatur? Ich hoffe doch…) fühlte sich bei jedem Schritt krampfig-schmerzhaft an, so dass ich zwischendurch sogar ein paar mal kurz anhalten und das Bein etwas lockern musste – sehr unangenehm, vielleicht wird´s wirklich mal Zeit für neue Schuhe…

Aber egal, wir mussten ja weiter, deshalb bogen wir kurz vor der Kreuzung bei Gernsheim scharf links in die Felder ab, auf den langen, asphaltierten Stockweg nach Südosten.
Und schon wieder ewig geradeaus…

Das erste Stück durch Ackerland, dann vorbei an diversen Aussiedlerhöfen, jeder davon mit mindestens einem unfreundlichen Hofhund, der sich genötigt sah, unser Passieren mit mehr oder weniger hysterischem Gebell zu begleiten. Aber über sowas stehen wir ja drüber, wie es sich für echte Jogger gehört, ignorierten Nemo und ich das Gekläff und liefen hocherhobenen Hauptes weiter (na gut, Nemo hielt ein paar mal an, um an markanten Stellen verächtlich seine persönliche Duftmarke zu setzen, aber das hatten diese unfreundlichen Kläffer ja auch nicht anders verdient…).

Nach 900 m. erreichten wir die Wegkreuzung am Gestüt Karlshof, die ich von früheren Läufen in der Gegend bereits bestens kannte, und überquerten sie geradeaus, weiter in südöstlicher Richtung, vorbei an den weitläufigen Pferdekoppeln des Gestüts (Radweg 25).
Hier fing es dann so langsam an, richtig rund zu laufen – die Sonne war unter den Wolken rausgekommen und tauchte die Umgebung in ein freundliches, mattes Winterlicht, die Probleme in meinem linken Bein hatten sich rausgelaufen, und es war so wenig los, dass ich Nemo endlich unbesorgt ableinen konnte, was ihm etwas mehr Freiheit und mir etwas mehr Laufkomfort bescherte – bestens!

Nach 800 m. erreichten wir schließlich den Waldrand am Parkplatz Stockweg, den wir überquerten und weiter geradeaus die Stockwegschneise entlangliefen (Markierung gelbe 4). Angenehme Bodenbeschaffenheit, schräges Sonnenlicht durch die Bäume, hin und wieder mal eine hübsche Lichtung am Wegesrand, dazu ein aufmerksamer, gut folgender Hund, der mit sichtlichem Spass bei der Sache neben mir her trabte, auch hier lief´s bestens.
Am Ende der langen Geraden (ca. 1,5 km nach dem Waldrand) halblinks, nun fast genau in östlicher Richtung, und auf einer kleinen, dicht bewachsenen Brücke wieder zurück auf die Ostseite der A67, wo offensichtlich deutlich weniger los ist – der Wald wirkt hier irgendwie ruhiger, die Wege sind in merklich schlechterem Zustand, und Markierungen gibt´s auch keine mehr.
Wir liefen noch ca, 250 m. geradeaus und bogen dann halblinks in die Büttelwies-Schneise ein (eigentlich hatte ich geplant, hier geradeaus zu laufen, aber an diesem Weg hing ein Schild, das den Wald dahinter als „Wildruhezone“ auswies und darum bat, ihn nicht zu betreten).
650 m. nach Nordosten, dann eine T-Kreuzung an der Rohrlach-Schneise. Links ein breiter, trockener, gepflegter Weg, der überaus einladend aussah, aber leider in die total falsche Richtung führte.
Deswegen nach rechts, auf einen tief zerfurchten, schmoddrig-zugeschlämmten Pseudo-Pfad zwischen den Bäumen hindurch in Richtung Ost-Südost.

Ein …interessantes Lauferlebnis.
Schlamm bis zu den Kniekehlen, scheinbar bodenlose Pfützen, uneben wie ein Acker, bedeckt mit einer unglaublich rutschigen, zentimeterdicken Schlickschicht – bereits nach wenigen Metern hatte es mich zweimal fast hingehauen, und wir waren vollkommen eingesaut (bei mir ging´s ja noch, da der Gröbste Dreck immerhin nur bis zu den Knien reichte, der gerade mal kniehohe Nemo sah dagegen aus wie ein frisch gesuhltes Ferkel – da lief jemand geradewegs auf ein Vollbad zu…).
Insgesamt mehr als einen halben Kilometer schmatzten, stolperten und schlidderten wir durch den Matsch, dann hatten wir endlich den Ostrand des Waldes erreicht und liefen hinaus auf die Feuchtwiesen vor Hähnlein.
Fast geschafft…

Geradeaus weiter, ein grasbewachsener Pfad durch Felder, direkt am Holzlachgraben ostwärts. Nur marginal weniger schlammig als der Waldweg von eben, aber mit einer etwas festeren Konsistenz – zähflüssig-klebrig anstatt dünnflüssig-schmierig, mit jedem Schritt blieb etwas mehr davon an den Schuhen hängen, so dass ich bereits nach wenigen Metern auf einer kiloschweren Sohle aus Schmodder und Gras lief, die an meinem Schuhwerk klebte – einerseits lästig, andererseits ein völlig neues Laufgefühl….

Nach etwas über einem halben Kilometer eine Kreuzung an einer Hecke, hier links, 200 m. nach Norden, dann wieder rechts, bis zum Ortsrand, dort auf der Strasse „Im Ritterbruch“ weiter nordwärts bis zur Gernsheimer Str. kurz vor der Tankstelle, die überquert und durch die Römerstr. zurück zum Auto.

Trotz kleinerer Probleme ein guter Lauf mit ordentlichem Tempo (mit Hund ist es immer etwas langsamer als wenn man alleine gelaufen wäre), gegen Ende etwas arg schlammig, dafür aber mit schönem Wetter. Besonders gefreut hat mich, dass Nemo auch nach längerer Joggingpause mit so viel Spass und Konzentration bei der Sache war und so gut mitgehalten hat – am Ende war er zwar von der Nase bis zur Schwanzspitze eingesaut, aber nichtsdestotrotz (oder wahrscheinlich gerade deshalb) offensichtlich rundum zufrieden. Mal sehen, vielleicht schaffe ich es in Zukunft ja mal wieder etwas öfter, ihn mitzunehmen.

Strecke: 12 km
Zeit: 1:12 min (= 10 km/h bzw. 6 min/km)
Karte:
jaegersburger-wald-mitte-nord.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

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Eine Antwort to “Jägersburger Wald Mitte-Nord (12 km)”


  1. […] Jägersburger Wald Mitte-Nord […]


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