Nordwärts ohne Plan: Seeheim, Frankenstein-Massiv, Malchen (15,1 km)

16. September 2008

Tja Kinder: So langsam ist der Sommer wohl vorbei und die Übergangszeit beginnt.
Kürzere Tage, launisches Wetter, kalter Wind.
Für den Läufer bedeutet das vor allem eins, nämlich vor jeder Tour die Frage „Was soll ich heute anziehen?“
Gar nicht so einfach: Zu dick, und du schwitzt dich tot (und die coolen, toughen Superläufer, die selbst bei -5° noch in Hotpants und Tanktop rumrennen, halten dich für einen verweichlichten Amateur [was zumindest in meinem Fall auch voll zutrifft, aber das muss man Mr. und Ms. „Ich bin ja so eine geile Laufmaschine“ ja nicht auf die Nase binden… 😉 . Zu dünn, und du frierst dir einen ab (und die ganzen anderen verweichlichten Amateure halten nicht für einen angeberischen Möchtegern-CoolenToughenSuperläufer.).
Das will also gut überlegt sein.
Zum Beispiel heute: Eher trüb, eher kühl, eher windig, also entschied ich mich erstmals seit Monaten für die lang/lang-Lösung (Langärmliges Shirt und lange Leggins – auch wenn ich in denen immer total beschissen aussehe…).

Kleiderordnung: Geklärt.

Fehlte noch die Strecke. Wollte einfach mal irgendwie nach Norden, ein paar der Wege am unteren Frankenstein-Massiv erkunden, dann wieder zurück. Auf eine genaue Streckenplanung hatte ich allerdings heute irgendwie keine Lust, deshalb verzichtete ich einfach mal – und gerade für den Westhang des Frankenstein wäre sie eh ziemlich sinnlos gewesen, denn die Wege da sehen sich alle relativ ähnlich, sind alle unmarkiert, und mir weitgehend unbekannt, da wäre eine feste Route nur schwer einzuhalten gewesen.
Also einfach drauflos, ein bisschen ins Blaue, sollten so 10 oder 12 km werden…


Gegen halb sieben nordwärts gestartet. Die Standartstrecke durch Jugenheim: Pauerweg, Hauptstr., vorbei an Roseneck/altem Rathaus/Heiligenberg und schließlich in die Seeheimer Strasse.
Gemäßigtes Tempo, leichtes Zicken der rechten Wade (lief sich raus), unangenehm kühl dank einer schneidend kalten Brise, in der bereits eine Ahnung vom schneidend, scharfen Geschmack des Winters mitschwang. Brrr. Hemd in die Leggins (auch wenn´s dämlich aussieht), Ohren anlegen und durch.

In der Seeheimer Str. ein erster spontaner kleiner Abstecher von der Idealroute(ohne Plan fällt das leicht 😉 ): Rechts „Am Tannenberg“ hoch, dann links „Hinter der Schule“ entlang (schöne, alte, etwas verschlafene Häuser mit großzügigen Gärten) und schließlich wieder links runter, durch die Liebrechtstr. wieder runter auf die Seeheimer Str. Eigentlich ein völlig unnötiger schlenker, aber hier oben war ich noch nie gejogged, also gönnte ich mir das mal…

Dann über die Seeheimer Str. aus Jugenheim raus, am Ortsende rechts hoch und auf dem schmalen Trampelpfad zwischen Feld und Gärten (Markierung SJ1) rüber nach Seeheim. Mittendrin brach die Sonne ein bisschen durch die dichten dunklen Wolken und tauchte den flachen Hang und das vor mir liegende Seeheim in ein wunderbar mildes Herbstlicht. Das machte alles gleich viel, viel schöner, merklich wärmer wurde es davon allerdings nicht – hat doch schon ganz schön an Kraft eingebüsst, die Sonne.

