Erweiterte Wochenübersicht: 2008 KW 33 (11.08. – 17.08.)

17. August 2008

Aus Zeitgründen gibt´s erstmal weiterhin nur Laufblog Light™, also die Laufberichte nur in Form eines erweiterten Wochenrückblicks. Siehe unten.

So, Kinder, heute gibt´s die erweiterte Wochenübersicht doch tatsächlich wirklich schon am Sonntagmittag, dafür aber noch nicht vollständig. Den letzten Lauf der Woche mache ich nämlich erst heute Abend, nach vielen Monaten mal wieder zusammen mit Ingo, der mal wieder in der Gegend ist. Und weil das Wetter so schön ist, und ich uns eine total interessante Strecke rausgesucht habe (–> Neutsch –> Modau –> Waschenbach –> Frankenhausen), und das ein Riesenspass wird, werd´ ich da den Foto mitnehmen. Und weil Fotoläufe ja immer ´nen Extraaeintrag kriegen, müsst ihr euch da halt einfach noch ein oder zwei Tage gedulden, bis ich den nachreiche.
So sieht´s aus! 🙂

Bis dahin könnt ihr ja immerhin schon mal den Rest meiner Laufwoche goutieren:

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.

Di. Letzte ungebloggte Wildnispfade nördlich des Melibokus

1:22 h

12,3 km

Mi.

Do.

Tempotour um den Nordrand vom Jägersburger Wald

1:06 h

12,5 km

Fr.

Melibokus mit Heidi

??

9,6 km

Sa.

So. Nördlicher Odenwald mit Ingo – Ein Laufbericht mit Fotos

1:52 h

16,2 km

Wochenlaufleistung 50,6 km

 
Hier die Berichte dazu:

Lauf #1, Dienstag 12.8.08: Letzte ungebloggte Wildnispfade nördlich des Melibokus
Brrr. Garstiger Tag. Trübgraue tiefhängende Wolken, die über den Himmel jagten, Regen, Sturm – fast wie im November. Zwar nicht kalt (19 Grad) aber eklig, da hatte ich irgendwie das Bedürfnis, erstmals seit Monaten wieder mal langärmelig zu laufen – was ich dann auch tat. Viel Lust hatte ich trotzdem nicht, also startete ich einfach mal ein bisschen unmotiviert hoch in den Wald, mit dem vagen Plan, noch ein paar ungebloggte Rumpelpfade in Repertoire zu nehmen.


Standartstrecke: Jossastr., Burgenweg durchs Darsbergtal, links hoch und am Merckschen Wasserturm vorbei, schließlich rechts auf den Pürschweg in Richtung Melibokus.
Lief überraschend gut – die letzte Woche ja vornehmlich Flachland gelaufen, entsprechend war die Bergmuskulatur ausgeruht und tatendurstig. Beunruhigend war allerdings der Wind, der mit kleineren und größeren Sturmböen voll in den Wald am Westhang hineinwehte und die die Bäume zum Knarzen brachte – angesichts der vielen runtergefallenen Äste, die überall rumlagen, konnte da einem schon ein bisschen mulmig werden…

Passierte aber nichts, stattdessen zügiger und ereignisloses Aufstieg den Pürschweg hoch: Darsbergwiese, Darsberghütte, Hohe-Stich-Weg, schließlich die Kurve, hinter der es noch mal kurz etwas steiler wird, bevor man die letzte Gerade vor der Melibokusstrasse erreicht. Auf den Gipfel wollte ich heute nicht, also bog ich hier halbrechts ab, nahm den unmarkierten, pfützigen Waldweg unterhalb des Pürschwegs, erreichte nach ein paar 100 m. die Serpentine des Wegs oberhalb vom Erlengrund (unmarkiert), und schließlich nach einem kurzen Aufstieg den Weg, der unterhalb des Gipfels um die Melibokuskuppe führt (unmarkiert). Den nahm ich dann. Schlechte Sicht, denn der Melibokusgipfel hatte sich wie bei dieser Wetterlage üblich ein paar tiefhängende Regenwolken eingefangen, durch die ich jetzt durchmusste, das war kalt, klamm, und wattig.

