Erweiterte Wochenübersicht: 2008 KW 35 (25.08. – 31.08.)

31. August 2008

Weiterhin nur Laufblog Light™, aber heute isses mal nicht so viel auf einmal, weil der vorletzte Lauf seinen eigenen Eintrag hat und der letzte verletzungsbedingt gar nicht stattgefunden hat.

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.

Di.

Schöner Abendlauf hinterm Alsbacher Schloss

1:12 h

10,4 km

Mi.

Do.

Tannenburg mit Heidi

?? h

11 km

Fr.

Sa. Kalamitäten zwischen Lauter- und Modautal (mit Fotos)

1:36 h

13,4 km

So.

Wochenlaufleistung 34,8 km

 
Hier die Berichte dazu:

Lauf #1, Dienstag 26.8.: Schöner Abendlauf hinterm Alsbacher Schloss
Die ganze letzte Woche ohne Berge, nur Flachland gelaufen, ganz viel Asphalt, teilweise arg schnell – das hat so eine bisschen seine Spuren hinterlassen, vor allem der aber intensive Tempolauf am letzten Sonntag. Folge: Heute etwas wehe, schwere Beine, die nicht so richtig Lust aufs Joggen hatten.
Passte irgendwie ganz gut zu meiner Gesamtstimmung – so ein bisschen abgeklärt-antriebslos, ohne viel Drang zum Laufen. Eine mögliche Strecke hatte ich auch nicht, da wollte mir einfach nichts Interessantes einfallen, entsprechend hatte ich eigenlich schon mit der Idee, heute zu laufen, abgeschlossen.
Aber es war halt sooo schön, mit Herbstsonne, leichter Brise, angenehmen 20 Grad…
…also lief ich dann doch noch.

Allerdings mal völlig unambitioniert: Keine feste Strecke, nicht auf Zeit, einfach mal irgendwie drauflos, in den herrlichen Abend hinein, und unterwegs sehen, was bei rauskommen würde.

Zuerst mal hoch in den Wald. Die übliche Route: Jossastr., Burgenweg, Merckscher Wasserturm, bis zum Anfang des Pürschwegs.
Gaaaaaanz gemächlich. Keine Eile, kein Druck, einfach nur die Umgebung geniessen, den eigenen Gedanken nachhängen, Seele baumeln lassen.
Schön.

Am Anfang des Pürschwegs entschied ich mich spontan für die anspruchsvolleren Aufstieg weiter den Berg hoch – nicht rechts via SJ2/Pürschweg in Richtung Melibokus, sondern stattdessen halblinks ab, und durch die schmale, steile Rinne oberhalb des Weges über den Bergrücken (gelbe 2) und auf der anderen Seite den namenlosen (?) und unmarkierten Weg an der Bauernhöhe entlang aufwärts bis zur kleinen Kreuzung auf dem Bergkamm unterhalb des Darsbergs. Weiterhin wunderbar entspannt, herrliche Abendsonne, Laune und Kondition bestens, also nahm ich auch hier wieder die schwierigste Route und folgte dem kleinen Pfad auf dem Kamm bis hinauf zum Darsberggipfel.
Sacksteil, sackanstrengend, sackspassig!

Von dort aus dann wieder bergab, nach Süden bis zur Darsberghütte, hinter der auf die gelbe 7, und schließlich nach 100 m. Trampelfpad doch noch rechts runter auf den Pürschweg (auf dem gekiesten Anstieg direkt hinter der Hütte).
Nach links, weiter aufwärts, am Hohe-Stich-Weg vorbei (aaaah, wunderbare Abendsonne von Westen, dazu ein schöner Blick auf das friedlich daliegende Ried), schließlich in der Kurve vor dem letzten Anstieg zur Melibokusstrasse rechts raus auf den unmarkierten Waldweg, der unterhalb des Pürschwegs auf gleichbleibender Höhe zum ebenfalls unmarkierten Weg oberhalb des Erlengrundes führt. Dank der dichten Koniferen finster, dazu etwas pfützig, aber herrlich weicher Boden, das war angenehm).

Am Ende des Weges dann halbrechts abwärts, den Weg über dem Erlengrund bergab in Richtung Erlengrund (ja, das geht: Der führt erst drüber hinweg und serpentiniert dann um eine scharfe Rechtskurve, bis er da ist).
Weiterhin wunderbar entspannt – Abendlicht, friedliche Stille (bis auf die singenden Vögel und – zugegeben – das gelegentliche Dröhnen eines überfliegenden Flugzeugs), bisher war mir noch keine Menschenseele begegnet.

An der scharfen Kurve am Ende der langen Gerade über dem Steinbruch ist eine kleine Kreuzung (die, wo´s serpentiniert) – Rechts geht´s zum Erlengrund, links auf den Herrenweg. Oh, und geradeaus geht´s auch, da führt unglaublich steiler Trampelpfad geradewegs den Hang runter durch den Wald. Da überkam mich dann doch wieder die Neugier – den Weg zum Erlengrund kannte ich, den zum Herrenweg auch, aber den Trampelpfad…
Hmmmm, den hatte ich noch nie genommen…

…bis heute: Geradewegs geradeaus geradeab.
Trampelpfad, Baby!

Bereits nach den ersten Schritten stellte sich heraus, dass der wohl nicht so ganz ideal zum Joggen sein würde: Leicht geröllig, irgendsowas um die 30 oder 40% Gefälle, kaum eine Gelegenheit zum Abbremsen zwischendrin, teilweise ziemlich rutschig – eher eine Piste für ultimativ suizidiale Extremoffroadbikeridioten (insgeheim betete ich, dass nicht gerade jetzt einer von denen hier runterbrettern würde, denn wenn ich als Fußgänger schon Probleme mit dem Bremsen hatte…).
Da machte ich lieber langsam.
Zumindest bis ich nach 30 m. richtig wegrutschte, da machte ich dann auf einmal ganz schnell, eine nette kleine Rutschpartie auf meinem glücklicherweise von Mutter Natur mit einer guten Polsterung versehenen Hosenboden.
Wheeeeeee!

Als ich mich wieder gefangen hatte (im wahrsten Sinne des Wortes, an einer jungen Buche), entdeckte ich einen Pfad, der quer am Hang nach links führte, den nahm ich. Ein paar Meter ohne Gefälle, vorbei an einem mitten in der Pampa prangenden Grenzstein (Hier lief ich wohl gerade aus Zwingenberger Territorium ins Gebiet von Bensheim/Auerbach), und schließlich noch mal scharf rechts und weitere 100 steile Meter den Hang runter, bis ich plötzlich ziemlich unvermittelt an der Kehre über dem Alsbacher Schloss stand (Hoboken-Weg, gelbe 4), wo der Herrenweg losgeht.

Ab hier ging´s dann erstmal wieder flüssiger: Gelbe 4 um die Kurve mit den Bänken rum, runter in Richtung Schloss.
Aber nicht lange. Nach knapp 400 m., also ca. 150 m. vor dem Freizeitgelände geht hier ein „Weg“ (Die Anführungsstriche kriegt er deshalb, weil er nicht gerade zu den besten Flanierpromenaden am Melibokus gehört – ums mal diplomatisch zu formulieren) rechts ab, führt über den kleinen Rücken über dem Schloss, und verläuft dann oberhalb des eigentlichen Schlossweges (dem mit der Kneipp-Anlage) ums Schlosstal.
Mal wieder einer von den Pfaden, die ich vor Jahren einmal ausprobiert und für zu mies zum joggen befunden hatte (zumal ich seinerzeit irgendo im Nichts rausgekommen war, und mich mühsam durch die Wildnis kämpfen musste, bevor ich wieder einen anderen Weg erreichte) – aber hey, vielleicht war er ja in der Zwischenzeit besser geworden (jaaaa, klaaaaaaaar), oder ich erinnerte mich nicht mehr so richtig (uh-huh), und überhaupt war ich damals ja viel verweichlichter, und außerdem hat der „Weg“ ja sogar eine ordentliche Markierung, nämlich die gelbe 9 (Eselsgrund-Weg). Und er war ungebloggt…
Keine Frage: Hier musste ich lang!

Also rechts ab, gelbe 9. Kurz bergauf, dann oberhalb des normalen Wegs weiter unten am Hang ums Schlosstal herum. Ging eigentlich ganz gut: Bisschen uneben, bisschen zugewachsen, aber nichts, womit ein ordentlicher Läufer nicht fertig wird.
Irgendwann ging die gelbe 9 dann links runter, dann wieder rechts, führte in ein Seitental und…
…endete da im dichtesten Brennesselfeld aller Zeiten.
Yaaaaay, primaaaa!

Das alte Dilemma: Vorwärts ging gar nichts. Zurück wollte ich nicht. Links runter ging noch weniger (weit unten sah man zwar schon den „guten“ Weg im Schlosstal, aber zwischen dem und mir lagen ca. 80 m. Nesseln). Hrrrm. Blieb nur noch rechts. Also gut. Kurz durch die Nesseln gewatet (au! Au! AU!), dann den Hang hochgeklettert. Zielloser zickzackkurs durch die Wildnis, Hauptsache bergauf. Über eine lichte Hangwiese, durch einen Jungbuchenhain, um einen Riesenplacken Beerensträucher drumrum, schließlich noch ein paar Nesseln, und ich stand wider auf einem etwas besseren Weg irgendwo im Nirgendwo.
Den nahm ich dann nach links: Leicht bergauf, mehr Nesseln, ein knöcheltiefer Schlammpfuhl und schließlich – unglaublich aber war – ein mir bekanntes Stück: Die gelbe 4 oberhalb der Hoboken-Hütte.

Der folgte ich natürlich. Links runter, bis zur Hütte. Da dann geradeaus. Wieder mal unmarkierte Trampelpfad, den ich seit Jahren nicht gelaufen war (wenn schon, denn schon, jetzt war ich voll im Entdeckermodus), über eine kleine Kuppe, dann abwärts durch den Wald auf die gelbe 7, die auch nicht so richtig dolle in Schuss war, aber mich immerhin mehr oder weniger unversehrt bis auf dem Hauptweg an der Südwand des Sperbergrund-Tals führte.

Weiter abwärts (gelbe 5,6,7), am Sperbergrund aus dem Wald hinaus und auf der Hauptstrasse hinab nach Alsbach. Durch die Hanglage ein toller Blick runter ins Ried, wo gerade der tieforange, lodernde Glutball der Sonne hinter dem weit entfernten Horizont versank und die Umgebung in ein herrlich warmes und schon leicht herbstliches Abendlicht tauchte. Schööön.

Abwärts bis zur Kreuzung an der Sonne, dann rechts und durch die Jugenheimer Str. und den Blütenweg im Feld zurück nach hause.

Richtig schöner Lauf. Relaxed, erfrischend, und trotzdem noch ein bisschen Abenteuer gegen Ende. So müsst´s immer sein…

Strecke: 10,4 km
Zeit: 1:12 h (8,67 km/h bzw. 6:49 min/km).
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 21,15% (2,2 km von 10,4 km)
Karte:

Lauf #2, Donnerstag 28.8.: Tannenburg mit Heidi
Wochenlauf Nr. 2, dieses Mal mit Heidi. Die hatte ja letzte Woche mit unseren zwei öööden Flachlandläufen ein ziemlich lockeres Leben gehabt, da war es mal wieder an der Zeit, was Anspruchsvolleres in Angriff zu nehmen. Deshalb heute im Programm: Kleiner Lauf von Jugenheim auf die Tannenburg, dann via Kniebrecht, Märchenteiche und Seeheim zurück.
Nicht weit, aber hier und da mit ein bisschen Steigung, das ist gut für die Muskulatur… 😉

Wunderbares Wetter für einen Lauf, früherbstlich milder Sonnenschein unter blauem Himmel, das versprach angenehme Außenbedingungen.

Treffpunkt am Roseneck, wo Heidi bereits mit „na klar, der Matthias ist zu spät“-Gesichtsausdruck wartete (übrigens zu recht, ich war wirklich etwas zu spät. Aber warum muss der blöde Robin denn auch genau in dem Moment anrufen, wo ich loswill, häh? Alles gar nicht meine Schuld… 😀 ).

Von hier aus erstmal nordwärts durch Jugenheim: Die Hauptstrasse bergab (begab, das gefiel Heidi spontan schon mal sehr gut) bis zum Anfang des Stettbacher Tals, dann geradeaus weiter in die Seeheimer Str., und schließlich rechts die Strasse „Am Tannenberg“ hoch und über die kleine Treppe in den Wald (wer sehen möchte, wie´s das so aussieht, kann mal in diesen Laufbericht mit Bildern reinschauen).
Das letzte Stück übrigens gehend, bis zum Wald hoch ist es einfach zu steil.

Im Wald denn erstmal links: Burgenweg (blaues B) kurz am Waldrand, dann halbrechts hoch in Richtung Lufthansa. Den fiesen Trampelfpad zur Alexanderhöhe, auf dem der Burgenweg von hier aus weitergeht, sparten wir uns mal, stattdessen den richtigen aber unmarkierten Weg zur Lufthansa bergauf. Erst um das dschungelartig bewachsene Tal zwischen Jugenheim und Seeheim rum, dann an der großen Schneise am Hang zur Lufthansa hoch vorbei. Hier eine erste kurze Pause, um die herrliche Aussicht zu geniessen, und die taufrische, nicht mal richtig schwitzende Heidi mit völlig gleichmässigem und ruhigen Atem im Brustton der Überzeugung erklären zu lassen, dass sie von der furchtbaren Kletterei bis hierher schon total am Ende sei.
Aber das zieht bei mir nicht, bin schließlich ein grausamer, gemeiner Schleifer (da könnt ihr alle fragen, die jemals mit mir gelaufen sind… 😉 ), also ging´s schon relativ bald weiter: Den Weg bis zur Kreuzung über der Lufthansa hoch, dort rechts auf den Burgenweg am Südhang des Tannenbergs und hoch über dem Stettbacher Tal weiter bergauf.

Auch hier hin und wieder mal ein verdientes kleines Verschaufpäuschen – der Aufstieg zur Tannenburg ist einfach verflixt steil, egal aus welcher Richtung man kommt, da ist es durchaus legitim, die eine oder andere kleine Atempause einzulegen.

Schließlich die letzten Serpentinen unterhalb der Ruine. Heidi meinte, es wäre doch vielleicht besser, hier abzukürzen und den steilen Pfad geradewegs den Hang hoch zu nehmen. Ich hielt dagegen und meinte, dass die Serpentinen zwar weiter, aber schneller und bequemer wären.
Testeten wir dann gleich mal aus: Heidi nahm die Abkürzung, ich sprintete die Serpentinen hoch.
Und war tatsächlich eher oben.
Aber nur, weil Heidi das nicht ganz so ernst genommen und sich nicht beeilt hatte.
Entsprechend kam sie wenige Sekunden nach mir ganz entspannt angeschlendert, und durfte mir feixend dabei zugucken, wie ich schrecklich keuchend und mit hochrotem Kopf erstmal minutenlang zu Atem kommen musste…
Das hat man dann von seiner blöden Rechthaberei… 😀

Und dann waren wir auf der Tannenburg. Höchster Punkt für heute, 340 m. ü. NN und damit über 200 Höhenmeter über dem Ausgangspunkt.
Zur Belohnung hatte ich extra einen total tollen Apfel-Fitnessriegel mitgenommen, den ich eigentlich mit Heidi zur Feier des Gipfelsturms hatte teilen wollen – aber sie wollte nicht.
Angeblich wird ihr vom Essen beim Joggen immer schlecht.
Deshalb fotografierte sie lieber ein bisschen mit ihrer mitgebrachten Digitalkamera, und ich musste den Riegel alleine essen.
Das sah dann übrigens so aus:

Danach taten wir uns hier oben noch mal richtig um. Wunderschöne Stimmung, die Ruinen herrlich von der herbstlich-milden Vorabendsonne angestrahlt…

…wunderbarer Blick runter auf Seeheim und die schier unendlich weite Ebene dahinter…

…und dem über den Baumwipfeln im Süden aufragenden Melibokus:

Sahen uns alles ganz genau an, unterhielt Heidi mit den etwas wirren Versatzstücke der Tannenberg-Geschichte, die mir noch im Kopf rumschwirrten, sie erzählte mir im Gegenzug, dass sie zum letzten mal mit vier Jahren bei ihrer Einschulung hier oben gewesen war, und dabei beinahe einen Preis mit einem englischen Austauschtransvestiten namens Lucy gewonnen hatte (oder so ähnlich… 😆 ).

