Jugenheim – Zwingenberg mit neuen Schuhen (10,1 km)

29. April 2008

Auch wenn der vorgestrige Lauf an den Hohenstein wirklich schön war: So richtig gut hat er mir leider nicht getan. Mein rechter Knöchel drückte/rumorte wieder leicht (Nachwirkung des Bänderisses? Alter/Neuer Bluterguss? Anderes Problem? Keine Ahnung…), und meine Waden und Füße schmerzten auch gestern und heute noch ein bisschen vor sich hin.
Zumindest für das zweite Problem gab´s aber einen Lösungsansatz: Neue Schuhe.
Die alten sind nach 16 Monaten einfach so abgenudelt, die dämpfen gerade auf Asphalt und bei Gefälle/höherem Tempo einfach kaum noch ab, kein Wunder, dass das dann irgendwann weh tut.

Deswegen gestern, nachdem ich es monatelang vor mir hergeschoben habe, runter zum Schuhaus Lang und neue Schuhe gekauft.
Mal unter uns: Schuhe Kaufen mag ich überhaupt nicht.
Zum einen hat es so was Unsicheres. Klar, Anprobieren und Sehen, ob der Schuh auf Anhieb passt ist schon ganz hilfreich. Aber ob er richtig gut sitzt, das merkt man in der Regel ja erst, nachdem man ein paar Kilometer damit gelaufen ist. Und da hat man den Schuh dann schon gekauft. Entsprechend fühlt sich das immer so ein bisschen an, als ob man da auf gut Glück versucht, aus einer kurzen Momentaufnahme bei der Anprobe den richtigen Schuh zu erraten.

Und zum anderen hat Mutter Genetik mir zwei Füße verpasst, deren Form denkbar weit von der deutschen Durchschnittsquante entfernt ist: Zu breit und mit irgendwelchen leichten aber merklichen Fehlstellungen (Knick-Senk-Fuß, vielleicht auch ein bisschen gespreizt, was weiss ich…). Entsprechend ist es da schon bei normalen Schuhen gar nicht so einfach, zügig was Passendes zu finden. Und bei der Auswahl von Jogging-Schuhen kommt dann auch noch die Laufbandanalyse dazu, bei der darauf geachtet wird, dass mein deutlich überpronierter Laufstil ausgeglichen wird, das macht´s gegebenenfalls nicht einfacher.

Kurzum: Schuhe Kaufen ist nicht so meins, und wird in meiner persönlichen Skala unangenehmer Kleiderkäufe nur noch vom Hosen Kaufen übertroffen (denn meine extrem kurzen und sehr stämmigen Beine mit dem kräftigen Gesäß [ums mal diplomatisch zu sagen] oben dran sind sogar noch weiter von der deutschen Norm entfernt als meine Füße, entsprechend ist Hosen Kaufen immer ein frustrierende und langweilige Schnitzeljagd nach dem einen halbwegs passenden Beinkleid im Laden, das grundsätzlich teuer ist und grundsätzlich trotzdem irgendwie scheisse an mir aussieht. Oh Mann, wie ich Hosen Kaufen hasse! Aber gut, das gehört ja eigentlich nicht hierher…).

So. Äääh, wo war ich? Ach ja richtig: Schuhe Kaufen beim Schuhaus Lang. Wie immer eine freundliche und kompetente Beratung, ergänzt durch die Möglichkeit, mit den anprobierten Schuhen mal kurz die Strasse vor dem Laden hoch- und runter zu joggen, um zumindest mal ein bisschen zu sehen, wie sie sich machen. Am besten gefiel mir auf Anhieb irgendein Modell von Nike (keine Ahnung welches, auf sowas achte ich nicht so): Federleicht, sass wie angegossen, unlaublich gut gefedert – sowas hab´ ich noch nicht erlebt, man lief wie wirklich auf Wolken, einfach herrlich, quasi Liebe auf den ersten Blick.
Nehmen konnte ich sie natürlich nicht: Die Laufbandanalyse mit ihnen zeigte eine so krasse Überpronation, dass ich mir die Füsse auch gleich mit ´nem Hammer hätte kaputt schlagen können.
Seufz!
Dabei wären die soooo super gewesen…
Warum bauen die großen Hersteller ihr cooles Super-Ultra-High-Tech-Zeug eigentlich nie für den armen, seltsam geformten Matthias…?
Seufz!!!!!
Aber gut, ich entschied mich schließlich für den Schuh einer kleineren Marke („Brooks“, glaube ich), in dem man zwar nicht so ganz wie auf Wolken läuft, aber der dafür da stützt, wo es sein muss.
Nicht sexy aber vernünftig (Seufz!).
Und hoffentlich angenehmer als meine Alten…

