Blogger Team-Up 2: Lindenfels und Gersprenztal mit Gerd und Fotos (16,1 km)

20. September 2008

Gestern: Herrlicher Spätsommertag mit strahlender Herbstsonne, wolkenlosem Himmel, frischem Wind und milden 15°. Machte so richtig Lust, auf einen von den „guten“ Läufen (= Neue Strecke, etwas länger, schöne Umgebung), also beschloss ich spontan, sowas für heute in Angriff zu nehmen (in der Hoffnung, dass das Kaiserwetter noch einen Tag länger anhalten würde).

Ein kurzer Blick ins Archiv geplanter Strecken förderte genau das Richtige zutage: 15 km Odenwald, von Winterkasten nach Lindenfels, von dort aus runter zum Gumpener Kreuz, dann durchs Gersprenztal und über Laudenau zurück nach Winterkasten.
Perfekt.
Dann schickte ich noch schnell eine Mail an Gerd und fragte, ob er mitlaufen wollte, weil wir ja eh schon lange mal wieder eine gemeinsame Tour geplant hatten.
Gerd wollte, hatte Zeit, also verabredeten wir uns für heute morgen um 10:00 in Winterkasten.
Auch perfekt (naja, zumindest fast – war natürlich arg früh, aber der Gerd ist ja praktisch nachtaktiv, da muss man auch mal Kompromisse eingehen… 😀 ).

Wir spulen vor auf den heutigen Morgen, der mit zwei etwas weniger perfekten Entdeckungen begann:

1) Ich hatte gestern abend noch meine Laufklamotten gewaschen und über dann in den Trockner gesteckt, damit sie bis heute morgen schön trocken werden würden. An sich ein guter Plan, nur dass ich es irgendwie verpeilt hatte, den Trockner dann auch ANZUSCHALTEN.
Das sind so kleine Details, aber die können ganz schön wichtig sein… 😀
Entsprechend war mein Sportzeug heute morgen noch genauso nass wie gestern, und ich musste hastig mit Föhn und ´nem Notfallkurztrockengang nachbessern, so dass ich Shirt und Hose bis zum Aufbruch wenigstens von „klatschnass“ auf „leicht klamm“ runterstufen konnte. Yaay!

2) Das Wetter war leider nicht mehr ganz so gut wie gestern. Zwar war´s immer noch freundlich, aber kühler, und der Himmel hing voller dünner Schleierwolken, die die Sonne wegblockten und ein etwas diffueses Licht erzeugten. Na ja, man kann nicht alles haben, den Foto packte ich trotzdem mal ein, schließlich hatte ich es bei meinem letzten Lauf nach Lindenfels ziemlich bedauert, keine Bilder machen zu können, das wollte ich heute nachholen.

Kurz nach Halb Zehn ins Auto, und gemütlich durch den Odenwald zum zum Parkplatz am Gashof Raupenstein in Winterkasten getuckert, wo ich mich mit Gerd traf:

Bild #1: Treffen am Gasthof Raupenstein in Winterkasten.


Kurz begrüsst, umgezogen, und das friedliche Odenwald-Panorama genossen…

Bild #2: Weiden am Raupenstein. Womit der ehernen Regel, dass jeder Foto-Laufbericht aus dem Odenwald mindestens ein Bild mit Kühen enthalten muss, genüge getan wäre. Alle folgenden Kuh-Fotos sind Bonus… 😉

…und dann ging´s auch schon los: Rechts, auf der Hauptstrasse des hübschen und noch etwas verschlafenen Winterkasten talwärts. Entspannter Trab, am Anfang noch ein bisschen frisch, aber mit der Bewegung wurde es schnell angenehm.

