Stockstadt – Biebesheim (12,7 km)

17. Januar 2008

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob es eine gute Idee war, Nemo in letzter Zeit verstärkt mit zum Laufen zu nehmen. Seitdem er wieder ein paarmal dabeisein durfte, ist er nämlich kaum noch zu bremsen: Sobald ich jetzt in meine Sportklamotten schlüpfe, steht er schon schwanzwedelnd an der Tür, ist ganz aus dem Häuschen vor Begeisterung und glotzt mich mit seinem erwartungsvoll-durchdringenden „Hey super, jetzt gehen wir gassijoggen“-Gesichtsausdruck an.
Egal ob Gassijoggen geplant ist oder nicht…

Heute war´s zum Beispiel eher nicht geplant: Eigentlich wollte ich die geplanten 12-13 Flachland-Kilometer zwischen Stockstadt und Biebesheim alleine runterreissen. Nemo war schließlich erst vorgestern mitgelaufen, und überanstrengen will ich den kleinen Kerl ja auch nicht.
Also versuchte ich mich unauffällig aus dem Haus zu schleichen, ohne falsche Hoffnungen zu wecken.
Natürlich ohne Erfolg.
Für jemanden, der routinemäßig aus nächster Nähe gebrüllte Kommandos „überhören“ kann, hat Nemo ein verdammt gutes Gehör – kaum war ich an der Treppe, stand er auch schon hinter mir, wedelte enthusiastisch und schenkte mir seinen treudoofsten Nimm-Mich-Bitte-Bitte-Mit-Hundeblick.

Soooo lieb.

Und soooo niedlich.

Widerstand zwecklos…
Deswegen auch heute wieder mit von der Partie: Nemo der Hund.

Heutige Strecke, wie bereits erwähnt, die Felder, Wiesen und Deiche zwischen Stockstadt und Biebesheim, etwas über 12 km, flach, ideale Strecke zum Laufen mit Hund.
Wetter regnerisch, windig, zu warm (Um die 10 Grad).

Start im Westen von Stockstadt, auf dem Parkplatz an der Altrhein-Halle. Leichter Nieselregen, in der Luft der charakteristische „Kühkopf/Altrhein-Geruch“ – leicht modrig, aber nicht wirklich unangenehm.
Wir starteten nach Südosten in die Insel-Kühkopf-Str., bogen jedoch bereits nach wenigen Metern rechts ab, auf dem namenlosen (?) Weg zwischen Freibad und Althreinhalle aus dem Ort hinaus.
Nach 180 m. über den Deich, dahinter Obstwiese (links) und ein Fußballplatz (rechts), nach weiteren 100 m. eine alte Steinbrücke über die Modau, dahinter knickte die Strecke halblinks ab und führte als bequemer Asphaltweg direkt westwärts, vorbei an einer Schrebergartenkolonie in die Felder hinein (mal wieder eine nicht ganz unbekannte Strecke, hier war ich schon mal im September gelaufen, damals allerdings in entgegengesetzter Richtung). Laut Wanderkarte ist die Strecke mit der gelben 5 markiert, die konnte ich aber nirgendwo entdecken, also orientierte ich mich bis auf Weiteres am roten F des Fasanenwegs, einem der lokalen Kühkopfwanderwege.

Tempo bisher sehr zügig, ich hatte Nemo an der Modaubrücke abgeleint, seitdem stürmte er begeistert vorneweg, ich hielt mit, so gut es ging (ein Unterfangen, das dadurch erleichtert wurde, das ich nicht alle 20 – 50 m. stehenbleiben und das Bein heben musste). Wetter weiterhin durchwachsen (Nieselregen hatte aufgehört, dafür merklicher Gegenwind), Umgebung ganz nett (rechts die Feuchtwiesen und Auwälder der Königsinsel, links Äcker, Äcker, Äcker), wenig los (ein junger Dalmatiner mit Frauchen, eine Gruppe laut vor sich hinbalzenden Wassergeflügels in 150 m. Entfernung [Gänse? Enten? Ich weiss es nicht).

