50 min-Marke auf 10 km geknackt (10,1 km)

27. September 2008

Schöner, warmer Herbsttag, wollte die Woche eigentlich mit einem ruhigen 15er im Ried ausklingen lassen.
Aber dann beschloss ich spontan, dass ich mir heute ein bisschen weh tun wollte.
Gibt so Tage, da muss das sein.

Wie tut man sich beim Laufen weh?
Ganz einfach: Tempo.
So schnell wie geht und so lange wie geht, dann wird´s irgendwann von ganz alleine schmerzhaft…

Wo?
Standardtempostrecke: Seeheim, Schuldorf, Bickenbach, Alsbach.

Start am frühen Abend, Sonne schon tief, lange schatten, frisch.
Nordwärts durch Jugenheim, von Anfang mit sehr hohem Tempo.
Pauerweg, Hauptstr., Seeheimer Str.
Atmung tief, schon nah am Limit, Beine gut.


Dann Seeheim: An der Feuerwehr vorbei, Margaretenstr., dann links die Heinrichstr. runter, über die Strassenbahn und durch den „Böhl“ zum Ortsausgang richtung Stockstadion. Ein paar hundert Meter Gefälle, gut zum Atemholen.

Am Stockstadion vorbei und ins Schuldorf. Leicht bergauf, anstrengend. Atem schon knapp. Geht aber noch. Blick auf die Uhr: Sieht gut aus, weiter.

Durchs Schuldorf, 18er Bau, Internationale Schule, Sandstrasse an den Tennisplätzen vorbei bis zur L3103. Ein Dritter der Strecke, so langsam wird´s unangenehm: Weniger Luft, Sodbrennen, Beine etwas schwer.
Gut.

Über die Stasse auf den Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus), durch den Kiefernwald runter an die B3. Am Anfang ganz leichte Steigung, heute merke ich sie. Aber sonst wenig, Tunnelblick stellt sich ein.

B3. Uhr sagt: 19 Minuten unterwegs. Und schon über 4 km. Schnell!
Aber kann ich durchhalten?
Ist mir egal. Weiter.

Hinter der B3 die lange Schneise nördlich von Bickenbach. Hügelig. Bergab gut, bergauf weniger. Dann die L3303. Kein Verkehr, einfach rüber, Felder vor Bickenbach.
Unebener Feldweg, läuft sich schlecht bei dem Tempo.
Atem stossweise, Puls rast, leichter Druck auf der Brust, Beine beschweren sich.
Gut.

Weiter bis an die Gleise, dann links, am Bahnhof vorbei kurz durch Bickenbach durch, dann „Auf der alten Bahn“ weiter nach Süden durch die Felder.
Asphalt, etwas zu hart, aber wenigstens eben. Mehr krieg ich eh nicht mit, denn mir geht ernsthaft die Puste aus. Egal. Geht noch.

Über die Berta-Benz-Str., dann der unmarkierte Feldweg zwischen Gleisen und B3. Altes Ehepaar mit Fahrrädern beim Nüsse suchen, kostet etwas Tempo. Dann auch noch ein offener Schnürsenkel. Muss anhalten, binden. Höhere Gewalt, Stoppuhr kurz aus. Zum Atemholen reichen die 30 Sekunden in der Hocke eh nicht. Schade eigentlich, denn ich hab´ kaum noch Luft.

Dann hoch an die B3, kurz rechts, dann beim Wolf in den Weilerweg Richtung Alsbach. Weiterhin extrem schnell. Sodbrennen schlimmer, Beine brennen auch, Atmung kurz vor dem Gau. Mir egal: Los, komm, weiter du Weichei!

Auf halber Strecke zwischen Bickenbach und Alsbach links, Feldweg zum Beuneweg. Keuchend, nicht mehr trittsicher aber schnell. Bis ich auf einmal einen großen runden Stein erwische.
Der rutscht unterm Fuß weg, mich haut´s hin.
Bauchlandung am Wegrand. Doldenartige Büsche federn meinen Fall, nur ein paar kleine Schrammen. Aber für die wacklige Kondition ist es Gift – der Aufprall drückt die Luft aus meinen Lungen, Rhythmus im Arsch, sehe bunte Punkte.
Stoppuhr kurz aus.
Liege keuchend da. 15, 20 Sekunden.
Dann kämpfe ich mich wieder auf die Beine. Uhr sagt: Noch ca. 10 Minuten. Und ich bin schon fast da.
Schaff ich! Weiter! Quäl´ dich, du Sau!

Jetzt wird´s richtig hart. Nach dem Sturz ist eigentlich Sense, bin sofort wieder völlig ausser Atem.
Beisse mich durch, ignoriere den Druck auf der Brust, den Sauerstoffmangel, die schwache Übelkeit, die rumorenden Beine, den leichten Schwindel.
Laufe nur noch im Autopiloten, alles tut weh, krieg´ kaum noch was mit.
Gut.

Am Beuneweg rechts, dann links, neben den Bahngleisen nordwärts durchs Feld. Auf, ab, pfeife aus dem letzten Loch. Uhr sagt: 42 Minuten unterwegs. Also noch acht. Und schon fast daheim.
Schaff ich!

Am Übergang rechts, über die Gleise, dann über die L3100. Noch ein halber Kilometer. 44 Minuten,
noch sechs Minuten bis zur 50-min Marke…
Unter Aufbietung der allerletzten Kräfte quäle ich mich den Hang hoch.
Muss Tempo rausnehmen.
Nicht steil, nicht weit, aber es ist einfach nix mehr übrig: Keine Luft, keine Kraft, keine Ausdauer.
Nur leichte Schmerzen überall, davon sind genug da. Aber die helfen nicht so richtig.

Also langsamer, bis hoch auf den Blütenweg. Fast da, nur noch schnell links, noch 250 m. ebenes Gelände.
Spurte noch mal. Fühlt sich schlimm an.
Gut so!

Und dann bin ich da.
Stoppuhr zeigt 48 Minuten und 24 Sekunden.
Rekord.
So schnell bin ich die 10 km noch nie gelaufen.
Hat weh getan.
Und jetzt fühle ich mich fertig, matt und ein bisschen leer.
Gut so…

Strecke: 10,1 km
Zeit: 00:48:24 h (= 12,52 km/h bzw. 4:47 min/km)
Karte:

M.

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3 Antworten to “50 min-Marke auf 10 km geknackt (10,1 km)”

  1. diro1962 Says:

    Glückwunsch 😆
    und das alles noch mit einem Sturz.
    Da ist ja ne 45er Zeit auf 10km locker drin!
    Ich habe meine liebe Not das ich mal einen Kilometer unter 6:00min laufen kann. 😉


  2. […] vor drei Wochen laufen, hatte sie dann aber aufgrund gewisser äußerer Faktoren zugunsten eines masochistischen Hochtempo-Zehners hintenangestellt. Heut war mir nicht nach Masochismus, da konnte ich die gut […]


  3. […] natürlich grad überhaupt keine Lust, also lief ich einfach wieder mal meine alte, unspektakuläre Standartrunde: Auf dem Blütenweg durch Jugenheim, weiter nach Seeheim, über die Strassenbahn, durchs Schuldorf, […]


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