Nach 250 m. rechts von der Hauptstrasse ab auf den Röttweg, über den wir das Dorf verliessen und vorbei an einer Gedenkstätte für die lokalen Weltkriegstoten…

Bild #3: Winterkastener Ortsausgang am Röttweg

…in die Hangwiesen westlich des Dorfes hinaufliefen (Markierung: Rotes Quadrat, das ist der Main-Stromberg-Weg). Herrliches Strecke:

Bild #4: Röttweg oberhalb von Winterkasten, Blick nach Norden (zurück auf Winterkasten)

Sattgrüne Wiesen und Weiden mit vielen Früchte tragenden Obstbäumen, schöne Sicht runter ins Mergbachtal und über das weite, obere Gersprenztal…

Bild #5: Blick vom Röttweg nach Osten. Hier sieht man übrigens, wie problematisch das Fotografieren bei so einer Wetterlage wie heute ist – die dünnen Schleierwolken verteilen das Licht der Sonne und leuchten sehr stark, so dass Bilder in die Weite sehr leicht unterbelichten, weil der Himmel zu hell ist.

…dazu ein wunderbar angenehmer asphaltierter Weg, der sich mit einer ganz sanften, angenehmen Steigung langsam zur Litzelröder Höhe hochschraubt (Gerd meinte zwar, die Steigung wäre eigentlich schon ziemlich heftig, aber da er das ohne zu japsen sagen konnte, war´s wohl nicht so ganz ernst gemeint… 😉 ).

Nach etwas über einem km kurz auf einem kleinen Hohlweg mit geröllbedeckten Hängen durch den Wald an der Anhöhe „Das Buch“ (nein, keine Ahnung, warum die so heisst)…

Bild #6: Wald am „Buch“

…dann hinaus auf den offenen Bergrücken Litzelröder Höhe hoch über Lindenfels…

Bild #7: Weg zur Litzelröder Höhe, Foto von Gerd

…wo uns die beeindruckend gelegene Bismarckwarte erwartete:
400
Bild #8

Sightseeing-Pause. Die Litzelröder Höhe samt Aussichtsturm liegt auf 452 m. ü. NN auf dem Bergkamm zwischen Mergbach- und Schlierbachtal und bietet entsprechend grandiose Ausblicke auf den umliegenden (und nicht ganz so umliegenden) Odenwald, das darf man sich natürlich nicht entgehen lassen!
Erst kurz vor der Bismarckwarte posiert…

Bild #9: Gerd und Bismarck-Warte


Bild #10: Matthias und Bismarck-Warte, Bild von Gerd

…dann auf der Wendeltreppe im Turminneren hoch auf die Aussichtsplattform:

Bild #11: In der Bismarckwarte

BOAH!!!
Da bleibt einem echt die Spucke weg!
Unglaublicher, atemberaubdender, unvergleichlicher Ausblick nach Norden…

Bild #12: Blick von der Bismarckwarte nach Norden, runter nach Winterkasten. Rechts dahinter Reichelsheim und Schloss Reichenberg

…nach Westen…

Bild #13: Blick von der Bismarckwarte nach West/Südwest, über das tief eingeschnittene Schlierbachtal hinweg auf Seidenbuch und den Krehberg

…und nach Süden:

Bild #14: Blick von der Bismarckwarte nach Süden. In der Bildmitte Lindenfels samt Burg, dahinter das weite, wunderschöne Weschnitztal (wenn das Foto besser und die Luft klarer wäre, könnte man bis zur Wachenburg sehen).

Wirklich großartig, das erste richtige Highlight der Tour.

Nachdem wir uns ausgbiebig umgesehen hatten, ging´s weiter. Runter vom Turm, dann rechts und auf dem steilen Weg „In der Hohl“ (erst noch rotes Quadrat, dann unmarkiert) runter in die Stadt…

Bild #15: „In der Hohl“

…wobei sich auch hier nochmal ein paar schöne Ausblicke ins Tal…

Bild #16: Abstieg nach Lindenfels

…und auf den mächtigen Krehberg boten:

Bild #17: Krehberg.

