Weinberge zwischen Bensheim und Heppenheim – mit Fotos (15,7 km)

18. Oktober 2008

So!
Unglaublich aber wahr: Ich hab´s in die Weinberge geschafft!
Hat ja lange genug gedauert, aber ich wollte ja auch unbedingt das perfekte Wetter abwarten. Das war zwar heute auch nicht so ganz da, weils etwas zu diesig war, aber da ansonsten herrlich sonnig-idyllisch-goldenes Oktoberwetter herrschte, hab´ ich mir dann doch einen Ruck gegeben und mich auf den Weg gemacht (schließlich hält der Herbst ja auch nicht ewig, also lieber jetzt als nie!).

Wie´s war?
Na was denkt ihr, wie´s war?
Super natürlich!!!
Total tolle Landschaft und wunderbar herbstgelbe Weinberge und Hügel und ein bisschen Aussicht und der Odenwald und die Bergstrasse und coole Steigungen und ich hab ein Schaf getroffen aber die Türme waren beide zu und dann hab´ ich mich in den Weinbergen verrirrt und dann musste ich einen Riesenumweg laufen und deshalb war ich dann zu spät und am Ende war ich dann im Flachland und es war zu lang und da hatte ich dann keine Lust mehr nämlich weils dann auch kalt und dunkel geworden ist aber irgendwann wars dann doch auch irgendwan zu Ende und irgendwie doch total schön.
Ende.

Wie, das reicht nicht? Ich wollt´s ausführlicher? Und nicht in einem Satz? Und die versprochenen tollen Fotos wollt ihr auch sehen?

Ach, na gut, von mir aus… 😀


Samstagnachmittag, herrliches Herbstwetter, und damit Zeit für den lange aufgeschobenen Lauf durch die Weinberge hinter Bensheim und Heppenheim.
Relativ warm angezogen (war schon ziemlich frisch, gerade in den harten, tiefen Schatten), Foto geschnappt, und runter nach Bensheim.

Schon die Fahrt nach Süden entlang der bunt in der Sonne leuchtenden Bergstrassenhänge war wunderbar- lediglich die Rentner in dem offenen Uralt-Mercedes-Cabrio vor mir nervten etwas, weil sie fast die ganze Strecke vor mir herzuckelten, und grundsätzlich 10 bis 15 km/h unter der jeweils gültigen Geschwindigkeitsbeschränkung blieben. Aber heute war´s so schön, da konnte ich das locker verzeihen, auch wenn ich fünf Minuten später am Start ankam.
Der war heute übrigens in Bensheim, in der Hunsrückstr., einer hübschen, ruhigen, schattigen Einbahnstr., östlich der Altstadt und am Anfang des Lautertals:
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Bild #1: Hunsrückstr., Bensheim

Von hier aus ostwärts, die Hunsrückstr. hoch und an der Kreuzung nach knapp 100 m….
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Bild #2: Kreuzung Hunsrückstr./Bleichstr./Elisabethenstr.

…halblinks in die Bleichstr., über die ich weiter auf die Nibelungenlage lief. Großes, offenes Freizeitgelände im Talgrund südlich der Lauter, mit Basketballcourt, Spielplatz, Spiel-/Liegewiese.
Für mich ging´s hier einfach immer geradeaus auf dem Fußweg mit den Markern B2/B4/gelbe 1 talaufwärts:
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Bild #3: Fußweg in Nibelungenanlage

Am Ende des Freizeitgeländes führte der Weg dann in ein kleines, schattiges Waldstück im Talgrund, direkt am Ufer der fröhlich talwärts plätschernden Lauter…
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Bild #4: Lauter

…und in Sichtweite der ruhigen B47 auf der anderen Talseite:
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Bild #5: B47 am Anfang des Lautertals

Bisher lief´s übrigens prima – Umgebung wunderschön, Wetter wunderschön, Tagesform wunderschön, da störte selbst der obligatorische kleine Protoschmerz am linken Fuß nicht. Lediglich das Fotografieren war etwas lästig, denn heute war alles so schön, dass ich mehr rumstand und knipste als ich lief.
War einfach stärker als ich (und zwar ziemlich: Am Ende der Tour sollte fast 350 Bilder gemacht haben. Uijuijui!)… 😉

Nach knapp 150 m. auf dem Uferweg eine kleine Brücke, gleich danach die Rückseite einer alten Fabrikhalle (oder so) am gegenüberliegenden Lauterufer (selbst die sah heute durchaus hübsch aus) und schließlich nach 350 m. die Konrad-Adenauer-Str. quer zum Talverlauf, auf die ich nach rechts, leicht aufwärts, einbog:
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Bild #6: Konrad-Adenauer-Str.

Um die Kurve rum, dann geradeaus an der Ziegelmauer des beeindruckenden Anwesens über dem Talgrund entlang und durch den total coolen alten Brückenbogen am Waldrand…
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Bild #7: Unteres Ende des Baßmannwegs an der Konrad-Adenauer Str.

…rein in den schattigen Gemeindewald und den Baßmannweg (gelbe 2) hoch, der durch ein steiles, bewaldetes Seitental aufwärts führt, rechts von einem Bach begrenzt, der durch eine Vielzahl stufenartiger kleiner Stauwehre fliesst…
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Bild #8: Bach neben dem Baßmannweg

…und links von einer hohen, erdigen Steilwand, über der das Gelände des von unten leider nicht sichtbaren Schloss Falkenhof beginnt. Wunderschönes Stück.

Allerdings hatte ich den Baßmannweg vor knapp einem Jahr schon mal in entgegengesetzer Richtung genommen, deshalb hatte ich heute eine etwas andere Route geplant, und bog nach ca. 150 m. rechts ab, überquerte den Bach auf einer kleinen moosigen Brücke, und lief einen schmalen Weg hoch, der – zumindest hoffte ich das – direkt zum Blauen Türmchen (aka „Luginsland“ oder „Baßmannturm“) führen sollte. So ganz sicher war ich allerdings nicht, denn die erhoffte Markierung (B2) fehlte.

