Windigkalter Waldlauf am Melibokusmassiv – mit Durchbrechung der 3000er-Marke (10,1 km)

22. November 2008

So Kinder: Sieht so aus, als wäre der Winter da: Heute mittag zeigte das Quecksilber gerade mal 2° Celsius, dazu wehte ein klirrend kalter Wind aus Südwesten, und hin und wieder rieselten sogar ein paar winzige Schneeflöckchen oder Hagelkörner herab. Ansonsten war´s allerdings gar nicht so unansehnlich draussen: Schnell ziehende Wolken am graublauen Himmel, zwischen denen immer wieder mal strahlender Novembersonnenschein bis auf den Boden drang, dazu war heute der klarste Tag seit vielen Wochen, mit einer herrlichen Aussicht ins Rund der Rheinebene, vom Pfälzerwald bis zum Taunus hoch.

Folgerichtig entschied ich mich heute spontan für einen kleinen Berglauf am Melibokusmassiv, um die guten Sichtverhältnisse von den steilen, kahlen Waldhängen so richtig geniessen zu können. Kein fester Plan (den brauch ich für da oben wirklich nicht mehr), dafür aber warme Klamotten – erstmals seit dem letzten Winter leichte Wintermontur, bestehend aus meiner dicksten Leggins, einem dickeren langärmeligen Shirt unter der Laufjacke, Nackenschutz, Handschuhen und einem Stirnband, das ich vorerst aber noch mal in der Jackentasche liess (schwere Wintermontur bestände übrigens zusätzlich noch aus Thermounterwäsche, einer weiten, flauschige Trainingshose statt der Leggins, dickeren Socken, und einem Schal ums Gesicht rum – aber das braucht´s erfahrungsgemäß erst ab deutlichen Minusgraden). Außerdem schnappte ich mir beim loslaufen auch noch Nemo, schließlich sollte es nicht so weit werden, und der Winter ist schließlich die ideale Jahreszeit für Training mit dem Hund.


Zuerst mal meine Standardstrecke hoch in den Wald, also Jossastr. bis zum Waldrand, dann auf dem Alemannen-/Burgenweg ein Stück das Darsbergtal entlang, dann scharf links die Talwand hoch und am merckschen Wasserturm auf der Anhöhe vorbei bis zum Pürscherg. Relativ langsam (merke: Bei niedrigeren Temperaturen und wenn man dicker angezogen ist, sollte man nie zu sehr hetzen, das kostet nur Kraft und man schwitzt, und das ist gerade bei eisigem Wind niemals gut), mit ein paar der kurzen Hund-muss-das-Bein-Heben-und-sein-Geschäft-verrichten-und-irgendwelche-Ecken-beschnüffeln-Pausen, die am Anfang eines gemeinsamen Laufs nötig sind, bevor Nemo so richtig konzentriert ist. Ausserdem auf der Anhöhe am Wasserturm die erste schöne Aussicht des Tages, durch die kahlen Bäume nach Norden, über Darmstadt hinweg bis zu den in der Sonne schimmernden Türmen der frankfurter Skyline.
Oh, irgendwo da haben wir dann übrigens auch den 3000sten Blogkilometer vollendet (YAYYYY!), aber das ist mir erst hinterher so richtig aufgefallen…

Eigentlich hatte ich ja geplant, dann erstmal den Pürschweg hochzulaufen, doch der war mit einem rotweissen Absperrband abgesperrt – Baumfällarbeiten, Sturmschäden oder eine Epidemie kannibalischer Dachse, keine Ahnung warum, jedenfalls sollte man da heute wohl nicht hoch. Also namen wir eben den Bauernhöhen-Weg (gelbe 2. Laut der doofen Wanderkarte heisst der offiziell Bayernhöhenweg, weil die Eierköpfe beim Landesvermessungsamt es seit Jahrzehnten nicht geschafft haben, den richtigen Namen der Anhöhe in ihre Karten einzubauen. Falls einer von euch Landesvermessern mitliest: Es heisst „BAUERNHÖHE“, mit einem „U“, nicht „Bayernhöhe“!!!!).
Der ist steil und schmal und schlecht und war heute knietief mit welkem Herbstlaub bedeckt (sah lustig aus, wie der kurzbeinige Nemo da durchpflügte… 🙂 ) und führt auf die Ostseite des Bergmassives über dem Balkhäuser Tal – eigentlich ganz gut, denn hinter dem Kamm war´s schön windgeschützt und entsprechend etwas weniger frisch.

