Matthias macht den Cooper-Test: Rodau – Langwaden – Fehlheim (13,1 km)

1. Juni 2008

Heute wollte mir so recht keine interessante Strecke in der Nähe einfallen, auf die ich richtig Lust hatte. Aber weiter weg wollte ich auch nicht, genausowenig wie eine schonmal absolvierte Standardtour laufen.
Tja, die Dilemmas (Dillemata?) des regelmässigen Laufens…

Nachdem das den ganzen Morgen an mir genagt hatte, ohne dass ich zu einer befriedigenden Lösung gekommen wäre, kam mir dann schließlich eine Idee: Heute würde ich mal was Neues ausprobieren und einen Cooper-Test machen.
Was das ist?
Der Cooper-Test ist ein relativ simples Verfahren zur Messung der Ausdauer und der körperlichen Leistungsfähigkeit. Man rennt einfach zwölf Minuten so schnell man kann, und je nachdem, wieviel Distanz man in dieser Zeit schafft, ist man entweder ein sportlicher Halbgott oder ein adipöses Wrack (es gibt wohl auch noch ein paar Abstufungen dazwischen, auf die hoffte ich insgeheim… 😉 ).

Mit dem Gedanken an sowas hatte ich schon seit letztem Jahr gespielt, aber ihn bisher nicht in die Tat umgesetzt – kein dringendes Bedürfnis nach Leistungsbeweisen, passt auch gar nicht so recht zu meiner Laufphilospohie, und ausserdem will man ja nicht vor der ganzen Welt bloggen, wie lahm man eigentlich ist (bei normalen Läufen kann ich das ja immer noch auf die Strecke/die äußeren Umstände schieben, aber so ein Test ist ja eine objektiv vergleichtbare Größe, da geht das nur schlecht).


Ach sei´s drum!
Hab´ ich das noch nie ausprobiert, und man soll im Leben ja alles mal mitgemacht haben!
Außerdem war das Wetter gerade ideal, kühler und nicht mehr so schwül als in den letzten Tagen, und was Besseres war mir für heute ja eh nicht eingefallen. 🙂
Also:
Cooper-Test, Baby!

Fehlte noch die richtige Strecke, am besten eine lange, ebene, ruhige, asphaltierte Gerade. Das war aber kein Problem, denn ich hatte bereits im letzten Sommer (wie gesagt: Schon länger im Hinterkopf gehabt) ein gutes Stück ausgemacht: Radweg 19 westlich der A zwischen dem Auerbacher Ehrenfriedhof und dem Parkplatz Niederwaldsee bei Rodau. Fast 3,5 km, flach wie ein Brett, guter Untergrund, praktisch keine Kurven, voll in Google Earth einsehbar (= wichtig für die Messung hinterher).
Soweit so gut: Strecke da, Wille da, Wetter ganz passend, zusammen ergab das den folgenden Plan:
Start gegend Abend vor Rodau, erst ein gemütliches Stündchen Joggen durchs Ried (Rodau, Langwaden, Schwanheim) um warm zu werden, dann kurz vor Bensheim auf den Radweg 19 und auf den letzten 3,5 km den eigentlichen Test.

Geplant, getan:
Start: Um kurz nach Sieben auf dem Parkplatz Niederwaldsee an der K67 zwischen Zwingenberg und Rodau. Früher als geplant, aber es hatte sich ab dem späten Nachmittag bedenklich zugezogen, und ich wollte nicht in ein Gewitter geraten. Erster Gedanke beim Aussteigen:
„Uff, doch noch ziemlich stickig!“ Hier unten war´s tatsächlich etwas wärmer und feuchter als oben an der Bergstrasse. Nicht ganz ideal, aber wo ich schon mal da war…

Kurz gedehnt, dann Start nach Westen. Über die K67, dann auf dem Radweg 15 in das kleine, freundliche Rieddorf Rodau hinein. Bewusst langsam und entspannt, schließlich waren die ersten neun Kilometer ja als Aufwärmphase eingeplant, in der ich mich keinesfalls richtig anstrengen wollte.