Der Weg verlief erst paar Meter auf einem herrlich bunten und weichen Teppich aus frisch gefallenen Blättern ein parallel zum Bach, bevor er scharf rechts abknickte, und nun am Rand einer wunderschönen, hellen Bergwiese aufwärts durch den Wald in Richtung der Anhöhe führte:
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Bild #9: Weg am Rand des Bensheimer Gemeindewaldes aufwärts

Hier wurde es dann zum ersten Mal richt schön anstrengend – absolut gesehen sind die Höhenrücken direkt hinter Bensheim ja alle nicht besonders hoch, aber dafür sind die Täler zwischen ihnen ziemlich tief, und die Talwände sind sacksteil.
Anspruchsvoll, aber spassig, besonders an so einem guten Tag wie heute: Schnaufend aber glücklich kämpfte ich mich den ca. 400 m. langen und 50 Höhenmeter umfassenden Anstieg hoch, machte zwischendurch mal eine Fotopause um die Kühe auf Wiese jenseits des Waldrandes zu fotografieren, was allerdings nicht so richtig gut klappte, weil der Foto aufgrund des enormen Helligkeitsunterschieds zwischen schattigem Wald und sonniger Wiese seltsam belichtete. Aber ich zeig´s trotzdem mal, schließlich gehört der Bergstrasse technisch gesehen schon zum Odenwald, und jeder Odenwaldlaufbericht mit Foto braucht bekanntlich ein Bild mit Kühen, also bitte sehr:
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Bild #10: Nicht im Bild ist die Mamakuh, die fünf Meter weiter rechts gerade von der Papakuh besprungen wird. Man ist ja diskret… 😀

Bald danach kam das hellerleuchtete obere Ende des Wäldchens in Sicht…
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Bild #11: Aargh, das blendet!

…und mit ihm ein kleines Dilemma: Kurz vor dem oberen Waldrand teilte sich der Weg, ging sowohl nach links als auch nach rechts. Keine Markierung, und auch mein Etappenziel, das blaue Türmchen, war nirgendwo in Sicht.
Zeit für das gute, alte Bauchgefühl.
Und das wollte nach rechts, einen netten kleinen Trampelfpad entlang, an dessen Ende so eine Art Wiese zu liegen schien.

War natürlich genau die verkehrte Richtung. Machte aber nichts, denn dadurch entdeckte ich ein herrliches verstecktes Plätzchen, das mir sonst völlig entgangen wäre:
Ein kleine Lichtung nahe dem Waldrand, mit ein paar Bänken drauf, die von der schrägen Nachmittagsonne in ein unwirkliches, helles Licht getaucht wurden…
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Bild #12

…direkt davor ein offenbar uralter Unterstand aus schwerem Feldstein…
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Bild #13: In Rheinhessen würde man das einen „Trullo“ nennen. Wie´s bei uns heisst? Keine Ahnung…

…und darunter eine schmale, langgezogene Wiese, die den ganzen Hang bis ins Tal runterreichte und einen überwätligenden Blick nach Norden freigab, über die wunderschönen, sonnenbeschienenen Höhen über dem Lauter- und dem Mühltal bis auf die mächtige, grüngelbgolden leuchtende Südflanke des Melibokus:
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Bild #14: Leider ist der Anblick auf den Bildern weniger grandios als in Natura, da der Foto auch hier wieder Probleme mit der Belichtung hatte – entweder man zielte hoch in den hellen Himmel, dann war der Melibokus gut belichtet, aber alles untendrunter zu dunkel (wie hier)…

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Bild #15: … oder man hielt nach unten, dann war zwar der nähere Wald gut belichtet, aber der Melibokus kam nicht gut raus. Pffft, diese Fotografierei ist aber auch kompliziert…

Toll, und auf der Wanderkarte nicht mal verzeichnet. Ich liebe solche Entdeckungen! 🙂

Bloss das blaue Türmchen, das war hier immer noch nicht, also lief ich noch ein Stück weiter, bis ich an einen Zaun am Waldrand kam, dem ich links hoch auf die Anhöhe folgte und dort dann auf einmal mitten in einem etwas ackrigen Weinberg rauskam:
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Bild #16: Erster Kontakt mit den Weinbergen – schön!

Ein weiterführenden Weg gab´s hier nicht, aber dafür entdeckte ich die Spitze des blauen Türmchens, die ca. 150 m. weiter östlich (also in der Richtung, aus der ich gekommen war) über die Baumwipfel lugte.
Hmm, da hatte das Bauchgefühl mal wieder versagt, wenn auch heute mal mit durchaus positiven Konsequenzen… 🙂

Also wieder ein Stück zurück in den Wald, den Zaun runter, an den Bänken vorbei zur Abzweigung am oberen Ende des Aufstiegs, und dieses mal den richtigen Weg genonnem, auf dem ich bereits nach wenigen Metern den Turm erreichte:
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Bild #17: Blaues Türmchen/Luginsland von Norden

Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass der Turm an einem so schönen Samstagnachmittag geöffnet sein würde, und man ihn mal besteigen könnte (hatte sogar extra Kleingeld für den Eintritt eingepackt), aber das war leider nicht der Fall. Also sah ich mir das pittoreske Gebäude nur nochmal von allen Seiten an (wirklich hübsch, gerade bei strahlendem Sonnenschein und unter blauem Himmel)…
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Bild #18: Blaues Türmchen/Luginsland von Süden. Was hier allerdings blau sein soll, das weiss ich ehrlich gesagt auch nicht…

…und lief dann über die große Wiese vor dem Turm runter auf den Knodener Höhenweg, auf den ich nach links einbog.
Rein in die Weinberge!