Nach ca. 20 Minuten Sightseeing-Pause ging´s dann weiter. Noch mal kurz an der gesperrten Brücke über den Burggraben vorbei, dann steil abwärts auf den Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus), dem wir vom Kegel des Tannenbergs abwärts bis auf den Rücken des Kniebrecht folgten. Wie üblich schon ziemlich finster hier im Wald (gegen Abend wird das direkte Sonnenlich hier immer vom massigen Gipfel des Tannenbergs geblockt), aber angenehm frisch.
Weiter ostwärts: Vorbei an der kleinen Hütte im Wald, an der Kreuzung mit dem Brunnenweg dann schließlich rechts, auf dem Weg OB3/der gelben 1 über den Kamm und auf der anderen Seite abwärts in Richtung Stettbacher Tal. Nach einem knappen halben km dann links und auf der gelben 3 nach Nordosten, nun wieder aufwärts. Osthang, dichter Wald, auch hier war´s wieder ziemlich düster, dafür liess es sich angesichts einer moderaten Steigung aber gut laufen.
Irgendwann stiessen wir wieder auf den Saar-Rhein-Main-Weg, folgten ihm kurz nach links und bogen dann rechts auf einen kleinen, nicht gerade vertrauenerweckenden Weg ab, der laut Wanderkarte irgendwie runter in das tiefe Tal hinter den Märchenteichen führen sollte.

Tat er auch… und zwar wirklich „irgendwie“.
Erst war´s unglaublich schlammig. Dann unglaublich überwuchert. Dann lag der Weg voller Äste.
Dann war´s auf einmal schlammig und überwuchert und voller Äste.
Ehrlich gesagt war mir das ein bisschen peinlich – ich war den Weg auch noch nie vorher gelaufen, und hatte nicht damit gerechnet, dass er so mies sein würde – und jetzt hatte ich auch noch die arme Heidi auf diesen ruinösen Möchtegernpfad gelotst.
Wollte gerade mit Entschuldigen und Schlechtem Gewissen Haben anfangen, da stellte sich raus, dass das gar nicht nötig war: Heidi hatte offensichtlich ziemlich viel Spass daran, sich cross-country-mässig durch die Pampa zu wühlen und dabei kräftig einzusauen, entsprechend war alles bestens (gut zu wissen, dann muss ich in Zukunft auch nicht mehr versuchen, bei gemeinsamen Läufen nur gute Wege zu erwischen…).

Schließlich erreichten wir den Talgrund im einsamen, fast schon schluchtartigen Tal hinter den Märchenteichen. Hier wurde der Weg dann doch tatsächlich noch mieser. Unter dem allgegenwärtigen dichten Bewuchs versteckten sich hier gewaltige Löcher und Schlünde, teilweise fast einen Meter tief, die man kaum erkannte, bevor man nicht reingefallen war. Keine Ahnung, wie die entstanden sind. Unsere Theorien reichten von Springfluten über tektonische Verwerfungen bis hin zu einem grabenden Tier (aber angesichts der größe der Löcher hätte das mal mindestens ein Höhlenbär sein müssen), aber so richtig überzeugend klang das alles nicht.
Letztlich also ein verschollenes Mysterium in den tiefen des Waldes – total spannend.

Hier ging´s dann auch nur noch ganz vorsichtig weiter. Ich stapfte vorneweg, versuchte einen halbwegs gangbaren Pfad zwischen Brennesseln und versteckten Schlünden zu finden, Heidi hielt das Abenteuer pflichtschuldig für die Nachwelt fest:

Dr. Livingston, I presume?

Um die Stimmung etwas aufzulockern, gab ich zwisschenzeitlich ein bisschen damit an, dass ich ´07 Kreismeister der Herren M30 über die 8,4 km Cross-Strecke geworden war. Ging aber irgendwie nach hinten los – einerseits konnte ich mir wieder mal nicht verkneifen, zuzugeben, dass beim fraglichen Lauf ausser mir niemand in der Kategorie M30 gestartet war, und andererseits ermutigte das Heidi, ihre eigenen läuferischen Großtaten aufs Tapet zu bringen, die wesentlich eindrucksvollen daherkamen als meine (Allerdings hat sie mir verboten, zu verraten, dass sie mit zwölf Jahren hessische Meisterin ihrer Altersklasse im Langstreckenlauf geworden ist, also mach´ ich´s auch nicht.

Ups. 😉 ).