150 m. auf dem baumgesäumten Fußweg an der Zwingenberger Str. nach Süden, dann rechts in die Gartenstr. und durch ein beschaulich-ruhiges Wohngebiet westwarts durchs Dorf bis zur Hauptstr. am Ortsrand. Dort kurz rechts und nach ca. 100 m. links auf einen schmalen, etwas unebenen Feldweg und ziemlich genau 1 km westwärts durch die Felder. Hübsches Stück, rechts in der Entfernung Hähnlein und die Verdichterstation am Waldrand, geradeaus die dunkle Wand des Jägersburger Waldes, links die Kirchtürme von Fehlheim (ein Turm) und Schwanheim (zwei Türme). Läuferisch allerdings noch nicht ganz so perfekt: Nach den vielen Bergläufen tat ich mir etwas schwer, meinen Flachlandrhythmus wiederzufinden, und auch wenn die Sonne von einer lichten Wolkenschicht verdeckt war, war´s relativ warm und ein bisschen schwül.

Nach 800 m. der obligatorische Feldhase (ich zieh´ die Viecher anscheinend an, bei fast jedem Lauf seh´ ich in letzter Zeit einen – immerhin dieses Mal auch wirklich im Feld), erschreckt vor mir davonrennend, schließlich ein asphaltierter Feldweg, auf dem ich letztes Jahr mit David und Ingo schon mal gelaufen war. Da ich ja immer versuche, neue Routen zu laufen, folgte ich ihm dieses Mal nicht, sondern bog stattdessen rechts ab und geriet dabei in eine Art Kiesgrube oder sowas ähnliches. Sandiges Brachland neben einem schilfigen Kleingewässer, bevölkert von fluffigen, panisch vor mir weglaufenden Kaninchen und blutgeilen, frenetisch zu mir hinströmenden Schnaken.
Andersrum wär´s mir lieber gewesen… 😉

Am Ende der Grube halbrechts an den Lindenbruch-Graben und auf den Nibelungenweg (gelbes Quadrat) stiess, dem ich westwärts über Lindenbruchgraben und Winkelbach bis nach Langwaden. Kleines, altes Bauerndorf inmitten herrlicher Sommerwiesen, im Norden, Westen und Süden vom Jägersburger Wald umschlossen, idyllisch und ruhig, obwohl es gerade mal 300 m. östlich der A67 liegt.
Nettes Örtchen, mag ich sehr gerne…

Hier hatte ich eigentlich vorgehabt, direkt hinter dem Winkelbach links abzubiegen und einen Bogen südlich um das Dorf zu laufen (neue Strecke und so). Auf der Wanderkarte sah das gut machbar aus, vort Ort erwies sich der vermeintliche Feldweg allerdings als eine ungemähte Wiese, unter deren wildwucherndem Gras möglicherweise ein Pfad verlief (möglicherweise aber auch nicht, konnte man echt nicht sagen). Sah mir zu zeckig und wild aus, deswegen folgte ich lieber dem bequemen, gekiesten, aber eben auch bekannten, Nibelungenweg am südlichen Ortsrand entlang. Direkt hinter dem winzigen Friedhof probierte ich´s nochmal und bog nach links auf einen kleinen Feldweg ab, wo ich mich ein bisschen zwischen eingezäunten Pferdekoppeln verfranste (immerhin: Sehr angenehmer Geruch aus Gras, Heu und Pferd, nett), und schließlich doch wieder auf dem Nibelungenweg rauskam.
Sollte wohl nicht sein…

Also auf dem gelben Quadrat zum westlichen Ortsende, dann geradeaus an der L3261 in Richtung Jägersburger Wald, und kurz vor der Autobahnbrücke (nach ca. 100 m). links auf den Pfad a südlichen Ufer des Lindenbruchgrabens und durch die satten Wiesen des Lindebruchs zurück nach Osten. Nach einem halben km rechts, durch das kurze Waldstück an der Bornplatte (kühl und schattig), dann weiter südostwärts am Waldrand entlang in Richtung Schwanheim. Inzwischen etwas über eine halbe Stunde unterwegs, deswegen eine kurze Pause zum Trinken, Wasser aus der Kühlflasche überkippen, und grandiose Aussicht auf die Bergstrasse geniessen – heute war´s ja wesentlich klarer als in den letzten Tagen, entsprechend hatte man einen wunderbaren Panoramablick auf Melibokus, Auerbacher Schloss, Kirchberg, Hemsberg, Starkenburg und die dahinter liegenden Höhen des vorderen Odenwaldes, alles angestrahlt von einem leicht diffusen Frühabendlicht (sah ein bisschen so aus, nur viiiel besser und breiter).