Ich hab´s ja mehrmals an anderer Stelle geschrieben, aber weil´s so eminent wiederholenswert ist: Der Knodener Höhenweg (HW 20, markiert mit dem gelben Dreieck) ist einer der landschaftlich reizvollsten Wege in den Odenwald, die ich kenne (und ich kenne inzwischen so einige 😉 ).
Führt von Bensheim erst ein kurzes Stück steil bergauf, und verläuft dann mit minimaler Steigung auf dem breiten, szenischen Höhenrücken zwischen Lautertal und Meerbachtal ostwärts, an Weinbergen, Hangwiesen und kleinen Hainen vorbei, wobei er atemberaubende Aussichten in alle Richtungen bietert, sowohl in die Rheinebene als auch runter auf die idyllischen auf die idyllischen Täler und zu den mächtigen bewaldeten Odenwaldhänge, die das Hügelland hinter Bensheim wie ein Kessel umschließen.
Ist eigentlich zu jeder Jahreszeit herrlich hier oben, aber gerade heute, wo die helle Sonne die herbstlich gelben Weinberge unter dem azurblauen Himmel zum Strahlen brachte –
WUN-DER-SCHÖN!!!!!
Aber was erzähl´ denn, am besten lass´ die Bilder einfach mal für sich selbst sprechen:
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Bild #19: Kleiner Buckel am Knodener Höhenweg, kurz hinter der Abzweigung zum blauen Türmchen

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Bild #20: Blick von besagtem kleinem Buckel nach Osten, über ein gelbstrahlendes Meer aus Weinstöcken hinweg auf die Berge östlich von Gronau

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Bild #21: Der idyllische Bensheimer Stadtteil Zell, tief unten im schattigen Meerbachtal. Da wollte ich jetzt gleich runter. Im Hintergrund der Sendemast an der Hubenhecke, die Hubenhecke selbst, und der Turm der Starkenburg

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Bild #22: Der Hemsberg auf der anderen Seite des Meerbachtals oberhalb von Zell – den würde ich als nächstes Erklimmen. Von hier sah er eigentlich ganz harmlos aus…

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Bild #23: Noch mehr goldgelbe Weinberge. Der hohe Berg rechts im Hintergrund müsste der Lindenstein südlich des Hambachtals sein

Lange konnte ich den Knodener Höhenweg allerdings nicht geniessen, denn bereits nach knapp 100 m. hiess es wieder Abschied nehmen. Der Höhenweg schlängelte sich geradeaus weiter auf dem Höhenrücken nach Osten…
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Bild #24: À bientôt, Höhenweg

während ich an rechts auf den Zeller Weg (Markierung: Gelbe 1) abbog, der in südlicher Richtung runter ins Meerbachtal bis nach Zell führt:
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Bild #25: Zeller Weg, direkt nach der Kreuzung mit dem HW 20

Auch ein wunderschönes Stück. Erst supersteil bergab durch einen tief eingeschnittenen Hohlweg im Hang, in dem man sich fast wie in einem dunkel-zugewachsenenTunnel vorkam…
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Bild #26: Zeller Weg, weiter unten

…dann in ein kleines, schattiges Seitental, in dem eine Herde freundlicher Schafe weidete…
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Bild #27: Schaaa-feeee

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Bild #28: Matthias´ kleines Einmaleins der Nutztier-Begegnungen: Kühe fotografiert man, Pferden geht man aus dem Weg, Hühner erschreckt man, von Hirschen lässt man sich beissen, und Schafen sagt man Hallo. Schweine hab´ ich noch keine getroffen… 😀

…und schließlich auf einem herrlichen, wunderbar sonnig/schattigen Weg den Talrand runter nach Zell:
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Bild #29: Erst noch etwas schattiger…

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Bild #30: ….dann voll im rotgoldenen Licht der strahlenden Herbstsonne

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Bild #31: Zell von oben

Unten in Zell dann durch das Gässchen Im Kappelsgrund…
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Bild #32: Im Kappelsgrund, Bensheim-Zell

…bis an die Gronauer Str. im Talgrund.

Erster Höhenzug: Überwunden, und bisher hatte alles Riesenspass gemacht und super geklappt.

Soweit so gut. Aber jetzt kam der harte Teil, denn ich wolle ja als nächstes auf den Hemsberg hoch.
Und der hat´s in sich.
Dabei kommt er zuerst mal ganz harmlos daher: Gerade mal 262 m. Höhe, das klingt nicht wirklich beunruhigend, vor allem wenn man solche Kaliber wie den Melibokus (517 m.), den Felsberg (514 m.) oder die Neunkircher Höhe (605 m.) gewöhnt ist.

Aber absolute Höhe ist eben nur die halbe Wahrheit.

Die andere Hälfte besteht in diesem Fall darin, dass der Hemsberg ein hoch aufragender Kegel ist, der auf allen Seiten von sehr tief liegendem Terrain umgeben ist.
Und das bedeutet letztendlich, dass praktisch alle Wege zum Gipfel zwar verhältnismäßig kurz, aber eben auch brutal steil sind.
Nehmen wir zum Beispiel mal den Hemsbergwerg (gelbe 2), der von Zell aus geradewegs den Hang hinauf bis zur Bergspitze führt: Gerade mal 900 m. Strecke, auf denen man jedoch 150 Höhenmeter bewältigen muss – im Schnitt also knapp 17% Steigung, und das fast einen ganzen Kilometer lang. Das ist echt mörderisch!

Zu mörderisch für meine momentane Form, deswegen hatte ich auch eine etwas längere Variante gewählt, von der ich hoffte, dass sie ein klein wenig weniger anstrengend sein würde.

Erstmal ein paar Meter rechts die Gronauer Str. runter, dann jedoch gleich wieder links, über den Meerbach in den Hemsbergweg hinein…
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Bild #33: Abzweigung zum Hemsbergweg. Das Gewässer in der Bildmitte ist der Meerbach, der offen durch ganz Zell fliesst

…der bereits schon wieder ordentlich steil an der anderen südlichen Talwand hochkletterte:
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Bild #34: Hemsbergweg

Nach 100 m. wandte ich mich dann nach links (rechts wäre die mörderisch steile gelbe 2 abgegangen), lief kurz am Ortsrand nach Osten, und knickte dann rechts in die wunderschönen weiden Oberhalb des Dorfes ab, wo´s auch wiedger gut berghoch ging:
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Bild #35

Gemächlich, mit einer kurzen Pause zwecks Anwohnerportraitierung…
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Bild #36: Wahrscheinlich überlegt es gerade, wie es am besten wahnsinnig werden und micht auffressen kann. Das machen Pferde ständig… 😀

