Durch Wald und Moor und Felder: Jugenheim – Pfungstadt – Erlensee – Bickenbach (15,8 km)

5. Juni 2008

Heute morgen beim Aufstehen hab´ ich beschlossen, mal wieder an den Erlensee zu laufen.
War schon länger nicht mehr da, hab´ ihn seit blogstart letztem Jahr immer noch nicht ganz umrundet (Nord- und Ostufer fehlten noch), und ausserdem war mir nach Flachland.
Entsprechend heute keine langwierige „Wo soll ich nur laufen“-Grübelei, auch mal ganz angenehm. Im Lauf des Tages schnell grob eine leicht konvolute Strecke geplottet, und fertig.

Start am Abend, bestes Laufwetter: Nicht zu warm (Knapp unter 20 Grad), nicht zu feucht, bewölkt aber freundlich, etwas Wind.

Zuerst mal durch Jugenheim: Die gesamt Alsbacher Str. runter, weiter durch die Sandmühlstr., vorbei am an der katholischen Kirche und dem Friedensbrunnen, dann links durch die untere Ludwigsstr. bis zur großen Kreuzung an der Strassenbahn. Relativ zügig, denn ich hatte mir vorgenommen, die ca. 15 km in unter eineinhalb Stunden zu laufen. Kurze Zwangspause an der Ampel (aber die rechne ich dank Stoppuhr ja immer genau aus der reinen Laufzeit raus, also nicht schlimm…), dann weiter geradeaus neben der L3103 in Richtung Schuldorf und kurz vor der Brücke auf den Radweg direkt an der Landstrasse, dem ich dann am Schuldorf vorbei knapp 1,2 km bis zur Kreuzung an der B3 folgte. Kein wirklich reizvolles Stück: Der Radweg an sich ist zwar gut in Schuss, verläuft aber gerade mal einen Meter neben der vielbefahrenen Strasse, links und rechts davon jeweils unspektakulär-wucheriges Strassenranddickicht. Immerhin: Weil ich´s nicht besonders mag, hab´ ich das Stück seit über einem Jahr vermieden, deshalb war´s noch ungeblogt…


So richtig doll lief´s auch nicht. Der harte Untergrund machte mir bei dem zügigen Tempo ein bisschen zu schaffen, bei jedem etwas zu harten Schritt quengelten die Beine vor sich hin. Wohl die Quittung für das einseitige Training der letzten Wochen mit seinen erschütterungsarmen Bergläufen auf weichem Waldboden, da war ich so viel Asphalt auf einmal einfach einfach nicht mehr gewöhnt. Dazu noch die Nachwirkungen der letzten beiden Läufe, die ja beide relativ belastend für die Beine gewesen waren (Coopertest auf Asphalt, und vorgestern die Depri-Tour, bei der ich´s bergab einfach laufengelassen hatte, ohne Rücksicht auf Muskeln und Gelenke), das rächte sich nun ein bisschen. Nicht unerträglich, aber unangenehm, und anstrengender als erwartet.

An der großen Kreuzung überquerte ich die B3 und lief weiter geradeaus in Richtung Pfungstadt. Ursprünglich hatte ich überlegt, der Landstrasse bis über die Autobahn und der Zufahrt zum Moorhaus zu folgen, diesen Plan aber recht schnell verworfen – das wären fast 2 km auf der Fahrbahn der ebenfalls vielbefahrenen L3303 gewesen, die weder einen Seitenstreifen noch einen Radweg hat (letzterer ist angeblich schon seit Jahren geplant, bisher aber noch nicht in Sicht), zu unangenehm und riskant. Deshalb nach 100 m. rechts von der Strasse ab, runter auf den Weg am Rand der „Eisengrube“, einer aufgeforsteten Senke am Waldrand hinter der Kreuzung, kurz geradeaus, dann rechs und schließlich links auf dem Weg SJ3 in die Seeheimer/Bickenbacher Tanne hinein.

