Stunde der Wahrheit: Erster Flachlandlauf und erste Zeitnahme 2009

13. Januar 2009

Heute war´s so weit: Nachdem ich mich fast einen Monat lang ausschließlich in den Bergen hinterm Haus rumgetrieben habe, stand mal wieder eine Tour ins Flachland auf dem Programm.
Nicht dass ich´s unbedingt gebraucht hätte, aber wenn ich in den letzten Jahren eins gelernt habe, dann dass zu einseitiges Training auf Dauer keine gute Idee ist – Flachlandlaufen kann man nämlich ein Stück weit „verlernen“, wenn man zu lange drauf verzichtet (Berglaufen wahrscheinlich auch, aber das ist mir bisher noch nicht passiert… 😉 ), und sich dann wieder reinzuarbeiten (Laufstil, Rhythmus, Tempo, Disziplin, Muskulatur…) ist erfahrungsgemäß relativ mühsam und macht nicht so richtig viel Spass.
Muss nicht sein, deshalb war´s mal wieder höchste Zeit für eine Tour in Richtung Riedebene.

Und wo ich schon mal dabei war, wollte ich heute auch gleich noch rausfinden, wieviel Ausdauer und Schnelligkeit mich die Völlerei und das lockere Programm der letzten Wochen tatsächlich gekostet haben, also nahm ich mir meine 10-km-Basisstrecke durch Jugenheim, Seeheim, Bickenbach und Alsbach vor – die ist schnell, unkompliziert und ich kenne sie so gut, dass ich meine Leistung auf ihr inzwischen sehr akkurat beurteilen kann.
Stoppuhr ans Handgelenk (auch das erste Mal dieses Jahr), Nemo eingesammelt und angeschirrt (der wollte unbedingt auch mit), und los.


Ließ sich eigentlich sehr ordentlich an: Bei schönem Wetter (immer noch Schnee und Sonne, mit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt relativ warm) nordwärts durch Jugenheim.
Flottes Tempo, gute Beine, Atmung kontrolliert, alles im lindgrünen Bereich. Bloss Nemo störte ein wenig, weil er heute sehr unkonzentriert war und an jeder Ecke das Bein heben wollte, aber auch das legte sich nach ein paar hundert Metern.

Zügig durch den Orstkern und die Seeheimer Str., dann an der Feuerwehr vorbei nach Seeheim rüber, dort den Hang runter, über die Strassenbahn, die Strasse im Böhl“ entlang und schließlich und durch die in der Sonne gleißenden verschneiten Äcker rüber zum Stockstadion.

Form weiterhin gut, Zwischenzeit in Ordnung (ein Streckenrekord würde es heute ganz bestimmt nicht werden, aber darauf hatte ich´s ja auch nicht angelegt), allerdings war´s bisher ja tendenziell leicht bergab gegangen, da war das kein Wunder…

Vom Stockstadion aus durchs Schuldorf, an der inetrnationalen Schule vorbei, die Sandstrasse links runter, über die L3103 und dann auf dem Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus) in den lichten Kiefernwald zwischen Jugenheim und Bickenbach, der bei Schnee und Sonne äußerst apart aussah.
Hier durfte Nemo erstmals von der Leine und bedankte sich für diese Freiheit prompt mit unerträglicher Trödelei an jedem zweiten Busch.
Kein Ehrgeiz, diese Terrier… 😀

War aber nicht schlimm, eigentlich war ich sogar ganz froh über die daraus resultierende kleine Tempodrosselung, denn die letzten zwei Kilometer hatte ich ehrlich gesagt etwas overpaced, was sich mit leicht muckenden Beinen und etwas unregelmäßiger Atmung bemerkbar machte. Da waren so ein, zwei kleine Hundepinkelpausen gar nicht so übel…

Einen halben Kilometer westwärts durch den Wald, dann über die B3 (da musste Nemo wieder kurz an die Leine), dann weiter nach Westen, die breite Schneise nördlich von Bickenbach runter bis zum Autobahnzubringer, den wir ebenfalls überquerten und dahinter durch mehr herrlich gleißende Äcker (hier hätte man fast eine Schneebrille gebrauchen können) nach Bickenbach rein und bis an den Bahnhof liefen.

Inzwischen über die Hälfte der Strecke geschafft. Leicht angestrengt aber stabil, Zeit noch unter einer halben Stunde, Hund inzwischen aufmerksam und konzentriert (und wieder angeleint). Nicht übel.

Am Bahnhof vorbei und weiter nach Süden, die vereinsamte Strasse „Auf der alten Bahn“ bis an die Umgehungsstrasse zum Bickenbacher Industriegebiet, rüber, dann den unmarkierten Feldweg westlich des Ortes runter und schließlich links ab und zur B3 hoch.
Fast schon Endspurt…

Kurz auf dem Radweg (Radweg 15) neben der B3 in Richtung Zwingenberg, dann links über die Bundesstrasse rüber in den Weilerweg und auf dem aus Bickenbach raus und in östlicher Richtung gen Alsbach (wieder mal durch gleißende Äcker. Immer noch hübsch…).
Auf halber Strecke zwischen den Orten links, rüber zum Beuneweg, weiter bis zum Alsbacher Ortsanfang, dort dann links und neben den Strassenbahngleisen in Richtung Jugenheim.
Uhr sagt: „Irgendwas um die 50 Minuten und nicht mal mehr zwei Kilometer bis zum Ziel“ – gut.
Kondition sagt: „Puhuuijaja, das geht noch, mach nur“.
Na dann…

Nochmal etwas zugelegt, allerdings nur kurz, dann begegnete uns ein Herr mit Mops, dem der Nemo kurz „Hallo“ sagen musste (aber Hundepausen sind ja höhere Gewalt, deshalb darf man da die Stoppuhr anhalten, also nix verloren… 😀 ).
Aber danach dann noch mal richtig los: Zwischen Jugenheim und Alsbach über die Strassenbahn, über die L3103, den letzten kleinen Anstieg zum Blütenweg hoch (rutschig wg. Schnee und umgeben von den obligatorischen gleißenden Äckern), oben angekommen links, nach Jugenheim rein, nach hause, fertig.
Zeit: 56 Minuten.
Verfassung: Eigentlich ganz gut (auch wenn ich für den Rest des Tages eine leichte Steifheit in meinen Flachlandungebübten Oberschenkeln und Waden verspürte).
Nemo: Ausgepowert.