…und einer weitere kurzen Pause am oberen Ende des kleinen Aufstiegs, um den herrlichen Panoramablick übers Meerbachtal zu geniessen:
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Bild #37: Wer genau hinsieht, kann auf der Anhöhe gegenüber das blaue Türmchen erkennen

Dann nach links, 100 m. am Hang entlang und wieder nach Zell rein, in ein höher liegendes, recht nobel aussehendes Wohngebiet. Hier kurz die Schannenbacher Str. entlang, nach 150 m. rechts in die Strasse „Am Berg“…
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Bild #38: Am Berg

…und an deren Ende dann halbrechts/geradeaus durch einen Durchgang zwischen den Grundstücken auf den Fußweg, auf dem ich den Hemsberggipfel zu bezwingen gedachte (unmarkiert. Laut Bensheimer Stadtplan ist das der Hemsbergweg, laut Wanderkarte nicht. Keine Ahnung).

Aufstieg nach rechts, steil bergauf, erst durch einen zugelaubten Hohlweg…
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Bild #39

…dann an wieder mal an ein paar hübschen Weinbergen vorbei…
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Bild #40

…dann ein unglaublichsackfiesgemeinbrutalmonstermässigsteiles Stück (hatte ich´s doch gewusst, der Hemsberg ist einfach total hinterfotzig)…
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Bild #41: Uffa! Und das ist in Echt noch viel steiler!!!!

…von dem man immerhin noch einen tollen Blick auf das inzwischen schon wieder weit unten liegende Zell hatte:
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Bild #42: Aaah! Geht doch nichts über ein Fotopäuschen mitten in der Steilwand… 🙂

Und dann, endlich, nach 700 wunderbar schweiss- und pulstreibenden Metern, der Waldrand kurz vor dem Gipfel:
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Bild #43: Hrrrgh, fast… pfffffhuuuu … oben!

Hier kurz links, in den Wald rein bis an eine kleine Kreuzung (wo auch wieder die gelbe 2 auftauchte), und von dort aus die letzten Meter aufwärts bis zum Bismarckturm auf der Kuppe:
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Bild #44: Bismarckturm auf dem Hemsberg von Osten

Geschafft! Oben!
Zuerst mal kurz den Bismarckturm von unten begutachtet…
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Bild #45: Offenbar wird hier gerade renoviert

…und mir dabei ein paar Gedanken darüber gemacht, dass es doch eigentlich seltsam ist, wie viele Bismarcktürme es hier in der Gegend gibt – man könnte fast den Eindruck kriegen, dass jedes zweite Türmchen zwischen Darmstadt und Heidelberg nach dem eisernen Kanzler benannt ist, fast so, als hätte da Methode dahintergesteckt (wie eine kurze Internetrecherche nach dem Lauf ergeben hat, ist das übrigens gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt, da es um die vorletzte Jahrhundertwende herum offensichtlich tatsächlich total hip war, Bismarcktürme zu bauen. Interessant…).

Eigentlich sollte die Aussicht vom Hemsberg grandios sein, doch dummerweise ist die Kuppe völlig bewaldet, so dass man nicht allzuviel davon hat – da muss man schon auf den Turm rauf. Auch hier hatte ich – wie bereits beim blauen Turm – natürlich gehofft, dass der an so einem schönen Samstagmittag wie heute geöffnet sein würde.
Doch als ich um die Turmecke umrundete…
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Bild #46: Um den Bismarckturm herum

…wurde auch diese Hoffungung enttäuscht – die Eingangstür war verschlossen, verrammelt und verriegelt:
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Bild #47: Zu!

Wäre ja zu gerne mal raufgeklettert, aber anscheinend ist der Turm wirklich nur Sonntags auf.
Schade!
Also noch mal runter auf den kleinen Vorplatz mit Grillhütte und Schaukel, dort noch ein schnell ein Frontalfoto gemacht…
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Bild #48: Bismarckturm von Südwesten

…und dann wieder abwärts. Runter zurück an die Kreuzung unterhalb des Turms, und dort dann stur der gelben 2 gefolgt (nachdem ich mich bei meinem letzten Lauf hier oben total verfranst habe, wollte ich heute lieber nichts riskieren). Erst ein Stück auf einem recht bequemen Pfad Waldpfad im Uhrzeigersinn um die Kuppe bergab, dann scharf links auf einen winzigen, wurzeligen, schmalen, überwucherten, steilen, unebenen Mini-Pfad, der in mehreren scharfen Abwärtsserpentinen aus dem Wald hinaus zurück in die Weinberge führte.

Als ich den Waldrand an der Südseite des Berges erreichte und wieder raus ins Freie lief, blieb mir erst mal die Spucke weg
BOAH!!!!!!!
Offener Hang, hoch über dem Umland, mi einem grandiosen Blick nach Süden: Ins Ried, nach Heppenheim, und auf das bestechend schöne Hügelland mit seinen goldenen Weinbergen und satt- bis dunkelgrünen Wäldern und Wiesen.

Staunpause, mit offenem Mund und klickendem Foto unter der wohlig-warmen Nachmittagsonne.
So sah´s aus:
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Bild #49: Atemberaubender Blick von der Südflanke des Hemsbergs. Die Erhebung links ist die Hubenhecke, rechts dahinter der Schlossberg mit der Starkenburg, rechts unten und leider schon sehr diesig Heppenheim

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Bild #50: Blick nach Südwesten, über die weiten, sanft abfallenden Weinberge oberhalb der B3 in die Ebene, leider auch wieder sehr diesig.

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Bild #51: Blick den Hang runter auf das mittlere Tal zwischen Hubenhecke und Hemsberg (konnte leider nicht rausfinden, wie das heisst)

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Bild #52: Die Weinberge vor der Hubenhecke en Détail

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Bild #53: …und nochmal die Starkenburg

Eine Sinfonie aus Licht und Farbe, traumhaft!