In Seeheim rechts, den steilen Zeppelinweg hoch (puh) und nach 100 m. links in die Karolinenstr., die am Hang entlang noch Norden verläuft. Hier war ich noch vorher gewesen, dabei ist es hier oben recht hübsch: Eindeutig eine der besten Seeheimer Wohngegenden: Große Häuser auf großen Grundstücken, vielleicht noch keine echten Villen, aber teils doch schon recht nah dran.
Nach 200 m. knickte die Karolinenstr. links ab, ich lief allerdings geradeaus weiter, auf einem grasigen Fußweg zwischen einer hohen, alten Mauer und den obstbaumbestandenen Gärten einiger schöner alter Häuser, bis ich den Domweg unterhalb des Goldschmidt-Parks erreichte. Links runter bis an die Villastr., die wieder rechts hoch, und schließlich links in den Fußweg zwischen den letzten Häusern Seeheims und dem herrlichen, steilen, offenen Aussichtshang unterhalb der Lufthansa.
Markierung hier kurz das gelbe Plus des Saar-Rhein-Main-Wegs, aber das bog bald rechts den Berg hoch ab, ich lief hingegen weiter geradeaus und erreichte auf einer kleinen Treppe die Ober-Beerbacher Str. im – oh Wunder – Ober-Beerbacher Tal.

Hier rechts, am kleinen Mäuerchen über dem tief eingeschnittenen Talgrund mit dem plätschernden Elsbach bergauf bis zum Ortsende, dann links und die neue, frisch asphaltierte Zugangsstrasse zum Seeheimer Schloss hoch.
Wollte ich eigentlich schon seit längerem mal ausprobieren, hatte mich aber nie so richtig getraut – schließlich ist das Seeheimer Schloss seit ein oder zwei Jahren in privatbesitz und die Strasse hinauf mit eine Schranke gesichert, da war ich mir nicht sicher, ob man hier als Passant überhaupt noch hoch darf.
Heute fand´ ichs raus: Man darf.
Ist sogar der offizielle Lokalwanderweg SJ1, ist also kein Problem. Dafür aber hübsch: Schmale, wie aus dem Ei gepellte Asphaltstrasse am Hang (mit eigener Ampelanlage – nobel, nobel…), links zwischen den Bäumen ein schöner Blick auf Seeheim und das Ried, und nach 300 m. schließlich der Schlosspark und das Seeheimer Schloss.

Bloss um das gleich mal klarzustellen: So richtig schlossig ist das Seeheimer Schloss nicht, besonders wenn man es mit einigen der anderen Gebäude in der Gegend vergleicht, die sich „Schloss „nennen – ist eigentlich eher ein großzügiges Herrenhaus mit mehreren pastellig gestrichenen Flügeln in toller Lage, über einem steilen Wiesenhang mit ein paar alten exotischen Bäumen. Hübsch ist es trotzdem.
Und wie gesagt in Privatbesitz, deswegen bittet ein Schild am Parkeingang den dahergelaufenen Wald- und Wiesenpassanten freundlich aber bestimmt darum, doch bitte einen Bogen um das Anwesen zu machen.
Ok, wenn man mich schon bittet: Am Parkeingang links runter in Richtung Seeheim, dann nach 70 m. rechts und den Parkrand am Fuß des Hangs entlang (womöglich SJ1, bin mir aber nicht ganz sicher), bis ich an der Nordseite des Parks das obere Ende der Burgstr. erreichte und rechts auf dem Weg SJ3 in die Wiesenhänge oberhalb Seeheims lief.

