Seeheim – Frankenstein – Malchen (12,5 km)

29. Mai 2008

Mal ganz unter uns: Den Sommer mag ich ja am liebsten, wenn er weit weg ist (übrigens genau wie den Winter – „The grass is always greener on the other side of the fence“, wie der anglophone Volksmund zurecht behauptet) – im grautrüben November zum Beispiel, da lässt sich wunderbar von Sonne, Wärme, blauem Himmel und herrlich langen, lauen Sommerabenden träumen.
Ist er dann aber erstmal da, sieht die Sache oft ganz anders aus. Da ist es heiss, stickig, ozonig, die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel, und ich rege mich ständig über die Metereologen auf, die debil grinsend in ihren vollklimatisierten Fernsehstudios stehen und unter völliger Verkennung jeglicher Realität behaupten, man solle sich freuen, denn Saharasonne und 34 Grad wären schönes Wetter (sind sie aber nicht. Schönes Wetter endet bei 25 Grad Celsius, ihr Deppen! Oder vielleicht bei 29, wenn ein frischer Wind weht! 😉 ).

Nehmen wir mal heute. Weiterhin dieselbe unangenehme Wetterlage wie seit Wochenanfang: Sehr warm (um die 30 Grad), diesig-diffuser Sonnenschein, dessen Kraft durch die permanente milchige Dunstglocke am Himmel kein bisschen abgeschwächt wurde, sehr hohe Luftfeuchtigkeit, völlig Windstill.
Ein unerträglich dumpfer, stickiger, eklig-klebriger, träger Tag, der sich viel besser zum lustlosen Dahinvegetieren als zum Laufen eignete.

Aber Laufen war nun mal angesagt, da half alles nix!
Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, mal wieder von zuhause auf den Frankenstein und wieder zurück zu laufen – hatte ich seit fast einem Jahr nicht mehr gemacht, schöne Strecke, ca. 16 km. War mir für heute aber ehrlich gesagt zuviel, deshalb beschloss ich kurzfristig, von Seeheim aus zu starten und mir die dadurch ersten/letzten Kilometer der geplanten Strecke zwischen Jugenheim und Seeheim zu ersparen. Eh kein so dolles Stück, vor allem unten im Flachland, musste nicht unbedingt sein…

Start am frühen Abend. Inziwschen ein ganz klein wenig frischer, etwas Wind. Immerhin.
Aber trotzdem alles andere als ideale Laufbedingungen, deshalb sorgfältig vorbereitet: Die leichtesten Laufklamotten angezogen, vor dem Start Arme, Beine, Kopf und Genick noch mal mit kaltem Wasser abgerieben, zu den beiden Trinkflaschen mit Iso-Plörre auch noch eine mit Leitungswasser gepackt, das ich mir im Lauf der Tour nach und nach zur Kühlung überkippen konnte (Ein guter Kniff für heisse Tage, besonders auf Strecken, wo man keine Brunnen/Quellen/Wasserspender hat: Selbst ein bisschen Kühlwasser mitnehmen, auch wenn das irgendwann Umgebungstemperatur hat, tut es dennoch gut, sich immer mal was davon überzukippen).

Start mitten in Seeheim am Grundweg, auf dem Parkplatz direkt vor der Gutenberg-Buchhandlung.
Puuh, brüllwarm in der Sonne, da fackelte ich nicht lange, sondern lief lieber gleich mal los. Ostwärts den Grundweg hoch, vorbei an der Post, an der Ampel über die Heidelberger Str., dann aufwärts in Richtung Odenwald und Alt-Seeheim durch die Pfungstädter Str. (auf der rechten Strassenseite, da war´s nämlich ein bisschen schattiger).
Erwartungsgemäß heiss und anstrengend, entsprechend war ich bereits nach wenigen Metern nass geschwitzt. Aber ich machte bewusst langsam, achtete darauf, mich nicht zu verausgaben, das ging.