Und ich durfte mittenrein laufen: Der gelben 2 folgend am Rand des Weinberg runter…
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Bild #54: Runter vom Hemsberg

..dann kurz rechts und wieder links, weiter abwärts, bis an die Kreuzung an der Ahlengasse, wo eine Bushaltestellenartige Schutzhütte steht:

Bild #55

Von hier aus sah der Plan vor, dass ich mich irgendwie auf halber Höhe am Hang über der B3 durch die Weinberge bis Heppenheim durchwursteln sollte.
Sah zumindest in der Theorie ganz einfach aus (wie schwer kann´s denn bitteschön sein, in offenem, gut übersichtlichen Gelände nach Süden zu laufen?), und auch die Praxis liess sich erst mal ganz gut an:
An der Kreuzung rechts, auf den hinteren der beiden nach Westen abgehenden Wege (unmarkiert, wwahrscheinlich noch die Ahlengasse), und erstmal 200 abwärts in Richtung Ebene, dann links ab, auf einen bequem aussehenden Wirtschaftsweg am Wingert, der mit dem Weinlagenweg-Marker gekennzeichnet war…

Bild #56: Weinlagenweg

…und dort dann südwärts, mitten rein in die sonnendurchfluteten Weinlagen…

Bild #57

…die ihr herbstliches Laub…
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Bild #58

…in Reih und Glied zur Schau stellten.
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Bild #59

Und da passierte es dann.
Auf einmal ging´s nicht mehr so richtig weiter.
Kein Weinlagenwegmarker mehr, und auch kein halbwegs offiziell aussehender Weg, nur noch ein paar Pfade, die zwischen den Weinreben in alle möglichen Richtung (außer natürlich der, in die ich eigentlich wollte, ist ja immer so) liefen.
Hm.
Mein notdürftiger Plan war – wie immer in solchen Situation – natürlich weitgehend nutzlos weil zu grob.
Was tun?
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Bild #60: Ratlos im Weinberg. Und immer noch unrasiert. Ich arbeite dran. Ehrlich. 😉

Umkehren und einen besseren Weg suchen wollte ich selbstverständlich nicht (weil ich das nie will), also musste halt ich notgedrungen weiter, auf irgendwelchen Winzerpfädchen durch die Wingerte.
Geradeaus in die Pampa. Ein bisschen runter, ein bisschen hoch, ein bisschen über ´ne Böschung klettern, und alles ungefähr in die richtige Richtung.
Na ja, zumindest kurz.
Dann knickte der Pfad nämlich unvermittelt ab, und führte erst nach Osten, und dann, unterhalb vom Hemsberg, schließlich sogar nach Norden.
Und kam am Ende wieder auf der Ahlengasse raus, und zwar noch hinter der Stelle, an der ich vorhin vom Hemsberg runtergekommen war.
Ich war im Kreis gelaufen!
Na prima!
Soviel zum Thema „Navigation in den Weinbergen ist voll einfach“… 😀

Ich überlegte kurz, ob ich einfach nochmal runter in Richtung Ebene laufen und das selbe Spielchen nochmal versuchen sollte.
Aber dann entschied ich mich dagegen. Auf gut Glück hier rumirren, nur um dann irgendwann vielleicht noch unten an der B3 zu landen und neben der Schnellstrasse nach Heppenheim laufen zu müssen, darauf hatte ich keine Lust. Stattdessen beschloss ich, die Ahlengasse hochzulaufen und dem Blütenweg zu folgen. Das würde zwar ein Riesenumweg auf teils bereits bekannter Strecke werden, aber immerhin einer mit Markierung, von dem ich wusste, dass er am Ende da rauskommen würde, wo ich hinwollte.
Wenn ich mich erst mal so ein bisschen verirrt habe, werde ich wie Kondrad Adenauer: Keine Experimente! 😀

Gesagt getan. Anstatt nochmal runter nach Westen zu laufen, schlug ich genau die entgegengesetzte Richtung ein und folgte der Ahlengasse/dem Blütenweg (gelbes B) über das Plateau nach Osten:

Bild #61: Ahlengasse ostwärts

Übrigens relativ schnell und ohne weitere Fotopausen – zum Einen, weil ich schon wieder ziemlich in Verzug war und nicht in die Dunkelheit geraten wollte (es lagen ja noch einige Kilometer vor mir), zum anderen weil die schräg stehende Sonne gerade hinter einem Wolkenschleier verschwunden war und deshalb ein milchiges, nicht sehr fotogenes Licht herrschte.

Halber Kilometer die Ahlengasse entlang, dann bog der Blütenweg rechts ab und führte 700 m. bergauf nach Südosten durch die Wiesen bis zur Anhöhe über dem Hambachtal. Nicht unsäglich steil, aber angesichts meines zügigen Tempos und der bereits gelaufenen Bergkilometer zog das so langsam ein bisschen rein.
Uffa!

Nach 700 anstrengenden Metern bergauf eine vage bekannte Stelle, nämlich einen Kreuzweg oberhalb des Hambachtals, den ich vor ungefähr hundert Jahren, als der Blog noch ganz frisch und jungfräulich war, schon mal mit Ingo erlaufen hatte.
Hier gibt´s u.a:
– Einen eingezäuntes Kreuz neben einem Baum mit vielen Wegmarkern:

Bild #62

– Einen schönen Blick auf das oberste Ende von Unter-Hambach (nicht zu verwechseln mit dem untersten Ende von Ober-Hambach… 🙂 ):

Bild #63

– Einen Wegweiser, der mir netterweise mitteilte, dass ich richtig war:

Bild #64

– Sowie eine Hütte mit Grillplatz, auf dem gerade irgendwelche Motorradfahrer feierten, und von dem ein verlockender Geruch nach Gegrilltem rüberzog und mich ein klein wenig hungrig machte. Mmmmh.

