Geheime Verschlusssache (9,9 km)

1. November 2008

Kinder, ich verrat´ euch mal was:
Winterzeit NERVT!!!!!

Warum?
Na schauen wir uns doch einfach mal meine Idealvorstellung von einem schönen, entspannten Lauf an: Irgendwann ab 20:00 Uhr, wenn die Temperaturen unter 25° gesunken sind, in die kurze Laufhose und das ganz leichte Shirt schlüpfen, dann ein oder zwei angenehm-entspannte Stunden durch den schönen, lauen Sommerabend laufen, und schließlich so ca. um 21:30 oder 22:00 Uhr – also gegen Sonnenuntergang – wieder ankommen.

Die momentane Realität?
Irgendwann gegen 16:00 ein Blick auf die Uhr, gefolgt von der siedenheissen Erkenntnis, dass weniger als eine Stunde Tageslicht übrig ist. Dann Blick nach draußen, wo´s so trüb und finster ist, dass man meinen könnte, die Sonne wäre bereits untergegangen. Hastig-lustlose Suche nach einer halbwegs erträglichen Route, dann überstürzt Aufbruch in den grauen Spätnachmittag, gefolgt von einem hastig-uninteressanten Lauf gegen Dunkelheit und Lustlosigkeit.
Dreck!
(Nicht dass das ohne die beschissene Winterzeit anders wäre, aber zumindest würde es sich besser anfühlen, wenn es erst um 18:00 dunkel werden würde.).

Genauso war´s lief´s heute. Graues, dröges Wetter, wenig Lust, und außerdem steckte mir der gestrige Abstieg vom Frankenstein (3 km Hochtempolauf bergab auf hartem Asphalt) in den Knochen.
Aber ich musste raus, schließlich war ich in der ersten Wochenhälfte faul und schludrig gewesen, das musste ich jetzt am Wochenende eben kompensieren.
Also um kurz nach vier hastig eine kurze, nicht völlig unerträgliche Route zusammengesucht (Thema des Tages: „Langweilige Seeheimer Nebenstrassen, die ich bisher noch nicht gelaufen bin“. Yaay!) und los.


Lief von Anfang an nicht so richtig gut. Schwere Beine, wenig Lust, und obwohl´s eigentlich gar nicht so kalt war, und ich sogar ´ne Jacke drüber hat, fror ich ein bisschen.
Das würde ´n Spass werden, heute…

Erstmal nordwärts durch Jugenheim. Standartroute (gäähn): Pauerweg, Hauptstr., Seeheimer Str., dann durchs Feld und an der Feuerwehr vorbei nach Seeheim rein. Dort einfach geradeaus, die Phillipp-März-Str. hoch, dann die Bergstrasse runter in den alten Ortskern beim Löwen/Natale/Alten Rathaus. Nette Überraschung: Die schon lange andauerndenen Sanierungsarbeiten gehen voran, und ein Teil der Bergstrasse ist seit Neuestem mit Kopfsteinpflaster statt Asphalt belegt – sieht sehr schön aus, und wertet das gesamtbild von Alt-Seeheim überraschend deutlich auf. Nett.

Am alten Rathaus über die Ober-Beerbacher Str., links die Schlossstr. runter, nach 150 m. wieder rechts in die Holzstr. Schmales Gässchen mit alten Häusern, ich glaub´, hier war ich noch nie. Von hier aus dann weiter nordwärts, durch die wenig bekannten Strassenzüge in unterer Hanglage nördlich des alten seeheimer Ortskerns. Wohngebiet. Nicht alt, nicht neu, nicht reich, nicht arm – an einem schönen Tag ist es hier sicher ganz hübsch, heute jedoch… na ja, man läuft halt durch:
Rechts in die Waldstr. (leicht aufwärts), links in die Lohndorfstr. (leicht aufwärts), links in die Weingartenstr. (abwärts), rechts in die Traubenweg (aufwärts), links in den Wingertsweg (eben bis leicht aufwärts), rechts in die Hermannstr. und gleich wieder links in den Güldenen Wingert (eben), rechts hoch in den „Schecken“ (steil aufwärts), den dann in einem leichten Bogen bergab in Richtung Seeheimer Ortsende (hier sind die Wohnhäuser deutlich neuer, und zumindest ein paar davon können mit einer Wahrhaft erlesenen Hässlichkeit aufwarten, die auf terminale Geschmacksverirrung bei Bauherren und Architekten schliessen lässt). Kurz vor der Strassenbahn noch mal links in den „Sanktwendel“ (Wer denkt sich eigentlich diese Strassennamen aus?), an dessen Ende dann rechts runter an die Leuschner-Str., und auf der zurück nach Süden.