Am Ende der Pfungstädter Str. kurz rechts entlang der Strassenbahn in die Leuschner-Str. (wow, dieses Panoramio ist echt ganz praktisch…), dann links und die Darmstädter Str., hoch, vorbei am alten Seeheimer Rathaus, dann die schon deutlich steilere und schmalere Ober-Beerbacher Str. hoch zum östlichen Ortsausgang am Anfang des Ober-Beerbacher Tals.
Eigentlich hätte es hier wegen der schattigen Bäume und dem vorbeifliessenen Elsbach etwas frischen sein müssen, war´s aber nicht. Hmpf.

Entlang der Landstrasse ein paar hundert Meter das Tal hoch, dann ungefähr dort, wo der Lufthansa-Ringe in die Strasse mündet, links hoch in den Wald auf den Burgenweg (blaues B)/Alemannenweg (rotes S), dem ich von nun an auf die Anhöhe und über den ganzen langen Höhenrücken bis zum Frankenstein folgen wollte. Hier ging´s dann auch gleich mal sehr ordentlich aufwärts, nach Westen auf den Hang über dem Seeheimer Schloss. Atemraubend und anstrengend, aber kam klar. Musste ich auch, denn direkt hinter der Kurve hatte ich einen pausierenden Biker überholt (der dem Geruch nach zu Urteilen heute morgen in Red Bull gebadet hatte – wahnsinn, was das Zeug stinkt, selbst wenn´s in einer Trinkflasche steckt), vor dem ich mir beim Aufstieg keine Blöße geben wollte.

Nach 250 schweisstreibenden Metern eine Kurve, direkt dahinter ein Abzweigung. Eigentlich hätte ich dem Blütenweg geradeaus bis an den 10-Wege-Platz an der Karlshöhe folgen müssen, aber den unmarkierten Weg, der hier nach rechts abging, kannte ich noch nicht, also entschied ich mich spontan, den mal auszuprobieren (der 10-Wege-Platz heisst schließlich nicht umsonst so, entsprechend würde ich da schon irgendwie hinfinden).
Also rechts.
Schöner Waldweg oberhalb des Ober-Beerbacher Tals nach Osten, sehr moderater Anstieg, gut zu laufen. Nach einem halben km eine Kreuzung, hier bog ich links ab und folgte einem schmalen, schlechten Pfad (offensichtlich eine Rennstrecke für Kamikaze-Biker, gottseidank kam mir keiner entgegen, sonst hätte es haarig werden können), der 250 m. steil bergauf direkt über die Karlshöhe auf den 10-Wege-Platz führte.
Na sowas! Genau hier hatte ich doch hingewollt, schon wieder alles richtig gemacht.
Entweder hab´ ich in letzter Zeit beim ungeplanten Draufloslaufen unverschämtes Glück, oder mein Orientierungssinn wird besser… 😀

Der 10-Wege-Platz irritiert mich immer ein bisschen. Egal, wie sorgfältig ich zähle, ich finde hier nie mehr als acht oder neun Wege, die von der kleinen Lichtung mit der Schutzhütte in alle Richtungen abgehen. Komisch. Aber ist wahrscheinlich irgendwas Folkloristisches („Neun Wege in aller Richtungen und einer in den Himmel“ oder sowas…).