Hier bog ich rechts ab (gelbes und blaues B), am Grillplatz vorbei, kurz aber steil aufwärts durch ein kleines, schattiges Wäldchen…

Bild #65

…an dessen Ende mich der herrliche Höhenweg über dem Hambachtal erwartete, der in gleissend helles Sonnenlicht getaucht war (die Schleierwolken hatten sich offenbar wieder verzogen):

Bild #66

Wunderbares Stück auf dem Kamm eines offenen Höhenrückens mit atemberaubender Sicht nach rechts/Norden…

Bild #67: Im Vorder- und Mittelgrund die Hügellandschaft hinter Bensheim, rechts hinten der Melibokus, der zur Bildmitte hin zum Auerbacher Burgberg mit dem Auerbacher Schloss drauf abfällt. Wenn´s richtig klar wäre, könnte man von hier aus locker bis zum Taunus gucken

…und links/Süden:

Bild #68: Blick über das Hambachtal auf die Starkenburg

400 m. nach dem Waldrand passierte ich den hoch aufragenden Sendemast über dem Abhang…
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Bild #69

…natürlich immer noch auf dem Blüten- und dem Burgenweg…
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Bild #70: Ist zwar genau der selbe Marker wie auf der #69, aber die Farben sind halt so schön geworden

…auf dem es dann schließlich um die Kuppe der Hubenhecke herum ging:

Bild #71: Um die Hubenhecke rum (die Hubenhecke ist übrigens ein ähnlich spitzer und steiler Kegel wie der Hemsberg, nur dass sie noch ein bisschen Höhenrücken davor und dahinter hat, und die Wege hier nicht geradewegs nach oben, sondern eben drumrum führen. Übrigens ist sie auch fast genauso hoch wie der Hemsberg, so dass die beiden Erhebungen von vorne betrachtet wie zwei gewaltige Eckzähne aus der niedrigen Hügellandschaft zwischen Bensheim und Heppenheim herausragen. Irgendwie cool, oder?

Auf der Westseite der Kuppe teilen sich Burgen- und Blütenweg dann wieder, ich folgte dem Blütenweg (außerdem H1) rechts, leicht abwärts und mittenrein in die wunderschönen Weinberge am Steinkopf oberhalb von Heppenheim:

Bild #72

Auch hier war´s noch mal wunderschön. Goldgelbe Weinreben im milden, warmen Abendlicht, und noch mehr Aussicht, runter auf den hessischen Rebmuttergarten am Fuß der Bergstrasse…

Bild #73: Hessischer Rebmuttergarten von oben.

…und das diesige Heppenheim…

Bild #74

..sowie nochmal auf den herrlichen Höhenkamm an der Hubenhecke, über den ich gerade gelaufen war:

Bild #75

Knapp 650 m. nach der Abzweigung eine T-Kreuzung, an der Blütenweg und H1 scharf nach rechts abgehen (ist allerdings nicht so markiert, da musste ich ein bisschen raten), und dann schließlich ernsthaft den Hang runter nach Heppenheim führen. Erst noch mit relativ moderatem Gefälle…

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Bild #76: Seht mal, die hohen Gebäude am Horizont, das ist Mannheim. Wenn´s doch nur klar wäre…

…und dann plötzlich richtig steil:
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Bild #78: Uijuijui, da ist man froh, dass man hier nicht hoch muss…

Auf Höhe des kleinen Türmchens trennten sich Blütenweg und H1 und ich musste mich kurz orientieren, und nutzte Gelegenheit zu einer weiteren kleinen Fotopause. Motive gab´s genug:

Bild #79: „Winzerrast“

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Bild #80: Kunstwerk im Weinberg gegenüber des Türmchens


Bild #81: Und nochmal Heppenheim von oben

Danach ging´s geradeaus weiter den Hang runter, nun ohne gelbes B und nur noch auf dem Weg H1, immer weiter abwärts und noch um zwei Serpentinen herum, bis ich schließlich den Ortseingang von Heppenheim in der Strasse „In den langen Lauben“ erreichte:

Bild #82

Geradewegs die Strasse runter. Rechts hübsche Häuser mit schönen Gärten, links die hoch aufragenden Weinlagen…
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Bild #83: Oben, das ist irgendein Häuschen, und das davor, ist noch ein Kunstwerk, davon stehen hier wohl einige am Wegesrand

…und vor mir grüßte die abendlich illuminierte Starkenburg vom Schlossberg herunter

Bild #84: Starkenburg von Norden

So. Und damit hatte ich die Weinberge verlassen und war wieder im unten am Fuß der Bergstrasse.
Geschaf…
Äh, ach so, nein.
Ich musste ja auch noch zurück nach Bensheim.
Und das waren noch fast 5 km durchs Flachland.
Gnaaaaa….

Aber gut, was muss, das muss, also schnell weiter. Die langen Lauben runter bis zum Ende, dann rechts „Am Steinkopf“ neben einem hübschen offenen Bachlauf bis runter an die B3/Darmstädter Str., kurze Ampelpause (die erste heute. Ungewohnt…), dann rüber und geradeaus die die Bürgermeister-Kunz-Str. runter und am Kreisel nach 250 m. rechts…

Bild #85

…in ein vergleichsweise ansehnliches Neubaugebiet (die sogenannte Heppenheimer Nordstadt)…

Bild #86

…das ich in nordwestlicher Richtung durchquerte (Rebenstr., Blütenstr., Narzissenstr.) und schließlich auf dem Radweg R8 aus Heppenheim hinaus in die Felder westlich der B3 lief.

Bild #87: R8 nördlich von Heppenheim

Jetzt hiess es nur noch: Gaaaaaanz lange geradeaus bis Bensheim.
Ehrlich gesagt: Das lief jetzt nicht mehr besonders gut.
Ich hatte Hunger und Durst, fühlte mich nach den vielen Umwegen und steilen Bergpassagen schon ziemlich fertig, mein linker Fuß und meine Hüfte taten weh, die Sonne war im Untergehen begriffen und es wurde ziemlich schnell kalt, der betonierte Untergrund war viel zu hart, und der Weg (der nach ein paar hundert Metern mit der Markierung B3 versehen ist) war nicht so richtig dolle und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte und wollte unkrrrrrk sorry Sprung in der Platte kein Ende nehmen.
Kurzum: Ich hatte überhaupt gar keine Lust mehr.
Doppel-Gnaaaaa.
Da halfen selbst die herrlich von der untergehenden Sonne angestrahlten Weinberge zu meiner Rechten…

Bild #88: Hessischer Rebmuttergarten von unten

…und der durchaus spektakuläre Sonnenuntergang zu meiner linken…

Bild #89: Mal ganz ehrlich – so bunt wie auf diesem Bild war er allerdings nicht. Keine Ahnung, was der Foto da angestellt hat, damit es so spekatkulär aussieht.