Am Südhang stiess ich auf den Luci-Berg-Weg/Nibelungensteig (weisser Balken/rotes S), folgte ihm nach Norden um die Kuppe rum, lief dann ein Stück die Melibokusstr. runter, und wechselte dann an der Hütte in der dritten Serpentine halbrechts auf die Kattenberger Schneise (also den Trampelpfad, der parallel zum Pürschweg über den Bergkamm führt). Etwas schlammig, etwas nesselig, etwas windig, etwas steil abwärts, insgesamt aber gut zu laufen – immer geradeaus durch, bis ich wieder unten an der Darsberghütte war. Dort geradeaus an der Hütte vorbei und auf den Trampelpfad, der geradewegs den Darsberggipfel hochführt (schlammig, nesselig, windig, steil – alles wie gehabt), und weiter bis zur kleinen Kreuzung auf dem Kamm oberhalb der Darsbergwiese.

Hier dann das erste richtige ungebloggte Stück: Nicht links runter zum Pürschweg, nicht rechts runter zum Weg an der Bauernhöhe, sondern geradeaus auf den Pfad über den Bergrücken nach Norden.
War ich neulich ja schon beinahe gelaufen (–> 23.7.), aber hatte dann doch noch einen Bogen gemacht, weil dort gerade der Revierjäger zugange war.
Aber heute!
Und siehe da: Der scheinbar so kleine Trampelfpad war eigentlich ganz ordentlich: Halbwegs eben, nicht zu zugewachsen, leicht abfallend, liess sich recht gut laufen. Besonders spannend – hier sah alles neu und unbekannt aus (war vor Jahren schon mal durchgelaufen, aber kaum noch Erinnerung), und das, obwohl ich gerade mal 100 m. vom nächsten bekannten Weg entfernt war – so mag ich das!

Immer geradeaus und bergab, gegen Ende des Pfades dann eine Art Rinne/Hohlweg wo sich´s schlechter lief, und schließlich hatte ich die Kurve des Weges erreicht, der an der Ostseite des Berges an der Bauernhöhe entlangführt (gelbe 2).
Hier bot sich gleich der nächste unbekannte Pfad an, und wo ich eh schon dabei war, nahm ich den natürlich: Scharf links, sehr schlechter Pseudo-Waldweg (eigentlich nur ein Stück, wo der Hang etwas gerade war), wieder etwas bergauf und über den Kamm zurück auf den Pürschweg (SJ2).
Oh Mist!
Da war ich ja schon vorhin hochgelaufen, jetzt wandte ich mich nach rechts und lief ihn wieder runter – nicht so gut, denn solche teilweisen Wegedopplungen machen die Übersichtskarte immer total wirr und unleserlich, das stört mich dann immer ein bisschen. Aber jetzt war´s zu spät, dann eben heute mal mit unübersichtlicher Karte (siehe Ende des Berichts… 😉 ).

Pürschweg runter bis zur Bergnase über dem Merck-Tal, dort dann spontan links raus und dem Rücken auf einem winzigen Trampelfpad zum nächstunteren Weg gefolgt (Sehenswürdigkeit: Hier steht ein 50 cm hoher aus Holz geschnitzter Pilz im Wald – keine Ahnung warum), dort dann links und auf halber Höhe das untere Darsbergtal hinauf bis zur Weggabelung kurz vor dem Talende. Hier laufe ich immer halbrechts runter, auf den Burgenweg im Talgrund.
Halblinks ging theoretisch auch, da ist ein „Weg“, der um das Tal herum bis an die Jossa führt. Aber der ist so unsäglich mies, der ist quasi unlaufbar, deswegen hab´ ich ihn seit Jahren nicht mehr genom…
Hey, moment mal: Mieser, ungebloggter Weg, sowas stand doch heute auf dem Programm! 😀
Na dann: Halblinks, auf den Weg zu Jossa (natürlich unmarkiert).
Erste Meter: Passabel. Nicht gut, aber trotz Steigung, Vegetation und rumliegenden Ästen kein Problem.
Aber je weiter ich mich dem Talende näherte, desto schlammiger wurde es.
Richtig schlammig – 10 cm. tiefe braune Siffe, halbflüssig und so glitschig, dass sich das Laufen irgendwann so anfühlte, als würde man versuchen, auf Schlittschuhen den Berg hochzugleiten (wer sowas noch nicht versucht hat: Geht garnicht!).
Schließlich durch einen noch schlimmeren Morast am Talende gewatet und auf der anderen Talseite bergauf in Richtung Jossa. Untergrund wieder etwas trittiger (gibt´s das Wort?), dafür aber fest in der Hand von Brennesseln und Dornenranken, außerdem bestand das bisschen Pseudoweg nur aus zwei schmalen, unebenen und supertiefen Furchen, wo sich vor Jahren wohl mal ein schweres Fahrzeug den Hang entlang gequält hatte – auch das nicht wirklich gut.