Danach weiter bis an den asphaltierten Weg westlich von Fehlheim, dort gleich links runter an den Mittelgraben, an dem ich dann zwischen Fehlheim und Schwanheim nach Südosten lief. Ziemlich schlechtes Stück, der Pfad ging durch völlig überwucherte, ungemähte Wiesen mit grusthohem Gras, war meist vor lauter Vegetation nicht mal sichtbar. Tough going, zumal ich jedesmal, wenn ich ein etwas weniger zugewachsenes Stück erreichte, Pause machen und nach Zecken suchen musste (Aber ausser Dreck, Spelzen und einer Myriade hoffentlich harmloser Insekten fand sich nichts Beunruhigendes an meinen Extremitäten).
Immerhin brachte mich der erhöhte Schwierigkeitsgrad etwas auf Touren, und so pflügte ich langsam aber stetig durch die Pampa. Einmal eine Schrecksekunde, als im dichten Gehölz links von mir am Grabenufer irgendwas richtig Großes (Reh? Wildschwein?) unvermittelt aufschreckte und sich mit einem lauten Platscher in die Fluten stürzte, ansonsten ereignislos.

Nach 700 m. überquerte ich die Strasse zwischen Schwanheim und Fehlheim und lief, ca 100 m. vom Schwanheimer Ortsrand entfernt, weiter geradeaus am Mühl- und Mittelgraben nach Südosten. Ab hier war der Weg wieder wesentlich besser, deswegen begann ich damit, das Tempo mal ein bisschen zu erhöhen – nicht so sehr, dass es anstrengend wurde, aber genug, um Puls und Atmung etwas auf Touren zu bringen, schließlich war´s nicht mehr allzuweit bis zum Anfang der Cooper-Test-Strecke.

Nach 700 m. erreichte ich schließlich den Segelflugplatz südöstlich von Schwanheim: Riesengroße (1 km lang, bis zu 250 m. breit) gemähte Wiese, am hinteren Ende ein paar Barracken und ein Windfähnchen, am Rand hier und da ein seltsames Türmchen oder Hüttchen. Da es nicht so aussah, als würden gerade irgendwelche Flugbewegungen stattfinden, nahm ich einfach mal den gekiesten Weg mitten über das Flugfeld und hoffte, dass in den nächsten paar Minuten kein Segelflieger auf mir niedergehen würde.
Passierte dann auch nicht. Gut so…

Am Ende der Piste links hoch bis zum Mittelgraben, dabei die lokale Vogelwelt, bestehend aus vier fetten Krähen am Wegesrand sowie zwei Enten und einem Graureiher im Graben, zur Flucht genötigt (besonders der Reiher tat mir leid, der musste sich mit langsamen, schweren Flügelschlägen aus dem Graben quälen, während die flinkeren Enten schon längst entflogen waren…). Schließlich dann links auf einer kleinen Brücke über den Graben und 250 m. an der nicht sehr aparten Rückpartie des Bensheimer Gewerbegebietes im Neuwiesenfeld entlang.
Auf den letzten Metern kam vor mir bereits der Ehrenfriedhof in Sicht, ein kleiner, friedlicher Hain inmitten der weiten Felder.
Der Punkt, wo ich den Cooper-Test beginnen wollte – Fast da.

Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme:
Eigentlich immer noch zu warm und zu stickig.
Warmgelaufen war ich zwar, aber so richtig frisch und tatendurstig fühlte ich micht nicht.
Und ausserdem hatte ich auf die letzten Kilometer ein unangenehmes Völlegefühl samt leichtem Sodbrennen entwickelt, auch das konnte ich jetzt eigentlich überhaupt nicht brauchen.
Alles irgendwie nicht so doll, wie ich ich mir vorgestellt hatte.

Sollte ich da wirklich, unter diesen Bedingungen…?

Klar!

Kein Defätismus! Ich war hier, ich würde das jetzt auch durchziehen!
Basta!

Noch mal eine ganz kurze Pause.
Das restliche Wasser aus der Kühlflasche auf Arme, Beine, Kopf und Oberkörper verteilt.
Den nun leeren Trinkgürtel gerichtet.
Mütze weit runter in die Stirn gezogen.
Tief durchatmen…

Die letzten Meter bis zum Friedhof jogge ich noch gemächlich, biege dann an der Südostecke links auf den Radweg 19 ein.
Da bin ich also.
Griff runter an die Uhr, ein Knopfdruck und der Countdown-Timer zählt abwärts.
Von jetzt an zwölf Minuten. Jetzt gilt´s!

COOPERTEST!

