Um Flörsheim am Main – mit Fotos (11,4 km)

2. Oktober 2008

Heute Abend war anlässlich eines runden Geburtstags Familienessen in Flörsheim am Main angesagt.
Start 18:30, also zeitlich ideal, um vorher noch eine kleine Tour in der Umgebung einzuschieben, und damit endlich meine Pläne wahr zu machen, auch mal ein bisschen den Landstrich nördlich des Mains zu erkunden (Fernziel ist natürlich weiterhin die eventuelle Bezwingung des großen Feldbergs im Taunus).
Schon irgendwie ein bisschen was Besonderes: Mein Vater ist hier oben aufgewachsen und ich habe immer noch Verwandschaft hier, entsprechend kenne ich die Gegend ein Stück weit: Eddersheim, Flörsheim, Hattersheim, Okriftel, Weilbach – das sind alles vertraute Ortsnamen, weil ich seit drei Jahrzehnten regelmässig hier vorbeikomme. Und doch, jenseits der ausgetretenen Pfade, die bei jeden Familienbesuch abgefahren werden, kenne ich mir eigentlich nur wenig aus.
Also quasi eine „Vertraute Fremde“ (um mal den Titel einer exzellenten Geschichte von Jiro Taniguchi zu klauen), in der ein Teil meiner Wurzeln liegt, und wo es doch noch ganz, ganz viel zu entdecken gibt.
Superspannende Sache, da freute ich mich schon im Vorfeld riesig drauf! 🙂

Bei der konkreten Planung eine Abweichung von meinem üblichen Modus Operandi: Normalerweise achte ich ja immer drauf, dass neue Strecken direkt mit meinem bisherigen Streckennetz verbunden sind. Dazu hätte ich allerdings von Eddersheim aus über den Main nach Kelsterbach gemusst, und dazu hatte ich heute keine Lust. Lieber was Interessanteres.
Die „Flörsheimer Schweiz“ klang sehr vielversprechend, also plante ich eben eine Tour um Flörsheim herum. Ohne Anbindung ans Streckennetz, aber die kann ich ja irgendwann nachholen…

Dann noch schnell alles vorbereitet, spontan den Foto mit eingepackt, und aufgebrochen.

Zähe fahrt nach Norden, mit Stau auf der A5, der A67 und roter Welle in der Rüsselsheimer Innenstadt – dauerte deutlich länger als geplant. Aber es bot immerhin Gelegenheit, das äußerst unstetete Wetter zu beobachten, dass praktisch minütlich wechselte und die gesamt Bandbreite zwischen finstersten Regenschauern und strahlendem Sonnenschein abdeckte.
Hmm, na ob ich da Glück haben würde?

Schließlich mit 20 Minuten Verspätung am Start eingetroffen, dem großen Parkplatz in Flörsheim am Ufer des träge vorbeifliessenden Mains:

Bild #1: Main bei Flörsheim

Von hier aus erstmal rechts, dem Flußufer nach Südwesten folgend durch die grünen Uferwiesen, die einen Hochwasserpuffer zwischen Main und Flörsheim bilden. Gerade etwas trüb (Auf der anderen Mainseite: Strahlende Sonne. Aus Richtung Taunus: Eine gewaltige, schwarzblaue Regenfront – was würde sich wohl durchsetzen?), aber trotzdem hübsch und ein bisschen parkartig.
Spielplätze…

Bild #2: Mainuferweg bei Flörsheim

…Skulpturen…

Bild #3: Bleienten…

…und schließlich die große Mainbrücke rüber nach Rüsselsheim – sicher schon ein paar hundert Mal drüber gefahren, aber noch nie drunter durchgelaufen – bis heute:

Bild #4: Mainbrücke zwischen Rüsselsheim und Flörsheim (B519)

Hinter der Brücke noch knapp 300 m. geradeaus den Mainuferweg (Markierung: Blaues B) runter in Richtung des Ortsteils Keramag/Falkenberg (dessen erster Teil doch tatsächlich genauso heisst wie meine Klobrille – ist aber auch kein Wunder, denn er ist nach der ehemals dort ansässigen Klobrillenfirma Keramag benannt… 😉 ), dann Rechts in ein Industriegebiet, das – und sowas ist für Industriegebiete übrigens typisch – schon deutlich weniger hübsch daherkam.
Auf der Hafenstr. bis an ein Umspannwerk…

Bild #5: Bedingt pittoreskes Umspannwerk in Flörsheim-Keramag/Falkenberg. Man beachte die beunruhigend finstere Wolkenfront im Hintergrund, die sich unheilvoll näherschiebt…

…dann links in die Liebigstr., schließlich an der nächsten Kreuzung wieder rechts und auf einem schmalen Fußgängeweg neben der Strasse unter der Bahn durch:

Bild #6: Bahnunterführung in Keramag/Falkenberg

Direkt dahinter dann links, auf dem asphaltierten Bachweg westwärts,…

Bild #7: Bachweg

…durch die Wiesen zwischen Industriehafen…

Bild #8: Tanks am Flörsheimer Hafen

…und der L3028 Flörsheim-Hochheim,….

Bild #9: Herbstliche Bäume an der L3028

…wobei ich immer sorgenvollere Blicke auf die nachtfinstere und schnell herannahende Wolkenfront zu meiner Rechten warf:

Bild #10: Uh-oh…

Am Ende des Bachwegs erst eine kleine Kapelle am Wegesrand („Kapelle an der Ziegelhütte“), dann eine Einmündung in eine andere Strasse, hier rechts und unter der L3028 durch. Unmittelbar dahinter der erste kleine Höhepunkt der heutigen Tour: Direkt neben der Strasse standen ein paar alte Mauerreste, die von einer futuristisch anmutenden Glas- und Metallkonstruktion überspannt wurden:

Bild #11: „Nanu? Wasn das?“

Musste ich mir selbstverständlich sofort aus der Nähe ansehen:

Bild #12: Hmm. Interessant…

Wie sich herausstellte, waren es die historischen Kalkbrennöfen, ein Kultur- bzw. Industriedenkmal, in dem man früher, na ja, eben Kalk gebrannt hat, und das vor ein paar Jahren mit dieser faszinierenden Konstruktion überdacht und zugänglich gemacht wurde – so sind die Öfen vor der Witterung geschützt, und man kann sie sich vom darüberführenden Laufsteg bestens angucken.
Ist interessant, gut gepflegt, bestens mit ausführlichen Infotafeln bestückt…

Bild #13: Infotafeln auf dem Laufsteg über den Kalkbrennöfen

…und außerdem noch völlig frei begehbar und gratis.
Hut ab, tolle Anlage, da hat der Regionalpark Südwest (das ist die lokale Tourismus- und Landschaftsschutzvereinigung) großartige Arbeit geleistet, da kann sich manch eine andere Region eine Scheibe von abschneiden.
Ich schaute mir alles an, las mir die Tafeln durch, schoss noch ein paar Fotos (die sich leider allesamt als nichtssagend oder unscharf herausstellten), und ging natürlich über den coolen Laufsteg…

Bild #14: Laufsteg, leider unscharf

..bevor ich mich wieder auf die Socken machte und den Aufstieg in die luftigen Höhen der Flörsheimer Schweiz in Angriff nahm. Der führte von den Kalköfen weg nach Norden durch ein kleines Waldstück, an der offensichtlich sehr alten Obermühle vorbei (2 Fotoversuche, beide schrecklich unscharf, deshalb kein Bild), und schließlich auf einem bequemen Kiesweg durch eine hübsche Wald-/Gebüschlandschaft gaaaanz sanft aufwärts (Markierung: Der magentafarbene Pyramidenpfeil des Regionalparkwegs):