Aber ich bin ja geländegangig, also stolperte ich mich mehr oder weniger souverän (eher weniger, um ehrlich zu sein…) bis auf Anhöhe an der Jossa hoch, und lief geradeaus über die Burgruine – auch das ein kleines Novum, denn seit Blogbeginn bin ich immer nur an der Ruine Jossa vorbei, aber niemals drüber gelaufen.

Eigentlich ja auch kein Wunder, denn von allen Burgen zwischen Darmstadt und Weinheim ist die Jossa zweifellos die unspektakulärste: Eigentlich nur noch ein Hügel mit ein paar Mauerresten, umgeben vom ehemaligen Burggraben. Und auch historisch hat sie nicht so richtig viel zu bieten: Gebaut gegen Ende des 13. Jahrhunderts in strategisch unbedeutender Lage, zu klein, schlecht zu verteidigen, kein guter Zugang zum Wasser. Entsprechend wollte sie niemand so recht, sie wurde ein paar Jahrzehnte ständig hin- und hergeschenkt, ohne dass jemals was Spannendes passiert wäre, und schließlich 60 oder 70 Jahre nach ihrer Erbauung verlassen und dem Verfall preisgegeben – danach diente sie dann dem Bewohnern von Alsbach und Jugenheim als Quelle billigen Baumaterials. Ende.
Trotzdem nett, mal wieder hier zu sein, ist schließlich meine „Hausburg“ weniger als 1 km Luftlinie von daheim entfernt, und im richtigen Licht hat sie sogar ein bisschen was Wildromantisches (und es gibt einen ordentlichen Blick durch die Bäume nach Norden die Bergstrasse entlang).

Ich lief im Uhrzeigersinn am Graben entlang um den Burghügel herum, und nahm dann den Trampelpfad runter auf den Jossaweg (Burgenweg – blaues B), bog dort rechts ab, und lief schließlich über den Grund des Darsbergtals zurück nach Hause.

Und das war´s. Trotz des miesen Wetters und meiner anfänglichen Unlust eigentlich eine gute, spannende Tour, die ohne größere Probleme verlaufen ist und Spass gemacht hat. Gut, am Ende war ich wieder mal total eingesaut und hatte mir die Beine verätzt/verstochen bis zum Gehtnichtmehr, aber das gehört ja letztlich dazu… 😉
Und damit wäre jetzt jeder – wirklich jeder! – auch nur ansatzweise laufbare Weg, Pfad oder Pseudopfad im nördlichsten Zipfel des Melibokusmassivs gebloggt: Wenn´s auf dem Melibokusrücken ist, nördlich der Linie Sperbergrund-Bodenäcker liegt und irgendwie zu joggen ist, dann ist es hier auch dokumentiert!
Boo-Yah! 😀

Strecke: 12,3 km
Zeit: 1:22 h (= 9 km/h bzw. 6:40 min/km – ordentliches Tempo für einen Berglauf auf unsäglichen Pfaden)
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 21,1% (2,59 km von 12,3 km)
Karte:

(wie gesagt: Durch die Wegedopplungen, die ich sonst immer vermeide, ist die Karte dieses mal unglaublich wirr – sorry, da müsst ihr heute mal durch… 😉 )

Lauf #2, Donnerstag 14.8.08: Tempotour um den Nordrand vom Jägersburger Wald
Ursprüngling hatte ich heute nicht laufen wollen.
Aber dann war das Wetter so schön, und ich hatte Lust und fühlte mich topfit (nachdem der Tag wegen zuwenig Schlaf ziemlich müde angefangen hatte, hatte ich den späten Vormittag und frühen Nachmittag damit verbracht, Kaffee in mich reinzukippen, und der zeigte nun am Vorabend so langsam Wirkung…), da wollte ich doch noch mal los.

Strecke war kein Problem, da hatte ich noch eine Tour über unbekannte Nebenstrecken am Arsch des Rieds in Petto, um den einsamen Nordrand des Jägesburger Waldes herum, die war ideal für das freundlich-warme (aber nicht heisse) Wetter.
Problematischer waren heute mal die Klamotten: Mein ganzes Funktionszeug war benutzt, stank wie ein toter Iltis nach fünf Tagen in der Sonne, hatte lustige Batikränder aus ausgeschwitzten Kristallen, und war für die Wäsche vorgesehen, ergo nicht abkömmlich.
Blieb an echter Herrenoberbekleidung für den Sport nur noch das hellblaue Muskelshirt, das ich letztes Jahr als Finisher des Nibelungenlaufs gekriegt hatte. Hatte ich seinerzeit extra in Größe M genommen, weil das so gut saß und die athletischen Formen meines total krass durchgestählten V-förmigen Luxusoberkörpers betonte (zumindest hab´ ich das so in Erinnerung – so eine weichgezeichnet unzuverlässige Rückschau ist doch was Feines 😀 ).
Dummerweise bin ich dieses Jahr ja nicht ganz so gut im Training und eher… U-förmig.
Entsprechend saß das Shirt dann auch nicht ganz so gut, wie ich es in Erinnerung hatte.
Im Spiegel grinste mir Etwas entgegen, das bestürzende Ähnlichkeit mit einer himmelblauen Wurst mit Brille hatte. Hrm…
Aber gut, wollte ja am Arsch vom Arsch der Welt laufen, da würde sich hoffentlich niemand über den schnaufenden und schwitzenden Mann (= mich) mit den zu klein geratenen Klamotten mockieren können… 😉

Start auf dem Parkplatz der Verdichterstation zwischen Hähnlein und Gernsheim neben der L3112, am Rand des Jägersburger Waldes. Erstmal Westwärts: Am Ende des Parkplatzes rechts über eine kleine Brücke auf einen etwas unebenen Feldweg (unmarkiert), den dann nach links in Richtung Hähnlein.
Gegend flach, Matthias voller Kaffee, entsprechend von Anfang an hohes Tempo. Lief gut.

Nach einem halben Kilometer links und an der Verdichterstation vorbei geradewegs nach Norden durch die Felder, bis zum nordöstlichsten Zipfel des Jägersburger Waldes (erster Teil des Weges unmarkiert, zweiter Teil Saar-Rhein-Main-Weg/Gelbes Plus).
Dort dann geradeaus weiter, am Waldrand entlang ins Niemandsland an der Autobahn. Überraschend hübsch: Rechts schilfige Brachwiesen mit ein paar alten Bäumen, links der weitgehend unberührte, extrem dichte Sumpfwald, aus dem dieser charakteristische, gar nicht so unangenehme „Altrheingeruch“ drang. Außerdem verlief direkt neben dem ordentlich gekiesten Weg eine Pipeline (wohl Gas), die alternativ rostig-matt oder freundlich hellblau (passte zu meinem Shirt…) schimmerte.
Nach einem halben km war der Waldrand zuende, stattdessen raus in die offene Fläche des „Rödenfelds“ direkt neben der Autobahn und zusammen mit der Pipeline (die inzwischen die Wegseite gewechselt hatte) weiter nordwärts. Nun roch´s intensiv nach Zwiebeln, was vielleicht an dem riesigen Zwiebelfeld lag, das ich hier passierte.

Am Ende des Weges kurz links, dann rechts hoch zum einsamen Neuhof kurz vor der A67, dort dann links und auf der Autobahnbrücke über die A67 in Richtung Allmendfeld. Weiterhin superschnell, trotz etwas Sodbrennen und der leichten Steigung der Brücke, das flutschte heute.

Hinter der Brücke hatte ich eigentlich geradeaus laufen und den Berleweg am Südrand des unglaublich weitläufigen Dörchens Allmendfeld nehmen wollen. War ich aber schon mal gelaufen, also bog ich stattdessen spontan links ab und lief runter zum Johannishof, einer kleinen aber sehr aparten Ansammlung von Häusern (samt Hundepension, wie ein Schild an der Kreuzung verkündete) in den Feldern neben der A67.

