Kleine Tempotour aufs Schloss (7,4 km)

20. Juli 2008

Sonntag mittag, und es fehlten noch etwas über 5 km zum Wochenminimalziel – nicht mehr wirklich viel, da reichte auch schon eine ganz kleine Tour.
Aber etwas schneller sollte sie sein, zum Einen, weil sich das bei Kurzstrecken natürlich anbietet, zum anderen, weil mir gerade heute bewusst worden war, dass ich schon seit über einem Monat keinen einzigen Lauf mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 10 km/h bzw. unter 6 min/km gemacht hatte.
Entsprechend die Vorgaben für heute: Nicht so weit und nicht so langsam.
Eigentlich hätte sich da ja eine kleine Runde nach Westen ins Flachland angeboten, aber das wollte ich nicht – ich war irgendwie schon den ganzen Tag reizbar und mißmutig gewesen, deswegen entschied ich mich stattdessen für eine kleine Tour durch den Wald aufs Alsbacher Schloss – ein Berglauf auf Geschwindigkeit, genau das richtige, um etwas Dampf abzulassen.

Und los. Erstmal in den Wald: Jossastr., den Feldweg hoch zum Waldrand, dann auf dem Burgenweg (blaues B) das Jossatal hoch. Tempo hoch, Steigung moderat bis knackig, da zogen die paar hundert Meter bis zur Kehre am Talende schon mal gut rein.

Um die besagte Kehre herum auf den Jossaweg (das ist der unterhalb vom Pürschweg, weiterhin Blaues B), und weiter an der Talwand hoch, um die Linkskurve und das lange, relativ gerade Stück direkt unterhalb der Ruine Jossa nach Süden. Wenig bis gar keine Steigung, deshalb ideal um wieder etwas zu Atem zu kommen.
Puha!
Heute war ich wirklich schnell.

Am Ende des ebenen Stücks nach der Jossa die nicklige Steigung hoch zum Rand des oberen Hasselbachtals, die war ziemlich anstrengend (vor allem weil sie IMMER länger ist als ich erwarte – egal wie oft ich die Laufe, ich verschätze mich jedesmal und komme entsprechend auf die letzten 50 m. ins Schwimmen – aber heute zog ich´s durch, auch wenn mir fast die Luft wegblieb. Das ist das schöne an Kurzstrecken, da kannst Du wirklich alles aus Dir rausholen, ohne Angst haben zu müssen, 15 km später deswegen einzubrechen).

Nach etwas über 300 m. Anstieg der Scheideweg: Links hoch wäre es in Richtung Darsberghütte gegangen, da hätte ich eigentlich hingewollt. Aber nach dem Tempolauf den Berg hoch war nicht mehr allzuviel Atem übrig, da sparte ich mir das lieber mal und wandte mich stattdessen nach rechts, runter ins Hasselbachtal.
Aaah, schön bergab. Atmung kontrollieren, ruhig werden, Tempo halten.

Nach ca. 150 m. geradeaus über den Bach auf die gelbe 6 gehetzt (die war ziemlich überwuchert und etwas schlammig), und an der Talwand entlang bis auf den kleinen Rücken zwischen Hasselbach- und Sperbergrund-Tal. Hier kreuzt ein kleiner, unebener Trampelpfad, der geradewegs den Rücken hinauf- und hinunter führt – da ich ja noch aufs Schloss wollte, und dafür eigentlich schon zu tief war, bog ich links ab und lief den Pfad 200 m. bergauf (übrigens bisher ungebloggt, das war mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst gewesen), bis ich den nächsthöheren Weg (gelbe 8 ) erreichte.
Und schon wieder ziemlich ausser Atem, nach den vielen Wochen gemächlich-ruhigen Berglaufens hatte ich fast vergessen, wie unheimlich anstrengend es ist, eine ordentliche Steigung auf Tempo zu laufen
(Notiz an mich Selbst: Steigung + Tempo = Urk!).

