Riedrode – Lorscher Wald – Bürstadt (15,9 km)

19. Januar 2008

Wochenende – Laufen mit Jost.

Leider nicht wie ursprünglich vorgesehen im Odenwald, dazu war mir das Wetter einfach zu mies – die geplante Traumstrecke von Reichenbach auf die Neunkircher Höhe und zurück muss man bei Sonnenschein und blauem Himmel laufen, und davon gab´s heute herzlich wenig. Stattdessen das üblich-trübliche Einheitsgrau mit Wind, Wolken und hoher Regenwahrscheinlichkeit, dazu feuchtwarme 12 Grad – des woar nix!

Deswegen eine Ausweichstrecke im mittleren Ried. Geplante Route: Von Riedrode südwärts durch den Lorscher Wald bis Neuschloß, dann am Waldrand entlang zurück nach Norden, kurz nach Bürstadt rein, schließlich über die Felder nördlich der B47 wieder zurück nach Riedrode. 16-17 km, flach, schnell, unkompliziert, und eher unspektakulär, da war das Wetter weitgehend egal…


Start also bei Riedrode, genauer gesagt auf dem Parkplatz Seydschneise an der B47, am Waldrand gegenüber vom Ortseingang.
Wieder mal nicht gedehnt (könnte man eigentlich mal wieder anfangen…) sondern gleich los, 200 m. westwärts, dann scharf links in den Wald rein, auf die Tiergartenquerschneise (Gelbe 1). Dort dann immer südostwärts, die ewig lange Schneise entlang – insgesamt über 3 km schnurgerade durch den Forst (die ersten paar hundert Meter übrigens bekannte Strecke, denn hier waren wir auf unserem Neujahrslauf schon mal durchgekommen – nicht dass das einen großen Unterschied machte, hier sieht eine Schneise aus wie die andere…).

Untergrund: Angenehm, gepflegter Waldweg, nicht zu hart, nicht zu weich, gerade richtig.
Tempo entsprechend stramm, aber nicht verbissen, reichte sogar noch zum Plaudern.

Umgebung: Wald.
Waldwaldwaldwaldwaldwaldwaldwaldwaldwaldwaldwaldwald.
Wald.
Waldwaldwald.
Waaaaald!

Dabei übrigens gar nicht so eintönig, wie es jetzt erstmal den Anschein haben mag: Hier gibt´s Buchenwald, Kreuzungen in andere Schneisen, Nadel-Mischwald, Spaziergänger, Kiefernwald, Pfützen, Laub-Mischwald, andere Jogger (meist langsamer als wir, das war gut fürs Ego 🙂 ), Nadel-Laub-Mischwald, Wildschweinspuren, Moos, Nordic Walker und Kiefernwald.
Oh, ok, den Kiefernwald hatten wir schon, sorry.
Aber den gab´s auch mehrmals…

Irgendwo zwischendrin, so zwischen Kilometer 1,5 und 2,5 (die gelbe 1 war inzwischen durch die gelbe 4 ersetzt worden), ein provisorisches Warnschild mitten auf dem Weg: „Forstarbeiten. LEBENSGEFAHR!“ (oder so ähnlich).
Klang an sich recht beeindruckend, allerdings war auf der gut einsehbaren Strecke vor uns nichts festzustellen, was auch nur ansatzweise nach Forstarbeiten und/oder Lebensgefahr ausgesehen bzw. geklungen hätte, deswegen ignorierten wir es nach kurzem Zögern und liefen todesmutig und unbeirrt weiter geradeaus.
Wo sich übrigens tatsächlich absolut gar nichts abspielte, was man auch nur ansatzweise als gefährlich oder forstarbeitig hätte bezeichnen können – heutzutage kann man offensichtlich nicht mal mehr den Todesdrohungen autoritär formulierter Warnschilder mitten im Wald trauen. O tempora, o mores…

Schließlich irgendwann das Ende der Tiergartenquerschneise, ein T-Kreuzung irgendwo in den dicksten Tiefen des Waldes, an der wir links abbogen und auf dem „Lampertheimer Gescheid“ (so heisst der Waldweg – wer denkt sich eigentlich diese Namen aus?) ostwärts liefen, bis wir die Wegkreuzung mit der Breit-Schneise und der Gelbetränk-Schneise erreichten. Hier rechts runter auf die Gelbetränk-Schneise, und weiter nach Südosten (Strecke erst kurz unmarkiert, nach ca. 150 m. dann die gelbe 3).
Umgebung: Weiterhin Waldwaldwaldwaldwald, genauere Beschreibung siehe oben.

Inzwischen hatten wir schon 4 oder 5 km hinter uns gebracht, und eigentlich lief alles bestens.
Uneigentlich allerdings nicht so ganz: Josts mäkeliges Knie hatte anscheinend damit begonnen, sich leise aber bestimmt bei seinem Besitzer über diese lästige Lauferei zu beschweren.
Jost meinte zwar, es wäre noch nicht schlimm, aber gerade seine Knie sollte man beim Laufen doch schon etwas ernster nehmen, deswegen beschlossen wir, die geplante Strecke ein bisschen abzukürzen und den Rückweg etwas früher als geplant anzutreten.
Sorry Neuschloß, ein Andermal…

Jetzt sind kurzfristige Routenänderung mitten in unbekannten und verdammt großen Waldgebieten ja immer so eine Sache – wenn man da was falsch macht, hat man sich schnell mal heillos verlaufen und muss sich Stunden später von rüstigen Wanderrentnern mit besserer Ortskenntnis retten lassen, das kann schnell etwas peinlich werden…
Glücklicherweise blieb uns diese Schmach heute erspart, denn bereits wenige Meter nachdem wir uns fürs Abkürzen entschieden hatten, stiessen wir auf einen Querweg samt OWK-Markierung (das weiße Dreieck), an den ich mich von der Planung der Route erinnern konnte, und von dem ich wusste, dass er uns bis an den westlichen Waldrand führen würde.
Genau richtig, deswegen bogen wir hier, ca. 1 km nach Beginn der Gelbetränk-Schneise nach rechts ab und folgten dem breiten Stellweg (Markierung wie gesagt das weiße Dreieck) nach Westen.

