Auf und Ab hinter Alsbach (11,5 km)

17. April 2008

Beim vorgestrigen Lauf über den Heiligenberg ist mir was klar geworden: Es gibt tatsächlich noch den einen oder anderen „ungebloggten“ Weg in der näheren Umgebung, und das sind paradoxerweise gerade solche Strecken, die besonders nah an Jugenheim liegen: Als Ingo und ich im Juli letzten Jahres mit dieser Seite angefangen haben, hatten wir die bereits durch und waren auf dem Weg in fernere Gefilde. Entsprechend tauchen viele Touren am nördlichen Melibokusmassiv (vor allem die, die ich Jahrelang tagein tagaus gelauf bin) hier bisher nicht auf.
Aber hey, wenn man´s erst mal gemerkt hat, kann man´s ja ändern, deswegen heute ein „Back to the Roots“ an den Hängen nördlich des Melibokus.

Auch heute wieder bestes Laufwetter mit viel Sonne, wenig Wolken, der momentan vorherrschenden milden Brise aus Südwest, und angenehmen Temperaturen um die 10 Grad (in der Sonne war´s sogar deutlich wärmer). Schön. Nemo angeleint (der platzte schon wieder vor Ungeduld – jetzt wo er wieder regelmässig mit darf, ist er Feuer und Flamme und erst mal runter in Sandwiese um Jost abzuholen, dabei denselben Weg wie am Sonntag genommen: Auf dem Blütenweg aus Jugenheim raus, über die L3100 ins Feld, links bis zum nordwestlichen Ende von Alsbach, dann am Dorfrand nach Süden bis kurz vor den Hinkelstein, dann rechts runter an die B3 und weiter bis zu Jost. Der war noch nicht ganz fertig, also 10 Minuten Pause bis er sich umgezogen hatte, dabei ein unterhaltsames „Hund-auf-glattem-Parkett“-Intermezzo von Nemo, der von zuhause nur Teppich und Fliesen gewöhnt ist und feststellen musste, dass übermäßiger Enthusiasmus beim erforschen neuer Wohnungen und glatter Untergrund nicht gut zusammen passen.

Danach dann zu dritt weiter, erstmal in entspanntem Tempo an der B3 in Richtung Zwingenberg durch die Felder (brrr, Rübenäcker… ;)), 200 m. nach der Brücke unter der L3112 durch dann nach links, zum südwestlichen Alsbacher Ortsrand, wo wir rechts abbogen und (durch noch mehr Äcker) bis zum Zwingenberger Grenzweg liefen. Dort links an die Alsbacher Str., die 250 m. in Richtung Ortsmitte, dann wieder links den Hang hoch in den neuen Weg.

Ab hier war dann Schluss mit lustig: Wir waren am Hang!
Den Neuen Weg hoch (schon ganz netter Anstieg), am oberen Ende rechts durch die Jugenheimer Str. (riesige Baustelle, nur der Bürgersteig war noch frei, dafür ging´s aber wieder etwas bergab) bis zur Orbisstr., auf der dann prustend und schnaufend weiter den Hang hoch (schon sehr ordentlich steil), vorbei an der hübschen kleinen Parkanlage um das Zwingenberger Kriegsmahnmal zum Anfang des Orbis-Tals (ich bin mir gar nicht sicher, ob das wirklich so heisst, sorry wenn ich mich da irre) am östlichen Ortsrand.
Kurze Orientierungs-/Verschnaufpause, dann Talaufwärts, auf einem sacksteilen Weg durch das tiefe, schmale Tal. Sehr anstrengend, so extrem hatte ich das Gefälle nicht in Erinnerung gehabt (was auch daran liegen mag, dass ich diese Strecke bisher immer nur bergab gelaufen bin, sowas kann die Wahrnehmung schon beeinflussen 😉 ) – bereits auf Höhe des Kneipp-Beckens waren wir ordentlich am Schwitzen/Hecheln (je nach Spezies), und der Weg schraubte sich noch ein ganzes Stück weiter nach oben, bis er nach ein paar hundert Metern eine scharfe Kehre machte und in entgegengesetzer Richtung an der Talwand bergauf auf den vorgelagerten Höhensattel führte, der die Nordwand des Tals bildet.

Oben ein schöner Blick durch über die noch kahlen Wipfel hinunter nach Zwingenberg und in die Ebene, dazu die Nachmittagssonne, die den (West-)Hang in ein wunderbar mildes und angenehm warmes Licht tauchte. Außerdem ging es sofort hinter dem Höhensattel wieder bergab, runter ins nächste Tal, so dass man hier für die nächsten paar hundert Meter durchatmen konnte. Herrliches Teilstück.

