Alte und Neue Bergstrasse: Jugenheim – Alsbach – Zwingenberg – Bickenbach (8,3 km)

3. April 2008

Vor dem heutigen Lauf natürlich dasselbe Problem wie beim letzten Mal: Wo krieg´ ich eine anständige Route in der Nähe her, die nicht zu weit ist, guten Untergrund hat, keine nennenswerten Steigungen aufweist, und die ich noch nicht gebloggt habe?

Nach einer eingehenden Prüfung (bei der ich u.A. auf eine wunderbare Tour durchs Beerbachtal gestossen bin, die leider 15 km lang ist, über schrecklichste Wurzelpfade führt, und deshalb erstmal warten muss) entschloss ich mich schließlich, einfach noch mal das Gleiche wie vorgestern zu machen, bloss in der anderen Richtung.

Im Klartext: An den Hauptverkehrsstrassen mitten durch die Dörfer. Dieses Mal eben nicht nach Norden, sondern nach Süden, auf der Alten Bergstrasse nach Alsbach und Zwingenberg, und auf der Neuen Bergstrasse durch Bickenbach zurück. Keine besonders interessante Strecke, aber eine, die alle momentan wichtigen Kriterien erfüllt – eben der sprichwörtliche Spatz in der Hand anstelle der Taube auf dem Dach…

Das nächste kleine Problem: Bevor die Route überhaupt klar war, hatte ich schon beschlossen, heute mal wieder Nemo mitzunehmen. Gutes Hundelaufwetter (10 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, trocken, leichte kühle Brise) und er macht momentan einen etwas schwermütigen Eindruck, da würde ihm eine Stunde Joggen sicher ganz gut tun.
Dummerweise ist die geplante Strecke alles andere als Ideal fürs Laufen mit Hund: Auf den Hauptverkehrsstrassen durch die Ortskerne, das bedeutet, fast die ganze Strecke mit Leine zu laufen.
Blöd für Nemo, weil er dann immer nah bei mir bleiben muss, nicht sein eigenes Tempo wählen kann, und die beliebten kurzen Schnupper- und Pinkelpausen am Wegesrand weitgehend wegfallen.
Und blöd für mich, weil ich ständig drauf achten muss, dass sich nichts verheddert oder hängenbleibt und dass der Hund weder mir noch anderen Verkehrsteilnehmern im Weg ist – das lenkt ab, und erhöht somit das Risiko eines unachtsamen Schritts an der Bordsteinkante oder in ein Schlagloch, bei dem der lädierte Knöchel wieder in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Aber egal – ich hatte Lust, Nemo hatte Lust (sobald ich in Laufklamotten aus der Tür kam, stand er schon wedelnd am Hoftor und glotzte erwartungsvoll – scheinbar bin ich nicht der Einzige, der das Laufen vermisst hat 🙂 ), also probierten wir´s.

Start in Jugenheim an der Ecke Alsbacher Str./Jossastr., von hier aus die Jossastr. runter bis an die Zwingenberger Str., dort dann links auf den Fahrradweg nach Alsbach. Die ersten paar hundert Meter erwartungsgemäß hakelig, weil Nemo erstmal in den richtigen Laufmodus kommen musste, und bis es soweit war an jeder Ecke haltmachen und das Bein heben wollte. Entsprechend ein bisschen Gezerre, dass ich aber problemlos für mich entscheiden konnte (75 Kilo Matthias gegen 8 Kilo Nemo, da sind die Karten doch recht eindeutig verteilt…).
Bis Alsbach hatte sich das aber auch schon gelegt, entsprechend ging es zügig und problemlos durch den Ort. An der Kreuzung beim Tengelmann auf die andere Strassenseite gewechselt, dabei etwas Chaos, weil Nemo nicht gleich kapierte, dass er nun rechts von mir laufen sollte (auf schmalen Bürgersteigen hab´ ich den Hund gerne auf der strassenabgewandten Seite, nur zur Sicherheit), ansonsten alles reibungslos.
Nach 1 km Alsbach der Kreisverkehr an der Melibokusschule, hier liefen wir rechts, die Bahnhofstr. in Richtung Hähnlein runter, und bogen schließlich am Ortsende links in das Neubaugebiet im Alsbacher Südwesten ein (Strasse: „An der Bach“).