…wenig – der Weg selbst war zu lang und zu dämmrig und zu kalt und zu unangenehm:
img_img_0320
Bild #90: Pffffft

Immerhin, kurz bevor er in Bensheim ankam, hatte er doch noch was zu bieten, nämlich ein Gehege mit Perlhühnern am Wegesrand. Bisher hatte icht noch keine Perlhühner beim Laufen getroffen, also musste die historische Begegnung natürlich sofort ordentlich dokumentiert werden. Klappte nicht so gut, weil die Perlhühner in eine wilde Panik verfielen, sobald ich mich näherte – erst rannten sie ein paar mal planlos in ihrem Gehege hin und her, und als das nichts half, fingen sie damit an, lautstark vor sich hinzuschreien, so dass ich lieber schnell das Weite suchte, bevor sie noch ´nen Besitzer mit Schrotflinte oder sowas anlockten.

Bild #91: The Chickens Are Restless

Und dann war ich endlich in Bensheim. Wurde auch Zeit, denn inzwischen war die Sonne weg und die Dämmerung hatte eingestzt. Also schnell, schnell, über die Schwarzwaldstr./B3 (nächste Ampelpause), dann geradeaus am Ufer des Meerbachs die Weinheimer Str. hoch…

Bild #92

…an deren Ende links auf die Heidelberger Str., weiter bis zum Parkhaus Ecke Rodensteiner Str., und geradeaus in die Bensheimer Fußgängerzone rein, in der ich wirklich schon eeeeewig nicht mehr gewesen war (tatsächlich wusste ich gar nicht, dass das hier schon Fußgängerzone war, ich hatte die viel kleiner in Erinnerung). Ist aber sehr hübsch, alles geplegt, schöne alte Häuser, viele Brünnchen und Strassenkneipen, gefiel mir.
Die schläfrige Hauptstr. hoch…

Bild #93

…auf einer kleinen alten Brücke mit Heiligenstatuen über die Lauter…
img_img_0331
Bild #94: Erinnert ein bisschen an Prag, oder?

…und schließlich hoch auf den abendlichen Marktplatz:
img_0335
Bild #95: What it says: Bensheim, Marktplatz

Von hier aus dann irgendwie nach rechts, schnell noch die Platanenallee hoch, und schließlich, endlich im letzten Tageslicht zurück zum Auto in der Hunsrückstrasse.

Heidenei. Größtenteils eine Supertour. Die Weinberge hinter Bensheim sind einfach wunderbar, besonders natürlich bei richtigem Wetter. Am Ende waren´s allerdings 3 Kilometer mehr als geplant, was angesichts der sehr anspruchsvollen Topographie der Gegend doch ziemlich reinzog – da hätten die letzten paar Flachlandkilometer nicht mehr unbedingt sein müssen.
Nichtsdestotrotz aber insgesamt einer der schönsten Läufe der letzten Zeit, der ganz ganz viel Spass gemacht hat.

Strecke: 15,7 km
Reine Laufzeit: 1:32 h (= 10,24 km/h bzw. 5:52 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 82,93% (13,02 km von 15,7 km)
Karte:

M.

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15 Antworten to “Weinberge zwischen Bensheim und Heppenheim – mit Fotos (15,7 km)”

  1. Gerd Says:

    Tolle Tour,
    zum Glück bin ich krank und habe die zeit deine Berichte zu lesen.
    Das mit den Fotos auc deinen Touren solltest Du quantitativ noch mal überdenken. 😉
    350 Bilder. Tzz
    Aber sonst eine tolle Gegend. Erinnert mich teilweise an die Toskana.
    Bild #49 ist der Traum.

    Das ist eher eine Bike strecke für mich als eine Laufstrecke. 😉
    Aber da sind wir ja unterschiedlicher Meinung.
    Ich muss echt dringend wieder raus.
    Man wird schon etwas komisch mit der Zeit 😉

    Gruß Gerd

  2. Sebastian Says:

    Danke für deinen Laufbericht in Wort und Bild! Die Landschaft ist herrlich! Beneidenswert, so eine schöne Gegend gleich vor der Haustür zu haben.
    Ich spekuliere schon lang mit einer Wanderung durch den Odenwald. Allein: ich bin so konzeptlos, wie du im Weinberg auf #60. Wenn auch nicht ganz so unrasiert. Die Landschaft dort interessiert mich sehr. Ich sollte einfach mal meinen Rucksack packen und losziehen. Vielleicht schaff ich’s ja endlich.

    Apropos: Las vor ein paar Tagen von einer neueröffneten Route:
    FAZ: Odenwald: Wer früh losgeht, ist eher da
    http://is.gd/4myK

    Zum Laufbericht:
    Zweiter Absatz, wichtig: Luft holen!
    350 Bilder: Knips weiter so! Kontaktiere aber bitte früh genug Google, die machen nen schicken Odenwald-StreetView draus.

    PS.: Fehlerteufel über #17. Es sei denn, auf dem richtigen Weg waren wirklich irgendwelche Nonnen. 😉

  3. matbs Says:

    @ Gerd: Ok, zu den 350 Fotos – die erklären sich zumindest zu einem Teil daher, dass ich inzwischen dazu neige, die richtig guten Motive mehrmals abzulichten, in der Hoffnung, wenigstens ein scharfes/nicht verwackeltes Bild zu kriegen. Das treibt dann natürlich die Gesamtzahl ordentlich nach oben. Andererseits – selbst wenn ich alles nur einmal fotografiert hätte, wären es heute noch fast 200 Bilder geworden, also immer noch verdammt viel.
    Ich sag´s ja, sobald ich die blöde Digitalkamera dabeihab, werd´ ich zum Fotozombie…

    Die Toskana-Assoziation scheint häufiger vorzukommen, nicht umsonst lautet einer der berühmtesten Aussprüche zur Bergstrasse „Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden“ (stammt übrigens von irgendeinem Habsburgerkaiser aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts).
    Ob´s stimmt? Na ja, ein bisschen anders ist die Toskana m.M.n. schon. Aber auch ganz nett… 😉

    Zum Radfahren ist das natürlich auch eine schöne Gegend, allerdings dürften die teils sehr steilen Anstiege auch auf zwei Rädern ganz schön anstrengend sein.