Bild #15: Regionalparkweg in die Flörsheimer Schweiz kurz hinter der Obermühle

Und hier wurde es dann richtig cool!
Unglaubliche Wetterlage:
Die rechte Hälfte des Himmels über mir war pechschwarz, bedeckt vom gewaltigen Klumpen der monströsen Unwetterfront, die ich schon seit Längerem beobachtet hatte.
Die links Hälfte hingegen war wolkenlos, eine weite Fläche azurblauen Himmels, aus dem die kräftige Herbstsonne herrlich herabstrahlte.
Und ich lief direkt unter der Grenze beider Gebiet entlang.
Wahnsinn! Regen und Sonne zugleich, dabei ein unglaublich intensives Licht durch die schräg einfallende Sonne, das sowohl das frühherbstliche Laub der umliegenden Bäume als auch die dunkelpurpurne Schlechtwetterhälfte des Himmels in atemberaubend intensiven Technicolor-Farben erstahlen liess.
HERR-LICH!!!!
Etwas ansatzweise Vergleichbares hab´ ich in all den Jahren, in denen ich Laufe, vielleicht ein oder zweimal erlebt.
Und heute hatte ich den Foto dabei…

Bild #16


Bild #17


Bild #18: Boooaaaaah!!!

Ich wurde zwar innerhalb kürzester Zeit pitschnassgeregnet und musste beim Laufen/Fotografieren höllisch aufpassen, dass die Kamera nicht zu feucht wurde, aber diese einmalig schöne Stimmung war jede Unannehmlichkeit wert!

Knapp 400 m. nach der Obermühle öffnete sich der Buschwald zu einem weiten, mit einer wunderschönen Wildwiese bewachsenen Hochplateau im Herzen der Flörsheimer Schweiz, in dessen Mitte ein ziemlich kurioses Gebilde stand:

Bild #19: Plateau in der Flörsheimer Schweiz von Südosten gesehen

(Noch) Keine Ahnung was es war, aber die Art und Weise, wie das Ding über der unwirklich ausgeleuchteten Graslandschaft thronte, gefiel mir auf Anhieb – wie ein Baobab über der afrikanischen Savanne, einfach nur total cool!
Und das war nicht mal das Beste, was mich hier oben erwarte!
Während ich noch mit der Kamera in der Hand dastand und Bilder von der tollen Umgebung machte, fing mein Hirn an zu arbeiten:
„Hmm, ok Matthias: Du stehst gerade mitten im strahlenden Sonnenschein, und gleichzeitig regnet es ziemlich stark. Da müsste es doch eigentlich auch einen Regenbogen, und zwar genau hinter di…“
Ich drehte mich rum.
Und liess fast den Foto fallen!

WAAAAAAAOOOOOOOOOW!!!!!!!!!!!

Am Himmel hinter mir, glasklar abgesetzt gegen die graublaue Schlechtwetterfront, erhob sich einer der grandiosesten Regenbögen, die ich jemals gesehen habe!
Keine blasse Ahnung von ein paar Farben, kein verwaschenes Bruchtstück, sondern ein kompletter, strahlender, glorreicher 180-Grad-Bogen, der von einem Ende des Horizonts bis zum anderen reichte (und eigentlich waren es sogar zwei Regenbögen, denn über dem Hauptbogen war noch ein zweiter, schwächerer sichtbar)!
Unglaublich, phänomenal, atemberaubend, herrlich.
30 Sekunden mit offenem Mund dastehen, gucken, staunen, glücklich sein.
Dann Fotorausch:

Bild #20


Bild #21


Bild #22


Bild #23


Bild #24

Nach mehreren Minuten raffte ich mich schließlich auch, trocknete nochmal die Kamera (der Regen war inzwischen vorbeigezogen), und machte mich wieder auf den Weg. Weiter auf dem Regionalparkweg, am Südrand des Hochplateaus entlang. Selbst ohne Regenbogen eine herrliche Landschaft, mit Wildwiese…

Bild #25

…dichtem, satten Buschwald…

Bild 26

…und vielen interessanten und gut positionierten Regionalpark-Infotafeln:

Bild #27

Alles wirklich nett. Warum hatte mir eigentlich noch nie jemand gesagt, wie schön es hier oben ist?