Ab hier dann: Stur geradeaus. Weil wenig los war, leinte ich Nemo kurz vor dem Ortsausgang ab, was er prompt zum Rumtrödeln an der örtlichen Hundeurinierecke nutzte, während ich weiterlief. Nach 30 m. wurde mir dann klar, dass das Klingeln des Halsbands nicht mehr da war, also drehte ich mich im laufen um, um ihn zu rufen und…
…trat dabei doch tatsächlich – wie eingangs befürchtet – mit dem lädierten Fuß ungünstig auf die Bordsteinkante.
Mist! Eine kleine Unachtsamkeit, und schon passiert sowas (Merke: Beim Autofahren ist so ein Schulterblick eine gute Sache. Beim Laufen eher nicht, denn da verdreht sich der gesamte Oberkörper und die Statik gerät aus der Balance)!
Gottseidank war´s nicht schlimm, kein erneuter Riss, keine Schmerzen, lediglich ein leicht unangenehmer Druck, der vorher noch nicht da war und für den Rest des Laufes blieb, ohne richtig zu stören (wohl der Rest-Bluterguss, der seine Anwesenheit kund tat).
Trotzdem: Ein Warnung, ab jetzt lief ich noch bedachtsamer weiter.

Kurze Pause zum ausgiebigen Duftmarken Verteilen (Nemo) bzw. Überprufen des rechten Fußes (Ich), ging´s dann wieder zügig und konzentriert weiter, über einen eher mäßigen Feldweg („vorsichtig Auftreten. Immer gaaanz voorsichtig Auftreten“…) bis zum Anfang von Zwingenberg, dort über den Trampelpfad am Ortsrand rechts runter an die B3.
Dort rechts auf den Radweg neben der Bundesstrasse (wieder kurzes Hickhack, bis Nemo sicher auf die strassenabgewandte Seite expediert war) zurück nach Norden, eeewig geradeaus: Brücke. Jüdischer Friedhof. Pfarrtanne. Supermarktherde an der Pfarrtanne. Intersnack. Bickenbach. Auf die andere Strassenseite. Dann noch mehr Bickenbach. Tankstelle. Kurve hinter der Tankstelle.

Hier rechts hoch und durch den Ortskern. Enger Bürgersteig, viel Verkehr auf und neben der Strasse. Kein Problem für uns, wir lavierten gekonnt an diversen Passanten, älteren Damen auf Fahrrädern, einer noch älteren Dame im Elektrorollstuhl, Müttern mit Kinderwagen und rollerbladendem jungen Gemüse vorbei, bis wir schließlich das Nordende von Bickenbach erreichten und direkt hinter der Alnatura-Zentrale nach rechts in die Felder abbogen, auf den Radweg 28.

Hier durfte Nemo dann wieder von der Leine und noch etwas mehr rumtrödeln („Ooooh, ein Grasbüschel! Nein sowas! Da müssen wir doch gleich mal das Bein heben. Soooooooo! Hmm. Aber vielleicht reicht das ja noch nicht. Drehen wir uns lieber nochmal um und heben nochmal das Bein! So. Ach na gut, noch ein Durchgang, um ganz sicher zu gehen…“), dann liefen wir weiter bis zum Anfang von Jugenheim.

Dort dann kurz rechts über den Landbach in den Grenzweg, Nemo wieder angeseilt, dann gleich wieder links durch in die Hainstr. Nettes Wohngebiet hier unten. Vielleicht etwas fremdartig, aber nett (als Bewohner der Jugenheimer „Oberstadt“ verschlägt es einen nicht oft hier runter). Am Ende der Hainstr. dann rechts in die Weinbergstr., dann am Friedhof die Saarstr. hoch an die Alte Bergstr. und da rechts bis zum Schuhaus Lang, bei dessen Anblick ich mir wieder mal fest vornahm, mir endlich ein neues Paar Laufschuhe zu besorgen (die Tatsache, dass die alten inzwischen Teile der Sohle verlieren, ist irgendwie kein gutes Zeichen…).

Dort dann links die Hauptstr. hoch und die nächste rechts in die Alsbacher Str., über die wir wohlbehalten zurück zum Ausgangspunkt kamen.

Fazit: Etwas langsamer als vorgestern, allerdings auch wegen Nemo, ein Hund an der Leine bremst einfach immer ein bisschen. Keine Probleme mit Atmung, Kondition, oder Muskulatur, wenn auch leicht mulmiges Gefühl wegen des Fehltrittes (hat sich inzwischen wieder gelegt, da ist wohl nix passiert). Ingesamt ein ordenlicher Lauf, auch wenn ich inzwischen so langsam ernsthaft Lust auf ein paar anspruchsvollere und schönere Strecken bekomme.
Aber hey, das Beerbachtal läuft ja nicht weg…

Strecke: 8,3 km
Zeit: 0:51 min (= 9,76 km/h bzw. 6:09 min/km)
Karte:
bergstrassen.jpg

Interaktive Streckenkarte

M.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: