Wütende Waldtour mit Hund (6,5 km)

30. November 2008

Letzter Lauf der Woche, und viel hat nicht mehr bis zum Erreichen des Wochenziels gefehlt, also hab´ ich einfach heute mal einen ruhigen, kleinen Lauf mit Hund im Wald hinterm Haus eingeschoben.

Liess sich richtig gut an: Auch heutes exzellentes Wetter mit einer warmen, schrägstehenden Sonne, die wunderbar in den Wald hinein schien, Nemo war von Anfang an voll bei der Sache und hatte sichtlich Spass, und ich fühlte mich beim Laufen frisch, entspannt und gut gelaunt.

Zumindest auf den ersten paar hundert Meter in den Wald rein.
Dann hat so eine unglaublich rücksichtslose Pissflitsche von Drecksmountainbiker beinahe meinen Hund überfahren.
Haben wirklich nur ein paar winzige Zentimeterchen gefehlt.
Da war Schluss mit guter Laune.


Passiert ist das ganze auf dem Stück vom Grund des unteren Darsbergtals hoch zum merckschen Wasserturm: Schmaler weg, 150 m. relativ steil am Hang hoch, belegt mit Schotter und einer rutschige Schicht aus gefallenem Herbstlaub, am oberen Ende eine unübersichtliche Kurve.
Und um die schiesst, als wir gerade auf halber Strecke sind, ein Radfahrer, mit mindestens 25, 30 Sachen.
Wie gesagt: Ein ganz schmaler Weg, steil und schwer einzusehen, auf dem man kaum bremsen kann. Schon relativ nah am Waldrand, hier ist immer viel los (gerade eben waren Nemo und ich an einer spazierenden Familie mit zwei kleinen Kindern vorbeigekommen) – wer als Radfahrer auch nur eine winzige Spur von Verantwortungsbewusstsein oder zumindest Vernunft hat, der macht hier langsam.
Der hier nicht.
Der hat nicht mal Versucht zu bremsen, sondern stattdessen sogar noch ein bisschen in die Pedale getreten, weil´s gerade so schön geil lustig schnell bergab ging und ihm der Jogger und sein Hund da unten auf dem Weg offensichtlich grad mal an seinem dreckigen Pennerhintern vorbeigegangen sind – ich konnte gerade noch zur Seite springen, Nemo auch (gottseidank, denn ich hätte ihn nicht mehr wegziehen können, dazu ging´s zu schnell), und der Arsch ist, ohne uns eines Blicken zu würdigen – mit völligst überhöhter Geschwindigkeit an uns vorbeigerauscht.
Helm hatte er übrigens keinen auf.
Dafür eine dunkle Sonnenbrille.
Weil man das braucht, im Wald im November.

Es gibt so ein paar Dinge, die mich richtig sauer machen.
Rücksichtslosigkeit gehört dazu, und Arroganz, und Dummheit auf Kosten Anderer, und irgendwelche hirngefickten Riesenarschlöcher, die, ihr nutzloses, beschissenes Idiotenleben mit ein bisschen Adrenalin aufwerten ohne sich um die Konsequenzen zu scheren.
Das hatten wir hier alles, in einem widerlich-hassenswerten Paket.
Aber so richtig, endgültig wütend hat mich gemacht, dass die Drecksau beinahe meine Hund überfahren hätte, der einfach nur brav und fröhlich neben mir hergetrottet ist. Das geht gar nicht!
Ich war ja SO. VERDAMMT! WÜTEND!!!
Am liebsten wäre ich geradewegs die Böschung runter, um den Arsch unten auf dem Talweg von seinem Fahrrad zu zerren und ihn so richtig zur Sau zu machen.
Hab´ ich natürlich nicht gemacht, weil ich sowas nicht mache, und weil er sowieso so schnell war, dass ich ihn selbst mit Abkürzen nicht mehr erwischt hätte.

Also sind wir halt weitergelaufen. Aber genossen hab´ ich´s nicht mehr, ich war einfach viel zu sauer. Stattdessen hab´ ich einfach halbautomatisch das Programm abgespult, während ich innerlich vor mich hingekocht habe, überlegt habe, was passiert wäre, wenn der Typ wirklich den Nemo überfahren hätte (was wäre das dann gewesen? Fahrlässige Sachbeschädigung? Irgendeine andere beschissene Ordnungswidrigkeit???), und mir ernsthaft und aufrichtig gewünscht hab´, dass es den Typen am nächsten Baum zerlegt.

Entsprechend hab´ ich dann auch nicht mehr soviel von der Tour gehabt: Wie sind den Jossaweg entlang, dann runter ins obere Sperbergrundtal, dann über den Katharinenberg ins Hasselbachtal und heim. Sonne war immer noch schön, der Wald auch, und Nemo, der weit weniger nachtragend ist als ich, hatte auch schon seinen Spass, aber mir war die ganze Tour richtig vermiest.
Na super.

Also, liebe Radfaher am Melibokus, oder auch anderswo: Denkt dran, ihr seid nicht alleine unterwegs, also versucht doch bitte, ein bisschen rücksichtsvoll zu sein, wenn ihr durch den Bergwald fahrt – Wenn ihr´s nicht seid, verleidet ihr bestenfalls den anderen „Waldbenutzern“ ihr Naturerlebnis.
Und schlimmstenfalls… na ja, schlimmstenfalls wollen wir uns alle ersparen, oder?

Strecke: 6,5 km
Zeit: 0:42 h (= 9,28 km bzw. 6:28 min/km)
Neue Strecke: –
Karte:
wutende-waldrunde

M.

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5 Antworten to “Wütende Waldtour mit Hund (6,5 km)”

  1. Gerd Says:

    Das ist ja echt böse.
    Ich kenne diese Typen, die sich Biker schimpfen auch. Wenn schon einer ohne Helm durch den Wald fährt hat er meines Erachtens einen an der Klatsche.
    Da reicht der Verstand wahrscheinlich nicht dazu das Helmschloss zuzumachen!
    Reg dich nicht auf. Genau die gleichen Typen rasen wie die Irren auch mit ihren Autos so durch die Gegend.
    Sei froh das nichts passiert ist. Irgendwann rennt der Irre gegen einen Baum. Hoffentlich passiert dem Baum nichts. 😉
    Du kennst ja auch vernünftige Biker!

  2. matbs Says:

    Ja, zum Glück sind die meisten Radfahrer vernünftig und rücksichtsvoll – aber gerade am Melibokus hab´ ich manchmal das Gefühl, dass er die Deppen regelrecht anzieht, vielleicht weil´s der höchste Berg in der Gegend ist.

    Na ja, Schwamm drüber, is´ ja nix passiert, und beim nächsten Mal versuche ich einfach, noch mehr aufzupassen…

  3. Torsten Says:

    Versuchs mal mit Nordic Walking, dann haste wenigstens Stöcke dabei für in die Speichen. 😉
    Nee, das war jetzt böse, der hatte ja keinen Helm. Bei uns habe ich bis jetzt noch keinen erlebt der wie ein wild gewordener Ochse durch den Wald radelt, aber was nicht nicht ist kann noch kommen.

  4. matbs Says:

    Hi Torsten,

    ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass dem Penner ein Helm was genützt hätte – bei dem Tempo, das der draufhatte, hätte es wohl eher eine richtige Knautschzone samt Airbag gebraucht, um im Falle eine „Unglücks“ (oder „Glücks“, wie man´s nimmt…) das Gröbste zu verhindern…
    Das mit den Stöcken hätte aber wahrscheinlich eh nicht geklappt, wenn ich schon zu langsam reagiere, um meinen Hund aus der Gefahrenzone zu schaffen…

    Ich habe solche Erlebnisse (wenn auch meist etwas glimpflicher) meist mehrmals im Jahr, fast immer am Melibokus, dessen lange, steile Waldwege am Hang offenbar bestimmte Biker zum rücksichtslosen Rasen ermutigen.
    Sei froh, dass dir das bisher erspart geblieben ist, das kann einem echt den ganzen Lauf verderben (und pass vielleicht trotzdem ein bisschen auf, denn bei euch da oben am Mittelrhein ist es ja auch ganz schön bergig, wer weiss, ob da nicht doch mal ein rasender Radfahrer und die passende Abfahrt zusammentreffen… 😉 )

    Gruß

    Matthias


  5. […] Strecke: Nix fürs Streckennetz. Seufz… Karte: Ist zufällig genau dieselbe Strecke wie die Wütende Waldtour mit Hund von Ende November geworden, also hab´ ich der Einfachheit halber die Karte von damals verwendet – […]


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