300 m. am Südrand der Wiese westwärts, dann eine scharfe Rechtskurve und über dem Wickerbachtal nach Norden (Weiterhin Regionalparkweg, also dreigliedrige magentafarbene Pyramide). Nach weiteren 200 m. dann das gleich schon das nächste kleine Highlight: Direkt am Rand des Plateaus, über einem recht steilen Hang mit Weinbergen, stand ein hübsches, kleines Steinhäuschen: Die Annakapelle.

Bild #28: Annakapelle von hinten

Sehr hübsch…

Bild #29: Annakapelle von vorne

…und mit einer tollen Aussicht über den Plateaurand nach Westen in Richtung Wiesbaden…

Bild #30: Blick von der Annakapelle über die Dächer des Wiesenhofes bis zur Hohen Wurzel (das ist da, wo der Fernsehturm steht) hinter Wiesbaden

…und nach Norden über die Weinberge bis an den Taunus.

Bild #31: Blick von der Annakapelle über die Weinberge nach Norden

Gleich hinter der Kapelle gibt´s übrigens eine lustige Kunstinstallation, bei der man durch mehrere Fenrohre, auf deren Linsen Abbildungen berühmter Bauwerke zu sehen sind,…

Bild #32: „Tele-Visionen“

…einen Blick auf die Mülldeponie Wicker werfen kann:

Bild #33: Blick auf die Deponie Wicker. Leider nicht durch eines der Fernrohre – hab´ versucht, das zu fotografieren, und es ging gar nicht – stellt euch einfach das Taj Mahal zwischen den Müllhügeln vor, und ihr wisst, wie das aussieht…

Spätestens jetzt war ich eigentlich schon vollends zufrieden mit meiner Tour in die Flörsheimer Schweiz.
Aber es kam noch besser: Von der Annakapelle führte ein Weg mitten über die Wiese hin zu dem seltsamen, baumartigen Konstrukt, das ich ja schon bei meiner Ankunft hier oben bewundert hatte, und das – soviel konnte ich jetzt sehen – offenbar eine Mischung aus Kunstwerk und Aussichtsturm war.

Wie geil ist das denn!?!

Da musste ich natürlich rauf, gar keine Frage!
Also ein kleiner Abstecher in die Wiesen, mit einem letzten Gruß des langsam verschwindenen Regenbogens…

Bild 34: Der letzte Rest Regenbogen direkt über der Flörsheimer Warte. Wenn die irische Legende recht hat, müsste da also irgendwo ein Topf mit Gold zu finden sein… 😉

…rüber zu dem faszinierenden Gebilde…

Bild #35: So sieht´s von näher aus

…das sich tatsächlich als eine großartige Kombo aus Kunstwerk und Aussichtsturm herausstellte, das „Der Eisenbaum“ heisst und eine meiner Meinung nach äußerst gelungene Installation zum Thema „Nature vs. Nurture“ darstellt:

Bild #36: Infotafel am Eisenbaum

Wirklich der Wahnsinn heute: Faszinierendes Wetter, tolle Landschaft, die ganze Gegend voller cooler Skulpturen und Kulturdenkmäler, und hier stand ich jetzt am Fuß eines unglaublich coolen Aussichtsturmmetallbaumes, mit dem ich beim Start ganz bestimmt nicht gerechnet hatte.
Ich war hin und weg!
Was für eine großartige, ach was sag´ ich, was für eine geile Tour!!! 😀

Als ich die Treppe des Eisenbaums betrat, reagierte der mit Vogelgezwitscher aus unsichtbaren Lautsprechern, das mich auf dem Weg nach oben begleitete:

Bild #37: Aufstieg auf den Eisenbaum

Oben fing dann auch noch eine freundliche Stimme an, irgendwas über Natur und den Eisenbaum zu erzählen, aber ich war viel zu begeistert, um zuzuhören. Stattdessen genoß ich einfach nur die uuuuunglaubliche Aussicht auf… na ja, auf Alles halt:

Nach Frankfurt, in Rheingau, zum Taunus…

Bild #38: Blick vom Eisenbaum nach Norden

…ins Ried…

Bild #39: Blick vom Eisenbaum nach Süden – in der Ferne ganz schemenhaft erkennbar: Der Melibokus!

…rüber zum Frankfurter Flughafen…

Bild #40: Blick vom Eisenbaum nach Osten

…runter auf die wogenden Wiesen des Hochplateaus…

Bild #41

…und sogar senkrecht nach unten zum Fuß des Eisenbaums

Bild #42: „Whoa, ganz schön hoch!

Wie gesagt, das war alles einfach nur total großartig hier!!!

Weniger großartig war allerdings die Zeit: Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es inzwischen schon kurz vor Sechs war – und ich war ja um halb sieben zum Essen eingeladen, und hatte vor lauter Begeisterung und Gucken und Bilder Machen noch nicht mal die Hälfte der Strecke geschaft.
Heidenei!
Da musste ich wohl ´nen Zahn zulegen…

Also schweren Herzens runter vom Eisenbaum, und schräg über die Wiese zurück auf den Regionalpark-Weg (immer noch Magenta-Dreieck, heisst hier wohl auch „Landwehrweg“), dem ich in Richtung Flörsheimer Warte folgte. Nordostwärts oberhalb der Weinberge…

Bild #43

…durch ein weiteres kleines Wäldchen…

Bild #44

…an der Wickerbachaue entlang…

Bild #45

..und schließlich nochmal etwas bergauf auf den Geißberg hinter Flörsheim:

Bild #46

Der ist zwar nicht richtig steil, aber da ich inzwischen wegen der knappen Zeit ein sehr hohes Tempo lief (zumindest zwischen den Fotopausen 😉 ), zog er doch ganz ordentlich rein.

Kurz vor der Warte erspähte ich zwischen den Bäumen rechts des Weges eine kleines Gebäude, das interessant genug aussah, um einen kleinen Abstecher zu rechtfertigen – also kurz runter vom Weg, ein paar Meter über einen gepflegten Rasen voller Eichhörnchen, und einmal rundrum – stellte sich als die „Kriegergedächtniskapelle“ heraus, das lokale Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege:

Bild #47: Kriegergedächtniskapelle über Flörsheim

Von hier aus dann noch eine letzter kleiner Anstieg durch die Weinberge hoch zur Flörsheimer Warte:

Bild #48: Flörsheimer Warte von Süden

Hübsch hier oben, und schon wieder mit großartiger Aussicht – die Anhöhe ist zwar weder hoch noch steil, aber es gibt einfach nichts, was den Blick nach Süden auf die Rheinebene versperrt.


Bild #49: Flörsheimer Warte von Nahem


Bild #50: Da schau her – hier fängt schon der Rheingau an. Wie nahe das alles beieinander liegt…


Bild #51: Löwenstatue am Fuß des Warteturms


Bild #52: Blick von der Flörsheimer Warte nach Süden. Dieses Mal ist der Melibokus am Horizont etwas besser erkennbar (wenn auch immer noch nicht gut – das muss aber am Foto liegen, mit bloßem Auge war er glasklar zu erkennen)

Zeit zum Verweilen blieb allerdings keine, war einfach zu spät dran, außerdem näherte sich die Sonne schon langsam aber unaufhörlich dem Horizont.
Nix wie weiter!