Am Ende des Weilers rechts, grasiger Feldrainweg (schön weich aber unschön uneben) nach Westen. Eeeeeeeeeeeeeeeeeeewig lang: Furchtbar lange stur geradeaus durch das offene Gelände, noch mehr Zwiebelfelder, im Süden das einsam gelegene Gruppenwasserwek Ried, links und geradeaus der Jägersburger Wald, der ums Verrecken nicht näherkommen wollte.
Zog sich.
Endlich dann doch: Nach 1,2 km der Waldrand. Dem nach rechts gefolgt, bis ich den Allmendfelder Friedhof erreichte. Dabei festgestellt, dass ich irgendwo unterwegs mein ausgedrucktes Übersichtsplänchen verloren hatte – Lange nicht so schlimm wie ein verlorener Autoschlüssel, aber den Rest der Strecke würde ich wohl oder übel im Blindflug machen müssen. Hrrrm.

Am Friedhof links, vorbei an einem ca. 200 alte Jahre alten Mann der mit einem mindestens genauso alten Rasenmäher hektoliterweise blauen Dampf erzeugte und überaus erfolgreich die Geräuschkulisse des Frankfurter Flughafens in der Rush Hour emulierte (mähen tat das Teil allerdings nicht, zumindest war nichts dergleichen erkennbar), dann immer weiter den Waldrand runter bis zur Siedlung Waldfrieden vor Gernsheim (das ist da, wo das Hotel Hubertus ist). Wieder mal: Eine Mischung aus Weg und Wiese, weich und uneben, natürlich unmarkiert, aber nicht schlecht zu laufen.

In der Siedlung Waldfrieden links gehalten, zwischen den Häusern hindurch auf einen Weg, der parallel zur L3112 ostwärts in den Jägersburger Wald reinführte.
An der ersten Kreuzung Unsicherheit: Geradeaus oder links?
Der Plan war ja nicht mehr da, die Bäume waren so dicht, dass man sich nicht richtig an der Sonne orientieren konnte, also hörte ich mal wieder auf mein Bauchgefühl (ja menno, was soll ich denn sonst machen, häh?) und bog links ab. Die Forstmeisterschneise. Knapp 400 m. geradeaus, dann kam der Waldrand in Sicht. Und zwar der, an dem ich erst vor ein paar Minuten entlanggelaufen war.
Gnaaaaah, falsch!
Umkehr, zurück zur Kreuzung, diesmal richtig weiter, nämlich immer noch Ostwärts. Dichter Laubwald, viele Brombeerhecken, alle paar Meter ein bunkerartiges Wasserhäuschen im Dickicht.
An der nächsten Kreuzung rechts auf einen Kiesweg, dem einen halben Kilometer bis zum mit Betoplatten ausgelegten Weg auf der Rödenfeldschneise gefolgt, den dann links hoch bis zur Kante des Waldes (Radweg 25), dort rechts in die Löcherschneise.

Weiter ostwärts durch den Wald. Inzwischen richtig warm, guter Weg, keine Ablenkungen hier im tiefen Wald, entsprechend richtig zügig.
Kurz vor der Autobahn links in die irgendwie drollig benannte Spundloch-Schneise, auf der eigentlich auch wieder der Saar-Rhein-Main-Weg verläuft. Uneigentlich ist allerdings nirgendwo eine Markierung zu sehen, kein Wunder, hier kommt sicher auch keine Sau vorbei (ok, Sauen wahrscheinlich schon. Aber die achten nicht auf Markierungen).
Am Ende der Schneise dann rechts, zur irgendwie furchtbar deplaziert wirkenden Fußgängerbrücke über die A67. Die ist ein riesiger Klotz aus Holz und Beton, und sieht wie eine Brücke aus, die im Herzen einer Millionenstadt steht, um täglich Zehntausende von Menschen über die Stadtautobahn zu bringen.
Bloss dass diese hier buchtstäblich im Nichts steht: Mitten im einsamsten Teil des Jägersburger Waldes, weit entfernt von irgendwelchen wichtigen Wegen, von beiden Seiten nur über einen unscheinbaren, total überwucherten Mini-Pfad im Wald zu erreichen. Hier sind wahrscheinlich in den ganzen Jahrzehnten seid die gebaut wurde noch keine Zehntausend Menschen drüber gekommen…
Irgendwie ziemlich surreal.

