Erweiterte Wochenübersicht 2008 KW 48 (01.12.-07.12)

7. Dezember 2008

Aus Zeitgründen gibt´s vorerst leider nur Laufblog Light™, also die Laufberichte nur in Form eines erweiterten Wochenrückblicks.
Siehe unten.

Humpf. Bescheidene Woche. Das Wochensoll hab´ ich zwar erreicht, aber dieses Mal ist es mir echt nicht leicht gefallen.
Schuld daran war vor allem das Wetter: Als bekennender Schönwetterläufer schlägt mir so eine Witterung wie in dieser Woche einfach furchtbar aufs Gemüt. Da muss ich mich jedesmal überwinden, um bei Sturm und Dauerregen loszulaufen, und die Touren unter solchen Bedingungen kotzen mich eigentlich ausnahmslos an, machen überhaupt keinen Spass, und kosten total viel Kraft. Ein, zweimal in der Woche ist das erträglich, aber wenn es von Montag bis Sonntag durchgängig feuchtkaltrüb ist und Bindfäden regnet… Bäh!!!

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.

 

Di.  

Mi.

4-Orte-Sprint bei Dauerregen

0:40 h

7,9 km

Do.

An der Autobahn durchs Ried: Raststätte Büttelborn – Griesheim – Weiterstadt

1:06 h

11,3 km

Fr.

Sa.

Wieder mal um den Melibokus

1:06 h

10 km-

So.

Halbwegs versöhnlicher Wochenabschluss im Jägersburger Wald  

 1:04 h

11,2 km

Wochenlaufleistung 40,4 km

Und hier noch die Berichte zu den einzelnen Läufen:

Lauf #1, Mittwoch 3.12.08: 4-Orte-Sprint bei Dauerregen (7,9 km)
Ein grässlicher Tag: 3° Celsius, böiger und ziemlich starker Wind, und dazu auch noch ekelhafter Dauerregen – widerlich, da hätte ich am allerliebsten aufs Laufen verzichtet.
Ging aber leider nicht, denn ich hatte gestern schon ausgesetzt, weil da so ein grässlicher Tag gewesen war, deshalb musste es heute halt wohl oder übel sein, wegen dem Wochenziel und so.


Also bin ich raus in den Regen/die Kälte/den Wind/den Matsch und hab´ wenigstens eine kleine Runde absolviert: Von Jugenheim auf dem Blütenweg nach Alsbach, durch Alsbach durch, dann über die grauen, verregneten Weinberge unterhalb vom Alsbacher Schloss bis nach Zwingenberg. In Zwingenberg den Grenzweg am nördlichen Ortsrand runter zur B3, und der dann mehr als 2,5 km nach Norden gefolgt, an der Sandwiese vorbei bis nach Bickenbach rein. Dort dann via Darmstädter Str., Jugenheimer Str. und dem Radweg neben der K146 durch Feld zurück nach Jugenheim, und dann auf der Bickenbacher Str./Hauptstr./Alsbacher Str. nach Hause.

Erkenntnisse:
1) Bei so einem Wetter laufen macht mir keinen Spass
2) Mit ständig verregneter/beschlagener Brille laufen macht mir keinen Spass
3) Nasse Laufklamotten bei eisigem Wind machen keinen Spass
4) Nasse Schuhe auch nicht
5) Auch wenn´s keinen Spass macht: Diese Art von Wetter macht mich in der Regel total schnell, weil ich da schnelle Strecken laufe (nämlich Asphalt, nach 48 Stunden Dauerregen waren Feld- und Waldwege keine Option mehr), weil ich es schnell hinter mich bringen will, und vor allem, weil ich an solchen Tagen sowieso schon vor allem aus trotzigem Masochismus laufe, der sich auch bestens zum Tempomachen unterwegs eignet.