Die ersten 100 Meter laufe ich am Friedhof entlang nach Norden.
Fahre das Tempo hoch, Atmung und Schrittfrequenz folgen.
Fester Kiesweg, läuft sich gut.
Am Ende halbllinks in die Felder, die tief stehende Sonne schaut plötzlich unter den Wolken hervor.
Schönes Abendlicht, aber auch warm.

Egal. Weiter. Weiter!

Jetzt erst mal die Geschwindigkeit halten, Rhythmus finden.
Klappt. Ich fliege vorwärts, Beine sind plötzlich gut, ich atme schnell und tief, aber konrtolliert.
Die Wehwechen fallen ab, keine Zeit für sowas. Sodbrennen, was ist das?
Links Felder, rechs Felder, vor mir 10 Meter Weg, dann der Schirm der Mütze.
Mehr muss ich nicht sehen.

Weiter. Weiter. Tempo!!

Ob ich mal auf die Uhr schaue?
Lieber nicht, war noch nicht sehr lang.
Natürlich tu´ ichs dann doch.
Gerade mal eine Minute.
Schnaufe schon heftig, hoffentlich halt ich das durch…

Weiter, schneller, weiter.

Einiges los hier, Fahrradfahrer, Hundebesitzer, keine Zeit für sie, immer weiter.
Bin schnell. Atmung immer noch unter Kontrolle, aber nah am Limit.
Ein ein auuus, ein ein auuus!
Beine fangen ein bisschen zu brennen an. Bloß kein Krampf…

Weiter. Weiter!

Der Weg besteht inzwischen aus Betonplatten, etwas uneben, gesprungen. Nicht schlimm, aber manchmal muss ich einen etwas größeren oder kleineren Schritt machen, um das auszugleichen.
Stört meinen Rhythmus etwas.

Egal. Weiter, weiter.

Ein Rechtsknick, der Weg geht jetzt direkt nach Norden, links strahlt die Sonne.
Blick auf die Uhr: Vier Minuten vorbei.
Puuuh, erst vier!
Aber es geht immer noch, inzwischen ist alles im Fluß, mein Körper arbeitet auf Hochtouren, aber er hält gut mit.
Aber ob er´s noch acht Minuten schafft?

Egal, weiter, weiter.

Kurzer Blick nach vorn, unter dem Mützenschirm durch.
Mist: Jogger von vorne.
Muss ich wohl grüßen, obwohl ich eigentlich keinen Atemzug über hab.
Eigene Standards, muss man sich dran halten…
Kommt schnell näher. Bin wirklich schnell!
Als er direkt vor mir ist, hebe ich die rechte Hand.
Schnaufe ein atemloses „Hi“.
Er ignoriert mich.
Arschkrampe!*

Egal, weiter, weiter.

Die Kreuzung am Eichenhof, überquere den Nibelungenweg.
Ab hier ebener Asphaltweg, läuft sich super.
Uhr: Fast sieben Minuten seit Anfang.
Über die Hälfte Geschafft. Aber wie weit?
Keine Ahnung, keine Zeit zum Nachdenken.

Aber es läuft: Bin schnell, Atmung immer noch unter Kontrolle, wenn auch am Anschlag.
Kraft ist noch da.
Das Ziehen in den Beinen auch. Aber das ignoriere ich.

Weiter, weiter.

Mir rinnt mir ein Speichelfaden übers Kinn.
Mund weit aufgerissen, keine Zeit fürs Schlucken, passiert.
Ich wische ihn ab, die Handbewegung irritiert.
Nicht gut. Und Spucke ist immer noch da.
Muss ausspucken, auch wenn das einen wertvollen Atemzug kostet.

Egal! Weiter. Weiter!
TEMPO!!!

Die kleine Schutzhütte mitten im Feld.
Noch ein paar hundert Meter zum Niederwaldsee. Uhr sagt: Weniger als drei Minuten.
Fast fertig!
Halte immer noch durch, angestrengt aber kontrolliert.
Wenn ich Zeit hätte, wäre ich vielleicht ein bisschen Stolz

Egal, weiter, weiter.

Links des Weges eine Baumreihe. Erste Ausläufer des Wäldchens am Niederwaldsee.
Weit gekommen.
Meine Kiefermuskulatur krampft, fühlt sich unangenehm an.
Scheiss drauf, Kiefer brauchste nicht zum Laufen. Die wichtigen Teile halten durch.
Blick auf die Uhr: Noch 20 Sekunden.

