Kleiner Frühlingslauf durch Jugenheim, Seeheim und das Schuldorf (8,7 km)

1. April 2008

Eigentlich wollte ich ja gestern laufen.
Aber lädierte Knöchel hat sich ein bisschen komisch angefühlt.
Und das Wetter war auch nicht so doll.
Und die Zeitumstellung, durch die auf einmal der Nachmittag vorbei war, obwohl es sich nicht nicht danach angefühlt hat („Wie, es ist schon halb sechs?“)
Und so richtig Lust und/oder Zeit hatte ich auch nicht.
Also war ich nicht laufen.

Also war´s heute allerhöchste Zeit. Und auch gleich der richtige Tag dafür: Wunderbar mildes Frühlingswetter mit blühenden Bäumen, singenden Vögeln und viel Sonne, die Zeitumstellung ist auch schon nicht mehr so wild, und der Knöchel hat so getan, als wär´ nie was gewesen.
Lust aufs Laufen?

Aber Hallo!!


Vor dem Start stellte sich allerdings noch die momentan etwas hakelige Frage, was für eine Route es heute sein sollte.
Am liebsten laufe ja ich neue Strecken, oder zumindest Strecken, die ich noch nicht gebloggt habe.
Dummerweise gibt´s davon in der unmittelbaren Umgebung nicht mehr allzuviele. Ich war fast schon überall. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch die ärtzliche Maßgabe, bis auf Weiteres nur kürzere, flache, asphaltierte Strecken laufen, die das frisch verheilte Aussenband nicht über Gebühr belasten. Das verringert die zur Verfügung stehenden Optionen gleich mal drastisch, denn dadurch fällt die Osthälfte der besagten unmittelbaren Umgebung (der Teil mit den den Hügeln, Bäumen und schlechten Waldwegen, im Volksmund auch „Bergstrasse und Odenwald“ genannt) praktisch vollständig weg, und bei dem was übrig bleibt, muss ich all die wunderbar furchig-sumpfig-uneben-schottrigen Trampelpfade durch Wald, Feld und Wiesen streichen, die einen nicht unerheblichen Teil des Rieds ausmachen.Pfuuh, gar nicht so einfach, da noch was zu finden, dass sowohl dem Parameter „weitgehend neue“ als auch dem Parameter „weitgehend fußfreundlich“ entspricht.

Glücklicherweise kann man sich von Google Earth alle seine gespeichterten Pfade (in meinem Fall also alle bisher gebloggten Strecken) der näheren auf einmal anzeigen lassen, und dann irgendwo zwischendrin nach Stellen suchen, die man noch nicht erjogged hat.
Viele sind´s nicht mehr:
wegenetznah.jpg

Aber halt mal. Da, am nördlichen Bildrand: Seeheim.
Bisher eigentlich immer nur drumrum gelaufen und nie so richtig mitten durch. Hat sich irgendwie nie ergeben.
Und die haben alle ihre Strassen asphaltiert.

Hmm. Interessant. Da müsste sich doch was finden lassen…

Tat es auch.
Folgerichtig heute im Programm: Mitten Durch Jugenheim Und Mitten Durch Seeheim.

Start kurz vor dem Mittagessen, zu einer Zeit, die rein eigentlich kurz nach dem Mittagessen hätte sein müssen, es aber irgendwie nicht war (die Zeitumstellung wieder. Sowas macht einen aber auch ganz wuschig im Kopf…) an der Ecke Alsbacher Str. und Jossastr. in Jugenheim.
18 Grad, Sonne, deshalb zum ersten Mal dieses Jahr mit kurzen Hosen und kurzem Shirt.
Aaaah, fühlte sich gut an. Gefütterte Laufleggins und zwei Schichten Lycra-Langarmhemden sind im Winter vielleicht ganz praktisch, aber das richtige gute Laufgefühl gibt´s nur in leichter Kleidung.
Wunderbar.

Und dann ging´s auch noch gleich bergab, die Jossastr. runter bis zur Zwingenberger Str., dort dann rechts durch ganz Jugenheim. Zog sich etwas, war aber ok: Der Fuß machte mit, das Tempo war gut, alles lindgrün, sogar die Ampel an der Kreuzung Ludwigsstr – perfekt.

Kurz vor dem Jugenheimer Ortsausgang links rüber und über die Strassenbahn, direkt dahinter dann rechts auf den Asphaltweg, der westlich der Schienen bis nach Seeheim führt. Fast schon etwas warm in der prallen Sonne, fühlte mich etwas kurzatming. Aber hey, da muss man durch.

In Seeheim hinter der Haltestelle Tannenberg halblinks in die Tannenbergstr., dann parallel zu den Schienen halbrechts, hinter den Reihenhäusern in die Schulstr., dort rechts und an Heidelberger Str. und der dann nach links durch Seeheim gefolgt: Über die Ampel am Grundweg (wieder grün. Ich Glückspilz!), vorbei an der Tankstelle, dem chinesischen Restaurant und schließlich dem Autohaus Kraft, schließlich nach fast einem Kilometer Heidelberger Str. links runter in die Jahnstrasse und durch das Wohngebiet westwärts, weiter über den (überraschend hübschen) Eichendorfplatz und dann die Breslauer Str. runter, am Aldi vorbei und über die Friedrich-Ebert-Str. in den Grundweg.