Weiter ostwärts, auf dem Panoramaweg am Rand des Höhenzuges über Flörsheim ostwärts in Richtung Wicker. Schönes Stück, eine Art Laubengang durch die Weinberge…

Bild #53: Panoramaweg westlich von Wicker

…mit einem großartigen Blick auf die Frankfurter Skyline, die in der Abendsonne schimmerte:

Bild #54: Frankurt vom Panoramaweg aus. Auch hier wieder: Auf dem Foto viel schlechter zu erkennen als mit bloßem Auge

In Wicker, einem hübschen Dörfchen auf der Anhöhe, Wicker, weiter auf dem Panoramaweg, entlang am südlichen Ortsrand, über die Strasse nach Flörsheim…

Bild #55: Strasse nach Flörsheim am Wickerer Ortsausgang. Rechts neben dem Schild am Horizont ist einmal mehr der Melibokus zu sehen

…dann geradeaus, an den letzten Häusern des Dorfs vorbei und weiter ostwärts, auf dem Panoramaweg durch die Felder auf dem Hügelrücken in Richtung Bad Weilbach.
Angenehmes, schnelles Stück, auf dem ich richtig Tempo machen konnte (was auch immer bitterer nötig war, denn die Uhr näherte sich unerbittlich der 18:30-Marke, und ich hatte immer noch ein paar km vor mir).
Linkerhand zog der mächtige Feldberg in der Ferne vorbei…

Bild #56: Aug´ in Aug´ mit dem Feldberg (der mit dem Türmchen drauf) – „Wart´ nur, dich krieg ich auch noch, mein Freund…“ 🙂

…und am Wegesrand grüßten einige weitere Skulpturen…

Bild #57: Die hier heisst „Himmelsleiter“, das weiss ich noch


Bild #58: Wie die hier heisst, weiss ich allerdings nicht mehr

…und über mir donnerte immer mal wieder ein Flieger vom Frankfurter Flughafen durch den Abendhimmel:

Bild #59: Herrje, sind die hier noch niedrig! Kein Wunder, dass die Anwohner was gegen den Flughafenausbau haben!

Schließlich erreichte ich nach knapp einem km das obere Ende des Bad Weilbacher Kurparks, wo ich hablinks am Dammwildgehege der Stadt Flörsheim vorbeilief…

Bild #60: Die Killerhirsche blieben gottseidank auf Distanz, so dass dieses Mal keine Risiko bestand, von einer der Bestien in die Hand gebissen zu werden 😆

…und dann rechts in den schon ziemlich finsteren Kurpark einbog, wo ich die Schwefelquelle am Faulborn passierte…

Bild #61: Hmm, müffelt ganz ordentlich nach faulen Eiern

… und dann im Eiltempo auf der total hübschen Platanenallee neben der Alleestr….

Bild #62: Platanenallee in Bad Weilbach

..runter zur B519 zwischen Flörsheim und Weilbach rannte, wo ich rechts abbog und auf einem komfortablen Fußweg, der durch eine Dichte Buchenhecke von der Strasse abgeschirmt war…

Bild #63

…zurück ins abendliche Flörsheim rannte (übrigens im Semisprint, denn inzwischen war ich heillos zu spät, und malte mir schon aus, wie die hungrige Verwandschaft beisammesaß und auf mich wartete):

Bild #64: Zurück in Flörsheim

Dort dann im Eiltempo immer geradeaus, die Weilbacher Str. runter…

Bild #65: Weilbacher Str.

…durch die neue Unterführung unter der Bahnlinie durch…

Bild #66: Hier war früher noch ein beschrankter Bahnübergang…

…dann weiter auf der Bahnhofstr.,

Bild #67: Bahnofstr.

…schließlich an einem nicht so richtig hübschen Wohnblock in der Arteblbrückstr. vorbei…

Bild #68

…runter ans Mainufer…

Bild #69

…wo ich mich rechts wandte, und über den dämmrigen Parkplatz an der Uferstrasse zurück zum Auto sprintete.

Geschafft!

Bild #70: Selbsportrait in der Autoscheibe

Und mehr als 20 Minuten zu spät!
Mist!
In Windeseile am Auto umgezogen und frisch gemacht, dann stande pede zum nahe gelegenen Restaurant Karthäuser Hof, wo nicht nur die versammelte Verwandschaft, sondern auch ein überaus leckeres Fleischgericht in Knoblauch-Schafskäsesoße meiner harrten.

