Zwischen Alsbacher und Auerbacher Schloss: Herrenweg und Comoder Weg (9,8 km)

7. November 2008

Heute war´s wieder mal relativ freundlich draussen (unglaublich, wie rapide das Wetter im Moment zwischen „furchtbar schön“ und „furchtbar furchtbar“ oszilliert). Zwar recht kühl und windig, aber auch nur leicht bewölkt, mit einer regelmässig durchschauenden milden Herbstsonne.
Gutes Laufwetter, machte richtig Lust auf ein bisschen Wald und Berge.
Also schlüpfte ich ich am Nachmittag kurzentschlossen in den Sportklamotten, packte den Nemo ins Auto, und fuhr hoch ans Alsbacher Schloss, um mich mal wieder etwas in den mittleren Höhenlagen des Melibokusmassivs umzutun.
Der Plan: Herrenweg bis vors Auerbacher Schloss, dann auf dem Comoder Weg zurück, zwischendurch ein paar bisher ungebloggte Pfade mit reinnehmen – Irgendwas zwischen 8 und 10 km, schöne Strecke, keine ganz harten Auf- oder Abstiege (das war mir heute ganz recht, denn so richtig fit fühlte ich mich irgendwie nicht).

Start also auf dem Parkplatz am Alsbacher Schloss. Von hier aus südwärts, am offenen Freizeitgelände hinter dem Schloss entlang, dann an der Wegscheide am Ende des Freizeitgeländes halblinks den Hoboken-Weg (gelbe 4) hoch.
Ab hier bergauf durch den schönen, freundlichen Wald, der inzwischen schon so laubfrei ist, dass die schräg stehende Sonne weitgehenden ungehindert den Hang ausleuchten konnte. Angenehm.
Tempo gemässigt, zum Einen war mir heute einfach nicht nach zu viel Anstrengung, zum anderen musste ich auf Nemo Rücksicht nehmen, der – wie meistens am Anfang unserer gemeinsamen Touren – mit Schnüffeln/Beinheben/Wald Düngen beschäftigt war, und deswegen ein bisschen hinterherdackelte (oder besser: Hinterherterrierte).


Nach ca. 650 m. die Kehre unterhalb des Erlengrundes, von der auch er Herrenweg abgeht, den wir – dem Plan folgend – natürlich nahmen.

Ich glaube ich hab´s schon mal beschrieben, aber das ist schon ein Weilchen her, deswegen erkläre´s noch mal kurz: Zwischen dem Alsbacher Schloss und dem Auerbacher Schloss gibt es zwei Hauptwege, die an der Südwestflanke des Melibokus entlang führen, nämlich den Herrenweg und den Comoder Weg. Beide verlaufen weitgehend Parallel, oftmals sogar in Sichtweite voneinander, allerdings auf verschiedenen Höhen – der obere ist der Herrenweg, der insgesamt etwas steiler, dafür aber auch kürzer ist (denn die Täler und Bergvorsprünge, durch bzw. über die er führt, sind weiter oben nicht mehr so ausgeprägt). Der untere ist der Comoder Weg, der hat nur ganz wenig Steigung (deswegen gilt er ja auch als „comod“ = bequem), ist dafür aber ein Stückchen länger, weil er weit in die Seitentäler hinein und um die vorgelagerten Bergrücken herum muss.
Hübsch sind beide, gut zu joggen auch.

Wie gesagt: Sehr angenehm heute. Der Herrenweg windet sich gemächlich am Hang entlang aufwärts, rechts unten sah man immer mal den Comoder Weg, frische Luft, bunter Laub, schöner Wald, der durch die leicht diffusen Strahlen der schräg stehenden gelben Sonne wunderbar ausgeleuchtet wurde. Nach einem knappen Kilometer kam von rechts unten der Nibelungensteig/Lucibergweg hoch und vereinte sich für ein paar hundert Meter mit dem Herrenweg – hier war ich ja erst letzten Sonntag unter größten Mühen hochgekeucht, heute viel mir das fragliche Stück deutlich leichter (vor allem natürlich deshalb, weil ich mir die knapp 200 sacksteilen Höhenmeter vom Fuß der Berge gespart hatte…).
Am Rabenloch verliess uns der Nibelungensteig wieder, dafür war der Herrenweg nun mit der gelben 7 markiert. Die Sonne war inzwischen hinter einer Wolkenbank verschwunden, da wurde es sofort empfindlich frisch.