Unten in Lindenfels angekommen hielten wir uns links und liefen durch die Wassergasse in Richtung Stadtmitte zum Lindenplatz:

Bild #18: Lindenplatz in Lindenfels.

Ich hab´s ja schonmal an anderer Stelle bemerkt, aber es ist durchaus wiederholenswert: Ich mag Lindenfels richtig gerne!
Ist einfach schön hier: Die Stadt klebt in spektakulärer Lage hoch über dem Schlierbachtal am Hang, und bietet dadurch nicht nur tolle Ausblicke bis hinunter ins Weschnitz-Tal, sondern auch eine faszinierende Topographie aus kleinen, steilen Bergrücken und dazwischen verlaufenden Tälern, die durch serpentinige Strassen und Treppen miteinander verbunden sind. Dann ist da natürlich die generelle Umgebung, mitten im Odenwald, zwischen Wäldern, Wiesen und Bergen. Und schließlich die historische Dimension erst als mittelalterliche Stadt mit Festungsanlage, dann später als beliebter Ausflugs- und Kurort, der Lindenfels viel alte und wunderschöne Bausubstanz zu verdanken hat, von der klobigen Burg (imposant gelegen auf einem Bergvorsprung über der Stadt) und mittelalterlichen Stadtbefestigung bis hin zu prächtigen Bürgerhäusern und Verwaltungsgebäuden der frühen Neuzeit. Und über allem weht so ein bisschen der melancholische Hauch der Nostalgie, denn die großen Tage des des Kur- und Ferienortes Lindenfels sind heute, im Zeitalter des internationalen Ferntourismus, vorbei. Was schade ist, denn die Stadt ist einer der schönsten Orte des Odenwalds…

Ok, so viel zu Lindenfels und warum ich es mag, zurück zum Lauf.
Wo wir schonmal hier waren, wollten wir natürlich auch die Burg besuchen, also machten wir uns auf den Weg dorthin. Nicht der direkte Weg auf der Burgstr. durch den alten Stadtkern, sondern stattdessen aussenrum und von hinten auf den Burgberg hinauf.
Deshalb am Lindenplatz die B47/Nibelungenstr. überquert und den leicht abwärts führenden Schlierbacher Weg runtergelaufen…

Bild #19: Schlierbacher Weg in Lindenfels, im Hintergrund erhebt sich die Burg. Das Foto, das Gerd hier gerade macht, gibt´s auf seiner Flickr-Gallerie

…vorbei an einem Vorgarten mit einem Pekinesen, der bei unserem Anblick in einen überaus amüsanten hysterischen Kläffanfall verfiel…

Bild #20: Lindenfelser Pekinese. Besonder Merkmale: Glubschaugen, urkomische Fistelstimme beim Bellen, kaum Joggerkompatibel 😀

…und schließlich auf dem Schloßwaldweg aus Lindenfels raus in den Wald und um den Burgberg herum:

Bild #21: Anfang des Schloßwaldweges mit zwei wunderschönen alten Häusern.

100 m. den Schlosswaldweg entlang…

Bild #22: Schlosswaldweg

…dann links die kleine und relativ steile Treppe am Hang in Richtung Burg hoch (Gerd meinte, das wäre ganz schön steil. Hatte er recht mit 😉 )…

Bild #23: Burgwärts hoch. Foto von Gerd

…dann durch die kleine Pforte in der Westmauer…

Bild #24: Äh, na ja, wie´s oben steht – kleine Pforte in der Westmauer…

…und den Treppenaufgang unter dem kleinen Türmchen…

Bild #25: What it says above

…in den baumbestandenen Hof der Vorburg…

Bild #26: Heidenei, sieht schon wieder total trüb und gegenlichtig aus, obwohl´s das eigentlich gar nicht war

…unterhalb der klobigen Mauern der zentralen Ruine:

Bild #27: Hauptburg von unten

Kurz verschnauft und ein bisschen umgeschaut, dann im kleinen Kiosk den Eintritt für die Kernburg bezahlt (50 Cent pro Person, das isses allemal Wert), hoch zum Haupttor…

Bild #28: Eingang zur Kernburg von Burg Lindenfels. Foto von Gerd

…und rein.