    @ Sebastian: Keine Ursache, das mach´ ich doch gerne. 🙂

    Ja, das ist schon verflixt hübsch da oben, vor allem natürlich, wenn das Wetter mitspielt.
    Zum Wandern ist der Odenwald ebenfalls ganz großartig: Viel Natur, schöne Umgebung, nicht so überlaufen, und ein sehr dichtes und exzellent markiertes Wegenetz – kann ich nur empfehlen!
    Wenn du dich grob informieren möchstest, kannst du das z.B. hier tun:

    http://www.odenwaldklub.de/

    http://www.nibelungenland.lorsch.de/

    http://www.geo-naturpark.net/

    http://www.odenwald.de/

    http://wandern-im-odenwald.kruemelhuepfer.de/wanderungen-odenwald/

    Oder du meldest dich einfach bei mir, wenn´s akut wird: Ich kenn´ mich inzwischen ja ganz gut aus und freue mich immer total, wenn ich jemandem bei der Routenplanung in meinem hübschen Zuhause behilflich sein kann (wenn Interesse besteht – ich müsste irgendwo auch noch ein paar komplette ein- bis dreitäge Wandertouren auf der Festplatte haben, die ich dir gerne auch mal zukommen lassen kann, sofern ich so noch finde).

    Der neue Nibelungensteig, um den´s in dem Faz-Artikel geht (übrigens danke für den Link), ist eine Wahnsinnsroute – liegt mitten in meinen erweiterten Laufgründen, entsprechend hab´ ich zumindest die westlichen 2/3 der Strecke im Verlauf mehrere Touren absolviert, und da waren einige der schönsten Strecken dabei, die ich jemals gemacht habe – ganz großartig!

    Luft holen: Ich arbeite dran. Genau wie am Rasieren… 😉
    Fehlerteufel über der #17: Hehe, wenn das der einzige Fehler ist, den ich gemacht habe, dann ist das hier der sauberste Laufbericht, den ich je verfasst hab´ 😆

    Nochmal Danke !

    Matthias

  4. Sebastian Says:

    Super! Danke für die Links, Matthias.
    Wenn du allerdings weiterhin so durch den Odenwald spurtest (und weiterhin so umfangreiche und motivierende Laufberichte bloggst), dann ist die Gegend bestimmt bald sehr „überlaufen“ – mit Joggern, die den Drang zur Natur verspüren 😉

  5. matbs Says:

    Hehe, ich fürchte, ganz so viele Leser erreich´ ich dann doch nicht. 😉

    Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass der Odenwald sowieso praktisch joggerfreie Zone ist, da trifft man wirklich fast nie andere Läufer (und in einigen der abgelegeneren Käffer hab´ ich sogar immer den Eindruck, dass Eingeborenen bereits mit der blossen Vorstellung, dass da ein Fremder in komischen Klamotten die Dorfstrasse entlangrennt, überfordert sind) – also kein Grund, sich Sorgen zu machen, bis der Odenwald überlaufen ist, wird´s noch ein Weilchen dauern… 😀


  6. […] Hochstädter Tal – Fürstenlager – Lautertal. Mit Fotos (13,4 km) 14. November 2008 Heute endlich mal wieder sowas wie schönes Wetter draussen, das weckt sofort die Lauf- und Lebensgeister: Zwar noch etwas neblig, aber der Dunst reichte nicht weit nach oben, und direkt darüber gab´s strahlendblauen Himmel samt Sonnenschein. Herrlich, und weil´s das dieses Jahr nicht mehr so oft geben wird, musste es unbedingt für einen besonders schönen Lauf genutzt werden. Also kurz im Archiv der geplanten Strecken was Passendes gesucht und eine wunderbare Strecke durch die Berge hinter Bensheim ausgesucht – die hatte ich schon ganz lange mal laufen wollen und nur auf die richtige Gelegenheit gewartet, und dahinten gefällt´s mir ja sowieso immer unheimlich gut (vgl. z.B. hier). […]


  7. […] Weinberge zwischen Bensheim und Heppenheim – mit Fotos In dem der Matthias einen der schönsten Läufe des letzten Jahres absolviert, zwei wunderbare Türme nicht besteigt, sich bei strahlendgoldener Oktobersonne in den prächtigen, herbstlich-gelben Weinberge hinter Bensheim verirrt, und fotografisch belegt, warum die Bergstrasse immer mal wieder gerne mit der Toskana verglichen wird. […]


  8. […] bergauf, immer geradeaus den herrlichen Weg hoch (wer wissen will, wie das alles genau aussieht kann hier vorbeischauen, da gibt´s ´nen Sack voll richtig schöner Fotos von hier oben) Schnellschnellschnell, war ja […]


  9. […] Blick #17: Blick rechts runter ins idyllische Tal des Triefenbachs. Wieder einmal bestätigt sich: Goldener Oktober + Herbstliche Weinberge = Wunderschön […]


  10. […] ist von mir (und zwar vom tollen Herbstlauf durch die Weinberge letzten Oktober). Könnt ruhig im Bildnachweis hinten nachgucken, da steht das dann Schwarz auf […]


  11. […] Bild #30: …halbrechts in die Hunsrückstr. (zum Vergleich: So sieht´s da aus, wenn kein Schnee liegt [das verlinkte Bild stammt von meinem herrlichen Herbstlauf durch Weinberge vorletzten Oktober])… […]

  12. Liliana Herzig Says:

    Ganz tolle Bilder ! Ich bin begeistert !
    Gratulieren !


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