Weicher Waldboden. Herrlich…
Der für diese Gegend typische dichte Flachlandwald, eine Mischung aus hohen Kiefern, mittelhohen Buchen und Linden, und viel Bodenbewuchs. Überraschend warm und stickig – wenn der Wald sich erstmal aufheizt und Feuchtigkeit ansammelt, dann hält sich das hier unten eine ganze Weile. Nach ca. 200 m. rechts eine kleine Bank und eine Gedenktafel zwischen den Bäumen, der sogenannte Hirschpflock. Hier haben sich 1756 zwei kapitale Hirsche beim Kämpfen so ineinander verhakt, dass sie nicht mehr voneinander loskamen und verhungern mussten (ihre Geweihe hängen heute im Jadschloss Kranischstein). War dem damaligen Landgrafen Ludwig VIII. immerhin einen Gedenkpflock mit Kupferstich und einem (qualitativ etwas fragwürdigen) Gedicht wert, das man auch heute noch vor Ort lesen kann:
Der Kampf von diesen beiden Hirschen
verlangte weder Hund noch Pürschen
Sie riefen sich einander auf.
Dem, der vierzehn End erhöht,
War sein Genick und Hals verdreht.
Der Zwölfer fing sich mit dem Lauf.
Die Wurzel von dem Baum entsprossen,
Behielte seinen lauf geschlossen.
So wie man einen Dieb erhängt,
War ihr Geweih fest eingerenkt.
Hier hat man beide tot gefunden.
Sie starben ohne Schuß und Wunden

Tja, die Gefahren von Testosteron im Alltag…

Dahinter noch knapp 100 m. geradeaus, dann rechts, über eine kleine Kreuzung im Wald (wo doch tatsächlich eine Tafel mit Freizeitkarte stand, was angesichts der Abgeschiedenheit dieser Gegend irgendwie leicht seltsam wirkte), dann schließlich halblinks und auf der Reiß-Schneise durch den dichten, wilden Wald. Hier unten ist es so richtig einsam: Das Waldstück ist relativ weit von den nächsten Ortschaften weg, und zudem auf allen vier Seiten eingepfercht, im Westen von der A5, im Süden von der erhöhten L3303, im Osten von der B3, und im Norden von der Bundeswehr/Muna, da verirrt sich kein Spaziergänger her. Zudem führen die halbüberwucherten Wege und alten Schneisen hier drin eigentlich nirgendwo hin, enden irgendwann doch nur wieder an der unüberwindlichen Autobahn/dem unüberwindlichen Bundeswehrzaun, auf einer der umgebenden Strassen, oder im Nichts. Ruhig, nur Vogelstimmen und das Rauschen der nahen Autobahn. Außer Wildschweinen und dem vereinzelten Jagdpächter kommt hier niemand vorbei.

Na ja gut, fast niemand, zumindest ich hatte es ja auch hier runter geschafft. Aber man muss es wirklich auch ein bisschen wollen, sonst wird das nix…

Nach 250 m. Reiß-Schneise eine kleine Kreuzung im Nirgendwo, hier links auf den Hahnenpfad nach Osten, über die stillgelegte Bahnstrecke mitten im Wald, 100 m. dahinter dann rechts auf einen namenlosen, unmarkierten aber relativ hübschen Pfad (leichte Steigung, Wald etwas lichter) bis ich schließlich die Fahrstrasse zwischen Seeheim und Pfungstadt erreichte.

Ab jetzt wieder Asphalt.
Autsch!
So einen unangenehmen Übergang hatte ich schon lange nicht mehr. Eben noch leicht (na ja, relativ halt) über den weichen, federnden Waldboden geglitten, plötzlich der unnachgiebig harte Strassenbelag, auf dem jeder Schritt fast schon schmerzhaft schwer war.
Unschön!