Hier fand ich dann auch den Burgenweg (blaues B)/Alemannenweg wieder, denen ich weiter nordwärts und aufwärts durch den „Schulwald“ des Schuldorfs in Richtung Bergsattel folgte.
Heidenei! Ab jetzt ging´s zur Sache.
Um das mal zu illustrieren: Das Ilbeskopf/Frankenstein-Massiv ist ein lang gezogener, steiler Höhenzug am Nordende der Bergstrasse, der über eine Länge ca. 5 Kilometern von Norden nach Süden verläuft und dabei eine Maximalhöhe von über 420 m. ü. NN erreicht. Obwohl er im Prinzip relativ steil ist, gibt es beiderseits Bergrückens eine Reihe von Wegen, die an den Bergflanken unterhalb der Höhenzugs nach Norden bis zum Frankenstein laufen, dabei ganz langsam und gemächlich ansteigen, und die richtig hohen und steilen Stellen vermeiden – eigentlich ganz bequem.
Allerdings gehört der Burgenweg, dem ich heute ja folgen wollte, nicht zu diesen Strecken.
Der schert sich nicht um „bequem“.
Anstatt sanft und lang um den Hauptkamm herum zu führen, nimmt er nämlich den geraden Weg und verläuft er schnurstracks obendrüber, meist auf kleinen, schmalen Trampelpfaden, über Stock und Stein, die zum Teil fiese Steigung jenseits der 15% aufweisen. Manchmal kreuzt er einen der breiten, bequemen Waldwege, folgt ihm vielleicht sogar ein kurzes Stück, aber nach ein paar Metern verabschiedet er sich dann unweigerlich wieder und führt weiter geradewegs den Hang hoch durch die Pampa.
Natürlich viel spannender und interessanter, als die verweichlichten Biker-Schnellrouten am Hang…
Aber auch viel anstrengender…

Die Beschaffenheit des Pfades war eigentlich sehr angenehm, trittsicher, nicht zu überwuchert, ließ eigentlich sich gut laufen.
Aber die Steigung hat es in sich: Vom 10-Wege Platz (251,4 m. ü.NN) bis zur ersten vorgelagerten Kuppe (374,8 m.ü.NN) ist es ungefähr ein Kilometer.
Höhenunterschied: 123,4 m. – mehr als 12% Durschnittsteigung, da wäre ich auch bei normaler Witterung gehörig ins Schnaufen gekommen, heute war´s wirklich verdammt anstrengend. Keuchend und schwitzend kämpfte ich mich Meter um Meter aufwärts durch den hübschen Mischwaldwald, langsam, angestrengt, überhitzt, aber stetig.
Zumindest ein paar hundert Meter. Dann entschied sich irgendein Waldinsekt, seiner jämmerlichen Existenz in meinen praktischerweise weit aufgerissenen japsenden Schlund (versucht ihr mal, so ein Stück mit vornehm geschlossenem Mund zu laufen… 😉 ) ein Ende zu setzen. Und dann noch ein von diesen Mücken, die diesen seltsam muffigen waldmeister-zitrus-kompost-Geschmack haben.
Bääääääh!
Spotz- und Hustenanfall mitten an der Steigung.
Nachdem ich die sterblichen Überreste meines Opfers pietätlos in die umliegende Botanik gerotzt hatte, war natürlich erstmal Schluss mit Bergaufjoggen, war einfach zu steil, um sofort wieder einzusetzen. Also ein bisschen gehen, erste Trinkpause (auch um den Geschmack loszuwerden), und eine ordentliche Portion Wasser aus der Kühlflasse über Arme, Beine, Kopf und Nacken verteilt.
Aaaaaahhhh, herrlich, da spürte man auch gleich das laue Lüftchen hier oben viel besser.

Am Ende der ganz steilen Passage passierte ich die Galgenbuche (besteht aus zwei abgestorbenen knorrigen Buchen, die auf seltsame Art und Weise miteinander verwachsen sind), leider ohne sie bewusst zur Kenntnis zu nehmen (nächstes Mal…).
Immerhin: Die nächsten 300 m. waren fast eben, ein schmaler, furchiger Weg über den vorgelagerten Höhensattel nach Norden. Gut zu laufen, wie meistens in der letzten Zeit war ich auf dem schwierigen Anstieg so richtig warm geworden und kam nun bestens voran. Dazu die Umgebung: Herrliches Stück mit schattigem, verwachsenen Höhenwald, durch den nur ganz vereinzelt mal ein greller Sonnenstrahl bis auf den dichten Farnteppich am Boden drang, sehr stimmungsvoll (kein Wunder, der Frankenstein/Ilbeskopf gilt nicht umsonst als der „mythischsten“ Höhenzüge der Bergstrasse, mit Legenden über Geister, Hexentanzplätze, Lindwürmer, verrückte Alchemisten, dazu der Jungbrunnen, die mysteriösen Magnetsteine…).