Sonstige Vorkommnisse? Beim schnellen Bergablaufen in Zwingenberg haben mir die Waden wehgetan, und auch bei strömenden Regen bietet sich manchmal eine Gelegenheit zu einer guten Tat (die in diesem Fall darin bestand, einer verloren wirkenden jüngeren Dame im BMW zu erklären, wie sie von Bickenbach nach Weinheim kommt) – wenigstens etwas…

Strecke: 7,9 km
Zeit: 0:40 h (=11,85 km/h bzw. 5:04 min/km)
Neue Strecke: –
Karte:
4-orte-runde-an-der-bergstrasse

Lauf #2, Donnerstag 4.12.08: An der Autobahn durchs Ried: Raststätte Büttelborn – Griesheim – Weiterstadt (11,3 km)
Heute eine Odyssee durchs Rhein-Main-Gebiet: Erst im monströsen Möbelhaus Segmüller in Weiterstadt an der A5 nach einem neuen Sofa Ausschau gehalten (Erkenntnisse: 1) Polstermöbel können ganz schön teuer sein. 2) Von aussen erinnert das Möbelhaus in seinem seelenlosen Gigantismus an einen stalinistischen Prachtbau. 3) Von innen ist es groß genug, um auf seinen drei oder vier Stockwerken eine ordentliche Jogginstrecke zu plotten [wäre doch mal was anderes, so eine Tour durchs Möbelhaus… 😉 ]), dann kurz rüber nach Mainz, und auf dem Rückweg noch schnell einen Lauf in der Semifremde neben der Autobahn eingegschoben, weil ich ja eh schon mal in der Gegend war.

Heutiges Laufgebiet: Das Platte Land zwischen Griesheim und Weiterstadt: Ein bisschen Wald, viele Äcker, und mittendrin eine Autobahn, ein paar Mülldeponien und ein Knast. Charming… 😉
Wetter natürlich auch heute wieder mies, mit nieseligem Dauerregen, feuchtkaltem Südwind und Temperaturen um die 5°. Brrr.

Start auf der Autobahnraststätte Büttelborn Süd an der A67 – nicht wirklich pittoresk im grauen Herbstregen, aber immerhin mit guten Parkmöglichkeiten (Und zudem ein laufbloggerisches Novum, denn von einer Autobahnraststätte war ich bisher noch nie losgelaufen).
Von hier aus Südwärts, vom Raststättengelände runter in die endlosen Spargeläcker des nördlich-zentralen Rieds, und am Waldrand des Hegwalds entlang in Richtung Griesheim.
War alles erwartungsgemäß trist – das letzte Mal vor ich vor über einem Jahr hier vorbeigekommen, im Rahmen von „Projekt Nordwärts“ und hatte die Gegend ziemlich trostlos gefunden – und da der 4.12.08 ein noch trüberer, ekeligerer Tag als der 16.11.07 war, änderte sich an dieser Einschätzung auch heute nicht wirklich viel – irgendwann muss ich hier einfach noch mal an einem schönen Sommerabend durchlaufen, um die Gegend auch mal unter anderen Umständen zu erleben…

Lauftechnisch lief´s ebenfalls ziemlich beschissen: Meine Beine waren nach der gestrigen Temporunde träge, schwer und unwillig, der Untergrund war ziemlich unangenehm (traktorreifenzerfurchte Wirtschaftswege nach drei Tagen Dauerregen sind nicht sehr lauffreundlich – der riedtypische Sandboden klebt und matscht zwar nicht besonders wenn er nass ist, aber dafür sackt er unter Belastung einfach so weg), und ausserdem hatte ich die ganze Zeit total fiesen Gegenwind. Anstrengend.

Nach etwas über einem km links, über die Äcker bis zum nächsten Wäldchen an der Autobahn, am Waldrand ein Stück geradeaus, dann wieder nach Süden im Richtung des Industriegbiets im griesheimer Norden, dessen geduckte Silhouette jenseits der Felder kauerte wie eine betongewerdene Herbstdepression.

Immer weiter südwärts, erst Äcker, dann die Weiterstädter Str. runter – eigentlich nur ein betonierter Fahrweg ohne Fahrbahnmarkierungen (und natürlich ohne Randstreifen/Radweg/Fußweg), der aber nichtsdestrotz ein Verkehrsaufkommen hatte, dass dem der nahen Autobahn in nichts nachstand – ständig musste ich in den Strassengraben wechseln, um Autos auszuweichen, das war dood.

Am der Nordostecke Griesheims links, auf einen asphaltierten Radweg neben dem Nordring und 750 m. ostwärts. Mehr Äcker, weiter hinten dann ein potthässliches junges Wäldchen, schließlich eine eckige Unterführung unter der A67 durch.