Uijuijui, hier geht´s ganz schön steil aufwärts. Hübscher Feldweg, rechts der Waldrand oberhalb des Schlosses, links ein kleines Bächlein, nach einem kurzen Stück schließlich eine Linkskurve, kurz danach dann wieder rechts, wo SJ3 mit einer sehr ordentlichen Steigung am Waldrand über einer wunderschönen, kuhbesetzten Weide mit toller Aussicht aufwärts führt, um danach (nicht minder steil) noch ein paar hundert Meter durch den Wald zu klettern, bis er schließlich die 10-Wege-Platz auf der Karlshöhe erreicht.
Anstrengender Aufstieg, lief aber eigentlich ganz gut.
Probleme hatte ich eher mit was Anderem: So langsam wurde mir ernsthaft kalt.
Wie gesagt, es war ziemlich kühl, aber schwitzen tat ich natürlich trotzdem.
Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass der Schweiss sich nicht verflüchtigte, sondern als kalter, feuchter Film auf der Haut sitzen blieb.
Und der allgegenwärtige Wind war so schneidend eisig, dass er diesen Film gnadenlos auskühlte.
Entsprechend fühlte sich mein Nacken wie ein einziger Eisklotz an (und da bin ich sehr anfällig), ebenso das Gesicht und mein gut gepolsterter kleiner Rettungsring um die Hüften (zwar unter dem Shirt versteckt, aber eben nicht ganz so gut durchblutet), das war sehr, sehr unangenehm.
Aber es half nix: Kragen hoch, hin und wieder mal eine wunderbar warme Hand (relativ gesehen, besonders warme Hände hatte ich nämlich eigentlich auch nicht) in den Nacken gelegt, und weiter…

Der 10-Wege-Platz zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass richtig viele Wege von ihm abgehen. Ob´s wirklich zehn sind? Keine Ahnung, jedesmal wenn ich hier bin zähle ich kurz durch, und kriege meistens eine andere Zahl raus als beim letzten Mal.
Aber es sind viele, so ca. sieben bis zehn. Ich nahm den erstbesten, der links neben dem Weg SJ3, den ich gerade hochgeklettert war, abging.
Eine gute Wahl, wie sich herausstellte: Ich hatte den Herrnweg erwischt, einen bequemen und hübschen Weg, der Westhang des Melibokusmassivs mit stetiger aber kaum merklicher Steigung nordwärts durch den Wald bis zur Frankenstein-Strasse führt.

Dem folgte ich dann mal. Ewig geradeaus und ganz leicht aufwärts, dabei philosophierte ich ein bisschen über die Unterschiede zwischen meinem Hausberg Melibokus und dem Frankenstein-Massiv. Auf den ersten Blick scheinen beide sehr änlich: Zwei langgezogene und dicht bewaldetete Bergkämme, die sich hoch über der Ebene auftürmen und von Norden nach Süden verlaufen.
Tatsächlich sind sie jedoch topographisch ganz verschieden: Das Melibokusmassiv ist extrem zerklüftet, voller tief eingeschnittener Seiten- und Nebentäler und mit einer Vielzahl von niedrigeren Vorbergen, die aus seinen Flanken hinauswachsen und weit in ins Flachland hineinragen – hier erwarten einen ständige unerwartete Kurven, kleine und große Zwischenanstiege, und versteckte Seitentäler, an deren Ränder sich unzählige Wege hinauf und hinab schlängeln.

Der Frankenstein hat das alles nicht: Bei ihm handelt es sich wirklich nur um einen einzigen, relativ ungebrochenen, geraden, langen Rücken. Keine Kurven, keine Seitentäler, kaum abgehende Wege – wenn man hier erstmal am Hang ist (der durch das Fehlen komplizierender Merkmale viel sehr weitläufig und groß wirkt), geht´s einfach immer nur geradaus, bis man entweder auf dem Frankenstein ist, oder doch einen der wenigen Abstiege nach unten findet.

Genau das machte ich dann auch: Immer geradeaus. Leicht bergauf, weicher aber fester Untergrund, und ganz viel Wald. Lief an sich sehr gut, wenn bloß der kalte und langsam steif werdende Nacken nicht gewesen wäre.
Halber Kilometer….
Ein Kilometer…
Anderthalb Kilometer…
Zwei Kilometer…

Irgendwann wurde mir das doch ein bisschen mulmig. Ich hatte ja eigentlich vorgehabt, schon vor Malchen abzusteigen und wieder zurückzulaufen. Aber es kamen und kamen einfach keine Abstiege, und so langsam hatte ich das Gefühl, bereits in die Regionen oberhalb von Malchen vorgedrungen zu sein und mich vielleicht sogar schon dem Frankenstein zu nähern – und das wäre mir eigentlich schon zu weit gewesen (wie gesagt: Ich kenne mich hier nicht so richtig aus, und der dichte Wald bietet keinerlei Anhaltspunkte zu genauen Ortsbestimmung, entsprechend war ich etwas unsicher).