Schließlich wieder steiler bergauf, an der südlichen Kuppe des Massives vorbei auf über 400 m. dann mehr oder weniger eben nordwärts, über verschlungen Pfade auf dem Bergsattel durch den dichten Wald, der immer mal wieder durch Gruppen moosiger Findlinge aufgelockert wird.
Nach einem entspannten halben Kilometer (die Hitze störte inzwischen auch nicht mehr groß) noch kurz steil bergauf, an der Franz-Bingel-Hütte entlang (hier scheuchte ich schon wieder einen Feldhasen auf – die Viecher kreuzen in letzter Zeit wirklich überall meinen Weg), dann langsam wieder abwärts, vorbei an den Magnetsteinen, noch mal kurz links vom Weg ab auf den Gipfel des Ilbeskopfes (419,7 m. ü.NN), dann langsam wieder abwärts in Richtung Frankenstein, wo sich auch noch der Weitwanderweg Odenwald-Vogesen (roter Balken) zu Alemannenweg und Burgenweg gesellte.

Bereits nach wenigen 100 m. die Lichtung mit dem kleinen Sportgelände südlich der Burg (eigentlich nur ein gerader Rasenstreifen am Hang gegenüber einer Hütte, aber hübsch), hier noch kurz einen Abstecher vom Weg ab nach rechts, wo oberhalb der Strasse nach Nieder-Beerbach eine kleine Lichtung ist, auf neben einem „Summstein“ (ein Stein mit Vertiefung, in die man seinen Kopf halten und summen soll, um seinen „eigenen Tremor“ wahrzunehmen, Teil des lokalen Erlebnispfads) auch eine Art Baumstammhochsitz steht, von dem aus man einen schönen Blick über das Beerbachtal nach Osten und zur Neutscher Höhe hat. Den Summstein probierte ich nicht aus (der Gedanke, den Kopf in irgendwelche Löcher zu stecken und dabei zu summen ist irgendwie seltsam), aber die Aussicht nahm ich natürlich mit: Wald, Wiesen, die Neutscher Höhe mit den drei schimmernden Windrädern, dahinter allerdings nichts mehr – hübsch aber diesig.

Von dort aus runter zur Strasse vor der Burg, über den Parkplatz, an dessen hinterem Ende rechts in den Wald um auf einem schmalen Trampelpfad um den außerhalb der Mauern stehenden Pulverturm, dann runter auf den Zufahrtsweg an der Westmauer. Überraschenderweise fühlte ich mich topfit, also beschloss ich, kurz noch mal in die Burg und bis auf den Ausschichtsturm zu laufen, das hatte ich zumindest beim Joggen nämlich noch nie gemacht (bisher immer nur vorbei oder mal kurz durch die Vorburg).

Also rechts hoch, durch das Haupttor in die Vorburg, dort wieder rechts, an der Kapelle vorbei durch den Torturm in den Hof der Kernburg, rechts die Treppe hoch auf den Wehrgang und weiter hoch in den Wohnturm, der normalerweise einen atemberaubenden Ausblick in alle Richtungen bietet.
Heute allerdings nicht – wie gesagt, es ist schon seit Wochen extrem dunstig an der Bergstrasse, und heute war´s richtig schlimm: Unglaublich miese Fernsicht, vor allem in die Ebene runter – jenseits der Eberstädter Obsthänge und des Pfungstädter Waldes verlor sich alles im Dunst (das hier gab´s so nicht zu sehen), – auch ganz apart, aber das großartige Panorama der Rheinebene fand nicht statt. In den Odenwald rein immerhin etwas besser, da konnte man zumindest bis Ober-Ramstadt, an die Neunkircher Höhe und zum Felsberg sehen.
Trotzdem schön!