Ca. 250 m. später passierten wir Kreuzung samt Schutzhütte, in der gerade ein mittelgroßes Rudel rüstiger Wanderrentner vor sich hin vesperte (gut zu wissen, dass die heute unterwegs waren, nur für den Fall dass das mit dem weißen Dreieck doch nicht klappte…), ansonsten auch hier wenig Neues: Mal wieder viel Wald. Nach weiteren 500 m. ein leichter Knick in der Strecke, halblinks in die Rutenfeld-Schneise, vorbei an einer Kleinen Lichtung mit Grillhütte, Spielplatz, Waldlehrpfad und einem Gedenkstein des lokalen Odenwaldclubs („Unseren toten Wanderen“), dann noch mal 900 m. weiter geradeaus durch den Wald (der hier eine hohe Joggerdichte aufwies).
Schließlich kurz vor dem Waldrand rechts hoch, 400 m. nach Nordwesten, dann wieder links und über den Parkplatz Lorscher Weg hinaus in die offenen Spargeläcker östlich von Lampertheim.
Positiv: Hier wären wir auch vorbeigekommen, wenn wir der ursprünglich geplanten Strecke gefolgt wären.
Abkürzung: Geglückt (das ich das noch mal sagen darf… 😉 )!

Ein kurzes Innehalten um das Panorama wirken zu lassen (an sich nichts Besonderes – Spargeläcker, dahinter die gräulich-verhuschte Silhouette von Lampertheim – aber immerhin mal was anderes als Wald), dann bogen wir rechts ab, und liefen auf einem sandigen Feldweg zwischen Spargeläckern und Waldrand nach Nordwesten. Nach einem Kilometer eine Großgärtnerei oder sowas (laut Wanderkarte mit dem passenden Namen „Gärtnersiedlung“), hier ein kleiner Knick, dem Waldrand folgend kurz nach Osten, an einer Art Mini-Ausflugskiosk (oder so) dann wieder nordwärts bis zu einem Tor, das in die Gärtnersiedlung hineinführte.
Kurze Unsicherheit (geradeaus auf das Betriebsgelände? Eher nicht), schließlich halbrechts, auf einem kleinen, unebenen Trampelpfad durchs Unterholz wieder in den Wald hinein bis zur Dosenschneise, die mit der gelben 4 markiert war – sah gut aus, deswegen folgten wir ihr, erst 180 m. nordwärts, dann 650 m. nach Osten bis auf die größere Kreuzung südlich des Bürstädter Wasserwerks, auf der wir links auf die Wasserwerkstr. einbogen und nach knapp 200 m. das Wasserwek passierten – mehrere nette alte (Anfang 20. Jh.) Gebäude mitten im Wald, durchaus hübsch.

Danach wieder mal viel Wald, dieses Mal in nördlicher Richtung und auf dem Asphalt der Wasserwerkstrasse. Tempo inzwischen etwas gemächlicher, angenehm. Nach 1,4 km links offenes Gelände (mehr Äcker, mittendrin das etwas triste Neubaugebiet im Bürstädter Süden), nach weiteren 800 m. schließlich der Ortsanfang von Bürstadt mit der Boxheimer-Hof-Brücke, auf der wir die B47 überquerten.
Auch dahinter weiter auf der Wasserwerkstr. nach Norden, vorbei an einem großen Sportgelände bis zur Nibelungenstr., dort kurz links, dann über den Bahnübergang in der Forsthausstr. ins Gewerbegebiet, dort schließlich zwischen einem weiteren Sportplatz und einem kleinen Heiligenschrein nach rechts, ostwärts nach Riedrode.

Letztes Stück, aber das zog sich noch mal ordentlich: Fast 1,5 km Gerade durch die Äcker, vor uns Riedrode, das nördliche Ende des Lorscher Waldes, dahinter ein Panoramablick auf die Bergstrasse, die teilweise szenisch von der schräg stehenden Sonne (die inzwischen schon so tief stand, dass sie unter der Wolkendecke hervorlugte) angeleuchtet wurde – hübsch.
Dann der Ort selbst, am Dorfeingang rechts die Böschung hoch in die Spessart-Str., weiter durch die Vogelsbergstr. und die Rhönstr. in die Taunusstr. (irgendjemand ist hier wohl Fan der hessischen Mittelgebirge), über den Bahnübergang und die B47 zurück zum Parkplatz Seydschneise.
Fin.

Trotz Abkürzung überraschend lang (15,9 km), allerdings weitgehend problemlos – selbst Josts quengeliges Knie hat sich wohl nicht weiter beschwert, ein gutes Zeichen. Die Strecke an sich ist ziemlich bequem, allerdings über weite Teile (sowohl beim Waldwaldwaldwaldwaldwaldwald-Part als auch in den Spargeläckern) eher unspektakulär, also ideal für einen zügigen, konzentrierten Lauf.
Angenehm entspannter Wochendlauf, alles bestens!

Strecke: 15,9 km
Zeit: 1:35 h (= 10,04 km/h bzw. 5:59 min/km)
Karte:
burstadt-lorscher-wald.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

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