Etwa 1 km. weiter links ein paar zugewucherte Teiche, dann das Naherholungsgebiet am „Rodelberg„, Parkplatz, Grillhütte und die namensgebende Erhebung, die eigentlich nur ein kleiner, unspektakulärer Hügel ist (aber wo will man hier im Flachland sonst rodeln?). Dahinter war der Asphaltweg zu Ende, stattdessen nun grasiger Feldweg, der aber trotz Schlamms überraschend gut laufbar war, und zwischen Königsinsel und Ackerland unbeirrt nach Südwesten führte (Markierung wie gehabt: Rotes F).

Dem folgten wir dann eine ganze Weile. Nach 600 m. machte er einen kleinen Knick von der Königsinsel weg nach Südosten, bog jedoch gleich darauf wieder nach rechts in die ursprüngliche Richtung. Weg nun noch etwas provisorischer, schlammiger, grasiger, aber immer noch gut laufbar, zudem weiterhin mit dem roten F markiert, war also richtig.

Immer weiter nach Südwesten. Links weiterhin Äcker und Wiesen, dahinter in der Ferne Biebesheim, rechts nun direkt der Deich vor der Königsinsel. Alles wie ausgestorben, bis auf einen einzelnen Feldhasen (dessen Verfolgung Nemo nach wenigen Schritten aufgrund mangelnder Geschwindigkeit und meiner Ermahnung zu gutem Benehmen aufgab) rührte sich hier nix, also liefen wir zügig und konzentriert durch.
Nach 1,3 km. ging es schließlich erst ein paar Meter nach rechts auf die Dammkrone hoch, die dann noch 200 m. geradeaus bis auf den gut gepflegten Fuß/Radweg auf dem Königsamm. Hier links, nun direkt nach Süden, an einem kleinen Wäldchen und dem Auwörth-Haus vorbei bis zur Wegkreuzung am Ende des Wäldchens, an der Jost und ich vor knapp zwei Wochen aus südlicher Richtung kommend schon mal vorbeigelaufen waren. Wie damals ging´s hier auch heute nach Osten, vom Deich runter auf den matschigen, mit tiefen Pfützen übersäten Wirtschaftsweg, der mit der gelben 3 markiert ist.

Kurze Pause, um Nemo ein bisschen was aus einer Schlammpfütze trinken zu lassen, dann ging´s weiter, 250 m. ostwärts, dann 400 m. nach Süden, schließlich am Ende einer Baumreihe wieder links nach Nordosten, vorbei an der bewaldeten Seengruppe der „großen Bütt“.

Auch hier waren Jost neulich entlanggelaufen, und nach ein 600 Metern nach rechts in Richtung einer frei stehenden Scheune abgebogen.
Heute liefen Nemo und ich stattdessen geradeaus weiter. Nach weiteren 400 m. eine von alten Bäumen gesäumte Brücke über einen ausgetrockneten Kanal (wohl die „Lusthäuser Brücke„), gleich dahinter der Anfang des langgezogenen, halbmondförmigen Naturschutzgebietes „Schmalwert“ rechts des Weges, dem wir einfach immer weiter folgten.
Sah eigentlich nicht besonders spektakulär aus, offen Feuchtwiese mit ein paar windschiefen knorrigen Bäumen, dazwischen hin und wieder ein dürres Maisfeld – aber hey, besser als noch mehr Stoppeläcker war´s allemal.

350 m. hinter der Brücke teilten sich der asphaltierte Wirtschaftsweg und die Strecke der gelben 3, wir hielten uns natürlich an die Markierung und liefen deshalb halbrechts auf einen weiteren grasigen Trampelpfad, der mehr als 1,5 km am Nordrand des NSG nach Osten/Süden führte, und schließlich wieder in einen asphaltierten Wirtschaftsweg mündete, über den wir erst ein Reitgelände, wenig später dann die Rheinhalle am Nordrand von Biebesheim erreichten (auch hier waren Jost und ich neulich vorbeibekommen, wenn auch etwas weiter westlich).

Ab hier musste Nemo dann an die Leine, denn es ging auf der Fahrstrasse weiter, genauer gesagt auf dem Neuen Weg, dem wir nach links folgten und über einen 900 m. langen Bogen schließlich die Landstrassenkreuzung am nördlichen Biebesheimer Ortsausgang erreichten.

Ursprünglich hatte ich vorgesehen, hier geradeaus weiterzulaufen, auf der „Brücke Nord“ die Bahntrasse zu überqueren und dann der Riedlinie nordwärts zurück Stockstadt zu folgen.
Dummerweise stellte sich vor Ort heraus, dass das kaum gehen würde, denn die „Brücke Nord“ ist eine reine Autobrücke. Statt Seitenstreifen oder Fußgänger-/Fahrradweg gibt´s hier nur Leitplanke – Fahrbahn – Gegenfahrbahn – Leitplanke, das war mir zu riskant, gerade mit dem Hund an der Leine.

Dann eben anders. Kurz zurück, dann gleich rechts, auf einen unmarkierten (und ungepflegten Feldweg), der parallel zur Landstrasse von Stockstadt nach Biebesheim (K163) nach Norden führt. 700 m. durch den Schlamm, dann endete der Feldweg, also mussten wir nach rechts und direkt an der Strasse weiter – nicht wirklich angenehm, aber immerhin gab´s hier einen Seitenstreifen, auf dem genug Platz für einen Mann mit Hund ist, außerdem war´s nicht mehr weit: Nach 200 m. überquerten wir ein zweites Mal die Modau, 100 m. weiter erreichten wir bereits den südlichen Anfang von Stockstadt.

Durch den Ort wollte ich nicht unbedingt, deshalb ging´s hier spontan nach links, auf „Nußwiesendamm“ am Ortsrand entlang nach Nordosten. Bequemer Weg mit nettem Blick auf die Modau und das dahinterliegende Flachland, im Gegensatz zu bisherigen Strecke sehr belebt, vornehmlich andere Hundebesitzer beim Ausführen ihrer Wauwaus und eine erstaunliche Menge anderer Jogger (seltsamerweise war ich der einzige davon, der auf dem Deich lief, alle anderen Jogger waren auf der Strasse daneben unterwegs – allerdings sahen die meisten von denen ziemlich unfit aus, vielleicht war ihnen der Anstieg auf die Deichkrone hoch zu anstrengend gewesen 😉 ).

Nach mehr als 1,3 km (puh, das zog sich nochmal ganz schön…) knickten Deich, Modau und Ortsrand auf der Höhe mehrerer Vereinsheime (Vogelfreunde, Kleintierzüchter) nach Nordosten ab, wir folgten.
Noch mal 800 m. (links u.a. eine idyllische alte Steinbrücke über die Modaum rechts ein kleiner Park) geradeaus und wir hatten wieder die Stelle erreicht, wo wir vor einer guten Stunde den erstmalig den Deich in Richtung Königsinsel überquert hatten. Rechts runter, wieder den namenlosen (?) Weg zwischen Altrheinhalle und Schwimmbad entlang, und wir waren wieder beim Auto.

Guter Lauf, trotz Hund ein ordentliches Durchschnittstempo. Landschaft in Ordnung, abwechslungsreicher als erwartet (wenn auch nicht so hübsch wie Wege direkt am Rhein/Altrhein). Wetter ebenfalls tolerabel, teilweise fast schon zu warm (hatte mich relativ dick eingepackt, das war zwischendrin arg stickig), etwas zu feucht (wir waren beide furchtbar eingeschlämmt). Ansonsten alles im grünen Bereich, Verfassung ok, Motivation ok, und der Hund hat wieder mal bestens mitgemacht, was will man mehr?

Strecke: 12,7 km
Zeit: 1:15 h (= 10,16 km/h bzw. 5:54 min/km)
Karte:
stockstadt-biebesheim.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

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Eine Antwort to “Stockstadt – Biebesheim (12,7 km)”


  1. […] Seidenbuch Schannenbach Schmal-Beerbach Schönberg Schriesheim Staffel Steigerts Steinau Stettbach Stockstadt a. Rhein Traisa Trautheim Unter-Hambach Waschenbach Wattenheim (bei Biblis) Wehrzollhaus Weinheim […]


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