Direkt dahinter bog ich links ab und folgte dem Radweg 21 nach Norden. Hier fand ich´s hübscher als auf der anderen Seite der Autobahn: Mehr Wald, der zudem nicht neu und klein und hässlich war, sondern älter und imposanter – bei Sonne wäre das wahrscheinlich sogar richtig nett gewesen.
Nach 300 m. kam der erste kleine Höhepunkt der Tour in Sicht, nämlich ein kleiner See, an dem ich zwar noch nie zuvor gewesen war, den ich aber trotzdem seit Jahrzehnten kenne, weil man ihn unweigerlich sieht, wenn man auf der A67 nach Norden fährt und kurz nach dem Waldrand hinter dem Darmstädter Kreuz nach rechts aus dem Auto guckt. Der See ist nicht groß und fast perfekt rechteckig, und hat mich wegen seiner irgendwie immer an eine Toastbrotscheibe erinnert, also hab´ ich ihn im Geiste bisher immer als den „Toastbrotsee“ bezeichnet.
Und heute wollte ich ihn zum ersten Mal aus der Nähe sehen.
Ging leider nicht so richtig, denn das ganze Gelände drumrum ist ein gesperrtes Naturschutzgebiet („Biotop am Weigandsbusch“), aber immerhin sah´s auch im Vorbeilaufen sehr nett und schilfig und gar nicht wirklich toastbrotig aus. Nett.

Und weiter nordwärts, auf einer kleine Brücke über den überraschend breiten Darmbach, dann an einer riesigen tiefgelegenen Niedrung voller Schilf vorbei, die offensichtlich so eine Art Notrückhaltebecken für den Fall ist, dass der Darm(bach) mal überläuft, und schließlich geradeaus in den Flachlandwald namens „Triesch“.
An dessen Eingang war ´ne Schranke mit einem Schild, das jedem der den Wald betritt „Lebensgefahr“ verheisst, ohne allerdings zu erklären warum. Das stoppte mich erstmal, weil´s so mysteriös war. Warum das wohl da war? Astbruch? Feuergefahr? Kannibalische Wildschweine?
Ich überlegte kurz, ob ich nicht lieber eine andere Strecke nehmen sollte, aber ehrlich gesagt war mir nicht nach Umwegen zumute, und als dann 100 m. weiter vorne mitten im Wald auch noch ein Spaziergänger mit Hund auftauchte, der Weder von Astbruch noch von Feuer noch von kannibalischen Wildschweinen behelligt wurde, lief ich halt doch mittenrein in den Triesch, der sich als netter, lichter Flachlandwald mit viel Bodenbewuchs herausstellte, und nicht besonders lebensgefährlich rüberkam.

Nach 1,3 km auf der Salzlackschneise war der Wald dann zuende, und es erwarteten mich einmal mehr die weiten, verregneten Äcker des Rieds. 500 Nordwärts auf einem asphaltweg (der „Orfelder Rod“), bis an den Südrand von Weiterstadt, der unter dem bleigrauen, düsteren Himmel genauso trist und deprimierend wirkte wie Griesheim von Norden (schlimmer war allerdings der Anblick, der sich rechts des Weges hinter den Feldern bot: Die Betonwüste aus Einkaufszentren und Großmärkten an der A5 und der Riedbahn [allen voran der bereits erwähnte stalinstische Klotz des Möbelhauses Segmüller] mag ökonomisch eine tolle Sache für Weiterstadt sein, aber aber an einem Tag wie heute ist sie so unerträglich hässlich, dass es fast schon weh tut, da hinzugucken. Grausig!).