Weiter den Herrenweg entlang, um ein riesiges Tal herum, vorbei an der Herrenweg-Quelle (die liegt etwas unterhalb des Herrenwegs, aber es führt ein Treppchen runter), rechts durch die Bäume war bereits das mächtige Auerbacher Schloss zu erkennen. Kurz vor dem Ende des Tals dann scharf rechts, vom Herrenweg ab und den Melibokusweg (gelbe 6) hoch, der – mit ordentlicher Steigung, puuh – ein paar hundert aufwärts bis zu einer aparten Lichtung unterhalb des Melibokus führt. Wunderschön im Spätsommer, wenn hier alles voller blühender Wildblumen steht, etwas weniger spektakulär im Spätherbst, aber immer noch nett.
Einmal kurz die Lichtung hoch und wieder runter (nur so aus Spass), dann links von der Lichtung runter auf einen kleinen Weg, der auf der dunklen, kühlen Ostseite um die nächste Bergkuppe herumführt.

Hinter der Bergkuppe dann rechts vom Pfad ab und auf einem winzigen, steilen, steinigen Ziegenpfad geradewegs den Hang runter bis auf den Not-Gottes-Parkplatz an der Fahrstrasse zum Auerbacher Schloss – lustiges Stück, dick mit frischem, nassen Herbstlaub belegt, das war so glitschig, dass selbst der geländegängige Nemo ein paar mal ins rutschen geriet, und als Hund-Laub-Lawine talwärts abging (ich selbst war gaaaanz vorsichtig, da ging´s).

Am Not-Gottes Parkplatz treffen auch Herrenweg und Comoder Weg wieder aufeinander, so dass ich eigentlich schon hätte zurücklaufen können. War aber noch etwas tageslicht übrig, ich fühlte mich noch ganz fit, und auch Nemo machte noch einen frischen Eindruck, also machten wir spontan noch einen kleinen Schlenker: Halblinks auf den den Fußweg zum Schloss, allerdings kurz nach der Schutzhhütte schon wieder rechts ab – hier führt ein weiterer kleiner, mieser Pfad geradewegs den Hang hoch bis auf den Gipfel des „Kaupuzinerkopf“, der letzten kleinen Kuppe zwischen Melibokus und dem Auerbacher Schloss. Hatte ich noch nie genommen, also probierten wir´s mal.
Anstrengend. Steil, laubig, und irgendwo an der Kuppe war dann nichts Pfad-ähnliches zu erkennen, also pflügten wir eben einfach so den Hang runter bis zum Parkplatz Auerbacher Schloss, das ging eigentlich ganz gut.

Hier war´s dann doch Zeit für den Rückweg (Auerbacher Schloss hätte sich heute nicht gelohnt – war schon zu spät, die Fernsicht war mies, und mit dem Hund wollte ich eh nicht auf einen der Türme hoch). Rechts und auf der Fahrstrasse um den Kapuzinerkopf herum und zurück bis auf den Not-Gottes-Parkplatz, dort dann wieder links und dem blauen B auf den Comoder Weg gefolgt.
Und den dann zurück.
Zog sich ein wenig, aber dafür gab´s links im Westen einen herrlichen Sonnenuntergang, der durch die kahlen Bäume bestens sichtbar war – riesiger, strahlendgelber Glutball auf dem Weg zum Horizont, davor der Dunst der Ebene, der das Licht regelrecht aufsog und den ganzen Himmel in ein Crescendo aus gleissendem Abendlicht tauchte. Herrlich.
Als die Sonne allerdings weg war, wurde es schnell verdammt dunkel und kalt, also beeilten wir uns auf die letzten ein, zwei Kilometer noch mal ein bisschen, und kamen schließlich kurz nach Sonnenuntergang wieder am Alsbacher Schloss an.

Nette, unaufgeregte Tour auf zwei der schönsten Wege am Melibokusmassiv, angenehm entspannt, keine größeren Probleme. Gut.

Strecke: 9,8 km
Zeit: 1:00 h (= 9,8 km/h bzw. 6:07 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 11,73% (1,15 km von 9,8 km)
Karte:
herrenweg-comoder-weg

M.

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