Alles in allem: Nette Tour mit der ich eigentlich sehr zufrieden bin: Trotz Winterpause und Schnee und Trödeltöle eine Zehnkilometerzeit von deutlich unter einer Stunde, und dabei nicht wirklich ans Limit gegangen – vielleicht hab´ ich den Jahreswechsel ja doch halbwegs intakt überstanden… 🙂

Strecke: 10,1 km
Zeit: 0:56 min (= 10,82 km/h bzw. 5:33 min/km)
Neue Strecke: –
Karte:

M.

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9 Antworten to “Stunde der Wahrheit: Erster Flachlandlauf und erste Zeitnahme 2009”

  1. Torsten Says:

    so eine Zeit hätte ich auch mal gerne ohne ans Limit zu gehen. Kommt bestimmt noch, aber ich will nicht warten…. *heul*

  2. Hannes Says:

    Das hört sich ja wirklich noch recht locker an, wie du das geschrieben hast. Wenn du richtig Power gibst, ist da ja noch deutlich mehr drin 😉
    Aber scheinbar zieht es dich ja lieber in die Berge – verstehe wer will 😀

  3. matbs Says:

    Torsten: Kein Grund zum Heulen – das wird, das wird :).
    Ich selbst hab´ ja bewusst auch erst letztes Jahr damit angefangen, meine Geschwindigkeit ein bisschen zu steigern, das kann man wunderbar mit Kurz- und Mittelstrecken trainieren, bei denen man ein bisschen aufs Tempo drückt (wobei´s bei mir auf jeden Fall auf Kosten der Langstreckenausdauer ging, die ich dafür vernachlässigt habe…).

    Hannes: Na ja, ob´s wirklich deutlich mehr ist…? Mein momentaner 10 000 m.-Rekord liegt bei ca. 48 Minuten, und auch das hab´ ich nur geschafft, weil ich an diesem Tag (passend zu deinem letzten Blogeintrag) mit ganz viel Frust gelaufen bin und Dampf ablassen/mir selbst ein bisschen weh tun musste (vgl. https://laufblog.wordpress.com/2008/09/27/50-min-marke-auf-10-km-geknackt-101-km/ ).
    Vielleicht wären mit gezieltem Training noch ein paar Minuten weniger drin, aber ohne triftigen Grund verzichte ich da erst mal… 😀
    Bin halt ein bequemer Sack – deswegen laufe ich ja auch lieber Berge, denn wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, sind die auf ihre Art viel einfacher und angenehmer als das Flachland (und außerdem meist auch noch abwechslungsreicher). 😉

  4. Christian Says:

    @matbs
    Matthias, Dein letzter Absatz könnte von mir sein 🙂

    Aber wirklich, für einen Trainingslauf ist das doch ne gute Zeit, und das bei den Temperaturen.

    Salut

  5. matbs Says:

    Gell, so ein paar anständige Anstiege und Gefälle zwischendurch sind doch was Feines. 🙂

    Mit der Zeit bin ich auf jeden Fall ganz zufrieden, gerade wo ich in den letzten Wochen nicht sehr intensiv trainiert habe und nicht in topform bin. Mal sehen, wie sich das im Verlauf des Jahres noch entwickelt…

  6. Gerd Says:

    Boahhhh, jetzt kommt das Bergläuferlatein wieder zum Vorschein. 😉
    Wie kann man nur freiwillig Berge hoch rennen. 😆
    Aber im flachen Terrain bist Du ja richtig flott. Bei dem Wetter und den schlechten Wegen. Hut ab.
    Da muss ich mir die Sache im Fischbachtal noch mal überlegen. Wann ist den da der genaue Termin. Mal sehen ob ich den in die Planung mit reinkriege. 😉

  7. matbs Says:

    „Wie kann man nur freiwillig Berge hoch rennen.“
    Genauso wie man´s unfreiwillig macht: Man läuft los, hängt sich ein bisschen rein, und irgendwann ist man dann oben (und wenn man Glück hat, geht´s dann ein Stück bergab, und danach darf man gleich auf den nächsten Berg)… :mrgreen:

    Der Fischbachtal-Lauf ist glaub´ ich traditionell am 1. Mai, aber ich hab´ die Ausschrebung für dieses Jahr noch nicht gefunden – kommt wohl noch. Ist auf jeden Fall eine tolle Strecke, die mir 08 viel Spass gemacht hat, und die von den Steigungen her lange, lange nicht so schlimm ist wie z.B. der Aufstieg nach Laudenau/Winterkasten bei unserer lertzen gemeinsamen Tour.
    Also wenn du Lust hast – das ist wirklich ein sehr schöner, entsprannter Lauf (zur Erinnerung: https://laufblog.wordpress.com/2008/05/01/fischbachtal-lauf-2008-126-km/ ).

    …und durchs Fischbachtal müssen wir ja ohnehin demnächst nochmal, damit ich dir auf der Neunkircher Höhe dein Getränk ausgeben kann… 😉


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