Kurz vor der B42 am Weiterstädter Ortsrand nach links, westwärts, und zwar über einen Kilometer – mehr Äcker, mehr schwere Beine, mehr Nieselregen von schräg vorne.
Alles Mist.
Dann schließlich links, auf einem überbreiten Fußweg neben einer tristen Strasse nach Süden, vorbei an einer etwas fragwürdig duftenden Kompostierungsanlage bis runter an den Haupteingang der JVA Weiterstadt, ihres Zeichens das modernste Gefängnis im Landkreis und außerdem der Ort, wo die RAF vor 15 Jahren ihren allerletzten großen Anschlag durchgeführt hat.
Noch ´ne Premiere, direkt an einem Gefängnis war ich bisher auch noch nicht vorbeigekommen.
Hier rechts und dem äußeren Zaun am Nordrand der Anlage (hinter dem ein weiterer hoher Zaun mit Stacheldraht und eine noch höhere Betonmauer mit kleinen Wachtürmen liegt – sieht zumindest für einen Laien wie mich ziemlich ausbruchssicher aus. Aber das ist vermutlich auch Sinn der Sache… 😉 ) nach Westen gefolgt.
An der Nordwestecke der JVA dann kurz noch nach Süden runter, und dann gleich wieder westwärts in die Äcker, nochmal auf einem unsäglich miesen, schlammigen, unebenen Feldweg.
Hier fing´s dann richtig zu regnen an. Das fand ich scheisse.
Aber es war auch nicht mehr weit. Das fand ich weniger scheisse –
750 m. Feldweg, dann links auf einen etwas besseren Asphaltweg (Radweg 23), der geradewegs auf die Autobahnbrücke an der Raststätte Büttelborn führte, die ich hastig erklomm, von oben noch mal die Triste Aussicht auf die graue, dämmrige Landschaft genoss (ohne es wirklich zu geniessen) und auf der anderen Seite geradewegs runter zum wartenden Auto laufen konnte.
Huije, geschafft!

Positiv: Viel neue Strecke, bis Weiterstadt gekommen (da war ich laufenderweise noch nie), mit dem Toastbrotsee und der JVA Weiterstadt ein paar interessante Orte erlaufen.
Negativ: Lief nicht wirklich gut, war ein widerlicher Tag, hat nicht so richtig Spass gemacht.

Fazit: Na ja…

Strecke: 11,3 km
Zeit: 1:06 h (10,27 km/h bzw. 5:50 min/km)
Anteil der noch nie gebloggten/gelaufenen Passagen an der Gesamtstrecke: 96,37% (10,89 km von 11,3 km)
Karte:
raststatte-bb-griesheim-weiterstadt

Lauf #3, Samstag 6.12.08: Wieder mal um den Melibokus (10 km)
Ok, den können wir ganz kurz machen:
Strecke: Hoch in den Wald, über die Ruine Jossa auf den Pürschweg am Ende des Darsbergtals. Auf dem Pürschweg weiter aufwärts, dann weit oben auf namenlosen Waldwegen, dem Lucibergweg und der Melibokusstr. einmal um den Melibokusgipfel, schließlich über Kattenberger Schneise, Melibokusweg, Darsbergwiese und Melibokusweg zurück.

Hund dabei.
Wald feucht und kalt und schlammig und eklig.
Laune schlecht.
Wetter schlechter. Den großteil der Strecke (nämlich alles über 250 HM) hab´ ich IM INNEREN einer einzigen, eisig kalten Regenwolke absolviert, die um den Melibokus rum abhing. Entsprechend war´s superfeucht, und ich musste praktisch blind laufen – meine Brille war ständig so beschlagen und verregnet, dass ich sie schließlich abgesetzt habe – aber ohne ging´s auch nicht besser (von wegen Kurzsichtigkeit im finsteren Wald und so).

Hat überhaupt keinen Spass gemacht, sondern mich wirklich vom ersten bis zum letzte Schritt angekotzt.
Drecksherbst, hoffentlich ist bald Schluss damit…

Strecke: 10 km
Zeit: 1:06 h (= 9,1 km/h bzw. 6:36 min/km [schneller geht einfach nicht, wenn man nix sieht…]).
Neue Strecke: Keine. Aber selbst wenn, hätte ich wohl nix davon bemerkt, wegen Regenblindheit und so…
Karte:
um-den-melibokus-bei-regen

Lauf #4, Sonntag 7.12.08: Halbwegs versöhnlicher Wochenabschluss im Jägersburger Wald (11,2 km)
Auch heute morgen war der Blick aus dem Fenster wieder mal ziemlich deprimierend: Zwar regnete es ausnahmsweise mal nicht mehr, aber es war immer noch grau, trüb und eklig.
Bah! Da hatte ich echt überhaupt keine Lust, mir noch einen Lauf anzutun, auch wenn noch 10,8 km bis zum Wochensoll fehlten.