Mehr Sightseeing. Ich weiss leider nicht genug über Burg Lindenfels, um spontan irgendwas beeindruckend Kluges drüber zu schreiben (und die entsprechenden Infos aus dem Internet brauch´ ich nun wirklich nicht paraphrasieren, wo ich sie doch auch verlinken kann 😉 ), deswegen beschränke ich mich einfach mal auf die Feststellung, dass das ein total cooler Ort ist, und lasse die Impressionen einfach mal für sich selbst sprechen:


Bild 29: Innehof der Kernburg mit Treppe auf den Wehrgang


Bild #30: Blick auf den Torturm der Vorburg und den tiefer liegenden Lindenfelser Süden. Foto von Gerd


Bild #31: Hoch auf den Wehrgang


Bild 32: Et voilà – oben! Bild von Gerd.


Bild 33: Die Litzelröder Höhe – da sind wir runtergelaufen. Sieht irgendwie interessant aus, wie sich die Häuser da so runterschlängeln (lindwurmartig, das passt zur Nibelungenstadt Lindenfels… 😀 )


Bild 34: Innenhof der Kernburg vom Wehrgang aus


Bild 35: Stadtkern von Lindenfels


Bild +36: Blick von der Aussichtsplattform am Ende des Wehrgangs nach Südwesten, auf das weite, wunderschöne Weschnitz-Tal

Nachdem wir uns ausgiebig umgeschaut und die diversen grandiosen Aussichten genossen hatten, ging´s weiter: Noch einmal an der Außenmauer um die Kernburg rum, dann runter zum Ausgang der Vorburg..

Bild #37: Abwärts…

…vorbei ein einer coolen Lindwurmskulptur…

Bild #38

…und durch das Haupttor…

Bild #39

…und den kopfsteingepflasterten Weg oberhalb des Kurgartens…

Bild #40. Man beachte die tollen historischen Gebäude

…runter zurück in die Stadt

Bild #41: Burgstrasse von oben

Da ich schon bei meiner letzten Tour durch die Burgstrasse gekommen war (und Wiederholungen ja grundsätzlich böse sind 😉 ) ging´s hier nicht geradeaus zurück an die Nibelungenstrasse, sondern stattdessen direkt am Eingang des Kurgartens rechts ab runter, in eine hübsche Altstadtgasse namens „In der Stadt“,…

Bild #42: „In der Stadt“

…die durch die Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtbefestigung abwärts führte:

Bild #43

Am unteren Ende von „In der Stadt“ scharf links und durch die Wilhelm-Baur-Str. und eine Strasse namens „Graben“ (war wohl früher der Graben unter der Stadtmauer), vorbei an einem einzeln stehenden Turm…

Bild #44: Turm neben der Kirche in der Lindenfelser Altstadt

…hoch an die B47/Nibelungenstr., wo wir rechts abbogen. Durch den oberen Teil von Lindenfels ostwärts (dabei Begegnung mit einemoffenbar ziemlich etwas Gemüsehändler, der rauchend vor seinem Laden stand und unser Vorbeilaufen mit bösem Blick und folgender Bemerkung quittierte: „Eijo, es gibt halt Leit die wo schaffe misse, un´ es gibt Leit, die kinne rumrenne wie´se wolle“).