Das war gestern. Heute stand dementsprechend der erste Lauf mit den neuen Tretern an. Jost hatte noch mal abgesagt, um sich für unseren Start beim Fischbachtal-Lauf übermorgen zu schonen, also musste ich alleine ran. So richtig viel wollte ich mir aber auch nicht zumuten (wegen: Fischbachtallauf, der immer noch leicht schmerzenden Waden und dem rumorenden Knöchel von Vorgestern, und der Tatsache, dass ich in neuen Schuhen grundsätzlich erstmal nicht so gut laufe), deshalb beschloss ich, eine lockere, langsame 10-km Runde durch Bickenbach, die Sandwiese, Zwingenberg und Alsbach zu drehen – die Route war ich letzten September schon mal gelaufen, heute machte ich sie mal in umgekehrter Richtung.

Wunderbares Wetter: Sonne, 18 Grad, leichter Wind, nicht stickig. Die neuen Schuhe an (saßen schon mal gut am Fuß), und los ging´s: Ganz gemächlich die Alsbacher Str. runter, dann am Briefkasten links in die Merckstr., weiter durch Sandacker und Pappelweg in die Bickenbacher Str., auf der dann aus Jugenheim raus und auf dem Fahrradweg zwischen der Landstrasse und den müffelnden Rapsfeldern (die aber schön in der Sonne strahlten) nach Bickenbach. Bereits nach ein paar hundert Metern die ersten leichten Probleme: Etwas andere Laufstellung, dadurch wurde die Muskulatur um die Schienbeine herum ungewohnt belastet, und begann, unangenehm zu schmerzen und etwas zu krampfen.
Nicht schlimm aber ein bisschen Autsch.

Weiter durch Bickenbach: Jugenheimer Str., Darmstädter Str., Schulzengasse, den schönen, versteckten Fußweg am Bachufer runter (im „Bachwinkel“), die Bachgasse entlang, dann durch die Bahnhofstr. bis zum Bahnof, dort durch die Unterführung ins Gewerbegebiet und weiter bis zur Bertha-Benz-Str. (Ab dem Bahnhof Saar-Rhein-Main-Weg, gelbes Plus). Auch dieses Stück nicht so richtig angenehm, die Schienbeinmuskulatur zog weiter, ein paar Mal musste ich anhalten und sie zum Lockern ausschütteln. Auch der Knöchel rumorte leicht aber ominös vor sich hin. Hmmm….

Die Bertha-Benz-Str. links runter, aus dem Gewerbegebiet raus, 200 m. an der Umgehungsstrasse entlang, dann halbrechts, durch die Großgärtnerei auf den Radweg 17 und geradeaus durch die Felder bis zum nächsten Gewerbegebiet in der Sandwiese. Inzwischen hatte ich eine halbwegs angenehme Laufstellung gefunden, in der es zwar immer noch etwas an den Schienbeinen zog, aber nicht zu sehr störte.

Weiter durch die Sandwiese, auf der Sandwiesenstr. unter der L3112 durch ins Wohngebiet, dann über die Friedrich-Ebert-Str. geradeaus ins Feld bis zum Zwingenberger Hundeplatz, dort dann links auf den Radweg 17 und unter den Gleisen durch an die B3 hoch. Inzwischen lief´s eigentlich ganz ordentlich, bloss der Knöchel meldete sich weiter leise aber merklich.

An der B3 links, auf dem Radweg 15 aus Zwingenberg raus, kurz hinter der Parkbucht am Ortseingang rechts über die Bundesstrasse und den Grenzweg am Ortsrand hinauf, bis ich seinem oberen Ende (schon etwas höher am Hang) den Blütenweg erreichte, dem ich dann nach links durch die Weinberge bis nach Alsbach folgte. Ab der Steigung klappte auf einmal richtig gut, hier gab´s seltsamerweise gar keine Schienbeinprobleme mehr (der Knöchel, na ja, das Übliche halt).

Spätestens in Alsbach war ich dann richtig warm und auf die Schuhe eingestellt, entsprechend liefs hier wie geschmiert, problemlos durch den Ort (Hohe Str., Lindenstr., Hauptstr., Jugenheimer Str.), dabei sogar etwas beschleunigt, schließlich über den Blütenweg zurück nach Jugenheim.