Immerhin hellte es nach dem Mittagessen langsam ein bisschen auf, so dass ich mich dann schließlich doch noch überwand, mich selbst und den Hund ins Auto lud, und runter an den Jägersburger Wald fuhr, um doch noch meine läuferische Pflicht zu tun, und dabei ein paar bisher ungelaufene Nebenschneisen zu erkunden (auf die Äcker um Zuhause rum hatte ich wirklich überhaupt keine Lust, genausowenig wie auf den Wald am Melibokus, da hatte mir die Tortur gestern voll und ganz gereicht).

Start mal wieder auf dem Parkplatz der Verdichterstation am Waldrand hinter Hähnlein, neben der L3112 nach Gernsheim.
Hier unten war´s unglaublich feucht – der schwere Flachlandboden hatte sich nach den Regenfällen der letzten Tage wie ein Schwamm vollgesogen und was nicht mehr reinging, hatte sich in zahllosen Pfützen gesammelt, und der Wald hing voll fetter, schwerer Nebelschwaden – aber es war wenigstens nicht kalt oder windig, und oben, zwischen den Wolken schaute der blaue Himmel durch, also gar nicht so übel…

Gleich zu Anfang überquerten Hund & Matthias die L3112 und liefen gegenüber der Verdichterstation südwärts in den Wald rein. Irgendein relativ gepflegter Radweg ohne Nummer, der erst auf die A67 zuführt, dann rechts in die Rohrlach-Schneise, dann wieder links in die Büttelweg-Schneise einknickte. Lief ganz gut, Nemo hatte es ziemlich eilig und peste vorneweg, ich kam etwas gemächlicher hinterher.

Und dann kam die Sonne raus.
Unglaublich, was so ein bisschen direktes Sonnenlicht ausmacht: Auf einmal machte mir die Sache wieder Spass, und der eben noch eher unspektakuläre kahle Flachlandforst stellte sich als hübsche und abwechslungsreiche Waldlandschaft heraus,deren wabernden Nebelschwaden wunderbar stimmungsvoll von den schräg hereinfallenden Lichtstrahlen illuminiert wurden. Tat richtig gut – so hin und wieder brauch´ ich einfach ein bisschen Licht und Sonne, um das Laufen laufenswert zu machen…

Nach 700 sonnigen Metern auf der Büttelweis-Schneise versteckte sich unser wichtigster Himmelskörper wieder schamhaft hinter den immer dünner werdenden Wolken (die dadurch aber rosig schön schimmerten), und Nemo und ich bogen rechts ab und überquerten auf der alten, einsamen Autobahnbrücke mitten im Wald die A67.

Auf der anderen Seite dann geradeaus/halblinks weiter, auf einem guten aber namen- und weitgehend markierungslosen Kiesweg (gegen Ende war er dann mit der gelben 5 markiert) bis zum westlichen Waldrand, wo wir auf einen feuchtsumpfigen Wiesenpfad wechselten, der ein paar Meter jenseits der letzten Bäume am Ufer des Winkelbachs nach Nordwesten führte, und nach ein paar hundert Metern in einen alten Plattenweg überging.

Dem folgten wir, liefen an der Westecke des Waldes vorbei in die Äcker, nunmehr auf dem Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus) bzw. der Riedlinie (Blauer Kreis). An unserem lokalen Wallfahrtsörtchen Maria Einsiedel vorbei, direkt danach dann an der Kreuzung beim Hubertushof rechts, und in nordöstlicher Richtung durch die schier endlosen Äcker und Pferdekoppeln westlich von Gernsheim (die weiterhin unter herrlich blauem Himmel lagen, und dementsprechend schön freundlich wirkten).

Ewig lange gerade auf bequemen Asphalt und mit leichtem Rückenwind, da konnten wir nochmal gut Tempo machen (auch wenn man ein bisschen auf die Pfützen achten musste, die teils den gesamten Weg bedeckten und ungefähr genauso tief wie das Kaspische Meer zu sein schienen). Nach 1,2 km passierten wir das Gestüt Karlshof am Stockweg, wo ich Nemo lieber festmachte, damit er keins von den vielen Pferden reissen konnte, die am Wegesrand standen und irre glotzten (Klarstellung: Nemo wäre mit seinen beachtlichen acht Kilo Gesamtgewicht rein physisch natürlich problemlos in der Lage, ein Pferd oder auch einen Büffel oder einen Bären zu erlegen, aber weil er ein lieber Kerl ist, würde er sowas niemals tun. Trotzdem: Sicher ist sicher… :lol:).
Danach noch einen halben Kilometer weiter auf dem Weg, der nunmehr zum Radweg 25 geworden war (zumindest laut Wanderkarte, vor Ort fiel mir kein Marker auf). Kurz vor der L3112 und kurz hinter dem Wasserwerk bogen wir dann wieder rechts ab und liefen auf einem schlammig-verlaubten Pfad westwärts in den Wald rein, der allenthalben von grasbewachsenen und eingezäunten Wasserhäuschen aufgelocktert wird.