Ich wandte mich nach links, folgte dem noch relativ neuen, breiten Radweg 26 an der Strasse (bzw. auf der Strasse – zum Teil hat man hier einfach die halbe Fahrbahn abgetrennt und zum Radweg erklärt) nach Westen, über die A5 und 250 m. später auch noch über die Bahntrasse. Danach gleich die scharfe Kurve am Pfungstädter Ortseingang, direkt dahinter bog ich links ab, lief kurz auf der asphaltierten Bergstr. nach Osten, und knickte dann nach rechts auf den Radweg 17 ab, der direkt hinter dem Pfungstädter Schwimmbad (das von hinten teilweise ein bisschen schäbig wirkt) durch die Wildnis führt.
Interessante Landschaft: Eine Art sandiger Buschwald, hin und wieder mal eine hohe Kiefer, ansonsten nur niedrigeres Gestrüpp aus kleinen, bodennahen Bäume und viel Gras. Sehr licht, und sonnig, entsprechend auch ziemlich warm. Puuh, so langsam kam ich doch ins Schwitzen.

500 m. nach Südwesten, dann ein kleiner Schlenker um die hübschen, abgelegenen Häuser am Waldrand herum, am Reitplatz/Gestüt vorbei, schließlich links am Gelände des Schützenvereins entlang und weiter bis an die L3303 (Alles noch Radweg 17).

Kurz links, dann über die Strasse rüber und auf den asphaltierten Fahrweg in Richtung Moor (Schilder zum Naturfreundehaus, Markierungen: Radweg 17 und eine Art „N“, wohl ein lokaler Weg). Nettes Stück, schattig, links der steile Damm zur Landstrasse hoch (von der man aber wenig mitkriegte), rechts hinter den Bäumen beginnt die weite, offene Feldlandschaft des Rieds. Nach 300 m. am Moorhaus vorbei (lustig finde ich bei der verlinkten Seite ja die Checkliste mit den Features des Moorhauses: Liegewiese, Kinderspielplatz, Fließend Wasser und Atomwaffenfreie Zone 😀 ) und weiter geradeaus bis zur Kreuzung kurz vor dem großen grünen Hügel der ehemaligen Mülldeponie, wo der asphaltierte Weg nach rechts abknickt. Wollte ich aber nicht, alles schon mal gemacht, deshalb geradeaus weiter auf die gelbe 1, einen schmalen Weg, der am Rand des bis zum Erlensee führt.

Stimmungsvoller Pfad unter großen alten Bäumen, schattig, fast schon ein bisschen düster. Links direkt ein kleiner, dicht bewachsener Hang (der wohl zur Bahn/Autobahn hochführt, von denen man aber ausser der merklichen aber nicht überlauten Geräuschkulisse wenig mitkriegte), rechts hinter den Bäumen die üppig mit ungwöhnlichen Pflanzen überwucherte Freifläche des Pfungstädter Moors (das – obwohl es ein faszinierender und in dieser Gegend einzigartiger Naturraum ist – im Netz kaum vertreten zu sein scheint – konnte zumindest keinen besseren Link finden, schade).
Schön zu laufen und sehr interssant (war hier auch noch nie vorher gewesen), insgesamt ein etwa 1 km. langer sanfter Bogen am Moor entlang. Kurz vor dem Erlensee war ich versucht, noch mal kurz einen Abstecher rechts ins Moor hinein zu machen, aber der winzige Trampelpfad war mir dann doch etwas zu überwuchert und obskur, deswegen stattdessen eine kleine Steigung hoch, an deren Ende ich unvermittelt die kleine Wegkreuzung am Nordostzipfel des Sees erreichte.

Hier hätte ich eigentlich links am Ostufer entlang nach Süden gemusst, aber wo ich schon mal hier war, lief ich stattdessen erstmal nach rechts am Nordufer entlang (gelbe 1/gelbe 2) – die falsche Richtung, aber ausnahmsweise mal in voller Absicht, nämlich um die Lücke zum ersten geblogten Lauf um den Erlensee zu schließen (damit ich in meinem Streckennetz endlich mal das ganze Seeufer erlaufen habe). Also 300 m. am Nordufer westwärts bis zum Anschlußpunkt (da, wo gelbe 1 und gelbe 2 nach Norden ins Moor abknicken), dann wieder auf dem selben Weg zurück, dabei den hübschen Blick durch die Bäume auf die Wasserfläche genossen und irgendeinen Wasservogel im Gebüsch aufgeschreckt, dessen indigniertes Schimpfen wie eine alte Fahrradbremse klang (mit so einer Stimme wäre ich auch reizbar… 😉 ).