Nachdem ich die begrenzte Sicht ausgereizt hatte ging´s wieder runter, durch die Kernburg, die Vorburg, aus dem Haupttor raus und zum westlichen Vorwerk an der Strasse, dort dann wieder auf Alemannenweg/Burgenweg/Weitwanderweg Odenwald-Vogesen (Ihr wisst schon: Rotes S/Blaues B/Roter Balken) scharf nach rechts, kurz den Hang lang, dann über einen engen steilen Pfad hoch zum von kleinen Gattertoren geschützten hübschen Kräutergärtchen direkt unterhalb der Restauranterasse, dann über den „Urwaldpfad“ (der seinem Namen durchaus Ehre mach) bergab und vorbei am den Felsen beim Jungbrunnen runter zur kleinen Kreuzung der Pfade direkt nördlich der Burg (als im mich hier im Januar das letzte Mal von Norden kommend hochgequält hatte war der Wald saukalt und kahl, heute das genaue Kontrastprogramm. Was so ein paar Monate ausmachen…).

Jetzt ging´s bergab. Nicht mit mir (ich war immer noch überraschend frisch) sondern mit der Strecke: Ab hier HW 12 (weisser Doppelbalken) runter nach Malchen. Erstmal links runter, einen Waldweg überquert, dann auf einem schmalen aber gut zu laufenden Pfad in einer langen Schleife zügig bis zur Fahrstrasse runter, die überquert und auf der anderen Seite weiter abwärts. Allerdings erstmal nicht mehr zügig, denn irgendein zuständiger Nasenbar ist hier auf die Idee gekommen, den ganzen Weg mit Schotter auszulegen – und zwar nicht nur ein paar kleinen Kieseln, oh nein, wir reden hier von einer zentimeterdicken Schicht auch unebenen, rutschigen Steinen in Walnuss- bis Golfballgröße.
Ack!
Diese Art von Untergrund ist noch viel schlimmer als grobes Kopfsteinpflaster, da wurde jeder Schritt zur Tortur, musste langsam und ganz vorsichtig abwärts holpern, bis die Steinwüste nach mehreren hundert Metern endlich herrlich weichem, geraden, festen Waldwegsboden wich.
Aaaah!