Aber sie geht über die A67, das ist schon mal wert: Die breiten Holzstufen hoch (puuh! Stufenjoggen strengt an), rüber, auf der anderen Seite runter und das Wucherpfädchen bis zum Asphaltweg im nordöstlichsten Teil des Waldes. Der gehört bereits wieder zum Dunstkreis der Verdichterstation, entsprechend finden sich hier keine Wasserhäuschenbunker mehr, sondern es hat alle Naslang kleine Lichtungen mit seltsamen Gastanks drauf, jeweils gesichert mit hohen Zäunen und einem veritablen Schilderwald, indem EON/Ruhrgas bei unbefugtem betreten gnadenlose Strafverfolgung und/oder tödlichste Gasexplosionen androht.
Mal unter uns: Irgendwie sind mir diese EON-Fuzzies nicht geheuer – Hocken mit ihrer Flutlichtanlage und den eingezäunten Tanks voller Explosivstoffe mitten im einsamen im Wald und brüten werweiswas aus, ich weiss ja nicht…

Ich folgte noch ein Stück dem Saar-Rhein-Main-Weg, bog nach 300 m. rechts auf einen weiteren Asphaltweg ab, der zwischen mehr Gastanks zu einer Schneise führte, und folgte dieser dann nach links bis an die Verdichterstation (mehr größere Gastanks hinter mehr größerem Zaun mit mehr größeren Warnschildern vor mehr größerer Strafverfolgung und mehr größeren Explosionen). Dort dann rechts runter und zurück zum Parkplatz mit dem wartenden Auto.

Weiss nicht mal genau, warum, aber das hat heute so richtig viel Spass gemacht: Viele neue Wege, landschaftlich zwar eigentlich nicht superreizvoll, aber mir hat´s trotzdem gefallen, größere Probleme gab´s keine. Am Ende noch topfit, ohne schmerzende Beine oder so, und das, obwohl ich heute wirklich extrem schnell (für meine Verhältnisse) unterwegs war.
Tutto bene!

Nur an der Muskelshirtfigur muss ich vielleicht noch etwas feilen… 😆

Strecke: 12,5 km
Zeit: 1:06 h (= 11,36 km/h bzw. 5:17 min/km)
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 81,52% (10,19 km von 12,5 km)
Karte:

Lauf #3, Freitag 15.8.08: Melibokus mit Heidi
Schon Freitag, und jetzt erst der erste Lauf mit Heidi diese Woche – die hatte letztes Wochenende nämlich einen Triathlon (bei dem sich das Lauftraining dem Vernehmen nach schon ausgezahlt hat), und sich deshalb erst mal eine faule Woche gegönnt.
Bis heute – Schluss mit faul, stattdessen Zeit für einen kleinen Berglauf.

Ordentliches Wetter, keine Feste Route, Start leicht verzögert (Heidi hatte etwas Probleme damit, den vereinbarten Treffpunkt zu finden – nix Neues also 😉 …).

Natürlich erstmal aufwärts. Standartstrecke in den Wald: Jossastr., Burgenweg durchs Darsbergtal, Merckscher Wasserturm, Pürschweg (SJ2). Etwas langsamer als gewohnt, weil Heidi mit ihrem mitgebrachten Foto psychedelische Waldbilder knipsen musste…

…und einen nicht unerheblichen Teil ihres Atems dazu brauchte, sich darüber zu beschweren, dass es so voll fies gemein steil…