Irgenwann bog ich noch mal kurz rechts ab, wechselte durch die quer verlaufende Annastr. in die Heidelberger Str. und lief da weiter südwärts. An der großen Kreuzung über den Grundweg, dann die Sandstr. runter, „Auf der Aue“ hoch (die sollte vielleicht lieber „Am spiessigen Vorgarten“ heissen), und dann durch die Schulstr. aus dem Ort raus und durch die Äcker in der Tränk ans Stockstadion.
Soviel zu Seeheim.
Lauftechnisch übrigens weiterhin alles im grauen Bereich – nicht wirklich unerträglich, aber auch ohne echte Chance, in die Top 10 meiner besten Läufe aufgenommen zu werden.

Am südlichen Ende des Stadiongeländes halblinks hoch, über den unsäglich verdreckten Asphaltweg mit dem weissen V durch die Felder bis zum Strassenbahnübergang am Jugenheimer Ortsanfang.

Tja, und von dort aus lief ich dann durch ganz Jugenheim bis nach Alsbach.
Auf einer etwas… ungewöhnlichen Strecke.
Interessante Erfahrung, die ich gerne etwas detaillierter schildern würde, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich mit dem Ablaufen der fraglichen Route nicht vielleicht eine Ordnungswidrigkeit begangen habe. Oder vielleicht sogar so ein klein wenig was Verbotenes…
Deswegen halte ich mich mit einer Beschreibung lieber mal zurück.
GEHEIME VERSCHLUSSACHE, wie oben in der Überschrift steht… 😉
Nur so viel: Ich bin diese spezifische Strecke noch nie zuvor gelaufen, ich werde sie wohl auch nie wieder laufen (zumal das bald eh wieder unmöglich sein wird), und sie war nicht unbedingt bequem.
Und am Ende war ich in Alsbach (zumindest der Orts- und Lokalereigniskundige Leser kann sich jetzt mit Hilfe der Karte vielleicht denken, worum´s geht… 😉 ).

So. Alsbach. Genau. Von da war´s dann nicht mehr weit, durchs Neubaugebiet „An der Beune“ auf die Pasqué-Str., die den Hang hoch (puuuh, nicht steil, aber ich war ja auch nicht gut drauf), noch ein kleiner Schlenker durch den Grenzweg bis Blütenweg am Nordende von Alsbach, und auf dem wie schon so oft nordwärts durchs Feld, nach Jugenheim und im letzten trüben Dämmerlicht nach Hause.

Hrm. Ganz ehrlich: So richtig doll war das heute nicht, trotz des geheimnisvollen neuen Weges.
War´s interessant gewesen? Nö, nicht wirklich.
Hat´s Spass gemacht? Nope.
War´s schön? Nein.
Hat´s gut getan? Nee, auch nicht so richtig.
Aber es waren 10 km, immerhin.
Manchmal läufste halt Kür, und manchmal läufste Pflicht.
Heute war Pflicht.
Aber ohne die könnte man die Kür ja vielleicht gar nicht richtig geniessen…

Strecke: 9,9 km
Zeit: 0:56 h (= 10,61 km/h bzw. 5:40 min/km)
Anteil der noch nie gebloggten/geaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 39,8% (3,94 km von 9,9 km)
Karte:

M.

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