Schließlich, nach fast 2,5 km, tauchte dann doch endlich mal eine anständige Wegscheide neben einer Schutzhütte auf, an der es sowohl rechts den Berg hoch, als auch links den Berg runter ging.
Sogar ein paar Wegweiser hingen hier an den Bäumen. Gut, die waren so verwittert, dass sie kaum lesbar waren, und zudem völlig nutzlos für mich (Rechts hoch: „Schützen-Schneise“. Links runter: „Geschichts-Weg“ [oder „Historienpfad“. Oder zumindest sowas in der Richtung. Da ist meine Erinnerung seltsamerweise getrübt. Vielleicht die Kälte im Nacken) – aber immerhin.

Ich wollte runter, also ging´s links. Nach 200 m. schon wieder eine Wegscheide (eigentlich sogar richtige Kreuzung), wieder mit völlig nichtssagenden Schildern („Blütenweg“ – häh? Wo soll denn hier oben bitte der Blütenweg sein? Gelbes B war auch keins zu sehen. Sowas…). Ich entschied mich dafür, weiter dem „Geschichts-Weg“ (oder „Historienpfad“. Oder so ähnlich… 😉 ) bergab zu folgen.
Schmaler, steiler, wurzliger Trampelpfad, der neben einem Hohlweg geradwegs den Hang runterführte.
Nur überwuchert war er nicht, dass ärgerte mich ein bisschen (da hab´ ich EINMAL brennesselfeste Leggins an, und dann kommen keine Brennesseln. Meh! 😀 ), und schließlich auf einen Querweg mündete, der mir irgendwie bekannt vorkam.
Hmm, sah aus wie der Viehrechsweg direkt oberhalb von Malchen, den ich mal irgendwann im Mai gelaufen war…
Bingo!

Zwar deutlich weiter nördlich, als ich geplant hatte, aber immerhin wusste ich wieder halbwegs, wo genau ich mich befand. Zeit für den Rückweg im Flachen!
Bei der nächsten Gelegenheit links und aus dem Wald raus, dann geradewegs den Dollackerweg durch die herrlichen Blütenhänge runter nach Malchen.

Malchen beginnt hier nicht auf einen Schlag, sondern graduell: Erst sind´s noch Wiesen und Obstbäume, dann mischt sich immer häufiger mal ein Haus drunter (und was für Häuser! Die Hanglage hier oben ist einfach unglaublich, wer das Glück [bzw. das Geld] hat, hier zu Wohnen, darf sich über einen einen der herrlichsten Ausblicke im gesamten Landkreis Darmstadt-Dieburg freuen – traumhaft!), und auf einmal findet man sich mitten im Malcher Süden, in der Strasse „Im Weingarten“, wieder, die von repräsentativ-bis-protzigen Häusern mit fetten Autos davor dominiert wird.
Die Blütenhänge sind offensichtlich nichts für Hartz-IV-Empfänger… 😉

Ich wollte heimwärts, also bog ich links ab. Blütenweg, gelbes B.
Der führte unmittelbar aus Malchen hinaus und wieder in den Wald hinein: Schmaler, gewundener Hangpfad am Schützenberg, hatte noch mal ordentlich Steigung drin, die ich so ganz langsam doch ein bisschen spürte. Etwas aufwärts, zwischendurch ein Reh verschreckt, dann auf einem größeren Weg rechts und schließlich nochmal rechts und aus dem Wald hinaus in die Blütenhänge am Mundklingen (ganz früher war hier ja alles Weingegend, heute sind es hübsche Obstwiesen mit vereinzelten Kleingärten drinnen), über die ich überraschend schnell den Radweg R8 Neben Strassenbahn und alter Bergstrasse/L3100 erreichte.
Puha. Unten.