Kurz vor dem Ortsausgang noch ein Blick zurück auf Altstadt und Burg…

Bild #45: Ortskern von Lindenfels von der Ecke Nibelungenstr./Kappstr. aus

…dann rechts ab in den Kamsbachweg unterhalb der Bundesstrasse, auf dem wir Lindenfels verliessen und von nun an dem HW 22 (weisse Raute) bzw. dem Nibelungensteig (rotes N) nach Osten folgten.:

Bild 46: HW 22/Nibelungensteig

Abwechslungsreiche, teils etwas abenteuerliche Strecke, die sich durch Wald und Wiesen südlich der B47 windet, nach dem ganzen Asphalt und Kopfsteinpflaster angenehm weich.
Auch landschaftlich sehr hübsch sehr hübscher Weg, mit Pferden…

Bild #47: Suchbild – wo ist das Pferd?

…versteckten kleinen Lichtungen in unwegsamen Seitentälern…

Bild #48

…einem grasigen Anstieg hinter dem Heidelberg…

Bild #49: Direkt hinter der Anhöhe läuft schon die B47 vorbei

…und schließlich einer recht steilen, trampelpfadigen, lustigen Passage, die durch den Wald an der Kamsbergkuppe…

Bild #50: HW 22/Nibelungensteig am Kamsberg

…bis runter zur Wegscheide am Gumpener Kreuz führte (die übrigens auch die Wasserscheide zwischen den beiden großen Tälern des vorderen/mittleren Odenwalds ist – das Wasser, was nördlich von hier aus den Bergen kommt, fliesst in die Gersprenz und weiter in den Main, während alle Bäche südlich von hier in die Weschnitz und den Rhein münden):

Bild #51: Gumpener Kreuz

Wir wollten so ganz langsam mal in Richtung des Ziels, folgerichtig bogen wir hier links ab, und folgten der B38 (natürlich kein Radweg und kein richtiger Seitenstreifen, da war mal wieder etwas Vorsicht angesagt) nach Norden, runter ins Gersprenztal.
Landschaftlich deutlich anders als die bisherige Strecke: Anstelle von steilen Hängen und dichten Wäldern wird das große, breite Tal von geschwungenen Hügeln und flachen Wiesen dominiert, die sich scheinbar endlos zwischen vermeintlich sanft ansteigenden Höhenzügen ausbreiten (das mit den sanft ansteigenden Höhenzügen ist übrigens ein waschechter Trugschluss, wie wir gleich noch sehen werden) – keine imposante, wildromantische Mittelgebirgslandschaft, sondern vielmehr ein friedlich-bukolisches Hügelland. Sieht übrigens so aus:

Bild #52: Gersprenztal vom Gumpener Kreuz aus. Das verwaschen erkennbare Gebäude am Horizont in der Bildmitte ist Schloss Reichenberg über Reichelsheim, der charakteristische Bergkegel links am Horizont ist der Otzberg

Knapp einen km die Strasse runter, vorbei an eierverkaufenden Schreinereien mit überaus wohlkingenden Namen…

Bild #53

…und schließlich hinein in den Reichelsheimer Ortsteil Gumpen…

Bild #54: Gumpen. Bin ich noch nie durchgejoggt, also wieder mal ein neues Dorf für die Liste besuchter Orte

…der mir eigentlich gar kein richtiges Dorf zu scheint, sondern nur eine sehr lose Ansammlung von Häusern und Höfen an der Bundesstrasse.

Hier schließlich links von der B38 ab in den Hardtweg (Markierung Gu2), der zum Gesäßhof führt.
Weil ich ein Kindskopf bin fand ich das total lustig (da gibt´s auch noch eine Strasse, die heisst „Im Gesäß“ 😀 ) und musste gleich ein Foto machen (Gerd, dessen Eltern in Etzen-Gesäß wohnen, war indess schon immung gegen die brachialhumoristischen Implikationen des Namens…):

Bild #55: Zum Hof am Arsch der Welt 😆

Über den Mergbach, dann rechts und dem Hardtweg durch wunderschöne Wiesen mit vollen Obstbäumen…

Bild #56: Das sind Äpfel vom Gesäß… gnihihihi… 😀

…und ein paar Ansammlungen von Häusern und Höfen, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie sowas wie ein Dorf sein sollten oder nicht…