Hmm. An sich ein angenehmer und entspannter Lauf. Die neuen Schuhe waren allerdings gerade zu Anfang sehr unangenehm, die müssen auf jeden Fall noch eingelaufen werden (ist jetzt natürlich blöd, dass ich gleich übermorgen mit ihnen den Fischbachtal-Lauf machen muss, aber das lässt sich halt nicht ändern). Immerhin ließen die Beschwerden an den Schienbeinen mit zunehmender Kilometerzahl nach.
Fazit: Das neue Schuhwerk ist nicht perfekt, aber dafür, dass sie noch ganz frisch sind, funktioniert es schon recht gut. Das lässt immerhin hoffen (und besser als der erste Lauf mit meinen alten Schuhen, bei dem ich mir auf Anhieb fette Blutblasen an beiden Fersen gescheuert hab´, war´s allemal).

Strecke: 10,1 km
Zeit: 1:05 h (= 9,32 km/h bzw. 6:26 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte (allerdings andersrum als bei Runmap).

M.

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6 Antworten to “Jugenheim – Zwingenberg mit neuen Schuhen (10,1 km)”

  1. Ingo Says:

    Hey, die haben mir damals auch Brooks angedreht…
    Im Nachhinein war ich gar nicht mehr so zufrieden, ich finde sie zu steif.
    Meine alten Asics hab ich lieber gemocht.
    Naja, es ist, wie du schreibst, schwierig mit dem Schuhkauf.

  2. matbs Says:

    Hi Ingo!

    Mann, ich sach´ dir, diese Nikes waren ja soo traumhaft…

    Na ja, ich probier´s jetzt erstmal mit den Brooks, steif ist ja vielleicht gar nicht so schlecht nach dem Bänderriss.

    Gruß nach Berlin 🙂

  3. Gerd Says:

    Mein lieber Schwan, das mit deinen Schuhen ist ja noch schlimmer wie ich erwartet habe. 😉 2500Kilometer mit einem Paar. Bei deinen Füßen, wie sich ja herausgestellt hat. Mich wundert, dass Du überhaupt so lange ohne irgendwelche Schäden so lange Laufen konntest.
    Ich habe sozusagen mit brooks „Laufen“ gelernt und kann sie, was die Stützung betrifft nur empfehlen. Die hab ich mit 101kg getragen. Ohne irgendwelche Probleme. Hatte 2 Paar von den beast. Klassiker was Überpronation betrifft.
    Einen Halbmarathon mit neuen Schuhen laufen ist auch eine Provokation an deine Füße. So ein wenig einlaufen… 200-300km für den 1. Wettkampf ist nicht so deine Welt, oder???
    Ich sag dir lieber nicht wie viele Schuhe ich habe, sonst hältst Du mich vielleicht für „weibisch“ 😉
    Ich habe jedenfalls wenig Argumente gegen den Schuhfetisch von Frauen!!!
    Ich wünsche Euch (ich denke mal Jost ist auch dabei – Gruß auch an Ihn) auf jeden Fall viel Glück und Spaß beim Fischbachtal-Lauf. Und vor allem „heile Füße“ !

    Gruß Gerd

  4. matbs Says:

    Hi Gerd,

    naja, eigentlich hab´ ich das schon immer so gemacht: Sportschuhe so lange benutzen, bis sie auseinanderfallen oder anfangen weh zu tun, und dann spontan neue kaufen. Von daher ist das jetzt keine einzigartige neue Situation, sondern entspricht eigentlich meiner traditionellen Herangehensweise – wohl wieder mal eine Folge meines rückständigen Naturells (und meiner Abneigung gegen´s Schuhe Kaufen)… 🙂
    Das klappt seit vielen Jahren bestens, dieses Mal ist es halt etwas blöd, dass ich dann gleich morgen mit dem frischen Schuhwerk den Fischbachtal-Lauf mitmachen muss.
    Aber hey, sind ja nur 12,6 km, das wird schon nicht so schlimm (und wenn doch gibt das wenigstens Stoff für den nächsten Blogeintrag 😀 ).

    Und ob ich dich für „weibisch“ halte oder nicht, das macht sich selbstverständlich nicht an der Zahl deiner Sportschuhe fest, das wäre ja lächerlich.
    Entscheidend ist da vielmehr, wie du dich bei unserem gemeinsamen Lauf am Berg schlägst… 😉 😀

    Vielen Dank für die guten Wünsche, auch dir die richtigen Füße und einen guten Atem für deinen 26er!

    Cheerio!

    Matthias


  5. […] Jugenheim – Zwingenberg mit neuen Schuhen […]


  6. […] ja so gerne mag, bin ich halt doch noch mal los. Allerdings nur eine altbekannte Standardstrecke, 10 km durch die Nachbardörfer, denn wegen der PC-Probleme kann ich momentan ja nicht auf Google Earth zugreifen, und entsprechend […]


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