Kurzer Blick auf die Uhr: Schon fast eine Stunde unterwegs, und bis nach Hause waren´s von hier selbst auf dem kürzesten Weg noch ca. 4 km.
Heidenei. Das würde deutlich länger als geplant werden, zumal ich keine Lust auf den kürzesten Weg hatte. Lieber noch ein bisschen was Neues erlaufen, auch wenn´s schon ganz langsam zu dämmern anfing und sich mein Nacken inzwischen schon so kalt und steif wie die grönländische Eiskappe anfühlte…

Der kürzeste Weg heim wäre links gewesen, und dann immer an der Alten Bergstrasse entlang bis Jugenheim. Pf, öde.
Stattdessen rechts, kurz den Radweg in Richtung Malchen hoch, dann beim nächsten Übergang über die Strassenbahngleise und die L3100 und auf einem (bisher unerlaufenen) Schotterweg bis zum Röderhof, der irgendwie seltsam nach Feuerzeugbenzin oder Grillanzünder roch (spontan hatte ich die Vision eines Landwirtes, der sich aufs Brandsanieren seiner gut versicherten Liegenschaften vorbereitet und machte entsprechend lieber mal etwas schneller… 😀 ).
Hier dann links und auf einem ordentlichen Feldweg zwischen Wiesen, Nußbäumen und Kleingärten (möglicherweise ist hier irgendwo auch die ominöse Seeheimer Düne, keine Ahnung) bis nach Seeheim rein.

Hier stiess ich in der Odenwaldstrasse wieder auf den Lokalweg SJ3 und entschied mich spontan, ihm noch ein bisschen zu folgen: Rechts ab, die Odenwaldstrasse runter bis zum Ortsrand an der Uhlandstrasse, dort kurz rechts, dann gleich wieder links und in den Wald hinter Seeheim hinein (am Naturschutzgebiet Röder).
Hier war´s schon total finster, musste man echt aufpassen, dass man nicht über eine Wurzel stolperte.
Und es wurde nochmal steil, völlig unerwartet ging´s mitten im Wald (den ich immer für weitgehend flach gehalten hatte) 15 oder 20 happige Höhenmeter nach oben, das war schon a bissl anstrengend. Direkt nach dem Anstieg nahm ich einen Winzpfad nach links, der durch den Wald zurück zu den letzten Häusern Seeheims führte, in das ich dann schließlich durch die Egerländer Strasse einlief.

So. Nur noch Schnell durch Seeheim durch und dann nix wie heim. So langsam hatte ich doch genug für heute.
Kürzester Weg nach Westen: Über die Parkplätze von Rewe und Aldi an die Friedrich-Ebert-Str., dann den Grundweg hoch. Dort dann doch noch mal einen kleinen Schlenker (warum? Weil´s neue Strecke war natürlich!) durch den „Geisgalgen“ (komischer Strassename, ob die hier früher Ziegen gehenkt haben?) und den Uhu-Weg (der nichts mit dem Kleber zu tun hat, sondern Teil eines Neubauviertels ist, dessen Strassen allesamt nach Vögelb benannt sind – man merkt Seeheim an, dass es nach dem Krieg in kurzer Zeit sehr schnell gewachsen ist, weil es voller Viertel neueren Baudatums ist, in denen die Strassennamen etwas lieblos an einem Grundthema orientiert sind: Ein Ostgebiete-Viertel, ein Vogel-Viertel, ein Bäume-Viertel, ein Dichter-Viertel, ein Komponisten-Viertel – you get the idea…), dann wieder Grundweg, aufwärts in Richtung der großen (na ja, oder mittleren) Seeheimer Einkaufsmeile.
Kurz davor rechts (Mozartstr.), links (der irre Beethovenring, der die endgültige Kapitulation der Seeheimer Stadtplaner vor der Findung von Strassennamen darstellt, da praktisch jede Strasse hier der Beethovenring ist), rechts (Franz-Liszt-Weg), links (Tannenbergstr.).
Die dann ein ganzes Stück geradeaus, nach der Sandstrasse rechts in die Schulstr., und auf der Seeheim in Richtung Stockstadion verlassen.