Bild #57

…bis rüber nach Klein-Gumpen auf der anderen Seite des Talgrunds (alles Gu2):

Bild 58: Lindenfelser Str. am Anfang von Klein-Gumpen (Klein-Gumpen sieht übrigens viel größer aus als Gumpen. Aber das kann ja nicht sein, sonst würde es ja Groß-Gumpen heissen…)

Hier rechts, die Lindenfelser Str. hoch (Markierung: Gelbes Dreieck), kurze Fotopause am Wegesrand um den hier zu fotografieren…

Bild #59: See the elephant!

…dann rechts auf die Mergbachstr. eingebogen und kurz in nordöstlicher Richtung nach Klein-Gumpen hinein:

Bild #60: Bei meinem letzten Laufbericht aus dieser Gegend hab´ ich Klein-Gumpen als bukolisch und etwas bieder bezeichnet. Daran hat sich seit letztem Januar nichts geändert.

Nach knapp 300 m. ging´s dann endlich mal zur Sache.
Die letzten Kilometer waren wir ja eigentlich nur bergab oder schön eben auf dem flachen Talgrund gelaufen. Aber jetzt war Schluss mit lustig!
Nun hiess es „von Klein-Gumpen (tiiief im Tal) nach Laudenau (hoooch oben am Hang)“!
Und das bedeutet: Klettern!
Ich war den Aufstieg bisher einmal gelaufen, auf einer etwas anderen Route als der für heute geplanten (nämlich über den Windhof, die gelbe 3 und den Nibelungenweg), und der war hammerhart gewesen: Ewig lang bergauf und das mit einer gehörigen Steigung, das braucht kraft.

War heute nicht anders. Mitten in Klein-Gumpen, kurz vor einem Kinderspielplatz, ging´s los: Links von der Mergbachstrasse ab und einem grasigen Pfad mit erstmal relativ moderatem Anstieg (meinte zumindest ich – Gerd fand, dass es ein ganz fieser Weg wäre, dem man seine Steigung einfach nur nicht ansieht) in den Hang oberhalb von Klein-Gumpen (Markierung: Gelbe 2, gelbe 3):

Bild #61: Hoch durch die Wiesen

Beobachtet wurden wir dabei von einem Rind, das wir aufgrund seines selten dämlichen Gesichtsausdruckes spontan zur dümmsten Kuh des Odenwaldes kürten. Übrigens zurecht, denn als wir noch ca. 20 m. entfernt waren, kriegte der 400-Kilo-Koloss Angst vor uns und floh in panisch-ungelenkem Galopp zum anderen Ende der Weide, von wo aus er uns verstört anglotzte.

Bild #62: „Möööh.“

Nach ein paar hundert Metern endete der Feldweg an der K77 Laudenau-Gumpen, wir wandten uns rechts und liefen am Strassenrand weiter aufwärts:

Bild #63: Woran erkennt man eine typische Odenwaldstrasse? Richtig: Kein Platz für Läufer oder Radfahrer – wer hier koa Audo net hawwe duut, der is selwerd schuld!“

Mäßig Verkehr aber ordentlich steil. Vor allem Gerd, der von Haus aus ja nicht ganz so viel Berge läuft, kam so ein bisschen ins Schnaufen, hielt aber gut durch.
450 m. langsam aber stetig die Strasse hoch, schließlich im zweiten Wäldchen rechts von der Strasse ab auf einen Feldweg (immer noch gelbe 2/gelbe 3), der zwar weniger asphaltiert, aber dafür steiler war…
Lief aber immer noch. Wir passierten ein ausgemergeltes Männlein in uralter Arbeitskluft, das uns freundlich angrinste und in breitester ourewäller Mundart irgendwas Unverständlich-Aufmunterndes zukauderwelschte („Arre nä irrdraaiwe, mirrme Hertschefuk kirre aaa nämme laafe!“ Oder so ähnlich.), und näherten uns zusehends dem Wäldchen auf halber Höhe (auch das heisst laut Wanderkarte „Buch“ [aber nicht „Das Buch], darf jedoch nicht mit der Anhöhe zwischen Winterkasten und Lindenfels verwechselt werden).
Kurz davor dann doch noch eine kleine, entspannte Gehpause, während der ich Gerd erklärte, dass wir fast die Hälfte des Aufstiegs geschafft hätten (eher verhaltene Reaktion…), dann hinein in den Forst und langsam leuchtend weiter aufwärts…