Das nächste Tal hat sicherlich einen furchtbar einfallsreichen Namen, der von Lokalkolorit nur so trieft, leider ist er mir nicht bekannt, und auch die Wanderkarte hat nichts dazu zu sagen. Deshalb nennen wir es bis auf Weiteres einfach mal „Das Unbenannte Tal Im Wald Oberhalb Der Weinberge Zwischen Alsbach Und Zwingenberg“, kurz Dutiwodwzauz. Wem dass nicht gefällt, der kann ja nachforschen und mich wissen lassen, wie´s richtig heisst 😉 …
Wir liefen also von oben über den Bergsattel in Dutiwodwzauz ein, wo wir die recht weit unten liegende Wegscheide erreichten, an der es links schön sanft abwärts in die Weinberge ging, und rechts schön brutal aufwärts zum Alsbacher Schloss.
Wir wollten aufs Schloss, also Schluss mit La Dolce Vita – die nächste Kletterpartie stand an!
(An dieser Stelle viellecht mal ein kurzer Diskurs zur topographischen Beschaffenheit des Melibokusmassivs: Auf den ersten Blick könnte man ja annehmen, dass die niederen Lagen des Höhenzuges bequemer und angenehmer zu joggen sind als die Anhöhen, doch das stimmt überhaupt nicht – tatsächlich ist es genau umgekehrt, und gerade die unteren Wege sind besonders nicklig. Das liegt daran, dass die vorgelagerten Bergsättel weiter unten am weitesten in die Ebene hineinreichen und am tiefsten eingeschnitten sind, so dass man dort nicht nur ständig auf und ab laufen muss, um von Tal zu Tal zu gelangen, sondern dazu auch noch viel weitere Wege macht, da man am Rand jedes einzelnen Tals entlanglaufen muss, bevor man zum nächsten Bergsattel kommt.
Gleichzeitig sind diese Bergsättel aber niedriger als das Hauptmassiv, so dass sie ab einer bestimmten Höhe einfach nicht mehr vorkommen – wer ganz oben läuft, umgeht also die meisten Seitentäler und Talwände, und kann relativ unbehelligt geradewegs durchlaufen. Merke: Am Melibokus sind ganz oben und ganz unten [=die Ebene] einfacher als die Mitte).

Wie gesagt: Ein Stück steil talaufwärts, bis zur nächsten Wegscheide, dort dann auf die gelbe 8, über die wir nach mehreren befriedigend anstrengenden Serpentinen schließlich das Alsbacher Schloss erreichten. Wie immer ein schöner Anblick, wenn auch nicht ganz so wildromantisch wie z.B. das Auerbacher Schloss (was aber auch daran liegt, dass das Auerbacher Schloss von einem Burggraben, das Alsbacher Schloss von einem Parkplatzring umschlossen wird. Parkplätze sind halt nicht so wildromantisch).
Wir liefen auf der Strasse einmal ums Schloss herum und folgten dann kurz dem Burgenweg entlang des Spielplatzes nach Süden, bis wir kurz vor dem Anfang des Commoder Wegs nach links in den Wald abbogen um das nächste Tal zum umqueren (dieses Mal das Tal mit der Fahrstrasse zum Schloss, nennen wir es einfach mal willkürlich das Schloss-Tal).

Ein sehr angenehmes Stück auf der gelben 9, am Hang entlang leicht aufwärts, vorbei an der nächsten Kneipp-Anlage (hier muss irgendwo ein Nest sein…) bis zur Wegscheide unterhalb der Hoboken-Hütte, dort dann links auf die gelbe 4, die auf der anderen Seite des Schlosstals wieder hinab nach Westen führt (ich sag ja: Ständig Tal hoch, Tal runter, so ist das halt hier unten…).
Also wieder Atem schöpfen, entspannen, nachmittagssonne geniessen.

Um unteren Ende des Weges rechts um den nächsten Bergsattel (ab hier Burgenweg, blaues B), runter ins kleine, hübsche Görscheltal oberhalb des Hirschparks, auf der anderen Seite dann gleich wieder hoch (noch mal ein richtig fieser Anstieg), am Brünnchen und der Pasqué-Bank vorbei aufwärts, um den Bergsattel und auf der anderen Seite runter zum Sperbergrund, einem alten Steinbruch am östlichen Alsbacher Ortsrand mit imposant-schroffer Felswand einem hübschen Teich und – wie könnte es anders sein – einer Kneipp-Anlage.

Wir folgten dem Burgenweg vorbei am Teich abwärts auf den Parkplatz, dort dann halbrechts und wieder mal recht steil (aber nur kurz) aufwärts um den Bergsattel des Katharinenbergs (inzwischen waren wir schon so nahe an Zuhause, dass ich alle Ortsnamen kannte…) und auf der anderen Seite runter ins friedliche Hasselbachtal zwischen Alsbach und Jugenheim. Im Talgrund (da wo die Ziegen wohnen) rechts, über den Bach und ein paar Meter talaufwärts, dann schließlich die letzte Steigung, dem roten S des Alemannenweg folgend links hoch auf den Weg am Waldrand. Hier konnten wir dann die letzten 600 m. auf ebener Höhe angenehm austraben und den wunderbaren Blick über den Eierbuckel ins Ried und nach Rheinhessen geniessen. Schließlich runter ins Darsbergtal, dort links (Burgenweg, blaues B) und am Mercksanwesen vorbei runter nach Jugenheim zum Startpunkt.

Und noch ein sehr schöner Lauf. Angenehmes Wetter, schöne Landschaft und eine Art „Intervalltraining“ durch die sich ständig abwechselnden Steigungen und Gefälle (insgesamt sieben Täler auf gerade 2,5 km Luftlinie) – sehr erfrischend, angenehme Mischung aus Anstrengung und Entspannung , hat wieder viel Spass gemacht.

Strecke: 11,5 km 
Zeit: 1:17 h (= 8,96 km/h bzw. 6:42 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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