Irgendwann waren wir dann durch, niemand hatte sich den Fuß gebrochen oder war auf Nimmerwiedersehen in einer kilometertiefen Erdspalte verschollen, also eigentlich alles gut.
Recht am hinteren der beiden Märchenteiche vorbei, dann halblinks am Ufer des vorderen Teiches entlang und schließlich runter in Richtung Ober-Beerbacher Tal.
Am Ende des Seitentals links, gelbe 5 und gelbe 6 oberhalb der Wiesen am Elsbach nach Westen in Richtung Seeheim. Erst ein bisschen am Waldrand hoch, dann ein bisschen im Waldrand runter, dabei einmal mehr die untergehende Sonne bewundert:
.

Schließlich die Fahrstrasse zur Lufthansa hoch (Lufthansaring), die ging noch mal ordentlich bergauf. Heidi quengelte deshalb etwas, aber mit ein bisschen bestimmtem Schieben und Ziehen gelang es mir dann doch, sie über weite Teile des kurzen Anstiegs am Joggen zu halten.
Oben dann halbrechts, auf die wunderbare Hangwiese direkt oberhalb von Alt-Seeheim (nochmal ein toller Blick!), dort den gekiesten Serpentinen am Hang abwärts und südwärts gefolgt, bis wir die Villastr. direkt unterhalb der Lufthansa erreichten.

Dort dann geradeaus, auf einer steilen Treppe hoch in den überaus aparten und hübschen Goldschmidt-Park, unterhalb des Restaurants an einem total entengrützigen Zierteich vorbei, und auf der anderen Seite wieder aus dem Park raus.

Fast geschafft. Noch ein Stückchen auf dem Weg SJ3 am Waldrand entlang in Richtung Jugenheim, dann über eine etwas unebene Treppe nach Seeheim runter, und den Zeppelinweg entlang bis zur Philipp-März-Str., dort links und an der Feuerwehr vorbei zurück nach Jugenheim, wo Heidi am Ortseingang erklärte, sie hätte jetzt genug geleistet, und würde das letzte Stück gehen.
War nichts zu machen, also gehend nach Jugenheim rein, während wir über kurz besessene Haustiere plauderten (Auch hier stach Heidi mich eiskalt aus, und zwar mit Charly dem Hamster, den sie in jungen Jahren eine Viertelstunde als Haustier gehabt hatte, bevor er sich durch eine offene Küchentür auf alle Zeiten aus der Gefangenschaft und ihrem Leben verdünnisierte. Da konnte ich nicht gegen anstinken…), und schließlich am Zebrastreifen an der Bahnhofsstrasse getrennte Wege gegangen.
Noch schnell alleine durch Jugenheim nach Hause gejogged und fertig.

Und das war´s auch schon. Angenehm entspannter Lauf, bei dem sich Heidi mal wieder hervorragend bewährt hat (auch wenn sie das mal wieder nicht wahrhaben wollte), sowohl am Berg als auch in der tiefsten, wucherigsten Wildnis. Wieder mal: Respekt!
Insgesamt eine sehr kurzweilige, richtig schöne Tour. Hat viel Spass gemacht.

Strecke: 11 km
Zeit: Öh, tja, also irgendwie bin ich heute mit der Zeitnahme nicht hingekommen. Insgesamt knapp zwei Stunden unterwegs, aber die reine Laufzeit war wohl deutlich kürzer.
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 31,27% (3,44 km von 11 km)
Karte:

Lauf #3, Samstag 30.8.: Kalamitäten zwischen Lauter- und Modautal (mit Fotos) hat seinen eigenen Eintrag, der hier zu finden ist.

Und einen Lauf #4 gab´s verletzungsbedingt nicht.

Et voilà, ca c’est la semaine…

M.

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2 Antworten to “Erweiterte Wochenübersicht: 2008 KW 35 (25.08. – 31.08.)”

  1. Heidi Says:

    Boah, wenn ich gewusst hätte, dass ich dir mit dem mörderischen Trampelpfad wieder zu einem schlechten Gewissen verhelfen kann und du dann womöglich doch 6 km in 20 min. läufst….
    Ein schlechtes Gewissen kriegst du aber scheinbar nicht, wenn du meine tiefsten Laufgeheimnisse ausplauderst ;-)! ÖFFENTLICH! Das schreit nach Rache… 😀

  2. matbs Says:

    Oh Nei-en!

    Sorry!
    Ich harre in ängstlicher Erwartung der Dinge, die da kommen… 🙂

    Übrigens: Waren das nicht neulich noch 6 km in 25 min.?
    Für 18 km/h brauch ich nämlich auf jeden Fall einen fahrbaren Untersatz…


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