Bild #64: Ok, mehr langsam als leuchtend, der Gerd blinkt hier nur so, weil mir im finsteren Wald der Blitz angegangen ist

…bis zu einer Wegscheide…

Bild #65: Puuh!

…an der wir auf den Weg R4 wechselten, und nach ein paar hundert weiteren Metern recht knackigen Aufstiegs den offenen Höhenrücken hinter dem „Buch“ erreichten, auf dem wir ebenenerdig entspannt bis auf dem Reichelsheimer Weg bis nach Laudenau runter liefen:

Bild 66: Reichelsheimer Weg in Laudenau

Fast geschafft. Jetzt lag eigentlich nur noch ein kleiner, eigentlich überhaupt gaar nicht der Rede werter Buckel zwischen uns und dem Ziel. Gut, von hier sah er ziemlich imposant aus (vgl. Bild #66 – es ist die grüne Wand hinter den Häusern…), aber ich erklärte Gerd, dass der auf jeden Fall viel weniger steil wäre, als es jetzt den Anschein hätte.
Gerd meinte, er wäre Architekt und hätte deshalb einen Blick für sowas, und der Buckel wäre verdammt noch mal genause steil wie er aussieht.
Soviel zum Thema „Mut machen“… 😉

Zuerst mal ging´s aber wieder ein Stück bergab, links die Durchgangsstrasse (Winterkastener oder Gumpener Str., der Stadtplan ist da nicht ganz eindeutig) durch Laudenau talwärts. An sich ja sehr bequem, aber jeder verlorene Meter bedeutete natürlich auch wieder einen Meter, den wir nachher beim letzten Buckel wieder würden hochlaufen müssen…
Wie verloren einige Meter, bevor wir nach einem halben km Abwärtslaufens schließlich rechts abbogen und Laudenau auf dem Weg WK2 in Richtung des letzten Anstiegs verliessen.

Oh je.
Ging schon mal gut los:

Bild #67: Wk2 direkt hinter Laudenau

Und es wurde nicht besser. Vor uns lagen insgesamt 800 m. Anstieg mit fast 110 Höhenmetern.
Das sind durchschnittlich 13,75% Steigung.
13,75% Steigung sind ziemlich anstrengend.
Uijuijui.

Wir kämpften uns langsam aber tapfer den Hang hoch. Zwischendurch immer mal eine kurze Pause, um ein bisschen zu gehen oder den Kühen am Wegesrand Hallo zu sagen:

Bild #68: Nein, ehrlich, natürlich hätten wir auch durchlaufen können, aber wo doch gerade mal Kühe da waren…

Allerdings erwies sich das lokale Hornvieh als überaus ordinär und schlecht erzogen…

Bild #69: La vache quit… pisse?