Von da an ging´s dann wieder ganz schnell: Noch 300 m. abwärts, dann schon der Waldrand direkt nördlich von Malchen, darunter eine wunderschöne Hangwiese (auch von hier hätte man sicher einen tollen Blick gehabt, wenn man den einen Blick gehabt hätte…), an der ich entlang auf der oberen Frankensteiner Str. nach Malchen hineinlief. In diesem Teil des Dorfes war ich noch nie vorher gewesen, gefiel mir aber gut: Einmalige Wohnlage am Hang, bebaut mir überraschend kleinen, hübschen und unprätentiösen Häuschen (ein Zeichen dafür, dass die schon vor einigen Jahrzehnten gebaut worden sind, als die oberen Lagen der Bergstrasse noch nicht für neureiche Villenbauer mit mehr Geld als Geschmack reserviert waren…). 100 m. geradeaus in Richtung Dorfmitte, dann entdeckte ich rechts einen wirklich winzigen Trampelfpad, der zwischen den Grundstücken direkt abwärts führte und so von Hecken umwuchert war, dass er wie ein schmaler, grüner Tunnel wirkte.
Den musste ich natürlich nehmen!
Also rechts abwärts, durch den „Tunnel“ bis in die Ringstr., 150 m. weiter bergab, dann links über den Fußweg Im Steinwingert zurück an die untere Frankensteiner Str., dort dann rechts zum Ortsausgang, über die alte Bergstrasse und am kleinen Malcher Friedhof vorbei in den Wald.
Wohlgemerkt: Das war nun Flachlandwald, und der fühlt sich tatsächlich ein bisschen anders an, als sein Pendant am Hang: Hier unten hat´s Sandboden und viele hohe Kiefern, deren Stämme bis auf die Krone nackt sind, entsprechend ist es hier immer vom Gefühl her ein bisschen wärmer, aber auch ein bisschen trockener als in den Höhenlagen mit ihren Buchen, schwererem Boden und kleinen Wasserläufen.
Machte aber nichts, alles weiterhin prächtig, ich konnte sogar das Tempo ein bisschen erhöhen, ohne dass es unangenehm gewesen wäre. Ca. 300 m. die Malcherweg-Schneise entlang, dann links in die Joseph-Schneise, auf der ich bis nach Seeheim durchlief. Völlig neuer Weg für mich, bisher war ich immer nur auf der breiteren, weiter westlich verlaufenden Brandschneise gelaufen, dafür gefiel´s mir hier eigentlich sogar besser: Etwas hügeliger, nach ca. 1 km erreichte ich dann das Naturschutzgebiet Röder, das wohl irgendwie mit der Seeheimer Düne zusammenhängt: Anstatt dem dichten Mischwald gibt´s hier ausschließlich lichte, hohe Kiefern, unter denen sich eine sandige Graslandschaft erstreckt – ungewöhnlich und unerwartet, das gefiel mir.
Am Ende der Gras/Kiefern-Landschaft ein überraschend anstrengender Anstieg (das war doch Flachland! Was machte der denn da?), der zwar nicht furchtbar lang war, aber dafür recht steil und extrem sandig, so dass man mit jedem Schritt leicht wegrutschte, danach noch ein paar hundert Meter Wald und ich war wieder im sonnig-warmen Seeheim.
Kurze Pause um mir die letzten Reste meines Kühlwassers überzukippen, dann schnellen Schritts durch den Ort in Richtug Ziel: Durch die Breslauer Str., vorbei an den hässlichen Rewe- und Aldi-Filialien, über die Friedrich-Ebert-Str. in den unteren Grundweg, schließlich rechts in den kleinen Kätchen-Kling-Weg, hinter diversen Doppelhaushälften und Reihenhäusern ostwärts, und schließlich auf den Fußweg, der Parallel zum Grundweg am Bachufer verläuft. Hier dann noch ein paar hundert Meter richtig schnell weiter (heiss, stickig, aber es war ja fast geschafft), und ich war wieder beim Auto angekommen.

Einer von den Läufen, von denen man sich vorher nicht viel verspricht, und die dann am Ende doch ziemlich gut werden. Im großen und ganzen trotz des ordentlichen Anstiegs am Anfang gut mit der Hitze fertig geworden, respektables Tempo, am Ende noch ziemlich fit (gut, war nicht besonders weit, aber trotzdem). Dazu eine Burg, eine ganze Menge wirklich schöner Fleckchen (gerade der Höhenrücken ist wirklich toll, das ist die Extra-Anstrengung des Burgenwegs wirklich wert), und eininige bisher unerforschte Ecken: Schöne Strecke, nicht zu schlimm anstrengend, abwechslungsreich, hat richtig Spass gemacht.

Aber trotzdem, und mal ganz unter uns: Ich träume doch schon ein bisschen vom Winter, mit seinem frischen Wind, der angenehmen Kühle, dem hübschen Schnee, und den heimelig-langen Winterabenden… 😀 😉

Strecke: 12,5 km
Zeit: 1:23 h (= 9,04 km/h bzw. 6:39 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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5 Antworten to “Seeheim – Frankenstein – Malchen (12,5 km)”

  1. Gerd Says:

    Egal was für ein Wetter. Ein wenig brummen musst Du immer 😉
    So langsam freunde ich mich mit deiner Heimat an. Wenn ich mal richtig fit bin werde ich die Bergstrasse und den Odenwald auch erkunden.
    Zur Zeit verlaufe ich mich noch hier bei mir in der Ecke 😉

    Gruß Gerd

  2. matbs Says:

    Hauptsache verlaufen… 😀


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