Oben dann rechts, gottseidanke wieder etwas bergab, die gelbe 8 runter zur Abzweigung am obersten Ende des Spergbergrund-Tals. Übrigens ein wunderschönes Stück, leicht abfallender Weg am Hang entlang, rechts das Tal voll mit lichtem Hochwald, durch dessen Kronen die Abendsonne herrliche Muster zeichnete.
Fast ein bisschen schade dass ich heute keine Zeit zum Geniessen hatte.
Aber ich lief ja auf Tempo, also nix wie durch, runter an die Wegscheide, dort links ab und schon wieder ordentlich bergauf (Puuuh!), die gelbe bis zur Hoboken-Hütte, dort geradeaus und auf der gelben 1 runter ins Schlosstal oberhalb der Fahrstrasse.
Ab hier dann die gelbe 9 an der Südwand des Tals entlang bis zum Schloss.
Schöner, weicher Untergrund, fast eben, inzwischen war ich richtig warm – perfekt.
Hier flog ich geradezu entlang.

Entsprechend schnell war ich dann auch beim Freizeitgelände am Schloss, wo ich rechts abbog, rechts am Schloss vorbei lief, und dann den Burgenweg rechts runter in Richtung Alsbach nahm.
Steiles Stück durch mehrere tief in den Hang gefräste Hohlwege hindurch, teilweise schlechter Untergrund, schon ziemlich dunkel, da muss man etwas aufpassen, gerade wenn man´s eilig hat.
Hier wurde es dann auch so langsam unangenehm: Schnell bergauflaufen geht auf die Kondition, schnell bergablaufen hingegen auf die Muskeln und Gelenke – dementsprechend spürte ich meine Beine schon ziemlich ordentlich, als ich zwischen den bewachsenen Hohlwegswänden talwärts wetzte: Jeder Schritt eine unangenehme Erschütterung, nicht unerträglich, aber in der Summe doch sehr unangenehm.

Schließlich Alsbach, die Hindenburgstr. am Hang, hier rechts runter auf die Kirchstr., der dann links runter ins Dorf gefolgt, dann rechts auf den Blütenweg (gelbes B) und auf der üblichen Strecke (Lindenstr., Am Katharinenberg, Jugenheimer Str., Blütenweg durchs Feld) zurück nach Jugenheim, dabei noch mal so richtig in die Vollen gegangen, und tempomässig rausgeholt was noch ging.
Als ich schließlich wieder zu Hause am Hoftor war, war ich zwar fix und fertig, hatte aber auch einen extrem guten Schnitt von über 10,5 km erreicht – das klingt vielleicht erst mal gar nicht soo dolle, für einen echten Berglauf mit mehreren hundert Höhenmetern und teils schlechtem Gelände ist es aber ein Supertempo!

Fazit: Kurz, schnell, schmerzhaft, am Ende kaputt aber auch sehr zufrieden mit der Zeit. Gut.

Strecke: 7,4 km
Zeit: 0:42 h (= 10,57 km/h bzw. 5:40 min/km)
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 4,05% (0,3 km von 7,4 km)
Karte:

M.

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2 Antworten to “Kleine Tempotour aufs Schloss (7,4 km)”

  1. Gerd Says:

    Flotte Zeit!!! Du wirst ja noch zum Sprinter 😉
    Da hast Du ja eine richtig, fleissige Woche hinter dir. Schön das einer das Sommerloch ein wenig auffüllt. Bei mir läuft es noch nicht ganz so rund wie es sollte. Ich halte mich zur Zeit hauptsächlich mit Biken fit.
    Ich hoffe auf die nächsten Tage. Da soll auch endlich das Wetter ein wenig besser werden.
    Vielleicht sollten wir Anfang August mal wieder zusammen laufen?
    Gruß Gerd

  2. matbs Says:

    Hi Gerd,

    naja, was heisst fleissig – die Hälfte der Läufe hab´ ich ja schon in der Vorwoche gemacht und nur diese Woche gepostet – so richtig zufrieden bin ich mit den ca. 40 Wochenkilometern, die ich im Moment immer so hinlege nicht (zumal ich merke, wie sich meine Wahrnehmung wieder auf kürzere Strecken umstellt, und mir 15 km auf einmal wieder ziemlich weit vorkommen), aber mehr ist eben vorerst leider nicht drin.

    Mach´ du ruhig noch mal langsam und gönn mir noch ein paar Tage, um meine Jahresbilanz im Vergleich zu deiner wieder etwas aufzupolieren… 😉

    Auf einen gemeinsamen Lauf hätte ich auch Lust, allerdings möchte ich mich momentan noch nicht so gern auf einen Termin Anfang August festlegen – wir können ja mal grob den August ins Auge fassen, und dann etwas zeitnäher sehen, was geht.

    Gruß

    Matthias


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