WOW! Ganz tolle Tour!
Nicht nur, dass ich ein unglaubliches Glück mit dem spektakulären Wetter hatte, die Gegend um Flörsheim (vor allem natürlich die Flörsheimer Schweiz) ist auch viel hübscher, als ich das erwartet hätte – eine perfekte Mischung aus abwechlungsreicher Natur- und Kulturlandschaft, die ein bisschen an Rheinhessen erinnert, aber nicht ganz so leer und einsam ist (kein Wunder, so mitten drin im Rhein-Main-Gebiet). Dazu diverse Sehenswürdigkeiten und Kunstwerke direkt am Wegesrand, ergänzt durch gute Markierungen und ein reichhaltiges Informationsangebot – da kann ich nur sagen: Daumen hoch, hier läuft sich´s super! 🙂

Strecke: 11,4 km
Zeit: 1:04 h reine Laufzeit (= 10,69 km/h bzw. 5:37 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 100%!!! YAAAY!!! 😀
Karte:

Karte mit den Entstehungsorten der Bilder:

M.

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15 Antworten to “Um Flörsheim am Main – mit Fotos (11,4 km)”

  1. XYZ Says:

    Ja aber Hallo, da muß ich doch einfach mal wieder meinen Senf dazugeben!
    Ein toller Laufbericht mit wunderschönen, stimmungsvollen Fotos. Beim Lesen und Bilderanschauen kommt eine Ahnung auf, wie sehr dir dieses Erlebniss gefallen und gutgetan hat.
    Ich wünsche dir noch viele solcher Highlights!
    Xyz

  2. matbs Says:

    Danke, die wünsch mir ich auch! 🙂

    Ja, das war wirklich mal wieder ´ne richtig schöne Tour!

  3. Gerd Says:

    Hi Super!!
    Und wenn Du die Technik (Kamera) mitnimmst habe wir auch was davon.
    Dann kannst Du deinen Urenkeln noch die tollen Bilder deines Regenbogens zeigen 😉
    TECHNIK IST SCHON WAS TOLLES 😆
    Gruß aus der Fränkischen Schweiz.

  4. matbs Says:

    Inzwischen ist die Digitalkamera, die ich benutze, so alt, dass sie schon nicht mehr als Hight-Tech durchgeht, entsprechend ist das in Ordnung, schätze ich… 😀


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  12. […] strahlender Abendsonne und den zwei perfektesten vollständigen Regenbögen, die ich seit meinem Lauf um Flörsheim letzten Oktober gesehen habe, nach Hause, zum wohlverdienten […]


  13. […] gesäumten Feldweg wechsle (der Regionalparkweg geht geradeaus weiter, aber da ich dieses Stück schon mal vor eineinhalb Jahren gelaufen bin, probiere ich´s heute mal mit einer Alternativstrecke) und über die offenen Felder in Richtung […]

  14. Stephanie Says:

    sehr schön! Ich laufe und bike da auch gelegentlich – und war noch nie auf dem Eisenbaum! Das muss ich nun nachholen. Eventuell dieses Wochenende….
    Ich habe in Deinem Blog noch nicht so viel gelesen, vielleicht warst Du ja auch schon dort – aber auch schön ist ein Besuch bei den Kaschmirziegen in den Weilbacher Kiesgruben. Eventuell bekommst Du ja auch mal einen der Halbesel zu Gesicht. Ich habe das noch nicht geschafft.

    • matbs Says:

      Hi Stephanie!

      Auf jeden Fall, mach das, die Flörsheimer Schweiz ist wirklich einen Besuch wert! 🙂

      In den Weilbacher Kiesgruben war ich noch nicht – die sind zwar grob auf meinem Radar, aber da ich ja doch ein Stück weit weg wohne (und demnächst noch deutlich weiter), wird das wahrscheinlich erstmal nichts. Aber wer weiß, vielleicht klappt´s ja irgendwann, wenn ich mal wieder die Verwandschaft in eurer Ecke besuche…

      Gruß von der Bergstraße!


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