Zurück an der Kreuzung rechts, die gelbe 2 am Ostufer entlang (wieder offener Buschwald, sehr stickig und schwül), schließlich am Ende des Weges nach links abgeknickt, und nach 50 m. rechts in die Felder, auf den Betonplattenweg, der parallel zur A5 südwärts in Richtung Lindenhof führt.

Auch hier war´s mir etwas zu warm und schwül, meine Beine fanden die Betonplatten wieder mal nicht besonders prickelnd, und alle paar Meter war der Weg mit riesigen, tiefen Pfützen überschwemmt, die man vorsichtig umgehen musste. Hrm. Immerhin nicht nur Rübenäcker, denn links des Weges erstreckte sich bis zur Autobahn eine riesige, perfekt gepflegte Grasfläche in Golfplatzqualität, die hier draussen seltsam deplaziert wirkte. Das bescherte mir ein paar Minuten tiefsinnigen Sinnierens darüber, wer wohl ein Interesse haben könnte, hier draussen einen gewaltigen Vorgartenrasen anzulegen, bis mir nach einigen Minuten einfiel, dass es am Hartenauer Hof einen Fertigrasenhandel gibt, der seinen Rasen ja auch irgendwo herkriegen muss. Machte Sinn, was Besseres fiel mir nicht ein, also beliess ich´s dabei und konzentrierte mich lieber wieder auf die unangenehme Schwüle und meine schwerer werdenden Beine, ein bisschen Leiden gehört dazu.
Aber nicht zuviel, deshalb nahm ich ab hier profilaktisch eine Kante Tempo raus, so langsam war ich nämlich wirklich schon etwas angestrengt.

Nach 800 m. die Fahrstrasse zum Erlensee/Radweg 28, hier links, am Lindenhof vorbei, dann gleich wieder links und auf dem Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus) über die Autobahnbrücke ins immer wieder unansehnliche Bickenbacher Gewerbegebiet. Anstatt mich wie sonst üblich links zu wenden und in Richtung Bahnhof zu laufen, bog ich heute mal rechts ab, und lief an der neuen Umgehungstr. (Berta-Benz-Str., ist inzwischen ja auch gar nicht mehr so neu ist) durch die Felder. Auch hier kein Randstreifen und Fahrradweg, aber moderater Verkehr, das ging. Nach einem halben Kilometer unter der Bahn durch (da geht´s kurz runter und dann wieder hoch, der kleine Aufstieg war überraschend anstrengend), dann an der Abzweigung nach 250 m. halblinks und auf dem Fliederweg nach Bickenbach hinein, durch das leicht gruselige Neubaugebiet (vor JEDEM Haus ein Kombi. Wie eine Art geheimes Erkennungszeichen oder sowas…) bis an die Kurve der B3, wo sich Darmstädter und Zwingenberger Str. treffen.