…so dass wir nicht zu lange verweilten:

Bild #70: Hier lacht er noch, der Gerd…

Nach den Kühen kam dann auch gleich das schlimmste Stück: Nochmal ein halber Kilometer steil den Hang hoch, mit einer Steigung von 15+%.
Uaaah!:

Bild #71: …hier lacht er nicht mehr


Bild #72: „Oh seht! Was japst denn dort den Hang hoch?
Ist es eine altersschwache Lokomotive?
Ist es ein liebestolles Nilpferd mit Asthma?
Nein! Es ist Captain Großmaul, der behauptet hat, der Hang wäre total leicht zu joggen, und das jetzt zur Strafe für sein dummes Geschwätz beweisen muss!“ Aaaaargl….
😆 Foto von Gerd

Aber irgendwann hatten wir´s dann doch geschafft, und erreichten schwer atmend die letzte Abzweigung auf der Anhöhe:

Bild #73

Der Rest war dann kein Problem mehr: Links ab, noch 1,4 entspannte km auf dem nun recht gesitteten Weg Wk2, durch sonnige Almwiesen…

Bild #74

…und alleartigen Baumgruppen am Feldrain…

Bild #75

…bis runter zu den wartenden Autos in Winterkasten:

Bild #76: Zieleinlauf am Raupenstein

Und das war´s auch schon. Sehr hübsche, anspruchsvolle Strecke mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten und in toller Landschaft. Gerd hat sich bei seinem ersten „richtigen“ Berglauf bestens geschlagen und selbst die Todessteigung gegen Ende überwunden, das ist schon ´ne Reife Leistung (das sieht man ja auch daran, dass er auf den ganzen Fotos nur von hinten zu sehen ist, während ich hinterherkeuche 😉 )- Daumen hoch, Gerd!
Ansonsten: Keinerlei Probleme, alles lief bestens, lediglich das Wetter hätte vielleicht noch einen Tick klarer und sonniger sein können, aber das ist wirklich ´nur ´ne Kleinigkeit.
Insgesamt: Supertour, hat viel Spass gemacht!

Wer wissen will, wie´s Gerd gefallen hat, kann das hier nachlesen.

Strecke: 16,1 km (inklusive Burg Lindenfels und Bismarckwarte, deshalb ist es noch ein bisschen mehr als bei Gerd)
Zeit: Öh, nicht so drauf geachtet. Langsam und entspannt, reine Laufzeit knapp über 2 h.
Anteil der noch gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 88% (14,08 km von 16,1 km)
Karte:

Die Karte mit den Stellen, wo die Fotos gemacht wurden:

…und weil´s so eine hübsche, neue, einfach zu navigierende Strecke ist, hab´ ich sogar mal wieder eine Runmap-Karte gemacht.

M.

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10 Antworten to “Blogger Team-Up 2: Lindenfels und Gersprenztal mit Gerd und Fotos (16,1 km)”

  1. Gerd Says:

    Jetzt weis ich auch warum ich so lange auf deinen Beitrag warten musste. Das ist ja ein ganzes Buch 😉
    Übrigens, danke für die Komplimente. Aber bei den Steigungen bin ich eigentlich mehr gegangen als gelaufen. Es war schon Schei…anstrengend!!!!!!
    Hat aber Spaß gemacht :mrgreen:

  2. Heidi Says:

    Boah, wart Ihr fleißig! Sehr brav 😉
    Weiter so!
    Ich beschränke mich aufs Bericht-Lesen.

  3. matbs Says:

    @ Gerd: Naja, höchsten´s ´ne Kurzgeschichte. Und keine besonders Anspruchsvolle… 😆
    Ansonsten: Laufen, Gehen, Hauptsache hoch. 🙂

    @ Heidi: Du träges Stück! 😀


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  8. […] dem Schwimmbad (die hätte um den Burgberg herum hoch auf die Burg geführt, aber die hatten wir letzten September ja eh schon mal besucht, also nicht so […]


  9. […] ungewohnt hier alleine durchzulaufen, traditionell komm´ ich hier nämlich immer nur mit dem Gerd durch (aber der Arme muss dieses Wochenende ja eingepfercht zwischen Hunderten […]


  10. […] ist es echt so diesig und wolkig, dass ich keine Fotos mache. Die gibt´s ja auch schon besser hier. Lang bleib ich auch nicht oben, ist zu frisch, im Wind und ohne viel Bewegung, da lauf ich lieber […]


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