Direkt nach den letzten Häusern steht hier ein großer Baum (Nußbaum? Kastanie? Eiche? Was weiss ich?), an dem ein Kiesweg links abgeht, den ich noch nie genommen habe.
Na ja, wenn man schon mal da ist…
Links, Kiesweg, endete dummerweise nach 100 m. vor einem Privatgrundstück. Kein Durchkommen, umkehren wollte ich aber auch nicht, also wich ich nach rechts auf den frisch gemähten und furchtbar weichen Stoppelacker aus, über den ich dann den Asphaltweg erreichte, der unterhalb der Strassenbahn nach Jugenheim führt.

Fast geschafft! War auch gut so. Fror wie ein Schneider, hatte keine Lust mehr, und in ein paar Minuten würde es Nacht sein – so langsam reichte es!
Schnell nach rechts, am Jugenheimer Ortseingang über die Gleise, zur großen Kreuzung an der Ludwigsstr., rüber, Sandmühlstr. hoch, und mit dem allerletzten Tageslicht nach Hause, und fertig.

Wow. Ordentliche Tour, aber das passiert halt, wenn man etwas weiter weg von zuhause einfach mal drauflos erkundet – am Ende waren es dann doch tatsächlich über 15 km, also deutlich mehr, als ich eigentlich geplant hatte. Insgesamt ein ordentlicher Lauf, der ganz gut geklappt hat, auch wenn´s gegen Ende doch etwas zäh und dunkel wurde. Lediglich die Scheisskälte hat richtig gestört, da hätte ich besser noch ´ne Jacke drüberziehen sollen. Hab´ ich aber nicht, deshalb muss ich sie jetzt halt mit einem aufgewärmten Kirschkernsack und einer schönen großen Tasse heisser Schokolade vertreiben.
Die hab´ ich mir auch redlich verdient… 🙂

Strecke: 15,1 km
Zeit: 1:32 h (= 9,85 km/h bzw. 6:06 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Pasagen an der Gesamtstrecke: 69,47% (10,49 km von 15,1 km)
Karte:

M.

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5 Antworten to “Nordwärts ohne Plan: Seeheim, Frankenstein-Massiv, Malchen (15,1 km)”

  1. Gerd Says:

    Fleissig, fleissig… auch wenn`s unbeabsichtigt war 😉
    „Hemd in die Leggins“
    Matthias!!! Du hast ja überhaupt keine Hemmungen. Wie kannst Du in dieser Aufmachung durch die Villengegenden des Landkreises laufen. 😆
    Ich habe eine tolle Veranstaltung für dich gefunden. Der Lauf dürfte was für dich sein. Nur bergauf.
    Bin leider am 3. Oktober schon in Urlaub.
    http://www.diro-online.com/wordpress/?p=601
    Schau dir`s mal an!

    Gruß Gerd

  2. matbs Says:

    Stimmt, ich bin völlig hemmungslos – wenn´s wärmer gewesen wäre, wär´ ich auch ganz ohne Hose gelaufen… 😆

    Und der Sturm auf die Burg? Ach, ich weiss nicht, 10 Euro für einen km steil Bergauflaufen, das krieg´ ich anderswo auch günstiger (und da kack´ ich ich wenigstens nicht gnadenlos gegen die unglaublich superfitten Laufmonster ab, die da zweifellos in rauhen Mengen aufschlagen werden)… 😉

    …und der Duathlon kommt natürlich nicht in Frage, Radfahren, pft, das´ doch nix (vor allem, wenn man kein passendes Rad hat, so wie ich).

    Aber wenn du magst, können wir uns gerne irgendwann mal privat in Breuberg treffen, und den Lauf zur Burg hoch auf eigene Faust machen… 🙂

  3. matbs Says:

    Bei 15% Gefälle?
    Auf Zeit?
    AUF KOPFSTEINPFLASTER?!?

    Nee, du, da haut´s mir die Kniescheiben kaputt, und die brauch´ ich noch 😀


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