Ab hier hatte ich keinen festen Plan mehr, hier kannte ich micht schließlich gut genug aus, würde einfach irgendwie auf bisher nicht geblogten Wegen durch Bickenbach lavieren, sollte kein Problem sein…
Also erstmal über die Strasse, dann rechts, am ehemaligen Jagdschloss entlang nach Süden, über den Parkplatz im ehemaligen Innenhof (hübsch neu gerichtet, hier war ich wohl auch länger schon nicht mehr gewesen) in den Ernst-Ludwig-Weg.
So. Und von hier dann…
Äääääh.
Na sowas.
Hier war ich ja noch nie gewesen.
Ein mir völlig unbekanntes Stück Bickenbach, mitten im Herzen des Ortes zwischen den Hauptdurchgangsstrassen.
Tja, so kann´s gehen: Da nörgel´ ich vorgestern noch gepflegt rum, weil es in der Umgebung nichts Neues mehr zu entdecken gibt, und gerade mal zwei Tage später und nicht mal 1,5 km Luftlinie von zuhause entfernt stosse ich dann prompt auf einen Satz verschollener Strassenzüge im Bickenbacher Dorfkern.
Irgendwie ja fast ein bisschen peinlich.
Aber auch spannend (das trumpft peinlich).
Da steckt sicher irgendwo eine wichtige Lektion fürs Leben drin… 😉

Na denn: Der Ernst-Ludwig-Weg. Mittendrin in den fremdartigen, dunklen Tiefen Bickenbachs. Wohngebiet, Mitte 20. Jahrhunders, Einfamilienhäuser, ein paar Doppelhaushälften, viel Grün. Zum Teil sehr hübsch, zum Teil etwas spiessig, zum Teil auch schon wieder ein bisschen versnobbt und neureich. 100 m. geradeaus, dann eine Sackgasse, da musste ich umkehren, mißtrauisch beäugt von einem stämmigen Rentner in einem der Vorgärten (diesen Blick kenne ich inzwischen schon ganz gut – den krieg´ ich immer von älteren Herren, die in etwas abgelegerenen Gegenden unmotiviert auf ihrem eigenen Grundstück stehen, und offensichtlich mit der Präsens eines Joggers in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld heillos überfordert sind. Eine faszinierende Melange aus Fassungslosigkeit [„Fremder. Da. Laufen… vorbei!“], gelangweiltem Kurzzeitinterresse [„Da bewegt sich was. Lieber mal hingucken“. Das bringt etwas Abwechslung in die eintönige Gartenarbeit, die in der Regel aus so spannenden Tätigkeiten wie Gartenzwergwienern, Schnecken Erdrosseln oder Rasenmitdernagelschereschneiden besteht], und einer unterschwelliger Feindesligkeit [„Ein Fremder. Und er rennt. Das ist sicher die Bulgarenmafia. Komm nur her du Lump, dann steck ich´ dir die Gartenzwergwienerbüste in deinen kriminellen Hintern bis du Blutest“]).
Ich ignorierte den Rentner und seinen Blick, drehte um, und bog dann links ab, auf eine Strasse, die seltsamerweise auch der Ernst-Ludwig-Weg war (O je. Eins von diesen Wohngebieten…).

An ihrem Ende dann rechts durch einen schmalen Fußgängerweg bis auf die Berliner Str. (ebenfalls unbekannt, aber von der wusste ich zumindest, wo sie rauskommt), dort links und an ihrem Ende rechts die Sandstrasse hoch. Etwas älteres Wohngebiet, Häuser dichter beieinander, mit Höfen statt Gärten, direkt am Strassenrand. Und es ging bergauf, auch das überraschte mich etwas, denn bei Bickenbach denke ich ersmal an „flach“ (was auch wieder etwas paradox ist, denn eigentlich muss ich nur aus meinen Wohnungsfenstern gucken, um zu sehen, dass ein Teil des Ortes auf einem Hügel gebaut ist). Trotz der sehr moderaten Steigung übrigens ziemlich anstrengend, so langsam machten sich die bisherige Strecke und die Strapazen des ungewohnten Asphaltlaufens etwas bemerkbar. Ausserdem war´s weiterhin etwas zu warm und stickig, puuh!.