Hier liefen wir dann weiter bergauf (unmarkierter Weg oberhalb des Melibokuswegs), bis zum oberen Ende der Darsbergwiese, dort links runter auf den Melibokusweg (gelbe 7), den dann wieder hoch bis zur Darsberghütte, und ab da dann doch auf dem Pürschweg (SJ2) weiter in Richtung Melibokus.
Hier war dann auch Schluss mit halbwegs warm, denn der Pürschweg liegt ja westlich des Bergkammes und damit voll in der Bahn des arktischeisigen Südwestwindes, der so brutal kalt war, dass ich nach wenigen Metern auch noch das Stirnband in Position brachte, um meine rapide auskühlenden Ohren zu schützen (Nachteil: Ich hörte nicht mehr so gut, und musste von nun an regelmässig hinter mich schauen, um zu sehen, ob der Hund noch da war).

700 m. den Pürschweg hoch, dann halbrechts den Hohe-Stich-Weg (gelbes V) runter. Der führt bekanntlich durch ein weites, offenes Tal, von dem man selbst an normal klaren Tagen eine gute Sicht in die Ebene hat. Heute war´s grandios, ein gewaltiger, glasklarer Flickenteppich aus heller Sonne und dunklen Wolkenschatten, der sich bis an den messerscharf erkennbaren Taunus ausbreitete. Leider war´s viel zu eisig, um stehenzubleiben und zu geniessen, also mussten wir wohl oder übel weiter.

Am Ende des Hohe-Stich-Weges geradeaus (gelbe 4), an der pyramidenförmigen Grillhütte am Erlengrund vorbei, dann abwärts bis zum Anfang des Herrenweg oberhalb vom Alsbacher Schloss, dem wir noch ein Stück weit nach Süden folgten. Am Ende des nächsten Tals, nach ca. 400 m. dann rechts ab, auf einem geraden Weg direkt auf dem vorgelagerten Bergrücken runter bis auf den Comoder Weg.

Ursprünglich hatte ich von hier aus ja noch weiter nach Süden bis zum Lucibergweg runter nach Zwingenberg gewollt, aber inzwischen waren wir schon über 40 Minuten unterwegs, mir war Arschkalt, der Hund wirkte bereits ein klein wenig weniger enthusiastisch als am Anfang, und die verflixte Sonne ging auch schon wieder unter (heute wenigstens mal sichtbar und in hübschen Farben) – das reichte eigentlich, also machten wir, dass wir schnellstmöglich runter in nach Zwingenberg kamen: Ganz kurz rechts den Comoder Weg in Richtung Alsbacher Schloss, dann gleich links, und über einen unmarkierten Weg/ einen unsäglich steilen, schmalen, schlechten Trampelpfad oberhalb des zwingenberger Steinbruchs (unjoggbar, selbst der sehr geländegängige Nemo kam hier ins Rutschen, ich musste regelrecht klettern) runter zum Weg am Waldrand bei der Gordons Ruhe über Zwingenberg, dort dann rechts und runter bis ins tiefe, dunkle (aber windstille) Orbis-Tal.

Dort dann das Tal runter, noch schnell einen winzigen neuen Trampelpfad rechts den Hang hoch ausprobiert (der endete nach 100 m. in der Wildnis und wir mussten umkehren), dann die Orbis-Str. runter, rechts „Auf der Heide“ hoch und zum nördlichen Stadtrand, und von dort aus dann die übliche Strecke auf dem Blütenweg nach Norden, durch Alsbach zurück nach hause.

Alles Paletti, netter lauf mit gut aufgelegtem Hund und ein paar schönen Blicken in die Ebene, keine größeren Probleme ausser dem widerlich scheindendkalten Wind – aber an den muss man sich nun wohl wieder gewöhnen.

Und – nur um´s noch mal zu wiederholen: DIE ERSTEN 3000 BLOGKILOMETER SIND VOLLENDET!!!
(und wie ich gerade sehe, ist es auch noch der 300. Post seid Blogbeginn. Na das passt ja…)

Strecke: 10,1 km
Zeit: 1:04 h (= 9,47 km/h bzw. 6:20 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 8,65% (9,52 km von 10,1 km)*
Karte:
km-3000-tour

* ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich einen Teil davon nicht doch schon mal bei einer gebloggter gebloggten Tour gelaufen bin und nur falsch katografiert habe, könnte also auch weniger sein…

M.

2 Antworten to “Windigkalter Waldlauf am Melibokusmassiv – mit Durchbrechung der 3000er-Marke (10,1 km)”

  1. Gerd Says:

    Ich hoffe das es mit dem Wind jetzt gewesen ist. Das ist das einzige was mich an der „kalten“ Jahreszeit stört.
    Die Temperaturen sind ja noch einigermaßen OK!

  2. matbs Says:

    Also heute war er noch da, und er hat sich noch ekliger als bei den letzten Malen angefühlt…


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