Schließlich eine kurze Pause an der Darsberghütte, samt der Frage: Wie geht´s weiter? Heidi machte einen sehr fitten Eindruck, also schlug ich vor, doch weiter bis auf den Melibokus zu laufen – immerhin hatten wir hier ja schon die Hälfte der Strecke und mehr als die Hälfte der Höhenmeter.
Machten wir dann auch.
Weiter aufwärts, das fast ebene Stück am Hohe-Stich-Weg entlang, um die etwas steilere Kurve, und die Gerade bis zur Melibokusstr. hoch, über die dann bis zum Gipfel.
Heidis erste joggende Melibokusbesteigung – sehr reife Leistung. Entsprechend gab´s zur Belohnung noch eine längere Pause an der Startrampe unterhalb des Turms, einen Fitness-Riegel (den Heidi erst nicht wollte, und mir leicht schmollend erklärte, ihr würde schlecht, wenn sie den jetzt essen würde. Half natürlich nichts, wenn ich den schon bis hier hoch schleife, dann muss der auch gegessen werden 🙂 !), und natürlich die unglaublich herrlich wahnsinnig dolle grandiose Aussicht:

Danach wieder auf derselben Strecke bergab. Wald schon relativ finster, hin und wieder schimmerte ein hübscher Sonnenuntergang durch die Bäume:

Tempo deutlich höher, als ich es alleine gelaufen wäre – offensichtlich wollte Heidi das Getrödel des Hinwegs wieder ausgleichen, und machte deshalb richtig Dampf. Mir war´s recht…
An der Kurve vor der Darsbergwiese dann noch eine kleine Kursabweichung vom Hinweg Links vom Weg ab und runter über die Ruine Jossa (wenn man schon mal da ist), dann über den Jossaweg und den Burgenweg durchs Darsbergtal zurück runter nach Jugenheim, wo ich mich an der Ecke Alsbacher Str./Jossastr. von Heidi verabschiedete (Heidi lief dann noch runter ins Dorf zu sich nach Hause, und hatte damit erstmals seit wir zusammen Laufen eine weitere Tagesstrecke als ich).

Netter Lauf. Heidi hat mich heute zugegebenermassen ein bisschen beeindruckt – dafür, dass sie noch nie auf den Melibokus gelaufen war, hat sie sich ziemlich gut gehalten, und war am Ende nicht mal richtig erschöpft- Respekt! Andererseits hat sie unterwegs hin und wieder mal ganz schön gemeckert und sich beschwert, weil es „soooo gemein bergauf geht“ – und das, obwohl´s ihr offensichtlich nicht wirklich schwer gefallen ist. Ich glaub´, da müssen wir noch ein bisschen am Willen zur Selbstquälung feilen… 😉

Strecke: 9,6 km
Zeit: Langsam (wegen der Pausen nicht so genau drauf geachtet, insgesamt knapp 1:45 h unterwegs gewesen)
Karte:

Lauf #4, Sonntag 17.8.08: Odenwald mit Ingo
Hat einen eigenen Laufbericht, siehe hier

M.

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6 Antworten to “Erweiterte Wochenübersicht: 2008 KW 33 (11.08. – 17.08.)”

  1. Gerd Says:

    Du warst ja richtig fleißig die Woche! Und dann zum Wochenende nochmal ein Lauf mit Foto. Du übertriffst Dich 😆
    Nur mit deinen „Light“ Wochenberichten bin ich noch nicht so glücklich.
    Die strengen wegen Ihrer Länge immer so an 😉

  2. Heidi Says:

    Ich habe gemeckert…..? Komisch, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Muss wohl an meinem Sieb-Gedächtnis liegen.
    Ja, vor allem bergab war`s richtig nett (obwohl mir von dem Fitnessriegel totaaaal schlecht war), wir sollten immer bergab laufen.

    Und das mit den „Light“ Wochenberichten sehe ich genauso wie Gerd. In einem anderen regionalen Sportblog, wo ich heute war 😉 , ist das auch anders! Morgens um 6 gelaufen, kurz darauf ist der Bericht online! 😀

  3. Gerd Says:

    …wenn auch literarisch nicht auf dem gleichen hohen Niveau wie hier 😆

  4. Heidi Says:

    Macht gar nix, dafür gut lesbar. 😀

    Womit ich natürlich nicht sagen will, dass Matthias anspruchsvolles, literarisch wertvolles Blog nicht gut lesbar wäre
    *schwitz*

  5. matbs Says:

    Oh Mann, da hab´ ich mir vielleicht einen Satz Stammleser angelacht…

    😆


  6. […] Erweiterte Wochenübersicht: 2008 KW 33 (11.08. – 17.08.) […]


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