Endspurt!!

Komm, du Bastard, atmen kannste auch noch zuhause!
ANSTRENGEN!
Noch mal schneller, schnaufend, japsend, Beine protestieren, egal, weiter, wei…

Die Uhr piept.
Zwölf Minuten.
Cooper-Test vorbei!
Bleibe stehen. Links zwischen den Bäumen das Südufer des Niederwaldsees.
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuh!!!!!

Die spätere Nachmessung wird ergeben, dass ich in den zwölf Minuten ziemlich genau 2550 m. geschafft habe, das entspricht 12,75 km/h bzw. 4:42 min/km.
Ordentlich. Dafür gibts hier für Männer ab 30 ein eindeutiges „Gut“ das fast schon ein „Sehr Gut“ ist.
Beim strengeren Herrn Steffny wäre ich allerdings nur im oberen Mittelfeld. Aber der hat ja auch andere Masstäbe.
Ich bin auf jeden Fall zufrieden, für einen dicken, alten Sack mit kurzen Beinen und bei stickigem Wetter ist das allemal gut genug! 🙂

Von all dem weiss ich vor Ort natürlich noch nichts.
Da stehe ich erstmal rum und komme wieder zu Atem.

Aber jetzt kommt´s:
Ich stehe nicht lange.

15, 20 Sekunden, ein paar tiefe Durchatmer, dann hab´ ich meine Luftzufuhr wieder unter Kontrolle, mein Puls beruhigt sich.
Anstatt fertig zu sein, fühle ich mich eigentlich ganz frisch und fit.
12 Minuten Tempolauf, und mir geht´s gut.
Wow! Das ist gut! Jetzt bin ich doch noch ein bisschen stolz.

Da ich noch kann, gibt´s auch keinen Grund zum rumstehen, also breche ich wieder auf. Die letzten paar hundert Meter zum Ziel laufe ich wieder langsam, entspannt, jetzt hab´ ichs ja nicht mehr eilig. Links schimmert die stille Oberfläche des Niederwaldsees durch die Bäume, reflektiert das herrliche, goldene Abendlicht der sinkenden Sonne.
Wunderschön und friedlich. Ich geniesse es.
Belohnung…

Nach 300 m. habe ich das Ufer passiert, kurze Links-Rechts-Combo, dann noch ein halber Kilometer im milden Abendlicht durch die Felder. Meine Beine tun noch ein bisschen weh, sonst ist alles gut.
Dann bin ich am Ziel, wieder auf dem Parkplatz Niedwaldsee. Ausdehnen, was trinken, heimfahren.

Tja Kinder, und das war mein erster Coopertest. Und ich muss sagen: Eigentlich bin ich ganz zufrieden. Ok, ich bin nicht Haile Gebrselassie, aber insgesamt lag das Ergebnis doch gut in dem Bereich, den ich mir insgesamt erhofft hatte. Und zudem hat´s mich nicht mal richtig fertig gemacht. Klar, war schon anstrengend, aber ich hatte immer die Kontrolle, hätte wahrscheinlich sogar noch ein paar Prozentchen Leistung drauflegen können.
Neue Erfahrung, sehr interessant und auf ihre Art ganz spannend. Hat Spass gemacht.
Oh, und der Rest der Strecke war übrigens auch ganz schön.

* Ach ja, und was den schlechterzogen Joggereumel angeht, der mich während dem Test nicht gegrüsst hat: Dem hab´ ich ausnahmsweise mal verziehen.
Wahrscheinlich hat´s ihm bei meinem Anblick einfach nur die Sprache verschlagen, schließlich trifft man nicht alle Tage einen rotgesichtigen Coopertester in vollem Lauf, der die wahnwitzige Geschwindigkeit einer rheumakranken alten Dame auf dem Klapprädchen mit dem aufgerissenen Maul des Blauwals beim Krillfressen und der eleganten Leichtigkeit und Nonchalance eines angetrunkenen Breitmaulnashorns verbindet… 😆

Strecke: 13,1 km
Zeit: 1:18 h (= 10,08 km/h bzw. 5:57 min/km)
Davon:
– Normaler Lauf: 10,55 km in 1:06 h (= 9,6 km/h bzw. 6:15 min/km)
– Cooper-Test: 2,55 km in 0:12 h (= 12,75 km/h bzw. 4:42 min/km)

Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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9 Antworten to “Matthias macht den Cooper-Test: Rodau – Langwaden – Fehlheim (13,1 km)”


  1. […] Matthias macht den Cooper-Test: Rodau – Langwaden – Fehlheim (13,1 km) […]

  2. Gerd Says:

    Echt krass… Du bist echt verrückt so einen Test bei dem Wetter durchzuziehen. 😉
    Und Glückwunsch zum „fast Sehr Gut“. Für 12,75km/h brauch ich unbedingt ein Fahrrad. 😆

    Gruß Gerd

  3. matbs Says:

    Tja, mir ist halt nichts Anderes eingefallen…

    War auf jeden Fall eine sehr interessante Standortbestimmung: Ein bisschen schneller oder länger hätte ich wahrscheinlich noch gekonnt, aber insgesamt sind diese 12,75 km/h für 12 Minuten doch schon relativ nahe an meinem momentanen persönlichen Leistungslimit – den Marathon in unter 3:15 h werd´ ich in absehbarer Zeit wohl nicht schaffen… 😉


  4. […] Grundidee dazu hatte mir schon seit dem Cooper-Test neulich im Kopf herumgeschwebt, praktisch als Gegenstück zu meinen üblichen Läufen. […]


  5. […] ziemlich interessante Standortbestimmung – heute war ich zwar nicht ganz so schnell wie bei meinem Cooper-Test vor zwei Monaten, aber dafür war die Strecke ja fast doppelt so lang. Und es hat geklappt, auch wenn´s gerade […]

  6. Hannes Says:

    Wow, ein toller Bericht!
    Ich liebe solche schnellen Einheiten, wo man auch mal auf die Uhr schaut. Und mit dem Ergebnis kannst du ja wirklich zufrieden sein. Einen Coopertest habe ich direkt noch nicht gemacht, aber pro Jahr zweimal einen 3.000m-Lauf – das bringt ähnlich viel Spaß.
    Allerdings nervt mich auf der Bahn immer, dass man so viele Runden drehen muss. Die 3.000m auf einer geraden Straße zu laufen fände ich schöner.
    Davor laufe ich mich allerdings niemals 10 km warm. 3 km reichen mir immer.

    * Ich kenne es meistens nur andersrum. Wenn jemand in einem schnellen Tempo entgegen kommt (passiert selten), verzeihe ich ihm sofort, wenn er nicht grüßt. Denn wenn jemand eine Tempoeinheit macht, darf er sich auch darauf konzentrieren.

  7. matbs Says:

    Dankeschön! 🙂

    An deine Zeiten komm´ ich natürlich nicht so ganz ran, aber ich bin ja auch alt und dick und hab´ kurze Beine (die sind echt immer wieder ´ne Super-Ausrede… 😀 ), da ist das in ganz Ordnung 😉

    Bahn mag ich selbst ja auch überhaupt nicht (da sieht man immer nur dasselbe und erlebt nix…), kann verstehen, dass dich das ein bisschen nervt. Aber eine lange, flache Gerade sollte sich in Norddeutschland doch eigentlich finden lassen, oder?

    Und was das Grüßen angeht – da verzeih´ ich niemandem nix mehr: Ich sag´ immer nett „Hallo“ und ringe mir sowas wie ein Lächeln ab (oder zumindest eine vage Handbewegung), egal ob ich gerade entspannt unterwegs bin oder mit Höchstgeschwindigkeit eine 20%ige Steigung hochschnaufe, da können das die Anderen bittschön auch.
    Jogger grüßen sich unterwegs, das macht man so!
    Jawoll! 😉

  8. sportgille Says:

    Ich habe den Laufbericht gerade gelesen weil ich auch der Suche nach der Beschreibung fr einen Cooper Test war (Mannschaft, Fuball, Vorbereitung).
    Den Bericht finde ich sehr gut geschrieben. Vorallem die Emotionalen Momente direkt beim laufen konnte man mitfhlen. Zur Leistung kann ich leider nichts sagen da wir den Cooper Test im Januar erst noch vor uns haben 😉
    Aber bei einem bin ich mir jetzt sicher….. andere Lufer werde ich auf Gren (Arschkrampe)

    • matbs Says:

      Hi!

      Danke für das Kompliment, freut einen ja immer, wenn man hört, dass es halbwegs lesbar ist!
      Und wenn ich dich jetzt damit zum Grüßen erzogen haben sollte, um so besser! 😀

      Viek Spaß und viel Erfolg beim Coopertesten!


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