Dem ein Stück gefolgt, nach 450 m. rechts rechts in die Büchnerstr., 250 m. geradeaus, dann
wieder rechts auf den Fußweg im Wald zum Entenweiher (Waldweiherweg).
Hier erstmalig auf der heutigen Strecke kein Asphalt sondern „nur“ fester Waldweg, der aber kein Problem war, auch das machte der Fuß anstandslos mit (tatsächlich war´s sogar einfacher zu laufen als einige der älteren, schiefen Bürgersteige in Seeheim). Allerdings war ich so langsam richtig ausser Atem, offensichtlich weil ich – ohne es richtig zu registrieren – bis hierher ein relativ hohe Tempo gefahren hatte. Deswegen hier ein kleines Päuschen zum Schuh binden, danach eine Minute etwas Gehen, schließlich musste ich mir ja nichts beweisen.

Danach dann wieder etwas frischer weiter durch den Wald, am Entenweiher vorbei an die Sandstrasse und weiter ins Schuldorf, das in frühnachmittaglicher Ruhe vor sich hindämmerte.
Geradeaus am Öko-Ufo vorbei, den kleinen Anstieg am 8er/9er-Bau hoch (Puh, da war ich dann schon wieder ausser Atem), dann links den überdachten Weg am Ständchen vorbei nach oben, dabei der obligatorische Abi-98-Denkmal-Check (Ja. Steht noch. Ist zwar inzwischen zu einer Art Europa-Denkmal umfunktioniert, aber das gefällt mir eigentlich ganz gut, und stellt sicher, dass es auch in der Zukunft noch stehenbleiben kann).
Oben dann rechts, an Darsbergschule und Aula vorbei, dann die Schuldorfbrücke runter.

Am unteren Brückenende rechts auf den Radweg 25 am Waldrand. Guter, ebener Untergrund, wenig Ablenkungen, da wurde ich automatisch wieder schneller. Und automatisch wieder atemloser. Heidenei, ganz schön anstrengend, besonders so mitten in der sengenden Aprilsonne (ok, villeicht nicht wirklich sengend, aber zumindest mal etwas wärmer, als sie hätte sein müssen).

500 m. weiter links nach Jugenheim rein, den Grenzweg entlang, über die Bickenbacher Str., auf der anderen Seite über den Strehling an die Strassenbahn, dort rechts ins Feld, parallel zu den Schienen ostwärts. Anstrengend. Am liebsten hätte ich noch eine Pause gemacht, aber ich war ja fast durch, also trotz Kurzatmigkeit und Wärme japsend weiter bis zum Bahnübergang im Feld.

Dort links und bis an die Landstrasse hoch, dann zum krönenden Abschluss geradeaus über den schmalen, unebenen Feldweg (bei dem mein lädierter Knöchel dann doch noch Anfing, sich zu beschweren) den Hang bis auf den Blütweg rauf (nicht mehr japsend sondern inzwischen asthmatisch hechelnd, dazu schwitzend wie das sprichwörtliche Schwein) und dort dann links und nach Hause.

Fazit: Fuß ok, Muskulatur ok, nur an Atem hat es etwas gefehlt. Aber das lag wohl auch am für meine momentanen Verhältnisse sehr strammen Tempo von durchschnittlich über 10 km/h, da kommt man schon mal ausser Atem. Die Strecke selbst ist sicherlich kein Riesenhighlight (ausser man hat was für unspektakuläre Wohngebiete und Durchgangsstrassen übrig), hat aber angesichts des wunderbaren Frühlingstages nichtsdestotrotz einen Riesenspass gemacht.
Guter Lauf!

Strecke: 8,7 km
Zeit: 0:52 (= 10,04 km/h bzw. 5:59 min/km)
Karte:
jugenheim-seeheim-schuldorf.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

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4 Antworten to “Kleiner Frühlingslauf durch Jugenheim, Seeheim und das Schuldorf (8,7 km)”

  1. Gerd Says:

    Hi Matthias,
    wenn Du das nächste mal durchs Schuldorf läufst kuck dir mal die neuen Gebäude an. Im mittleren Pausenhof, direkt neben Bau 18 (ehem. Werkstatt) habe ich ein Gebäude für die Ganztagesbetreuung gebaut. Und in der Grundschule steht ein Zweiklasser von mir.
    Ansonsten gibst Du ja schon wieder mächtig Gas. So schnell kann ich nicht laufen. Und das mit gesunden Füßen 😉

    Gruß Gerd

  2. matbs Says:

    Hi Gerd,

    hey, ich weiss genau, welche Gebäue du meinst! Und die sind von dir? Wow! Damit hast du offiziell mehr Spuren am Schuldorf hinterlassen als ich (und ich hab´ immerhin 13 Jahre dort verbracht… 😀 ).

    Was das Tempo angeht, da muss ich Nachhinein sagen, dass es ruhig ein bisschen langsamer hätte sein können. Vor der Verletzung wären 10 km/h auf 8,6 km kein Problem gewesen, gestern war´s aber noch etwas zu anstrengend. Entsprechend habe ich mir vorgenommen, es beim nächsten Mal bewusst ein klein langsamer zu laufen, um mich wieder dran zu gewöhnen, nicht am Limit rumzujapsen – denn spätestens bei den längeren Strecken rächt sich das ja in der Regel.

    Gruß

    Matthias


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