Geggen Ende der Sandstr. näherte ich mich dem östlichen Ortsausgang an der Hügelstr., das war wieder bekanntes Terrain. Aber da ich gerade im Entdeckermodus war, ignorierte ich das mal, bog stattdessen scharf links in die Lundgrenstr. ab, die weiter den Bickenbacher Hügel raufführt, und die mir ebenfalls neu war.
Wenn schon, denn schon.
Also weiter aufwärts, vorbei am Bickenbacher Friedhof (Ach was! Ein Friedhof! Hier? Mitten in Bickenbach? Wer hätte das gedacht), lief wieder ein Stück abwärts und kam schließlich an der Jugenheimer Str. unterhalb der Kirche wieder raus, mitten im guten, alten, vertrauten Bickenbach.
Wie dicht das Bekannte manchmal doch am Unbekannten liegt… 😉

Fast geschafft (sowohl ich als auch der Lauf), nur noch schnell nach Hause. Rechts in Richtung Jugenheim, kurz vor dem Ortsausgang nochmal rechts in die Alsbacher Str., und nach 100 m. links auf einen holprigen Feldweg aus Bickenbach hinaus Richtung Jugenheim. 400 m. Felder., am südwestlichsten Zipfel Jugensheims rechts, nochmal ins Feld hinein bis zur Kreuzung am grossen Nussbaum, dort dann links, über die Strassenbahn und die L3100, dann geradeaus weiter sanften Hang hoch auf den Blütenweg zwischen Alsbach und Jugenheim.
Uaaaah! Das fiel noch mal schwer, paradoxerweise hatten mich die (zugegeben recht zügigen und vom Untergrund ungewohnten) 15 Flachlandkilometer mehr Kraft gekostet, als eine vergleichbare Bergstrecke, entsprechend baute ich auf der letzten Steigung nochmal so richtig ab, kam ins Schnaufen, merkte, wie mein Körper sich darauf vorbereitete, die Leistung endgültig runterzufahren.
Bevor das passieren konnte, war ich dann aber glücklicherweise oben, nochmal kurz links, 250 m. nach Norden, und ich war zuhause. Gutes Timing…

Heidenei. Gegen Ende wirklich anstrengend, bei zügigen, längeren Flachlandstrecken auf überwiegend hartem Untergrund hab´ ich momentan augenscheinlich noch gewisse Defizite. Müsste man eigentlich gezielt dran arbeiten, zumindest wenn man dieses Jahr noch an einem größeren/längeren Strassenlauf teilnehmen will. Naja, mal sehen, was sich noch ergibt…
Ansonsten ein netter Lauf, abwechslungsreich, teilweise hübsche Landschaft (gerade ums Moor rum), die unerwartete Entdeckung von Bickenbach-Mitte – eigentlich alles gut und ganz spassig.
Nur etwas weniger warm und drückend hätte es gegen Ende gerne noch sein dürfen.
Am Ende war´s dann knapp über den ursprünglich veranschlagten 90 Minuten, aber da die Strecke wegen des kleinen Umwegs am Erlensee auch 600 m. länger als geplant gewesen war, und ich auf die letzten Kilometer bewusst etwas langsamer geworden bin, geht das in Ordnung…

Strecke: 15,8 km
Zeit: 1:32 h (= 10,3 km/h bzw. 5:49 min/km)
Karte:

Interaktive Streckenkarte

M.

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7 Antworten to “Durch Wald und Moor und Felder: Jugenheim – Pfungstadt – Erlensee – Bickenbach (15,8 km)”

  1. Gerd Says:

    Hallo Matthias,
    so hört sich das doch schon wieder viel besser an. Un sogar was neues in der Umgebung. Man muss nur wollen!! 😉
    Da bist Du übrigens eine flotte 15km Runde gelaufen. Hut ab! Warst Du vor irgendetwas auf der Flucht 😆

    Gruß Gerd

  2. matbs Says:

    Auf der Flucht nicht, aber ich hab´ über den Winter und durch die Verletzung insgesamt etwas an Geschwindigkeit eingebüsst, das muss ich mir jetzt langsam wieder draufschaffen – selbst wenn es dieses Jahr nur noch für ein oder zwei Halbmarathons reichen sollte, würde ich da gerne mal unter zwei Stunden laufen, und da es im Moment noch nicht dafür reicht, ist eben ein bisschen Tempo üben angesagt.


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