500 m. ostwärts, dann die erste Schneise links hoch an die L3112, die überquert und auf der anderen Seite weiter geradeaus die Dornschneise hoch, und schließlich nach weiteren 600 m. rechts in die Orgäng-Schneise, an deren Ende eine Fußgängerbrücke über die A67 liegt, auf der wir eigentlich wieder zurück auf die Ostseite der Autobahn wollten.
Uneigentlich stellte sich das leider als unmöglich heraus: Die Brücke war gesperrt, der Aufgang mit Brettern vernagelt, und jemand hatte ein schludrig ausgedrucktes Schild mit der Aufschrift „Betreten Verboten!“ drangepappt.

Seufz!

Was hab´ ich eigentlich getan, dass die mir seit anderthalb Jahren ständig die Brücken sperren, auf denen ich über die A67 will, häh?
Total nervig (zumal das ja eigentlich auch der offizielle Verlauf des Saar-Rhein-Main-Wegs ist, der damit unterbrochen wird), aber es liess sich nicht ändern – Nemo und ich mussten einen alternativen Übergang über die Autobahn finden.

Also liefen wir südwärts, kurz die Spundloch-Schneise runter, dann links auf der Löchernschneise bis fast an die Autobahn, dann wieder rechts die Kohlhof-Schneise runter, die erst über eine größere Lichtung voll unglaublich dicker Nebelschwaden direkt neben der A67 führte, und dann sang- und klanglos am Fuß der meterhohen Böschung der L3112 endete.
Na Prima!

Auf Umkehren hatte ich keinen Bock, also kraxelten wir halt die Böschung bis an die Landstrasse hoch. Dort schnappte ich mir den Hund (es gibt so Momente, da bin ich echt froh, dass ich keine Dogge hab… 😉 ), kletterte über die Leitplanke, spurtete über die Fahrbahn, und kletterte über die Leitplanke auf der anderen Seite, wo wir wohlbehalten den Radweg zwischen Hähnlein und Gernsheim erreichten. Dem folgten wir dann neben der L3112 über die Autobahn und zurück zur Verdichterstation, und da war der Lauf dann zu Ende.

Ganz ehrlich: Keine Supertour, aber im Gegensatz zu den restlichen Touren dieser Woche zumindest ziemlich angenehm. Schon komisch, was so ein bisschen Sonne und blauer Himmel manchmal ausmachen können…

Strecke: 11,2 km
Zeit: 1:04 h (
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 43,21% (4,84 km von 11,2 km)
Karte:
jagersburger-wald-dez08

M.

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3 Antworten to “Erweiterte Wochenübersicht 2008 KW 48 (01.12.-07.12)”

  1. Gerd Says:

    Ich bin echt am überlegen ob ich mit Dir dieses Jahr noch mal Laufen soll. 😉
    Du bist ja schneller als Haile.
    Da muss ich mir einen Tag aussuchen an dem absolutes, eiskaltes Schneeregenwetter ist.
    Willst Du nächstes Jahr einen Marathon unter 3:30 laufen?

  2. matbs Says:

    Wie gesagt: Richtig mieses Wetter macht mich meistens nur noch schneller, also such lieber einen entspannten Sonnentag aus… 😉

    Und natürlich will ich nächstes Jahr einen Marathon unter 3:30 laufen.
    Bloss können werd´ ich´s leider nicht… 😀


  3. […] kurzentschlossen eine kurze Strecke im Jägersburger Wald zwischen Hähnlein und Gernsheim, die ich letzten Winter schon mal gelaufen war und die sich durch generelle Flachheit und absolute Unkompliziertheit auszeichnete. Genau das […]


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